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WIRTSCHAFT
Presseaussendung vom 12.09.2017

Positive Wertschöpfungseffekte der Kabinenschifffahrt auf den Standort Linz (Foto)

Fast 1.100 Anlegungen brachten rund 151.000 Passagiere

Mit dem Ende des Hochsommers ist es Zeit, auf eine erfolgreiche Saison der Donau-Kabinenschifffahrt zu blicken. Bei fast 1.100 Anlegungen konnten rund 151.000 Passagiere in der heurigen Sommersaison in der oberösterreichischen Landeshauptstadt begrüßt werden.

Im Zuge der vorliegenden Studie des Centrum für marktorientierte Tourismusforschung wurden sowohl eine Marktanalyse als auch Experten- und Passagierbefragungen (1.355, davon 220 in Linz) durchgeführt.

Insgesamt sind auf den zentral-europäischen Flüssen, zu denen alle miteinander verbundenen schiffbaren Flüsse und Kanäle zählen, inzwischen 239 Kreuzfahrtschiffe unterwegs. Rhein und Donau sind dabei die wichtigsten Fahrtrouten für europäische Flusskreuzfahrten. Besonders beliebt sind Flusskreuzfahrten bei amerikanischen Gästen, auf Grund der gesellschaftlichen Entwicklungen werden von Experten Asien – hier insbesondere China, aber auch Südamerika, Südafrika und Indien als Zukunftsmärkte genannt.

Die Trends – mehr Komfort und neue Märkte

Grundsätzlich ist festzustellen, dass sich die Flusskreuzfahrt-Produkte in den letzten Jahren vor allem qualitativ weiterentwickelt haben. Diese Tendenz zeigt sich auch bei den Schiffs-Neubauten, die wieder mit geräumigeren Kabinen (zu Lasten weniger Passagiere) ausgestattet werden.

Wichtig sind in diesem Zusammenhang auch Weiterentwicklungen im Bereich der Gastronomie: Die Passagiere legen sehr viel Wert auf abwechslungsreiche, gesunde und vor allem auch auf regionale Küche.

Auf den Flüssen wird auch viel ausprobiert, denn: Flusskreuzfahrten erlauben es, Themen zu testen, die möglicherweise nicht nachhaltig sind. Für eine Flusskreuzfahrt benötigt man lediglich rund 150 Passagiere (davon überwiegend Paare) – anders als bei Hochseekreuzfahrten, die in der Regel mit weit über 2.000 Passagieren in See stechen.

Gerade amerikanische Passagiere entscheiden sich oft auch für eine Kreuzfahrt, um die Heimat ihrer Vorfahren kennenzulernen und somit ihre eigenen Wurzeln zu finden  oder um ihren Familienangehörigen zu zeigen, wo sie im 2. Weltkrieg stationiert waren.

Potenzial verspricht die Einbindung des asiatischen (speziell des chinesischen) Quellmarktes. Allerdings haben sich bis dato noch nicht viele Veranstalter bzw. Reedereien auf diesen Markt gewagt.

Qualität und Luxus werden in Zukunft an Bedeutung gewinnen: Der Passagier wünscht mehr Komfort, ein größeres Platzangebot in der Kabine und auch in allen anderen Bereichen des Schiffes. Spezialisierungen und „Unique Selling Propositions“ sind damit wichtige Stichpunkte im Zusammenhang mit Trends und Zukunftsthemen. Für den Standort ergeben sich Chancen zur Positionierung durch eine stärkere Einbindung der Regionen bei der individuellen Programmgestaltung.

Da auch in den kommenden 5-10 Jahren mit einem gesunden Wachstum und einem Anstieg der Passagierzahlen zu rechnen ist, werden diese auf Grund der Kapazitätsengpässe in Bezug auf Liegeplätze sowie der Schleusen durch die Nutzung vorhandener Optimierungspotenziale zu bewältigen sein.

Wer ist der durchschnittliche Schifffahrtsgast?

Unsere Gäste, die Linz am Wasserweg besuchen, sind durchschnittlich 67 Jahre alt, im Ruhestand und finanzkräftig. 65% der Befragten machten erstmals eine Flusskreuzfahrt, 89 % erstmals eine Donau-Kreuzfahrt. 58% gaben an, vor oder nach der Flusskreuzfahrt zur Verlängerung zusätzlich Urlaubstage zu verbringen.

Das Motiv für eine Donau-Kreuzfahrt

Hauptmotive für eine Donau-Kreuzfahrt sind die abwechslungsreiche Landschaften entlang der Donau, die Möglichkeit, viele Länder in kurzer Zeit kennenzulernen, das Kennenlernen der Kultur sowie die bequeme Art des Reisens.

Der überwiegende Teil informiert sich vorab über Kataloge eines Reiseveranstalters (44 Prozent), im Internet (32 Prozent), auf der Webseite des Veranstalters (25 Prozent) bzw. bei Verwandten, Bekannten und Freunden (24 Prozent). Für immerhin 21 Prozent ist auch das persönliche Gespräch im Reisebüro von Bedeutung.

Passagiere auf Landgang

Im Streckenabschnitt zwischen Regensburg und Wien werden durchschnittlich 5,4 Landgänge pro Passagier unternommen, wobei Gäste aus Australien und Neuseeland (6,0) deutlich mehr Landgänge unternehmen als Gäste aus D/A/CH. Die Landausflüge in Linz waren zu 58 Prozent bereits vorab gebucht, nur zu 22 Prozent während der Reise, 21 Prozent erfolgten ohne  Buchung. Auffällig ist, dass gerade Gäste aus D/A/CH besonders häufig Landgänge „auf eigene Faust“ (62 Prozent ohne Buchung) machen. Passagiere aus Übersee gehen da kein Risiko und buchen durchwegs vorab (77 Prozent). Das zeigt, dass ein intensiver Kontakt mit den Reedereien und Veranstaltern im Zuge der Produktentwicklung sinnvoll und nötig ist. 

Beim Landgang stehen das kulturelle (für 49 Prozent sehr wichtig) und kulinarische (24 Prozent) Angebot sowie das Naturerlebnis (20 Prozent) und der Kontakt mit der Bevölkerung (17 Prozent) im Vordergrund. Auch Unterhaltung und die Möglichkeit Einkäufe zu tätigen sind von Bedeutung.

Passagiere mit Landgang in Linz haben ein eher knappes Zeitfenster.

  • Gut jeder zweite Passagier hat das Schiff maximal für zwei Stunden verlassen, weitere 47 % für zwei bis sechs Stunden.
  • Nur 3 % der Befragten hatten mehr als sechs Stunden zur Verfügung.

Dabei gilt: Passagiere aus Übersee haben durchschnittlich mehr Zeit für ihre Landgänge. Eine Verlängerung der Aufenthaltsdauer in Linz bietet mehr Möglichkeiten für das Erleben des Landausflugs und somit auch mehr Wertschöpfung für die Stadt.

Das Ausflugspaket – fast immer mit geführter Gruppentour

Eine geführte Tour in der Gruppe ist quasi in allen Ausflugspaketen enthalten, beliebt sind zudem eine Busfahrt und der Eintritt für die Besichtigung von Sehenswürdigkeiten. Im Hinblick auf das wichtigste Motiv für das Erleben der Landausflüge „Kulturelle Veranstaltungen“ gibt es in Linz im Bereich „Besuch einer Kulturveranstaltung“ noch ungenutzte Potenziale.

Gut jeder zweite Passagier aus Linz hat während des letzten Landgangs Ausgaben getätigt, die nicht im Reisepreis und auch nicht in einem an Bord gebuchten Ausflugspaket enthalten sind. Passagiere, die in Linz Zusatzausgaben tätigen, geben im Schnitt 35€ pro Person und Landgang aus. Dieser Wert ist im Vergleich zu den ARGE Donau-Städten (inklusive Linz) und auch im Vergleich zur gesamten Region hoch.

Flusskreuzfahrt – Lust auf Mehr?

  • 38 Prozent aller Passagiere könnten sich (sehr gut) vorstellen, in absehbarer Zeit wieder eine Donaukreuzfahrt zu unternehmen.
  • Der Großteil dieser Passagiere möchte dann aber andere Länder besichtigen (75 Prozent).
  • Etwa ein Drittel dieser potenziellen Wiederbesucher könnte man auch mit anderen Landausflügen „locken“.
  • Genau die gleiche Kreuzfahrt möchten nur 8 % der befragten Passagiere mit Wiederholungsabsicht unternehmen.
  • Passagiere, die ihren Landausflug individuell unternehmen, kann man eher für einen Wiederbesuch in der Region/Stadt gewinnen als Passagiere mit organisierten Landausflügen.
  • Besonders hoch ist das Potenzial für einen Wiederbesuch bei Passagieren aus dem D/A/CH Quellmarkt.
  • Selbst bei Passagieren außerhalb Europas wird ein Wiederbesuch nicht gänzlich ausgeschlossen.

Die Wertschöpfung am Standort

Linz ein Ein-/Ausschiffungshafen

Sowohl als Start- als auch Zielhafen am beliebtesten ist Ungarns Hauptstadt Budapest, gefolgt von Passau und Amsterdam. Österreichische Städte spielen hier eine nur geringe Rolle.

Linz hat auf Grund der vorhandenen Infrastruktur mit der Anbindung an die Autobahn sowie den Flughafen grundsätzlich ideale Voraussetzungen für eine verstärkte Nutzung als Start- beziehungsweise Endpunkt der Schiffreisenden. Auf Grund der zentralen  geografischen Lage ist die oberösterreichische Landeshauptstadt dafür allerdings weniger geeignet – Streckenabschnitte müssten schlichtweg doppelt gefahren werden.

Fazit

  • Die Flusskreuzfahrtbranche liefert der Region eine beachtliche Wertschöpfung mit Ausbaupotenzial.
  • Flusskreuzfahrten sind darüber hinaus eine wertvolle Imagewerbung für die Region.
  • Für die nächsten Jahre sagen die Experten eine Marktbereinigung sowie die Erschließung neuer Quellmärkte voraus.

Summary & Entwicklungspotenziale für Linz

  • Verlängerung der Aufenthaltsdauern in Linz - Enge Zusammenarbeit mit Reedereien & Veranstaltern
  • Erschließung neuer Märkte (z.B. Asien) und Zielgruppen
  • Entwicklung hochwertiger Landleistungen IN LINZ mit klarer Abgrenzung zu anderen Destinationen; 
  • Thema Kunst, Kultur & Kulinarik; interessante Abwechslung insbesondere für Wiederholungsbesucher („andere Landausflüge erleben“)
  • ARGE-Donaustädte-übergreifendes regionales Cross-Marketing (u.a. Werbung für Urlaub in und um Linz)
  • Weitere Stärkung der regionalen Anbieter und damit der Wertschöpfung
  • Erhöhung des regionalen Zukaufs für Lebensmittel und Getränke
  • Kommunale Dienste (z.B. Müllentsorgung)
  • Buchung von Reiseleitern, Radtouren, …
  • Technische Hilfestellung in der Region
  • Exklusive Events wie etwa Schiffstaufen

(Informationsunterlage zur Pressekonferenz von Vizebürgermeister Mag. Bernhard Baier und Stadträtin Doris Lang-Mayerhofer zum Thema „Positive Wertschöpfungseffekte der Kabinenschifffahrt auf den Standort Linz")

Informationsunterlage (PDF, 371 kB) (neues Fenster).
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Link auf größeres Bild (neues Fenster): Personengruppe Mag.a Anke Merkl, Vizebürgermeister Mag. Bernhard Baier, Dr. Stefan Mang und Stadträtin Doris Lang-Mayerhofer bei der Präsentation der Studie über die positiven Wertschöpfungseffekte der Kabinenschifffahrt auf den Standort Linz.  Druckdatei (neues Fenster): 20170919ddruck_Foto_privat.jpg
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