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SOZIALES
Presseaussendung vom 23.11.2017

Streetworkarbeit des Vereins Jugend und Freizeit

Vier Einrichtungen unterstützen 12- bis 25-Jährige vor Ort

„streetwork, das ist doch das, wo mit jugendlichen in deren lebensraum sozialarbeit gemacht wird, quasi auf freier wildbahn, sehr unmittelbar, recht authentisch, total echt, egal wer da kommt, egal was der-/diejenige braucht oder will,…“

Mag. Andreas Kafka, VJF, zur Frage „Was ist Streetwork?“

Streetwork erreicht junge Menschen, die nicht in ein Jugendzentrum gehen wollen oder denen die Regeln und Grenzen dort zu hochschwellig sind. Zielgruppen von Streetwork sind demnach junge Menschen, welche durch institutionelle Angebote und Einrichtungen nicht (mehr) erreicht und angesprochen werden können und durch Auffälligkeiten erkennbar ist, dass Betreuungsbedarf besteht.

Der Verein Jugend und Freizeit (VJF) betreibt auf Linzer Stadtgebiet vier Streetwork-Einrichtungen. 13 MitarbeiterInnen kümmern sich um Jugendliche im Alter von 12 bis 25 Jahren in Linz, welche einen Großteil ihrer (Frei-)Zeit im öffentlichen Raum verbringen. Die Bedürfnisse, Fähigkeiten und Probleme der einzelnen Jugendlichen sind dabei sehr vielfältig. Für Streetwork gilt vorrangig, Jugendliche in ihren Lebensrealitäten ernst zu nehmen, sie ein Stückweit zu begleiten und sie in ihren Veränderungswünschen zu unterstützen. Es werden konstruktive Alternativen zu dysfunktionalen Verhaltensweisen der KlientInnen durch Streetwork angeboten, bzw. gemeinsam mit den Jugendlichen erarbeitet. In Summe sind die StreetworkerInnen dabei rund 420 Stunden pro Woche im Einsatz.
 
„Die MitarbeiterInnen der Streetworkbüros sind durch eine umfangreiche Beziehungsarbeit für die Jugendlichen da. Sie bilden eine Vertrauensbasis, die eine wesentliche Voraussetzung dafür ist, dass die Jugendlichen bei Bedarf Beratung und Information auch wahrnehmen“, erklärt Jugendreferentin Vizebürgermeisterin Karin Hörzing.

„Darüber hinaus gibt es im Verein zahlreiche Projekte, Aktionen und Veranstaltungen, mit denen die StreetworkerInnen auf die Jugendlichen zugehen und so versuchen, mit ihnen in Kontakt zu treten. Ich bedanke mich bei den MitarbeiterInnen für ihre Arbeit und die zahlreichen Initiativen für die jungen Menschen in Linz“, so Hörzing weiter.

421 Wochenstunden Streetwork

Der Verein Jugend und Freizeit betreibt in Linz vier Streetwork-Einrichtungen mit 13 Beschäftigten. Die MitarbeiterInnen sind dabei insgesamt 421 Wochenstunden im Einsatz, um für junge Menschen Ansprechperson zu sein.

Streetwork-Einrichtung  Einsatzgebiet  Einsatz/Woche  Beschäftigte 
Streetwork Linz Just Innenstadt 137 4 (3,61 VZÄ)
Streetwork Linz Süd

Zöhrdorferfeld
Neue Heimat
Wegscheid

109 3 (2,87 VZÄ)
Streetwork Ebelsberg-Pichling

Ebelsberg
Pichling

105 4 (2,76 VZÄ)
Streetwork Auwiesen Auwiesen 70 2 (1,84 VZÄ)

Zielgruppe sind dabei Jugendliche zwischen 12 und 25 Jahren, die einen Großteil ihrer Zeit im öffentlichen Raum verbringen und nicht von sich aus institutionelle Angebote und Einrichtungen in Anspruch nehmen.

JUST – Streetwork in der Innenstadt

Das Einsatzgebiet der JUST-StreetworkerInnen umfasst die Linzer Innenstadt. Präsenz zeigen sie vor allem am Hauptbahnhof, im Volksgarten oder beispielsweise im Hessenpark. Sie gehen auf Jugendliche zu, bieten Hilfe, Beratung oder Krisengespräche an, vermitteln aber auch zu Behörden, Ämter oder andere Institutionen.

In der Einrichtung vor Ort in der Lederergasse gibt es für Jugendliche in prekären Situationen zusätzlich die Möglichkeit, eine Meldeadresse anzumelden. „Das ist für junge Menschen, die auf der Straße leben, oftmals der erste wichtige Schritt, um wieder Fuß fassen zu können“, erläutert Vizebürgermeisterin Hörzing. Auch die Möglichkeit zum Wäsche waschen, kochen und gemeinsames Essen wird vor Ort geboten. Darüber hinaus stellt die VJF-Einrichtung Kleidung, Schlafsäcke und Hygieneartikel zur Verfügung.

Begleitet wird diese Arbeit von zahlreichen Angeboten zur Freizeitgestaltung, um den Jugendlichen ein Stück weit Normalität, aber auch Abwechslung zu bieten.

Foto-Story „Wir Kinder vom Bahnsteig 21“

Das aktuellste Projekt der Einrichtung JUST ist ein Foto-Projekt am Linzer Bahnhof, konkret am Bahnsteig 21, welches im Mai diesen Jahres gestartet wurde. Jugendliche, die sich in ihrer Freizeit häufig am Bahnhof aufhalten, sind eingeladen, ihre Bahnhof-Stories mit Hilfe von Fotos zu erzählen und auf Facebook hochzuladen. Durch das Projekt gelingt es, Kontakt mit Jugendlichen zu knüpfen, die über die herkömmliche Streetworkarbeit nicht oder nur schwer erreicht werden können.

Streetwork Linz Süd im Netzwerk Süd

Die regelmäßige Szenepräsenz im Stadtteil findet vorwiegend im Zöhrdorferfeld als auch in der Neuen Heimat und Wegscheid statt. Als Treffpunkte der Jugendlichen dienen dabei Spielplätze, Fußballplätze, aber auch Höfe in den Wohnsiedlungen, Bushaltestellen und Einkaufszentren. Kontakt- und Beziehungsarbeit steht auch bei den StreetworkerInnen im Netzwerk Süd im Vordergrund, häufig entstehen daraus auch weiterführende Kontakte bzw. Terminvereinbarungen.

Ein „Mini-Arbeits-Projekt“ entwickelte sich aus einem erfolgreichen Kooperationsprojekt mit dem Sozialmarkt SOMA. Im Zuge dessen werden jeden Mittwoch Milchprodukte des SOMA den VJF-Einrichtungen kostenlos zur Verfügung gestellt. Für die Jugendlichen bietet diese Kooperation neben einer abwechslungsreichen Ernährung auch die Chance, über Nachhaltigkeit und Verschwendung von Lebensmittel nachzudenken.

Jugendliche aus den VJF-Einrichtungen arbeiten an der Auslieferung der Waren mit und erhalten dafür ein kleines Taschengeld. Für einige der Jugendlichen bedeutet dies nicht nur die Möglichkeit das eigene Budget aufzubessern,  manchmal ist es der erste Schritt zurück ins Arbeitsleben. Kontinuität, Verantwortung und „gebraucht werden“ ist wichtig für die Jugendlichen. Hier bietet sich die Möglichkeit an der Gesellschaft teil zu haben und etwas Sinnvolles zu tun.

Streetwork Auwiesen

Auch die StreetworkerInnen Auwiesen sind regelmäßig im Stadtteil unterwegs und bieten Jugendlichen zwischen 12 und 23 Beratung, Information und Unterstützung in besonderen Lebenslagen.

Erfolgreich zeigt sich, wie bei vielen VJF-Einrichtungen, die Kooperation mit Schulen im Stadtteil. Die SchülerInnen der 3. und 4. Klassen der Neuen Mittelschule 10 konnten im Rahmen eines Tag der offenen Tür die Einrichtung und MitarbeiterInnen kennenlernen. Durch diesen Erstkontakt kennen die Jugendlichen die Ansprechpersonen und wenden sich so leichter an sie, wenn sie Hilfe und Unterstützung benötigen.

Eines der größten Projekte in Auwiesen wurde gemeinsam mit dem Jugendzentrum Fjutscharama ins Leben gerufen. „Pimp My House“ hatte zum Ziel, gemeinsam mit den Jugendlichen und KlientInnen dem ganzen Haus einen neuen Touch zu verleihen. Auf allen drei Stockwerken und im Garten wurde gemeinsam verändert, dekoriert, umgestaltet, geplant und verworfen, neu strukturiert und schließlich vollendet.

St.E.P. – Streetwork Ebelsberg/Pichling

Die Streetworkeinrichtung Ebelsberg/Pichling hat zusätzlich zu täglichen Arbeit das Projekt „Begegnungsraum“ ins Leben gerufen. Ziel dahinter ist es, eine Möglichkeit zu bieten, bei der sich Jung und Alt direkt im Wohnumfeld in einem ungezwungenen Rahmen begegnen und kennenlernen. Das Projekt, das 2017 vier Mal stattgefunden hat, ermöglichte einen Austausch unter den BewohnerInnen und trug so wesentlich zum Abbau von gegenseitigen Vorurteilen bei.

Mit demselben Ziel findet traditionell das St.E.P. Herbstfest – ein kunterbuntes Straßenfest für alle – statt, bei dem auch 2017 ein tolles Programm mit Trommelworkshop, Kinderschminken, Tischfußballturnier und leckeren Speisen und Getränken viele Bewohnerinnen und Bewohner aus dem Stadtteil angezogen hat. 

Leitbild Streetwork

Das „Qualitätshandbuch Streetwork Oberösterreich“ definiert Streetwork als aufsuchende soziale Arbeit im niederschwelligen Bereich. Das bedeutet, dass das Angebot an möglichst wenig Vorleistungen (Problembewusstsein, Einhalten von Verbindlichkeiten, Abstinenz, etc.) der KlientInnen gebunden ist. „Die Straße“ ist das Synonym für die Lebenswelten der Zielgruppen.

Streetworkeinrichtungen sind kunden- und wirkungsorientierte Dienstleistungsunternehmungen. Sie handeln im öffentlichen Auftrag und stehen im Spannungsfeld zwischen Bedürfnissen der KlientInnen und gesellschaftlichen Ansprüchen.

Die Arbeit richtet sich an Einzelpersonen und Gruppen zwischen 12 und 25 Jahren, die das bestehende Hilfesystem nicht in Anspruch nehmen oder nehmen können bzw. durch bestehende einrichtungsgebundene Angebote nicht oder nicht ausreichend erreicht werden. Bei aller Verschiedenheit haben die Zielgruppen den Aspekt der sozialen Benachteiligung gemeinsam.

Mit zunehmendem Alter der Klientinnen werden nachgehende Angebote reduziert bzw. ab 23 Jahren beendet, dann stehen andere Angebote mit dem Ziel der Selbständigkeit im Vordergrund.

Prinzipien der Streetwork-Arbeit

Folgende Prinzipien gelten für die Arbeit von StreetworkerInnen als Basis ihrer Tätigkeit:

Vertraulichkeit/Anonymität: Ohne ausdrückliches Einverständnis der KlientInnen werden keine sie betreffenden Informationen außerhalb des Streetworkteams weitergegeben. Die Kenntnis der Identität der KlientInnen ist keine Voraussetzung für Inanspruchnahme des Angebotes.

Parteilichkeit: StreetworkerInnen vertreten die Interessen der KlientInnen ohne deshalb ihre Ansichten und Überzeugungen teilen zu müssen.

Lebensweltorientierung/Ganzheitlichkeit: Die KlientInnen werden mit all ihren Stärken und Problemen im Kontext ihrer Lebenswelten und sozialen Bezüge wahrgenommen. Die MitarbeiterInnen sind Ansprechpersonen für die gesamte Breite auftretender Fragen.

Freiwilligkeit: Die Kontaktaufnahme, die Dauer und die Intensität des Kontaktes werden von den KlientInnen (ohne Sanktionen) entschieden. In begründeten Einzelfällen kann auch von Streetworkseite der Kontakt beendet werden.

Akzeptierende Haltung: Streetwork lässt sich nur mit Einfühlungsvermögen zur jeweiligen Zielgruppe betreiben. Die KlientInnen werden als Personen in ihrer Gesamtheit ohne Wertungen, möglichst vorurteilsfrei angenommen.

(Informationsunterlage zur Pressekonferenz „Streetworkarbeit des Vereins Jugend und Freizeit“ von Jugendreferentin Vizebürgermeisterin Karin Hörzing)

Informationsunterlage (PDF, 244 kB) (neues Fenster).

Kontakt:
Büro Vizebürgermeisterin Hörzing
Mag.a Beate Gotthartsleitner
Tel.: +43 732 7070 2028

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