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SOZIALES
Presseaussendung vom 19.06.2017

Nachfrage nach Pflegeheimplätzen rückläufig

Vollversorgung langfristig gesichert

Das Wohlergehen der älteren Generation ist der Stadt Linz ein zentrales Anliegen. So wurde bereits seit Anfang der 1990er Jahre in der Landeshauptstadt ein dichtes soziales Netz geknüpft, das auf die speziellen Bedürfnisse von SeniorInnen zugeschnitten ist. Das Angebot reicht heute von modernen Pflegeeinrichtungen und altersgerechten Wohnungen, 24 Stunden Betreuung, über den nachträglichen Lifteinbau bis hin zu verschiedenen mobilen Diensten, wie Altenbetreuung, Hauskrankenpflege, Heimhilfe und Tagespflegezentren.

„Dieser großflächige Ausbau des sozialen Systems in Linz zahlt sich nun auch langfristig aus. Durch die optimale Betreuung der älteren Menschen in ihren eigenen vier Wänden hält sich die Nachfrage nach städtischen oder privaten Pflegeeinrichtungen auch künftig im Rahmen.  Das bedeutet, die Vollversorgung ist garantiert und ein dringend benötigter Heimplatz steht im Notfall sehr schnell bereit. Neue Seniorenzentren werden außerdem erst in frühestens zehn Jahren benötigt“, sagt Sozialreferentin Karin Hörzing

Versorgungsziel für Pflegeplatz unterschritten

Die Stadt Linz definierte ihr Versorgungsziel im stationären Heimbereich so, dass alle älteren pflegebedürftigen LinzerInnen, welche keine ausreichend private oder mobile Hilfe haben, binnen sechs bis acht Wochen nach Anmeldung einen Pflegeplatz in einem Linzer Seniorenzentrum erhalten. Die Vergabe richtet sich dabei an den städtischen Objektivierungsrichtlinien.

Bereits in den vergangenen Jahren konnte dieses selbst gesteckte Ziel mit einer durchschnittlichen Wartezeit von rund 30 Tagen deutlich unterschritten werden. Aktuell liegt die Wartedauer nur mehr bei wenigen Tagen, es hängt jedoch davon ab, ob man eine spezielle Pflegeeinrichtung als Wunschplatz haben möchte. 

Aktuelle Situation im stationären Pflegebereich

Seit Beginn der Sozialoffensive Anfang der 1990er Jahre wurden in Linz im stationären Bereich nahezu alle Einrichtungen neu- bzw. um-/ausgebaut. Insgesamt entstanden dadurch 1.402 Plätze in städtischen Einrichtungen und 740 Pflegeplätze in privat betriebenen Häusern. Durch gleichzeitige Auflassungen einzelner Plätze liegt der aktuelle Stand an Pflegebetten in den Seniorenzentren Linz derzeit bei 1.195 und 880 bei den privaten Trägervereinen. Insgesamt stehen mit Stand 1. Jänner 2017 in Linz 2.075 Pflegebetten in Linz zur Verfügung. 2.047 davon werden aktuell tatsächlich von SeniorInnen bewohnt. 28 Betten standen zum Stichtag der Datenerhebung wegen Nachbelegungen leer.

Laut Heimverordnung des Landes OÖ sollen mindestens 90 Prozent der Normbetten in Einbettzimmern zur Verfügung stehen. In Linz ist diese Forderung mit 1.1.2017 erfüllt. Die restlichen Zweibettzimmer werden als Partnerzimmer bzw. für die Kurzzeitpflege verwendet.

Zu den 2.017 Pflegebedürftigen, die dauerhaft stationär versorgt wurden, kamen zum Stichtag 1. Jänner rund 70 pflegebedürftige LinzerInnen, die dringend für ein Linzer Heim vorgemerkt waren. Aktuell sind es etwa 40 Personen. Bedenkt man, dass pro Jahr zirka ein Drittel der Heimplätze neu be-legt werden (pro Monat im Durchschnitt ca. 60), ergeben sich bei einer Länge der Vormerkliste von  insgesamt 30 - 50 Personen, einerseits eine kurze Wartezeit auf einen Heimplatz und andererseits keine größeren temporären Leerstände bzw. drohende Fehlbelegungen in den Heimen. Auf Grund der weit gefächerten Wunschheimvorstellungen entstehen bereits jetzt recht kurze Vormerklisten für einzelne Heime.

BewohnerInnen zum größten Teil über 85 Jahre

Zur besseren Einschätzung der Bedarfszahlen wurde für die Analyse noch die Alters- und Geschlechtsverteilung der Linzer Hauptwohnsitzbevölkerung am 1.1.2017 der Heimbelegung gegenübergestellt. Die künftig stark wachsende Gruppe der 90- und Mehrjährigen ist derzeit mit rund 750 HeimbewohnerInnen zu rund 32 Prozent stationär versorgt. Bei den 85-89-Jährigen sind es fast 14 Prozent.

Die überwiegende Mehrheit der HeimbewohnerInnen ab dem 70. Lebensjahr sind Frauen, wie die Grafik eindeutig aufzeigt. 35 pflegebedürftige Personen in einer stationären Einrichtung waren zum Stichtag unter 60 Jahre alt.

Bedarfsentwicklung bis 2030

Die Bedarfsrechnung beruht auf einer Bevölkerungsprognose der städtischen Abteilung Stadtforschung. Verschiedene Entwicklungsszenarien hinsichtlich der Verlängerung der "Gesundheitslebenserwartung" haben dem Umstand Rechnung getragen, dass zusätzlich zur steigenden Lebenserwartung auch eine allfällige Pflegebedürftigkeit zunehmend später einsetzt. Die Berechnungen der Stadtforschung orientierten sich dabei an den Überlegungen der Arbeitsgruppe zum Bedarfsentwicklungsplan 2015, dass die Zahl der Pflegebedürftigen nicht im selben Ausmaß wie jene der Bevölkerung ansteigen wird. Durch Analyse der Daten entstanden so die Strukturdaten, anhand derer die Bedarfszahlen für die Heime ermittelt werden.

In der folgenden Grafik werden neben der von der Stadtforschung errechneten Bedarfsentwicklung auch die Minimal- und Maximalgrenzen des Zielbereiches entsprechend den Berechnungen des Bedarfs- und Entwicklungsplans 2015 des Landes dargestellt. Unter Berücksichtigung aller Umstände ergibt sich für Linz in den kommenden Jahren ein annähernd konstanter Bedarf an stationär zu versorgenden Pflegebedürftigen, der auf dem heutigen Niveau von etwa 2.100 Personen oder sogar etwas darunter liegt.

Starker Pflegeplatzbedarf erst ab 2030

Die Zielvorgaben des BEP 2015 können damit auch in den nächsten Jahren eingehalten werden. Erst ab etwa 2024 sollte aus heutiger Sicht ein spürbarer Anstieg einsetzen, sodass der Bedarf im Jahr 2030 rund 2.400 Personen betragen wird.

Dichtes soziales Netz entlastet stationäre Betreuungseinrichtungen

Ein wesentlicher Grund für den Rückgang der Nachfrage nach Pflegeplätzen ist das sehr gut ausgebaute soziale Netz in Linz. Zahlreiche Dienste erlauben es den SeniorInnen heute sich ihren größten Wunsch zu erfüllen, nämlich  wesentlich länger in ihren eigenen vier Wänden zu verbleiben. Schnittstelle für alle diese Angebote ist die Sozialberatungsstelle Kompass der Stadt Linz. Hier erfahren Betroffene und Angehörige welche mobilen und stationären Angebote es für die jeweilige Lebenssituation gibt, bis hin zur Aufnahmeabwicklung für ein Pflegeheim.

24 Stunden Pflege

Besonderes die steigende Nachfrage nach einer 24-Stunden Betreuung entlastet die stationären Pflegeeinrichtungen. Daten des Sozialministeriums-Service belegen, dass dieses Betreuungsformat in den letzten Jahren zugenommen und sich mittlerweile auf einem gleichbleibenden Niveau eingependelt hat. Waren es 2011 nur 404 LinzerInnen, die sich einen Zuschuss vom Ministerium zu dieser Betreuung geholt haben, so lag der Anteil 2016 bereits bei 572 Personen. Möglicherweise ist die Zahl derer, die tatsächlich eine 24-Stunden Betreuung haben, noch ein wenig höher. Sofern jemand seine 24-Stunden-Betreuung ausschließlich selbst bezahlt und nicht um diesen Ministeriums Zuschuss ansucht, scheint er in der Statistik nicht auf.

Tageszentren

Für SeniorInnen, die zuhause wohnen, aber teilweise Pflege und Unterstüt-zung benötigen, stehen drei städtische Tageszentren mit zusammen 100 Plätzen zur Verfügung. Zum Angebot zählen gemeinsame Aktivitäten, Pflege und Betreuung sowie drei Mahlzeiten pro Tag. Die Tageszentren können mehrmals wöchentlich besucht werden. Die Kosten für den Besuch richten sich nach dem Einkommen. Die städtischen Tageszentren befinden sich in den SeniorInnenzentren Dornach / Auhof, Liebigstraße und in Kleinmünchen. Als private Anbieterin betreibt die Volkshilfe das Tageszentrum Regenbogen an der Maderspergerstraße mit 20 Betreuungsplätzen.

Mobile Dienste

Ein Großteil der über 90-jährigen Linzerinnen und Linzer wird aber nach wie vor zu Hause betreut. Etwa 70 Prozent der über 90-Jährigen nehmen die Betreuung und Pflege eines Seniorenzentrums nicht in Anspruch. Für diese Menschen sowie deren pflegenden Angehörigen ist vor allem die Unterstützung durch die Mobilen Dienste von großer Bedeutung. Ob Hauskrankenpflege, Mobile Altenbetreuung, Heimhilfen oder Essen auf Rädern: die regelmäßige Versorgung in der Wohnung ist ein unerlässlicher Pfeiler im dichten sozialen Netz der Stadt Linz. Organisiert von der Stadt werden die Betreuungs- und Pflegeleistungen von Volkshilfe, Caritas, Samariterbund, Rotes Kreuz, Oberösterreichisches Hilfswerk, Evangelische Diakonie und dem Verein Miteinander nach einem Gebietsschema durchgeführt. Durch die sozial gestaffelten Betreuungstarife ist diese Form der Pflege auch für alle leistbar.

Nachträglicher Lifteinbau und altersgerechtes Wohnen

Seit dem Jahr 2000 wurde besonders auch der Bereich des altersgerechten Wohnens stark ausgebaut und ermöglicht heute ein Angebot von 536 barrierefreien Wohnungen. Aktuell entstehen neue Seniorenwohnungen durch die Kolpingfamilie in Linz, zwei weitere Projekte der Baureform Wohnstätte in der Grünen Mitte und der GWG an der Liebigstraße sollen noch heuer anlaufen. Damit wird sich die Zahl der altersgerechten Wohnungen in Linz auf insgesamt 670 erhöhen. Der Bedarfs- und Entwicklungsplan des Landes sieht für Linz insgesamt 615 altersgerechte Wohneinheiten vor.

Seit 1996 konnten etwa 1.417 Lifte an Linzer Häusern durch ein spezielles nachträgliches Lifteinbauprogramm errichtet werden. Diese ermöglichen besonders SeniorInnen länger in ihren eigenen vier Wänden bleiben zu können.

Fast 29 Millionen Euro für SeniorInnen-Betreuung

Für die Versorgung der älteren LinzerInnen bedarf es laufend eines enormen finanziellen Aufwands. So trägt die Stadt Linz jedes Jahr einen großen Betrag zur Sozialhilfe bei. Im Jahr 2016 waren 26,5 Millionen Euro an Zuschüssen für die SeniorInnenbetreuung (geschlossene Sozialhilfe, Essen auf Rädern, Mobile Dienste etc.) notwendig, im heurigen Jahr wird laut Berechnungen des Geschäftsbereichs Soziales, Jugend und Familie der Zuschussbedarf für die Kommune in diesem Bereich bei 28,7 Millionen Euro liegen.

(Informationsunterlage zur Pressekonferenz von Sozialreferentin Stadträtin Karin Hörzing zum Thema „Bedarfsprognose zu stationärer SeniorInnen-Pflege“)

Informationsunterlage (PDF, 585 kB) (neues Fenster).

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