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Eltern-, Mutterberatung
SOZIALES
Presseaussendung vom 24.10.2017

100 Jahre Eltern- Mutterberatung in Linz:

Jubiläums-Broschüre erschienen

Die Mutterberatung ist mit ihrer 100 Jahre alten Tradition einer der Ausgangspunkte der Kinder- und Jugendhilfe in Oberösterreich. Ziel der heutigen Eltern-, Mutterberatung (EMB) ist, nach der Geburt eines Babys gute Bedingungen für die Pflege und Erziehung zu schaffen und eine positive Entwicklung von Kindern zu fördern.

„Mit der Errichtung der ersten Mutterberatungsstellen vor 100 Jahren beschritt die Stadt Linz neue Wege für die Versorgung und Gesundheit der Kinder. Auch heute ist das noch das oberste Ziel. Die Leistungen sind jedoch mit der Zeit gewachsen und das kostenlose, flächendeckende Angebot reicht von Beratungen zur Entwicklung, Pflege und Ernährung bis hin zu medizinischen Untersuchungen. Mit der Jubiläumsbroschüre wollen wir diese 100 Jahre gebührend feiern“, sagt Sozialreferentin Vizebürgermeisterin Karin Hörzing.

Entstehung der Mutterberatung in Linz

Mitte des 1. Weltkrieges herrschte große Not in der Bevölkerung. Besonders betroffen waren häufig Familien mit Kindern. Aus diesem Grund beschloss der Linzer Gemeinderat am 6. Juni 1917 die Einführung eines städtischen Jugendamtes. Die Mutterberatung als Angebot des Jugendamtes sollte der Bekämpfung der hohen Säuglingssterblichkeit und der Verbesserung der damals mangelhaften Ernährungsverhältnisse dienen. Zu den wichtigsten Aufgaben zählten die Gesundheitspflege für Kinder und Jugendliche durch ärztliche Untersuchungen und die pflegerische Beratung.

Nur drei Monate nach der Beschlussfassung, nahm am 17. September das Jugendamt seine Tätigkeit im Haus Graben Nr. 9 in Linz auf. Im 1. Stock wurde die erste Linzer Mutterberatung eröffnet. Ein Ausschuss der Landeskommission für Kinderschutz und Jugendfürsorge finanzierte diese neue Einrichtung. Bis 1921 gab es schon vier Mutterberatungsstellen in Linz und es waren insgesamt 19 geschulte Fürsorgerinnen in den Linzer Stadtsprengeln im Einsatz. Aufgrund des ständig steigenden Bedarfes wurde in Linz die Anzahl der Mutterberatungsstellen stetig erhöht, sodass im Jahr 1967 den Müttern bereits elf Einrichtungen zur Verfügung standen.

Mutterberatung einst

Das Aufgabengebiet konzentrierte sich auf die allgemeine Gesundheitsvorsorge, insbesondere auf die Reduzierung der Sterblichkeitsrate unter Säuglingen, die in dieser Zeit besorgniserregende 17 Prozent ausmachte. Das Hauptaugenmerk lag auf den ärztlichen Untersuchungen und Präventionsmaßnahmen wie beispielsweise das Impfen von Säuglingen und Kleinkindern bis hinein in das 3. Lebensjahr. Pädagogisch ausgebildete Fürsorgerinnen unterstützten die ärztlichen Untersuchungen unter anderem durch Wiegen und Messen. Sie waren auch für die Beratung der Säuglingsmütter in Fragen der Pflege und Ernährung sowie Erziehung zuständig.

Die Beratungen standen schon damals allen Ratsuchenden unentgeltlich zur Verfügung. Im ersten Jahr wurden 767 BesucherInnen gezählt. 1927 kamen bereits 11.388 BesucherInnen zur Beratung und Untersuchung. Auch Bekleidung und Lebensmittel, die von SpenderInnen stammten, wurden ausgegeben.

Eltern-, Mutterberatung heute

Junge Eltern leben heute meist nicht mehr in Großfamilien, in denen Großeltern mit Rat und Tat zur Seite stehen. Mit ihren neuen Aufgaben müssen sie oft alleine zurechtkommen. Spezielle Herausforderungen unserer Zeit sind dabei die Vereinbarung von Familie und Beruf, ein Kind alleine zu erziehen, sowie der Umgang mit der Angebotsvielfalt rund ums Kind. Die zahlreichen Leistungen der Eltern-, Mutterberatung unterstützen junge Mütter und Väter ihren eigenen intuitiven Fähigkeiten zu vertrauen und stärken Eltern in ihrem Handeln und Tun. In den kindgerecht gestalteten Einrichtungen kümmern sich fachlich speziell geschulte Sozialarbeiterinnen, Kinderkrankenschwestern und Ärztinnen um die Anliegen der Eltern. Still- und Trageberatung ergänzen in machen Beratungsstellen das Angebot. Die Eltern-, Mutterberatungsstellen sind mittlerweile auch zu Orten der Kommunikation geworden und bieten Raum für einen regen Austausch der Eltern untereinander.

Gerade die ersten Lebensjahre sind für die Entwicklung eines Kindes ganz entscheidend. Die MitarbeiterInnen nehmen sich daher ausführlich Zeit für eine individuelle Beratung und medizinische Untersuchung. Größe und Gewicht des Säuglings werden dabei immer auf der Wiegekarte vermerkt.

Das Team der Eltern-, Mutterberatung hat ein offenes Ohr für alle Anliegen der Eltern und Antworten für die Fragen rund um das Kind:

  • Wie schwer und wie groß ist mein Kind?
  • Wie kann ich die Entwicklung meines Kindes liebevoll begleiten?
  • Was muss ich bei der Pflege besonders beachten?
  • Wann kann ich mit der Beikost beginnen?
  • Was benötigt mein Kind um gesund zu bleiben?
  • Welche Impfungen sind empfehlenswert?
  • Was soll mein Kind schon können und wie kann ich mein Kind fördern?
  • Welche Unterstützungen gibt es für Familien?
  • Und viele mehr.

Der Besuch und die Leistungen der Eltern-, Mutterberatungsstellen stehen auch heute noch allen Eltern kostenlos zur Verfügung. Terminvereinbarungen oder das Vorweisen einer E-Card sind nicht erforderlich. Eltern erhalten auch bei Bedarf Kontaktadressen von Fach- und Beratungsstellen und Informationen über weitere Angebote für Familien.

Jubiläumsbroschüre 100 Jahre EMB

Zum runden Geburtstag der Eltern-, Mutterberatung in Linz entschloss sich die zuständige Abteilung des städtischen Geschäftsbereichs Soziales, Jugend und Familie eine Jubiläumsbroschüre herauszugeben. Auf 20 Seiten findet sich darin die geschichtliche Entwicklung bis hin zu den heutigen Leistungen und Angeboten für Familien. Besonderer Wert wurde auch auf Rückmeldungen von Müttern gelegt. Einzelne Kommentare und Briefe zum Stellenwert der Mutterberatung für sie und ihre Kinder wurden ebenso abgedruckt. Eine grafische Übersicht der einzelnen Standorte inklusive Kontaktadressen rundet das informative Heft ab.

Die Broschüre liegt ab sofort in allen Eltern- Mutterberatungsstellen zur kostenlosen Mitnahme auf.

Aktuell 12 Eltern-, Mutterberatungsstellen + IGLU in Linz

Die Stadt Linz bietet heute in zwölf Eltern-, Mutterberatungsstellen an 17 Öffnungstagen ein zeitgemäßes Beratungs- und Betreuungsangebot, das zum Großteil die Kinder- und Jugendhilfe des Landes finanziert.

Insgesamt verzeichneten die Linzer EMBs von Jänner bis September 2017 an 583 Beratungstagen 9.665 Besuche. Dabei wurden 477 Impfungen durchgeführt.

Aktuell setzen sich die Mitarbeiterinnen der Beratungsstellen aus zehn Ärz-tinnen, fünf Sozialarbeiterinnen (DSA) und drei diplomierten Kinderkrankenschwestern (DKKS), alle in Teilzeit, zusammen.

Erweiterte EMB IGLU (Franckviertel)

Seit 16 Jahren wird das städtische Eltern-, Mutterberatungsangebot durch das IGLU, einem frühkindlichem Kompetenzzentrum der Kinder- und Jugendhilfe im Franckviertel, ergänzt. Es bietet neben den klassischen Angeboten noch Einzelberatungen durch eine Psychologin und Sozialarbeiterin, Ernährungsrunden, Kochtreffs, Sprachförderung, Trageberatung, Stillberatung und Stillrunden sowie verschiedene Elternrunden und Fachvorträge. Zusätzlich werden regelmäßig Beratungen in Türkisch und Albanisch angeboten. Bei Bedarf können auch DolmetscherInnen anderer Sprachen beigezogen werden.

(Informationsunterlage zur Pressekonferenz von Sozialreferentin Vizebürgermeisterin Karin Hörzing mit dem Thema „100 Jahre Eltern-, Mutterberatung in Linz“)

Broschüre "100 Jahre Eltern-, Mutterberatung" (PDF, 6,1 MB) (neues Fenster).
Informationsunterlage (PDF, 208 kB) (neues Fenster).

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