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Mitarbeiterin von "Essen auf Rädern"
SOZIALES
Presseaussendung vom 31.10.2017

Mobile Dienste in der Pflege und Betreuung älterer Menschen

Vizebürgermeisterin Karin Hörzing: Größtmögliche Unterstützung im Alltag

Die Garantie einer bedarfsorientierten Betreuung und Pflege der älteren Linzerinnen und Linzer ist gesellschaftlicher Auftrag und ein Schwerpunkt der Sozialpolitik. Neben der Vollversorgung mit stationären Pflegeeinrichtungen in allen Stadtteilen liegt ein besonderer Fokus auf den mobilen Diensten, die möglichst lange ein selbstbestimmtes Leben in den eigenen vier Wänden gewährleisten sollen.

Mobile Dienste bieten Hilfe und Unterstützung im Alltag – ob durch Essen auf Rädern, beim Einkaufen, im Haushalt und vielen anderem mehr. Hauskrankenpflege sowie mobile Betreuung und Heimhilfe bilden dabei die Schwerpunkte. Angeboten werden sie von der Volkshilfe, der Caritas, dem Arbeiter-Samariterbund, dem Roten Kreuz, dem Oberösterreichischen Hilfswerk, der Evangelischen Diakonie und dem Verein Miteinander. Die Stadt Linz ist für die Gesamtkoordination der mobilen Dienste, also für Auftragsvergabe, Controlling sowie Vor- beziehungsweise Mitfinanzierung, verantwortlich. Allein im Jahr 2017 werden laut der vorliegenden Prognose der Stadtforschung in Linz mehr als 180.000 Stunden von mobilen Diensten erbracht.

„Dies bedeutet, dass alle drei Minuten in Linz eine mobile Betreuungsstunde beginnt. Die größtmögliche Unterstützung durch mobile Hilfen im Alltag soll es den älteren Menschen ermöglichen, so lange wie möglich in den eigenen vier Wänden zu verbleiben“, erläutert Vizebürgermeisterin Karin Hörzing.

Mobile Dienste: Hauskrankenpflege, mobile Betreuung und Hilfe

Bei den mobilen Diensten werden Hauskrankenpflege (HKP) und mobile Betreuung und Hilfe (MBH) unterschieden.

Hauskrankenpflege

Hauskrankenpflege wird ärztlich verordnet und von diplomiertem Personal durchgeführt. Aufgrund der ärztlichen Anordnung der Einsatzstunden hat die Stadt hier keine direkte Steuerungsfunktion, es finden aber jährlich Gespräche mit den Anbieterorganisationen statt, in denen die Leistungsstunden festgelegt werden. Durch die gänzliche Finanzierung aus dem Strukturfonds des Landes stellt sich die Leistung für die Stadt kostenneutral dar. 2016 wurden 1.944 Klientinnen und Klienten in 42.570 Stunden betreut. Die Aufwendungen für die Hauskrankenpflege beliefen sich auf mehr als 1,6 Millionen Euro.

Für das Jahr 2017 wurde mit den Trägervereinen ein Ausmaß von 44.000 Stunden festgelegt.

Die Hauskrankenpflege ermöglicht die medizinische Betreuung zu Hause. Sie leistet damit einen wesentlichen Beitrag zur Entlastung der stationären Bereiche wie etwa der Krankenanstalten. Fachkundige Beratung sowie Hilfestellung beim Organisieren von Heilbehelfen und Pflegematerial erleichtern den Patientinnen und Patienten und deren Angehörigen die Betreuung zu Hause.

Mobile Betreuung und Hilfe

Während die Hauskrankenpflege vom Land finanziert wird, verhält es sich bei der mobilen Betreuung und Hilfe, die von Heimhelferinnen und Heimhelfern sowie Fachsozialbetreuerinnen und Fachbetreuern „Altenarbeit“ erbracht wird, anders. Hier wird der Pflegebedarf gemeinsam von Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern der städtischen Sozialberatungsstellen „Kompass“, ÄrztInnen und Krankenhäusern festgestellt. Die Betreuungsleistungen werden von einer Hilfsorganisation durchgeführt und reichen von Kurzzeitbesuchen (20 bis 30 Minuten) bis zu mehr als 90 Betreuungsstunden im Monat.

Im vergangenen letzten Jahrzehnt wurde die mobile Betreuung und Hilfe in Linz massiv ausgebaut, dementsprechend entwickelten sich auch die Einsatzzeiten und Personalstärken dynamisch nach oben. Seit 2012 kann in Linz von einer Vollversorgung gesprochen werden.

Im laufenden Jahr werden bis zu 57.100 Stunden durch Heimhilfe bei der Unterstützung in der Haushaltsführung und bei Aktivitäten des täglichen Lebens geleistet. Die Fachsozialbetreuer/-innen „Altenarbeit“ sind bis zu 124.700 Stunden für die soziale Betreuung und Pflegehilfe nach dem Gesundheits- und Krankenpflegegesetz im Einsatz. Zusammen erbringen beide Dienste bis zu 181.800 Einsatzstunden. Die Leistungen der Trägervereine erfolgen auf Basis eines Rahmenvertrags, in dem Leistungsstundenkontingente festgelegt sind. Ausgehend von diesem Rahmenvertrag wird jährlich mit jedem Verein eine Leistungsvereinbarung für das nächstfolgende Jahr ausverhandelt.

Stadt schießt aktuell jährlich 2,7 Millionen Euro zu

Die Finanzierung der mobilen Dienste erfolgt beinahe zur Gänze aus Mitteln der öffentlichen Hand, die Klientinnen und Klienten haben sozial gestaffelte Kostenbeiträge zu leisten. „Allein im Jahr 2016 betrugen die Aufwendungen von Stadt und Land für mobile Dienste jeweils 2,7 Millionen Euro, die Klientinnen und Klienten bezahlten etwa 2,1 Millionen Euro“, rechnet Vizebürgermeisterin Karin Hörzing vor.

Insgesamt wurden im Jahr 2016 173.500 Einsatzstunden für die Fachsozialbetreuung „Altenarbeit“ und Heimhilfe verrechnet. Eine Einsatzstunde kostete im Durchschnitt 15,62 Euro für die Stadt Linz. Für die öffentliche Hand (Stadt Linz und Land OÖ) kostete 2016 die Einsatzstunde in Linz durchschnittlich 31,23 Euro. Insgesamt (inkl. Beiträge der betreuten Personen) kostete 2016 eine Einsatzstunde in Linz durchschnittlich 43,54 Euro.

Die Beiträge der betreuten Personen werden durch die Sozialhilfeverordnung des Landes jährlich angepasst. Die seit 1. Jänner 2017 gültigen Beiträge der betreuten Personen sind in 16 Stufen gestaffelt und reichen von 1,80 Euro bis zu 38 Euro je Einsatzstunde für Klientinnen und Klienten ohne Pflegegeldbezug bzw. von 7,30 Euro bis zu 43,50 Euro je Einsatzstunde für KlientInnen mit Pflegegeldbezug. Im Gegensatz zur stationären Betreuung gibt es hier keine echten Vollzahlerinnen und Vollzahler.

Umfang und Struktur

Im Jahr 2016 wurden insgesamt 2.092 Klientinnen und Klienten betreut und dabei 173.500 Einsatzstunden verrechnet. Im Monatsdurchschnitt wurden rund 1.250 Personen betreut und etwa 14.400 Einsatzstunden geleistet. Eine Auswertung der Altersstruktur der Klientinnen und Klienten der mobilen Dienste des Dezember 2016 zeigt, dass der Großteil (63 Prozent) der betreuten Personen bereits über 80 Jahre alt ist.

Aufteilung in sieben Versorgungssprengel

Die Stadt Linz beschäftigt selbst keine Personen im Rahmen der Fachbetreuung „Altenarbeit“ und Heimhilfe, sondern kauft die Leistung von sieben verschiedenen Vereinen zu. Zu diesem Zweck wurde das Stadtgebiet in Versorgungssprengel untergliedert, die jeweils von einem Verein betreut werden.

Bedarf an mobilen Diensten bis 2021 gedeckt

Aufgrund der demografischen Entwicklung ist in Linz in den nächsten Jahren mit einem stagnierenden Bedarf an mobiler Hilfe zu rechnen, der erst ab etwa 2021 zunächst leicht und ab Mitte des Jahrzehnts stärker anzusteigen beginnt. Für 2017 sind mit den Betreuungsvereinen insgesamt 181.800 zu leistende Betreuungsstunden vereinbart. Aus derzeitiger Sicht sollte mit diesem Volumen für die nächsten Jahre das Auslangen zu finden sein.

Auch bei einer Aufteilung der Dienste Fachsozialbetreuung „Altenarbeit“ (FSBH) und Heimhilfe (HH) bewegt sich Linz jeweils in diesem Vorhersagebereich. Infolge des Grundsatzbeschluss des Linzer Gemeinderates wurden für 2017 mit den Betreuungsvereinen 124.700 Jahresstunden für Fachsozialbetreuung „Altenarbeit“ und 57.100 Stunden für Heimhilfe vereinbart. Erst ab 2021 steigen die Leistungskurven an:

Erste Anlaufstelle für mobile Dienste: Sozialberatungsstellen Kompass

In den Sozialberatungsstellen Kompass bietet die Stadt Linz kostenlos, vertraulich und auf Wunsch anonym, allgemeine Sozialberatung speziell auch für ältere Menschen an. Informiert wird über Möglichkeiten zur mobilen Altenbetreuung, zur Hauskrankenpflege, über die Anmeldung für Linzer SeniorInnenzentren und über sämtliche regionalen Hilfsangebote.

Je nach Wohnadresse werden mobile Dienste durch die einzelnen Vereine zugeteilt und von diesen geleistet, um die Wegstrecken möglichst gering halten zu können. In Linz wird dieses Service in den Beratungsstellen Kompass Nord im Neuen Rathaus, Kompass Ost im SZ Franckviertel, Kompass Süd im SZ Neue Heimat und Kompass Auwiesen angeboten.

Weiteres Paradebeispiel für mobile Dienste: „Essen auf Rädern“

Neben der Fachsozialbetreuung „Altenarbeit“ und der Heimhilfe ist die Aktion „Essen auf Rädern“ eine weitere wichtige Sozialleistung und ein Paradebeispiel für mobile Dienste, die älteren Menschen einen möglichst langen Verbleib in den eigenen vertrauten vier Wänden ermöglichen.

Von den 1.018 Kundinnen und Kunden im Jahr 2016 bestellte etwa ein Drittel täglich bei „Essen auf Rädern“, 50 Prozent nutzen die soziale Dienstleistung von Montag bis Freitag. Der Großteil, immerhin fast die Hälfte, ist in einem Alter von über 85 Jahren. 690 Personen werden vom Roten Kreuz beliefert, 328 vom Arbeiter-Samariterbund.

Haus- und Heimservice

Mit dem Haushaltsservice wird Unterstützung bei der allgemeinen Reinigung im Haushalt angeboten. Der Kostenbeitrag für diese Dienstleistung ist je nach Einkommen gestaffelt. Dieser Dienst wird in Linz unter anderem von der Linzer Volkshilfe und dem Hilfswerk angeboten.

(Informationsunterlage zur Pressekonferenz „Mobile Dienste in Linz - Bilanz und Ausblick“ von Sozialreferentin Vizebürgermeisterin Karin Hörzing)

Informationsunterlage (PDF, 827 kB) (neues Fenster).

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