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SOZIALES
Presseaussendung vom 03.04.2018

Jugendarbeit 2020: Neuer Leistungsvertrag Verein Jugend und Freizeit

2,3 Millionen Euro für fünf Säulen der Jugendarbeit

Der neue Leistungsvertrag mit dem Verein Jugend und Freizeit wird im kommenden Sozialausschuss vorberaten und soll in der Gemeinderatssitzung am 12. April beschlossen werden. Im neuen Regelwerk finden sich die Leitlinien zur städtischen Jugendarbeit 2020 wieder, die gemeinsam mit dem Verein diskutiert, evaluiert und nun umgesetzt werden.

„Die Entwicklung der Jugendarbeit ist ein stetiger Prozess. Die Jugendlichen von heute haben andere Ansprüche an ein städtisches Angebot als noch vor 10 Jahren“, betont Jugendreferentin Vizebürgermeisterin Karin Hörzing. „Die Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter des Vereins Jugend und Freizeit sind unsere Expertinnen und Experten. Sie geben wesentliche Inputs, wie sich Jugendarbeit in den kommenden Jahren gestalten muss. Sie sind auch jene, die an so genannten Hotspots als erster vor Ort sind, um mit den Jugendlichen Kontakt aufzunehmen“, so Hörzing.

Der neue Leistungsvertrag sieht für das Jahr 2018 fünf Säulen der Arbeit des Vereins vor. „Jeder Schwerpunkt ist ein wichtiges Puzzle-Teil für eine solide, flächendeckende Gesamtstrategie in der städtischen Jugendarbeit“, erklärt Hörzing. Einen zentraleren Stellenwert erhält die stadtteil- und sozialraumorientierte Jugendarbeit, die mobil, flexibel und „ambulant“ dort ist, wo sich die Jugendlichen aufhalten.    

Fünf Säulen der Jugendarbeit

Mit fünf Säulen der Jugendarbeit, die vom Verein Jugend und Freizeit (VJF) angeboten werden, gibt es in Linz ein flächendeckendes, ineinander greifendes Konzept, das den jungen Linzerinnen und Linzern in allen Lebenslagen und Bedürfnissen zur Verfügung steht. Es deckt insgesamt die Zielgruppe der 8- bis 25-Jährigen ab und stellt ein breites Angebot dar, in dem sich ein Großteil der Linzer Kids wiederfinden können. In Summe sind die Beschäftigten des Vereins Jugend und Freizeit mehr als 1.400 Stunden pro Woche im Einsatz.

In der Umgebung der acht Jugendzentren bzw. VJF-Einrichtungen wird bedarfsgerecht stadtteil- und sozialraumorientierte Jugendarbeit (SOJA) angeboten. Weiters sieht der Leistungsvertrag den Betrieb von vier Streetworkbüros vor. Die Teeniearbeit wird zusätzlich an mindestens drei Standorten an unterschiedlichen Wochentagen durchgeführt. Die Jugendberatung ist integrativer Bestandteil der Jugendzentren, der stadtteil- und sozialraumorientierten Jugendarbeit und der Streetwork-Arbeit.

Stadtteil- und sozialraumorientierte Jugendarbeit (SOJA)

SOJA versteht sich als offene Jugendarbeit in der Lebenswelt der Jugendlichen und als mobiler, flexibler und ambulanter Spezialauftrag des jeweiligen Jugendzentrums. Durch den verstärkten Einsatz der MitarbeiterInnen außerhalb des Jugendzentrums wird rasch auf Entwicklungen im Stadtteil reagiert. Über besondere Gegebenheiten im Stadtteil gibt es einen regelmäßigen Austausch zwischen der Stadt Linz und dem Verein Jugend und Freizeit.

Durch die Präsenz der JugendarbeiterInnen in den Stadtteilen außerhalb der Einrichtungen werden Jugendliche in ihrem direkten Lebensumfeld angesprochen. Es werden Möglichkeiten geschaffen, dass Jugendliche, die die VJF-Einrichtungen (noch) nicht besuchen, mit JugendbetreuerInnen zusammentreffen und die Angebote des Vereins in Anspruch nehmen können. Den Jugendlichen werden Freizeitaktivitäten außerhalb der Jugendzentren angeboten, womit präventiv gegen destruktive Verhaltensmuster gearbeitet und Konflikte und Problemfelder zudem früh erkannt werden.

„Die stadtteil- und sozialraumorientierte Jugendarbeit bekommt im neuen Leistungsvertrag ergänzend zu den Jugendzentren einen noch zentraleren Stellenwert“, erklärt Vizebürgermeisterin Hörzing. Ein Jugendzentrum hat durchschnittlich 26 Stunden pro Woche geöffnet. Im neuen Leistungsver-trag ist jedoch ausdrücklich vorgesehen, dass bei Bedarf und im Ermessen des Vereins die durchschnittliche Öffnungszeit zugunsten von stadtteil- und sozialraumorientierter Jugendarbeit vorübergehend unterschritten wer-den kann. „Wenn sich die Jugendlichen im Freien aufhalten, ist es wichtig, dass die JugendarbeiterInnen auch strukturell die Möglichkeiten und das Pouvoir haben, sich den Gegebenheiten anzupassen und zugunsten von SOJA das Jugendzentrum stundenweise‚ nach draußen zu verlegen‘“, erklärt Hörzing.

Jugendzentren als Anlaufstelle

Die Jugendzentren des Vereins Jugend und Freizeit werden offen, niederschwellig und mit einer Stadtteilorientierung geführt. Die Zielgruppe umfasst Jugendliche im Alter von 12 bis 18 Jahren, die ihren Lebensmittelpunkt in Linz haben. Die Jugendzentren bieten unterschiedliche Programmpunkte und Veranstaltungen. Für sozial benachteiligte und problematisierte Jugendliche werden höhere Arbeitsressourcen zur Verfügung gestellt. Die BesucherInnen der Einrichtungen werden durch Beziehungsarbeit, durch Information, Bera-tung, Begleitung und Bildungsangebote in ihren Orientierungsprozessen und in ihrer Alltagsbewältigung unterstützt.

Teenie-Arbeit für die Jüngeren

Die Teeniearbeit richtet sich an Kinder im Alter von 8 bis 12 Jahren, welche in der Literatur auch als „Lückekinder“ bezeichnet werden. Der Begriff stammt aus der Jugendarbeit und beschreibt die Situation, in der sich die Kinder befinden. Dem Spielplatz sind sie entwachsen, aber für das Jugend-zentrum noch zu jung. Vielerorts entstand für diese Gruppe eine Lücke in der pädagogischen Freizeitbetreuung. Zwar nehmen diese Angebote allmählich zu, aber manche Kinder und Eltern können diese aufgrund schwieriger persönlicher und sozialer Situationen nicht wahrnehmen. Dort setzt die Teeniearbeit mit ihrem Angebot an. Besonders hervorzuheben ist der für die offene Jugendarbeit hohe Mädchenanteil von ca. 50 Prozent.

Streetwork

Streetwork erreicht junge Menschen, die nicht in ein Jugendzentrum gehen wollen oder denen die Regeln und Grenzen dort zu hochschwellig sind. Zielgruppen von Streetwork sind junge Menschen zwischen 12 und 25 Jahren, welche durch institutionelle Angebote und Einrichtungen nicht (mehr) erreicht und angesprochen werden können und einen Großteil ihrer (Frei-)Zeit im öffentlichen Raum verbringen.

Für Streetwork gilt vorrangig, Jugendliche in ihren Lebensrealitäten ernst zu nehmen, sie ein Stückweit zu begleiten und sie in ihren Veränderungswünschen zu unterstützen. Es werden konstruktive Alternativen zu dysfunktionalen Verhaltensweisen der KlientInnen durch Streetwork angeboten, bzw. gemeinsam mit den Jugendlichen erarbeitet.

Jugend- und Familienberatung

Jugendberatung im Verein Jugend und Freizeit ist offen und niederschwellig. Die VJF-JugendberaterInnen machen dabei klassische offene Jugendarbeit, haben aber die Zielgruppen mit einem Beratungsfokus im Auge. Sie gehen offen auf Themen zu, sprechen wahrgenommene Verhaltensveränderungen an und laden Jugendliche zu Gesprächen ein, auch außerhalb der ausgewiesenen Beratungsöffnungszeiten, besonders im Fall von Krisenintervention und Soforthilfe.

Drei der Beratungsstellen werden als Familienberatungsstellen nach Maßgaben des Bundes geführt. Anforderungen an die Qualifikation des Personals und Anforderungen an die Barrierefreiheit der Räume orientieren sich an vorgegebene Bundesstandards.

Kontakte zu Jugendlichen im öffentlichen Raum

Der Verein Jugend und Freizeit ist die erste Ansprechperson für die Stadt, wenn es darum geht, mit Jugendlichen, die sich im öffentlichen Raum aufhalten, in Kontakt zu treten. Streetwork und SOJA sind bei ihren Einsätzen örtlich weniger gebunden und können somit rasch auf Entwicklungen reagieren.

„Die MitarbeiterInnen des Vereins sind die Linzer Expertinnen und Experten im Bereich der Jugendarbeit. Aus dieser Expertise heraus ist es unverzichtbar, den Verein miteinzubinden und gemeinsam Lösungsstrategien zu erarbeiten, wenn Jugendliche und/oder AnrainerInnen mit Wünschen und Anliegen an die Stadt Linz herantreten“, betont Hörzing. „Aus diesem Grund habe ich kürzlich den Verein Jugend und Freizeit beauftragt, mit den Jugendlichen im Harbachpark Workshops abzuhalten, um zu erfahren, was die Jugendlichen konkret wollen und brauchen“, so die Jugendreferentin.

Aber auch beispielsweise am Hessenplatz, am Linzer Hauptbahnhof oder anderen Flächen des öffentlichen Raums sind die MitarbeiterInnen des Vereins vor Ort, um mit den Jugendlichen in Austausch zu kommen und ihnen bei Bedarf Hilfestellung anzubieten. Dabei stehen sie zudem in einem intensiven Kontakt mit anderen Linzer Vereinen, wie etwa B37 und auch mit der Stadt Linz.

Weiterentwicklung der Jugendarbeit

Die Anforderungen an die Jugendarbeit verändern sich ständig. Angebote, die vor zehn Jahren im Trend lagen, sind morgen vielleicht schon überholt. „Mir ist es wichtig, den Verein, seine MitarbeiterInnen, aber auch die Mitglieder des Sozialausschusses, wie auch die Mitglieder des Jugendbeirats in einen laufenden Weiterentwicklungsprozess mit einzubinden, um den Anforderungen an eine städtische Jugendarbeit auch in Zukunft gerecht zu werden“, zeigt Hörzing auf. „Das Know-how des Vereins und die jahrzehntelange Erfahrung sind dabei die wesentlichen Grundsteine, auf denen mögliche Veränderungen aufbauen“.

2,3 Millionen für die Linzer Jugend

Die Stadt Linz finanziert für das Jahr 2018 nach Beschlussfassung des Gemeinderats ein jährliches Leistungsentgelt für den Verein Jugend und Freizeit in Höhe von 2,3 Millionen Euro, inklusive einer Förderung seitens des Landes Oberösterreich in der Höhe von 420.000 Euro.

Mädchen- und Teenie-Arbeit neu im Linzer Süden

Im Linzer Süden setzt der Verein zusätzlich auf Mädchen- und Teeniearbeit. Im Jugendzentrum Cloob in Ebelsberg gibt es jetzt schon einen eigenen Raum für die weiblichen Besucherinnen. „Dieser bietet sich an, um in Zukunft noch mehr auf die Wünsche und Bedürfnisse der Mädchen einzugehen“, erklärt Hörzing. In Pichling legt der Verein zusätzlich den Schwerpunkt auf Projektarbeit mit Mädchen. „Das Nutzungsverhalten von Mädchen unterscheidet sich von jenem der Burschen. Es braucht konkrete Aktivitäten und Projekte, an denen sich die Mädchen beteiligen können. Es freut mich sehr, dass der Verein Jugend und Freizeit diese künftig verstärkt anbietet“, betont die Jugendreferentin. Aufgrund geringerer Landesmittel für den Bereich Jugendzentren wurden die Räumlichkeiten im Volkshaus Pichling für das Mädchencafé Luna gekündigt. Für Jugendreferentin Vizebürgermeisterin Karin Hörzing war es wichtig, das Angebot in Pichling dennoch zu erhalten. „Wir haben vereinbart, dass die Mädchen die Streetwork-Räumlichkeiten des VJF nutzen können und dort auch von den Mitarbeiterinnen des VJF betreut werden“, erklärt Hörzing.

Übersiedeln wird der Teenie-Club, der derzeit ebenfalls im Volkshaus Pich-ling untergebracht ist. „Der Teenie-Club ist künftig in den Räumlichkeiten des Jugendzentrums Cloob im Volkshaus Ebelsberg beheimatet und jeden Montag für die 8- bis 12-Jährigen geöffnet“, informiert Hörzing. Damit die Kids aus Pichling diesen auch problemlos besuchen können, organisiert der Verein einen „Zubringerdienst“, der sie von Pichling abholt und wieder nach Hause bringt. „Die Übersiedlung hat auf den Jugendzentrumsbetrieb in Ebelsberg keinerlei Einfluss, da das Jugendzentrum ohnehin von Dienstag bis Samstag geöffnet ist“, so Vizebürgermeisterin Hörzing abschließend.

(Informationsunterlage zur Pressekonferenz von Jugendreferentin Vizebürgermeisterin Karin Hörzing zum Thema „Jugendarbeit 2020 – Neuer Leistungsvertrag Verein Jugend und Freizeit“)

Informationsunterlage (PDF, 113 kB) (neues Fenster).

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