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Flechtenuntersuchung 1988; Vergleich mit dem Jahr 1987

Flechten, Doppelwesen aus Pilz (Mykobiont) und Algen (Photobiont) werden schon seit langer Zeit als Zeigerpflanzen (Indikatoren) für die Belastung der Atmosphäre mit Fremdstoffen herangezogen. 

Vor allem die epiphytischen Blatt- und Strauchflechten haben sich als äußerst empfindlich gegenüber dem Einfluss von sauer reagierenden Abgasen - hier vor allem dem SO2 und NOx - aber auch dem Einfluss von Stäuben (zum Beispiel WITTMANN & TÜRK 1988a) erwiesen.

Flechten sind zudem gegenüber den natürlichen Stressfaktoren wie Hitze, Kälte und Trockenheit im allgemeinen sehr widerstandsfähig, sodaß auf Grund der klimatischen Gegebenheiten für viele Flechtenarten unserer Breiten keine Verbreitungsgrenzen gesetzt sind. Ausgenommen sind hier nur jene Flechtenarten, die besonders hohe Ansprüche an hohe Luftfeuchtigkeit bzw. an ein enges Temperaturregime stellen und/oder eine sehr ausgeprägte Substratspezifität aufweisen.

Viele der baumbewohnenden Flechten können als Ubiquisten angesehen werden - fehlen diese, so sind in den meisten Fällen andere Gründe als klimatische Veränderungen für ihr Verschwinden verantwortlich - eben die Luftverunreinigungen. Werden alle Faktoren berücksichtigt, die mit dem Einfluss von Luftverunreinigungen interferieren (vgl. WIRTH & TÜRK 1975a, b, TÜRK & WIRTH 1975), lassen sich Zonen unterschiedlicher Immissionswirksamkeit ermitteln und Rückschlüsse auf den Belastungsgrad in einem bestimmten Gebiet ziehen.

Das Stadtgebiet von Linz wurde bereits vor mehr als zwanzig Jahren auf seinen epiphytischen Flechtenbewuchs mit Bezug auf den Einfluss von Luftverunreinigungen untersucht (BORTENSCHLAGER & SCHMIDT 1963). Diese Studie wurde nach der Methode von BESCHEL (1958) durchgeführt, bei der für die Zonenabgrenzung charakteristische Flechtenvereine bzw. Einzelarten ("Zeigerarten") herangezogen wurden.

HOISLBAUER (1979, 1982) führte eine immissionsbezogene Flechtenstudie im Großraum Linz durch, die durch weitergehende Untersuchungen über die Staubbelastung, die Leitfähigkeit und den Sulfatgehalt von Borken ergänzt wurden (STARKE 1983).

Im Zuge der immissionsbezogenen Flechtenkartierung in Österreich wurde das Stadtgebiet von Linz in den Jahren 1986 - 1988 erneut untersucht, um eventuelle Änderungen der Immissionsverhältnisse im Laufe der letzten zehn Jahre festzustellen.

Zudem war es von großem Interesse, die Schadbilder an Flechten in einem Gebiet mit durchschnittlich ständig hoher Luftbelastung zu erfassen und mit den Schadbildern, die in anderen Städten Österreichs aufgefunden wurden (zum Beispiel Wien - CHRIST & TÜRK 1984; Klagenfurt - TÜRK & SEGER 1985; Salzburg - TÜRK & ZIEGELBERGER 1982, ROTH 1988), zu vergleichen.


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