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Stadt Linz - Kultur

Marianne Willemer

GEDENKTAFELN

Standort:Pfarrplatz 4
Stadtteil:Innere Stadt
Datierung: 0

Standort im Stadtplan (neues Fenster)

Marianne Willemer

Auf der linken Seite des Mauertores zum Stadtpfarrhof eine Erinnerungstafel an Marianne Willemer, geborene Pirngruber mit ihrem Porträt im Profil. Die in antikisierenden Versalien (V statt U) gravierte Inschrift lautet: "AN DIESER STELLE STAND DER VEBERLIEFERVNG NACH DAS HAVS, IN DEM MARIANNE JVNG VEREHELICHTE VON WILLEMER, GOETHES SVLEIKA AM XX NOV 1784 GEBOREN WVRDE. DER GEBVRTSSTADT MARIANNENS VON DER GEBVURTSSTADT GOETHES GEWIDMET".

Sie ist in dieser Form leider irreführend, denn "an dieser Stelle" stand nie ein Haus und sie hieß bei der Geburt auch nicht Jung.

Geschichte

Marianne von Willemer (*1784 Linz † 1860 in Frankfurt am Main) ist mit großer Wahrscheinlichkeit in Urfahr geboren. Ihre ledige Mutter Elisabeth Pirngruber war die Tochter eines Herrschaftspflegers, der wiederum aus der Linzer Bürgerschaft stammte. Vater dürfte der Tanzmeister Van Gangelt gewesen sein.

Die Mutter schloss sich einer Schauspielgruppe in den Vorstädten Wiens an und heiratete 1788 deren Direktor Joseph M. Georg Jung. Als dieser starb, übersiedelte sie mit der Demoiselle Jung nach Frankfurt, wo diese als 14 jährige große Erfolge am Theater feierte. Der Bankier Johann Jakob von Willemer holte sie als Gesellschafterin für seine vier Töchter in sein Haus, nachdem er die Mutter mit 2.000 Gulden und einer Rente abgefunden hatte. Dort begegenete sie nach 12 jähriger Liaison mit Willemer Johann Wolfgang von Goethe und wurde dessen letzte Geliebte, wiewohl sie inzwischen mit Willemer verheiratet war. Als solche ist sie in Goethes Spätwerk „West-östlicher Divan“ als Suleika verewigt und hat auch selbst mindestens drei Gedichte darin verfasst.

In Erinnerung an sie wurde 1999 von der Stadt Linz, dem ORF und dem AEC Linz der Marianne-von-Willemer-Preis gestiftet. Mit dieser Auszeichnung sollen Schriftstellerinnen gefördert werden, die nach Ansicht der Stifter bei der Vergabe von Literaturpreisen bisher generell benachteiligt werden.




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