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Stadt Linz - Kultur

Feichtinger-Haus

WOHN- UND GESCHÄFTSGEBÄUDE

Standort:Hauptplatz 18
Stadtteil:Innere Stadt
Datierung: 1456

Standort im Stadtplan (neues Fenster)

Feichtinger-Haus

Stattliches repräsentatives Palais des Frühbarock, dessen heutige Form wohl auf einen Neubau anlässlich der Besitzübernahme durch den kaiserlichen Postamtsverwalter 1686 zurückgeht. Das Fassadenschema mit der Kolossal-Wandpfeiler-Ordnung zeigt in leichter Variierung die stilistische Verwandtschaft mit den Häusern Domgasse 12 und Hauptplatz 27. Auffallend ist das aus der Mittelachse gerückte Hauptportal.

Der gotischen weit in die Tiefe führenden Parzellenform ist der überaus langgestreckte Arkadenhof angepasst.

Die vermutlich erst im 18. Jahrhundert aufgesetzte Attika hatte als höchste Erhebung in der Fassadenabfolge der Hauptplatzwestseite eine optisch zentrierte Wirkung.

In den beiden äußeren Achsen des ersten Obergeschosses sind zwei rechteckige Erker mit schmalen Seitenfenstern angebracht, die auf je zwei volutengeschmückten Granitkonsolen, später von Säulen abgestützt, ruhen. Jede von ihnen trägt einen Balkon.

Das Mittelfenster des ersten Obergeschosses enthält im Giebel eine von Fruchtfestons gerahmte Nische mit einer steinernen Statue der Heiligen Maria aus dem Ende des 17. Jahrhunderts.

In der Mitte der Attika befindet sich ein Glockenspiel, das dem Kaffeehaus seinen Namen gab.

Geschichte

1456 verkaufte Paul Stadler das Haus an Georg Rueffinger, 1457 dieser an Wolfgang Romesperger und 1459 verkaufte Thomas Wisent das Haus an Wolfgang Hohenfurter. Fast jährlich wechselte das Haus seinen Besitzer. Unter den Besitzern nach 1552 ist das Geschlecht der Groß von Ehrenstain (Postmeister und kaiserlicher Postamtsverwalter) bemerkenswert, welche das Haus von 1686 bis 1790 besaßen. 1690 erklärte Leopold I zur Begünstigung der Post das Haus zum Freihaus.

1790 erwarb es der Buchdrucker Joseph Feichtinger, wodurch die Freiheit wieder verloren ging. Seither war es ein Buchdruckerhaus, 1802 mit radizierter Buchdruckergerechtigkeit.

1800 beim Stadtbrand wurden das Dach und die Druckerei im hinteren Teil des Gebäudes zerstört.




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