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Stadt Linz - Kultur

Freihaus Mannstorff

WOHN- UND GESCHÄFTSGEBÄUDE

KünstlerInnen:Johann Michael PrunnerIgnaz Scheck
Standort:Landstraße 32
Stadtteil:Innere Stadt
Datierung: 1716

Standort im Stadtplan (neues Fenster)

Freihaus Mannstorff

Der stattliche, dreigeschossige Baublock mit Mansarddach hat an der Landstraße neun, an der Bischofstraße fünf Achsen. Durch Einstellung eines querovalen Raumkörpers in der Mitte des Vordertraktes, der von zwei Kuben flankiert wird, erweist sich der Bau als für den Architekten Johann Michael Prunner charakteristisch. Prunner versucht hier gegenüber der sich dekorativ verselbstständigenden Fassade wieder den Baukörper spürbar werden zu lassen und damit einen neuen architektonischen Ausgangspunkt zu finden. Die Fassade erscheint so als Ergebnis der Zusammenstellung eines leicht vorgezogenen Zylinders mit zwei flankierenden Kuben.

Dieser dreiachsige Vorsprung, der noch durch eine Portal-Fenstergruppe hervorgehoben wird, ist durch seine Wölbung und Rustizierung gekennzeichnet, die ursprünglich auch im Sockelgeschoss vorhanden war. Durch diese Charakteristika setzt er sich deutlich von den dreiachsigen Seitenflügeln ab.

Die hoch in der Wand sitzenden Fenster der beiden Hauptgeschosse sind gleich groß und von kräftigen, leicht differierenden Fensterverdachungen bekrönt.In den Frieszonen befindet sich reiches Stuckwerk, das aus verschiedenen Variationen von Akanthuslaub, Blütenschnüren, Ornamenten und Festons gebildet sind.

Die Seitenfassade an der Bischofstraße besitzt fünf weit auseinandergerückte Achsen, die durch Eckpfeiler und ein Kranzgesims gegliedert werden, wobei die mittlere eine Doppelachse ist. Die Fenster entsprechen denen an der Landstraßenfront.

Das Hauptportal führt in ein querovales flachgedecktes Vestibül, seitlich schließen beiderseits stattliche Eckräume an.

Geschichte

Urkundlich wird hier ein Gebäude 1630 erstmals als Bürgerhaus erwähnt. Vor 1720 erwarb Johann Joseph Freiherr von Mannstorff und Daxberg, Kaiserlicher Rat und Direktor der Landschaftskanzlei von der Witwe Johann Anton Engls ein bürgerliches Haus mit Stadel und Garten. Er ließ es niederreißen und wohl durch Johann Michael Prunner das bestehende Palais erbauen. Bis 1785 befand es sich im Besitz der Mannstorffs, ab 1826 in bürgerlichem Besitz. Zwischen 1883 und 1886 wurde das Gebäude aufgestockt, der Hoftrakt adaptiert und ein Verbindungstrakt hergestellt. Auftraggeber war die Oberösterreichische Baugesellschaft, Baumeister Ignaz Scheck.

Quelle: Österreichische Kunsttopographie, Band L "Die Landstraße - Obere und Untere Vorstadt" herausgegeben vom Bundesdenkmalamt, Abteilung für Denkmalforschung




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