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Stadt Linz - Kultur

Prunerstift / Musikschule

ÖFFENTLICHE GEBÄUDE

KünstlerIn:Johann Haslinger
Standort:Fabrikstraße 10
Stadtteil:Innere Stadt
Datierung: 1738

Standort im Stadtplan (neues Fenster)

Prunerstift / Musikschule

Das zweigeschossige Gebäude besteht aus einem Haupttrakt von 21 Achsen an der Fabrikstraße, an den sich senkrecht zwei Seitenflügel von je vierzehn Achsen und in der Mitte ebenfalls senkrecht die Kirche anschließen. Diese ist überdies durch zwei Quertrakte mit den Seitenflügeln verbunden. Dadurch werden zwischen diesen und dem Haupttrakt zwei querrechteckige kleine Höfe und beiderseits des Kirchenchores zwei offene Höfe gebildet.

Die Hauptfront ist durch einen dreiachsigen Mittelvorsprung und zwei vierachsige Eckvorbauten gegliedert, die auch an den Seitenfronten mit je zwei Doppelfenstern betont sind. Das Satteldach ist bei den Vorbauten gaupenartig vorgeschoben. In der Mittelachse der Hauptfassade reich gegliedertes Hauptportal mit gestuft geschweifter Umrahmung. Über krummem Gebälk befindet sich ein Korbbogenschluss mit mehrfach gebrochenem kräftigen Giebelgesims, bekrönt von liegenden Putten, dazwischen ein Wappenornament mit Krone, bezeichnet "17 Mit Gott 37 / Johann Adam Pruner".

Die Seitenfronten des Baues sind einfacher und ohne Gliederung gestaltet.

Geschichte

Der Linzer Handelsmann und Bürgermeister Johann Adam Pruner (1672 - 1734) stellte in seinem Testament vom 2. Februar 1730 ansehnliche Beträge für eine Stiftung zur Verfügung, die zur Erbauung einer Kirche und einer Behausung für Waisenkinder und bedürftige Linzer Bürger dienen sollte. Nach Pruners Tod wurde zur Erfüllung der Stiftung das Grundemannsche Freihaus, genannt Egereck, angekauft, abgetragen und auf dem Gartengrund unter Verwendung des gewonnenen Baumaterials mit dem Bau des Prunerstiftes begonnen. Die Pläne stammen von Johann Haslinger. 1738 wurde nach einer Bauunterbrechung, weil die landesfürstliche Baubewilligung fehlte, fertiggestellt und geweiht.

Unter Kaiser Joseph II. wurde das Prunerstift 1786 aufgelöst und nacheinander in ein Irrenhaus, ein Findelhaus und in eine Gebäranstalt umgewandelt. Das Gebäude wurde 1867 für Wohnzwecke adaptiert.

Ab 1975 wurde der Bau von der Stadt Linz mustergültig renoviert und dient seit 1979 als Musikschule.

Quelle: Österreichische Kunsttopographie, Band L "Die Landstraße - Obere und Untere Vorstadt" herausgegeben vom Bundesdenkmalamt, Abteilung für Denkmalforschung




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