STADT LAND FLUSS – Landesgartenschau 2021 Inhaltliche Konzeption und Planungsstand
Die Stadt Linz hat gemeinsam mit der Marktgemeinde Wilhering per Schreiben vom 19. Juli 2013 den Zuschlag für die Durchführung einer Landesgartenschau im Jahr 2021 erhalten. Die Bewerbung um die Oö. Landesgartenschau „STADT LAND FLUSS Neue Wege - Neue Ziele Landesgartenschau Wilhering - Linz 2021“ beruht auf einem Stadtsenatsbeschluss vom 3. Mai 2012.
Als Ziele der Landesgartenschau werden im Wesentlichen genannt:
- Schaffung und Sicherung von ökologischen Lebensräumen,
- Etablierung unterschiedlicher Ausstellungsbereiche,
- Angebot eines fachlichen Begleitprogramms für Besucher
- Zusammenarbeit mit einschlägigen Organisationen
Landesgartenschauen werden in OÖ seit 2005 veranstaltet. Bisherige Veranstaltungsorte waren Bad Hall, Vöcklabruck, Bad Schallerbach und Ansfelden/Ritzlhof. Für 2015 wurde die Landesgartenschau an Bad Ischl vergeben – Titel: „Des Kaisers neue Gärten“. Im Juli 2013 erfolgte per Beschluss derOö. Landesregierung schon die Vergabe der weiteren Gartenschauen: 2017 Kremsmünster, 2019 Schlägl und 2021 die Landesgartenschau mit den Ausstellungsorten Wilhering und Linz.
Seitens der Oö. Landesregierung verbindet man mit diesen Projekten folgende Zielsetzungen: „Diese Veranstaltungen sind Anziehungspunkte für Garten- und Kulturliebhaber und sind als Aushängeschild des Landes OÖ wichtige Impulsgeber für Kultur, Wirtschaft und Tourismus.“ Eine vom Prof. Dr. Friedrich Schneider (Universität Linz) durchgeführte regionalwirtschaftliche Analyse für das Projekt Oö. Landesgartenschau beziffert den Multiplikator-Effekt mit 1,93 – heißt: jeder investierte Euro löst in der Veranstaltungsregion eine wirtschaftliche Wertschöpfung von 1,93 Euro aus.
Das Konzept für die Landesgartenschau 2021
Das übergeordnete Thema der Landesgartenschau 2021 lautet „Neue Wege, Neue Ziele“. Darunter werden drei thematische Fokuspunkte definiert:
- Managed Nature: Das Verhältnis zwischen Mensch und Natur wird unter neuen Gesichtspunkten erlebbar gemacht.
- Zukunft der Ernährung: Der Frage nach der Ernährung wird auf den Grund gegangen: wo, was und wie baut man an - jetzt und in Zukunft.
- Nachhaltige Stadt: Linz folgt den Grundsätzen der Nachhaltigkeit. Was bedeutet das im wirtschaftlichen, sozialen und ökologischen Kontext?
Der Arbeitstitel der Einreichung „Stadt-Land-Fluss“ deutet es an: die Landesgartenschau 2021 ist eine gemeinsame Gartenschau der Stadt Linz und der Gemeinde Wilhering:
In Wilhering werden etwa 20 Hektar für die Errichtung der traditionellen Pflanzenausstellung, Parkanlagen und einer Bühne zur Verfügung gestellt. Es sollen nachhaltig ein neuer Park entstehen und der historische Wilheringer Park aufgewertet werden.
In Linz wird das Gebiet rund um den Brückenkopf in Urfahr für die Landesgartenschau gewidmet. Definierte Ausstellungsbereiche in Linz sind: Ars Electronica Center (Ausstellungsflächen und die dazugehörigen Außenbereiche), Terrassen des Neuen Rathauses und umgebende Grünflächen. Zusätzliche Gebiete in Urfahr sind als Erweiterung geplant. Auf diesen Flächen werden die drei Unterthemen aufgegriffen: städtisches Gärtnern, Naschgarten, Workshops, aber auch Entspannungsflächen mit vielfältiger urbaner Fauna am Rathaus. Forschung, Wissenschaft, Labors und die Aufbereitung ökologischer bzw. sozialer Themen werden wie die Themenpunkte rund um die Pflanzenwelt im Ars Electronica Center angesiedelt sein.
Die Donau wird im Rahmen der Landesausstellung 2021 als Verbindungsglied zwischen den Gemeinden Transportweg, Forschungsobjekt und Erholungsgebiet sein.

Grafik: Ars Electronica Linz GmbH
Linz und seine Stadtnatur
Linz ist schon aufgrund seiner natürlichen Gegebenheiten prädestiniert für die Präsentation des Spannungsfeldes Stadt-Natur-Stadtnatur. 29,3 Prozent der Linzer Stadtfläche entfallen nämlich auf Grünland, weitere 18 Prozent auf Waldbestand sowie 6,4 Prozent auf Wasserflächen im Stadtgebiet. Somit entfällt mehr als die Hälfte des Linzer Stadtgebietes auf naturnahe Flächen – es sind dies in Summe 5.147 Hektar an Grünland, Wald und Wasserflächen.
Auch das Thema des urbanen Acker- und Gartenbaus wird in der offiziellen Flächenbilanz für die Stadt Linz abgebildet: 1.640 Hektar umfassen nämlich die für die Landwirtschaft bestimmten Grünflächen. Weitere 98 Hektar entfallen auf Dauerkleingärten und 12 Hektar auf Erwerbsgärtnereien.
Vier Projekte für urbane Gemeinschaftsgärten wurden seitens des Grünressorts schon im Vorjahr unterstützt: Donaugarten Alturfahr, Seniorenheim Dauphinestraße, Löwenfeldgarten, Grünmarkt Urfahr. Heuer kommen weitere drei Standorte hinzu: Seniorenheim Sombartstraße, 2 Hochbeete auf den Terrassen des Neues Rathauses sowie ein Gemüsebeet in der solarCity.
Auch Umfrageergebnisse zeigen das breite Interesse der Bevölkerung am aktiven und passiven Genuss von Gartenflair: in einer GfK-Umfrage (2013) geben 37 % der 18 - 39-Jährigen in Österreich an, bei der Wohnungssuche das Vorhandensein von Loggia oder Garten als wichtiges Kriterium anzusetzen. Damit ist das Wohn-Grün das zentrale Entscheidungskriterium nach den Hardfacts Preis, Lage, Größe und Ausstattung.
Von denjenigen Österreicherinnen und Österreichern, die bereits über einen eigenen Garten verfügen (28 % der Stadtbewohner), verbinden mehr als die Hälfte mit dieser Oase „Entspannung und Wohlfühlen“. Die häufigsten Tätigkeiten sind dort laut IMAS-Umfrage: „Pflanzen hegen“, „Mähen“, „Zusammensitzen“ sowie immerhin für ein Drittel auch „Gemüse und Obst anbauen“.
Auch in den vorliegenden Studien über urbane Megatrends nimmt die spannende Verbindung zwischen Urbanität und Grünoasen breiten Raum ein. Die wesentlichen Trends und Prognosen dahingehend lauten:
- Verstärkte Begrünung von Höfen, Dächern, Brachen und Fassaden;
- Obst- und Gemüseanbau in vertikal verlaufenden City-Glashäusern;
- Slow-City/Slow-Food als regionale Gegenbewegung zum Fast-Food;
- Parkanlagen als Erholungs-, Fitness- und Gartenoasen im Grätzel.

Grafik: Clemens Lutz

Grafik: Google Maps
Phasenkonzept und derzeitiger Planungsstand
Grundsätzlich ist der Weg zur Landesgartenschau 2021 mit den Ausstellungsorten Linz und Wilhering in 4 Phasen eingeteilt:

Um die inhaltliche Einhaltung des Einreichkonzepts zu gewährleisten, soll die mit diesem Konzept beauftragte Ars Electronica Linz GmbH den Weg zur Landesgartenschau durch alle Phasen koordinativ und operativ begleiten. Das Unternehmen hat bereits Vorleistungen im Wert von etwa 30.000 Euro in die Einreichung zur Landesgartenschau einfließen lassen. Zudem werden große Teile des Ars Electronica Centers für die Ausstellung gewidmet. Daher soll die Ars Electronica Linz GmbH generell als Anlaufstelle und Knotenpunkt für alle Belange der Landesgartenschau sowie als Trägerorganisation fungieren.
In Phase 1, der Vorbereitungsphase, wird jetzt die Detailplanung zur Umsetzung des vorliegenden Ausstellungskonzepts erarbeitet. Es sollen die Projekte, die die Stadt Linz betreffen und (in Abstimmung mit der Gemeinde Wilhering) auch die gemeinsamen Projekte evaluiert und geplant werden.
Dafür soll eine Arbeitsstruktur aus zwei Ebenen geschaffen werden.
- Koordinierende, beschlussfassende Ebene (Steuerungsgruppe)
- Eine operative Ebene (Arbeitsgruppe)
Was die Besetzung anbelangt, ist folgende Vorgangsweise geplant:
- Steuerungsgruppen LINZ und WILHERING:
- sechs bis acht Personen pro Gemeinde bzw. Stadt (VertreterInnen aus Politik, Verwaltung, sowie Ars Electronica Linz GmbH und Stiftgärtnerei Wilhering)
- Sitzungen 2x jährlich in den Jahren 2015 und 2016
- Trifft grundsätzliche Entscheidungen
- Rückkoppelung zum jeweiligen Gemeinderat
- der Arbeitsgruppe als Kontrollorgan übergeordnet
- Rahmenvorgaben für die Arbeitsgruppe und Ergebnisevaluierung
- Arbeitsgruppen LINZ und WILHERING:
- 3 - 4 Personen pro Gemeinde bzw. Stadt aus den beteiligten Ressorts
- Berichtet an die Steuerungsgruppe
- 4 Sitzungen jährlich
- Ausarbeitung der unten genannten Themen
Seitens der Stadt Linz soll in der Arbeitsgruppe jedenfalls ein/e VertreterIn der Ars Electronica Linz GmbH (Projektleiter, Einreichkonzept) sowie zwei bis drei VertreterInnen des Magistrates Linz (Stadtgärten Linz, betroffene Fachdienststellen) vertreten sein. Seitens der Marktgemeinde Wilhering werden neben dem Projektleiter der Einreichplanung ein weiterer Landschaftsarchitekt sowie ein Vertreter der Stiftsgärtnerei und der Amtsleiter der Marktgemeinde vertreten sein. Da Linz und Wilhering für die Landesgartenschau gleichberechtigte Partner sind, werden die Arbeitsgruppen gemeinsam an den Themen arbeiten. Die Themenfixierung wird gemeinsam von beiden Gemeinden zu entscheiden sein. Folgende Themen / Meilensteine sind in der Arbeitsgruppe LINZ für Phase 1 vorgesehen:
- April 2015: Legitimierung und Beauftragung der Arbeitsgruppen, Definition der internen Strukturen und Beginn der operativen Tätigkeit
- Bis Ende `15: Tiefere Konkretisierung der Themen und der Projekte
- Initiierung eines Vereins der „Freunde der Landesgartenschau Wilhering - Linz“ mit namhaften Persönlichkeiten als Botschafter und Motoren der LGS
- Detaillierter Zeitplan aller vier Phasen (Definition der Meilensteine)
- Empfehlung der geeigneten Gesellschaftsform (und mögliche Gesellschafter)
- Definition der Verbindungsachsen zwischen Linz und Wilhering
- Empfehlung für dringende Nebenprojekte
- 2016: Empfehlung bzw. Schaffung von Organisationsstrukturen der Landesgartenschau
- Ausarbeitung des Umsetzungsbudgets
- Definition der verbindlichen Ausstellungsbereiche inkl. Nachnutzung
- Empfehlung für andere Nebenprojekte
- Maßnahmen zur Stärkung der Verbindungen zwischen Linz und Wilhering
- Vorbereitung für allfällige Ausschreibungen oder Wettbewerbe
- Nennung von Kooperationspartnern
- 2017: Tiefere Einbindung von Kooperationspartnern in das Konzept
- Durchführung dringender Ausschreibungen oder Wettbewerbe
- Initiierung der Gründung der definierten Gesellschaft
Als Ergebnis der Arbeitsgruppenphase 1 wird ein Grundlagenpapier erstellt, in dem oben genannte Themen festgelegt und diese Festlegungen (auch unter Berücksichtigung der Richtlinien für die Durchführung von Landesgartenschauen in Oberösterreich) begründet werden.
Finanzierung der Landesgartenschau 2021
Nach dem Planungsstand des Einreichprojektes wird sich das Land OÖ mit 5 Millionen Euro in Drei-Jahresschritten ab 2018 finanziell beteiligen. Mit den kalkulierten drei Millionen Euro an Einnahmen durch Eintritte ergibt dies für die Landesgartenschau 2021 insgesamt ein Kernbudget von rund acht Millionen Euro. Darüber hinaus könnten Fördergelder, Sponsoringgelder sowie Einnahmen aus Vermietungen ein Gesamtbudget von bis zu elf Millionen Euro ermöglichen. Für die Arbeitsgruppe LINZ ist in Phase 1 mit einem finanziellen Gesamtaufwand von 120.000 Euro netto für 2016 bis 2017 zu rechnen. Seitens der Stadt Linz sind Eigenleistungen für die Herstellung sowie Pflege der Ausstellung in Höhe von 1,4 Millionen Euro vorgesehen.

Bildmontage: Scott Ritter
(Informationsunterlage der Pressekonferenz von Kulturreferent Vizebürgermeister Mag. Bernhard Baier und Grünreferentin KRin Susanne Wegscheider zum Thema „Inhaltliche Konzeption und Planungsstand beim Projekt STADT LAND FLUSS – Landesgartenschau 2021 in Linz und Wilhering“)
Weitere GesprächspartnerInnen:
Gerfried Stocker / Leiter Ars Electronica
DIin Barbara Veitl / Leiterin Stadtgärten Linz
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