Medienservice vom: 27.11.2024

Mobilität neu denken: Verkehrskonzept für den Osten Öffi-Ausbau forcieren, sanfte Mobilität stärken, gemeinsam Lösungen finden

  • Öffi-Ausbau forcieren, sanfte Mobilität stärken, gemeinsam Lösungen finden 

Es gibt wohl kaum einen Stadtteil, der sich so dynamisch entwickelt wie der Osten von Linz. Auch nach der Fertigstellung des neuen Donauparkstadions und der Linz-Zentrale von XXXLutz prägen dort Baukräne das Stadtbild. Das Quadrill mit 3.000 Arbeitsplätzen und knapp 200 Wohnungen und die neuen Zentralen von Dynatrace und MIC wachsen im wörtlichen Sinne aus dem Boden, die Apple Tochter DMCE zieht in ihren neuen Standort beim Hafen ein. Das Schlachthofareal, die Petzoldstraße sowie die Wohnanlage Sintstraße haben ebenfalls enormes Entwicklungspotential.

In Bezug auf die zu erwartenden Verkehrsströme wurden im Vorfeld dieser Bautätigkeit die Anforderungen im Hinblick auf eine leistungsfähige und stadtverträgliche Mobilität nicht priorisiert. Auf Initiative des Linzer Mobilitätstressorts fasste der Gemeinderat der Stadt Linz daher im Dezember 2022 einen Grundsatzbeschluss für ein Mobilitätskonzept Linz Ost. Das Verkehrskonzept ist seit etwas mehr als einem Jahr in Bearbeitung und wird in Kooperation mit der Trafility GmbH sowie Drees & Sommer durchgeführt. 

Das Planungsgebiet umfasst den Bereich, der durch die Donau, die Industriezeile, die Gruberstraße sowie die Derfflingerstraße eingegrenzt wird.

Im Fokus der Betrachtung stehen die Stärkung des Umweltverbundes (Öffentlicher Verkehr, Fahrradfahren und Zu Fuß Gehen), ohne jedoch die Qualität des motorisierten Individualverkehrs zu verschlechtern.

Somit sind die Zielvorhaben:

  • Öffentlichen Verkehr stärken
  • Aktive Mobilität fördern
  • Verkehrssicherheit erhöhen

und den bereits in Bau befindlichen Projekten (Dynatrace, MIC etc.) Zukunftssicherheit hinsichtlich bestehender Verkehrskonzepte zu geben.

„Im Linzer Osten wurde und wird aktuell mehr gebaut als in allen anderen Stadtbezirken von Linz. Damit dieser Stadtteil im Verkehr nicht erstickt, benötigen wir begleitende Maßnahmen und zukunftsorientierte Lösungen. Diese sollen aber nicht über die Köpfe der Bürgerinnen und Bürger hinweg realisiert werden, sondern im Einvernehmen mit bzw. unter Berücksichtigung aller Stakeholder. Die Bürgerinnen und Bürger wurden im Rahmen von Workshops und Bürgerbeteiligungsveranstaltungen in die Erstellung des Verkehrskonzept Linz Ost mit einbezogen. Nur durch gebündelte Maßnahmen, also den Ausbau des öffentlichen Verkehrs, die Stärkung der aktiven Mobilität und gezielte Lenkungsmaßnahmen für den motorisierten Verkehr werden wir die Verkehrssituation im Linzer Osten in den Griff bekommen. Dabei gilt es auch Säumnisse aus der Vergangenheit nachzuholen und zu korrigieren. Einiges wurde bereits erreicht, wie zum Beispiel der Bau einer Radwegachse durch die Lederergasse, noch viel mehr aber ist zu tun“, berichtet der Linzer Mobilitätsreferent Vizebürgermeister Mag. Martin Hajart über die Fortschritte und Ziele des Verkehrskonzepts Linz Ost. 

Weitere Aspekte, die bei der Erstellung des Verkehrskonzepts Berücksichtigung finden, sind Umweltfreundlichkeit und Klimaverträglichkeit, die Förderung der Gesundheit und die Absicherung der Standortqualität für die Unternehmen. Ein gut funktionierendes Verkehrssystem ist ein wichtiger Standortfaktor für Betriebe.  

Konzepterstellung mit Stakeholdern und Bürgerbeteiligung

Die Erstellung des Konzepts erfolgt in Zusammenarbeit mit den Firmen Trafility und Drees & Sommer. Im ersten Schritt erfolgte eine Analyse der Mobilitätsströme unter Einbeziehung der ortsansässigen Bevölkerung sowie der in die städtebaulichen Entwicklungen eingebundenen Unternehmen. 

Dabei fanden neben der E-Tech-Erweiterung, dem Areal Hafenstraße 26 – 28 (ehem. MIC), dem Grundstück der Fa. Stütz, dem Dynatrace-Neubau, dem neuen Standortcenter MIC (Lederergasse/Köglstraße) auch die Entwicklungsplanungen für das Schlachthofareal sowie die Begleitprojekte entlang des Trassenverlaufs S6/S7 Berücksichtigung. Auch die bereits fertig gestellten Großprojekte wie das neue Verkaufshaus und das Lager von XXXLutz, auf dem das Donauparkstadion errichtet wurde, sowie der Baufortschritt im Bereich des Quadrill-Towers und die umgebenden Infrastrukturen, werden in die Planungen mit einbezogen. Dabei handelt es sich um zusätzliche Verkehrserreger, die ohne Lenkungsmaßnahmen zu einem Kollaps des Verkehrs im Linzer Osten führen würden.

 Neues Headquarter von Dynatrace; Foto: PTU, H.P.

 Neues Headquarter von Dynatrace; Foto: PTU, H.P. 

Das Ensemble des Quadrill wächst; Foto: PTU, H.P.

Das Ensemble des Quadrill wächst; Foto: PTU, H.P. 

„Hafentor“ und Kühlhalle der LINZ AG mit Freizeitareal auf dem Dach; Foto: PTU, H.P.

„Hafentor“ und Kühlhalle der LINZ AG mit Freizeitareal auf dem Dach; Foto: PTU, H.P.

Der Linzer Osten im Fokus einer nachhaltigen und zukunftsfitten Mobilitätsplanung   Foto: PTU, H.P.

Der Linzer Osten im Fokus einer nachhaltigen und zukunftsfitten Mobilitätsplanung  
Foto: PTU, H.P.

Bereits im Sommer dieses Jahres fand ein Treffen mit allen interessierten Bürgerinnen und Bürgern aus dem Linzer Osten statt, wobei über Problemfelder und Lösungsvorschläge diskutiert und debattiert wurde. Als eines der Knackpunkte kristallisierte sich dabei heraus, dass vor allem der öffentliche Verkehr im Kaplanhof-/ /Hafenviertel unterrepräsentiert ist. „Hier zeigen sich auch die Versäumnisse aus der Vergangenheit und die Notwendigkeit, dass der Verkehrsmix - also der Modal Split Autos, ÖV-Radfahrer-Fußgänger - verbessert werden muss. Eines ist klar: mehr Autos gehen sich im Linzer Osten nicht aus…das bedeutet, wir müssen die Öffis stark ausbauen und ebenso die Infrastruktur für Radfahrer und Fußgänger“, zeigt Vizebürgermeister Hajart die Probleme auf und weist auf Lösungsmöglichkeiten hin. 

„Ziel des Mobilitätskonzepts für den Linzer Osten wird ein Paradigmenwechsel sein, der der steigenden Verkehrsfrequenz Angebotsverbesserungen im Öffentlichen Personennahverkehr sowie im Rad- und Fußgänger*innenverkehr gegenüberstellt“, so Hajart.

Die wichtigsten Ziele des Verkehrskonzepts sind demnach die    

  • Verbesserung des öffentlichen Verkehrs: 
    Ausbau des ÖPNV-Angebots, um den Anteil der öffentlichen Verkehrsmittel am Gesamtverkehr zu erhöhen.
  • Förderung der aktiven Mobilität: 
    Schaffung einer attraktiven Infrastruktur für Fußgänger und Radfahrer, um diese Verkehrsarten attraktiver zu machen.
  • Steigerung der Lebensqualität: 
    Schaffung eines lebenswerteren Stadtteils durch eine ruhige und sichere Umgebung für alle Verkehrsteilnehmer.

Konkret bedeutet dies:

  • Ausbau des ÖPNV: Erweiterung des Busnetzes, Verbesserte Anbindung zur Stadtbahn.
  • Radwegebau: Schaffung eines lückenlosen Radwegenetzes, das alle wichtigen Ziele im Stadtteil verbindet.
  • Verkehrsberuhigung: Einrichtung von Begegnungszonen in zentralen Bereichen, um den Fußverkehr zu fördern und die Sicherheit zu erhöhen.

Ergebnisse der Bürgerbefragung

Bereits im Vorfeld der Bürgerbeteiligung wurde eine Bürgerbefragung durchgeführt. Es ging darum, herauszufinden, welche Themen als besonders wichtig erachtet werden und wo Schwachstellen im Gebiet bestehen. Die Ergebnisse dieser Befragung dienten als Grundlage für die Erstellung einer sogenannten „Heat-Map“:

Basierend auf den Rückmeldungen und den identifizierten Schwerpunkten für gewünschte Veränderungen wurde folgendes Maßnahmenpaket erarbeitet:

Dieses Konzept wurde in Zusammenarbeit mit der Mobilitätsplanung durch konkrete Projekte ergänzt. Diese Projekte wurden der Bevölkerung am Montag, 25. November 2024, präsentiert und gemeinsam wurde darüber diskutiert. Zudem werden die Bewohner noch brieflich informiert und diese können bis im Jänner 2025 ihre Inputs einbringen.

Beispiele für die geplanten Projekte:

Verbesserung des Übergangs der Hafenstraße

Der Radweg von der A7 kommend wird im Bereich der Zufahrt Am Winterhafen etwas nach Norden verschwenkt, um Radfahrer*innen und Fußgänger*innen auch bei erhöhtem Verkehrsaufkommen wartender Fahrzeuge eine sichere Querung zu ermöglichen. Der Übergang führt anschließend in einen auf drei Meter verbreiterten, kombinierten Geh- und Radweg über die Hafenstraße.

Ein signalisierter Übergang über die Hafenstraße sorgt für sichere Bedingungen, sodass Fußgänger*innen und Radfahrer*innen die Straße gefahrlos überqueren können. 

Die Fortsetzung des Radwegs in der Ledergasse ist vollständig geplant und bereits im Bauprogramm verankert. Die Pläne hierzu wurden am 25.11. in der Bürgerinformationsveranstaltung im Neuen Rathaus behandelt, öffentlich ausgehängt und werden auch online einsehbar sein. 

Der Abschnitt zwischen Herbert-Bayer-Platz und Kaisergasse wurde zu einer Fahrradstraße umgewandelt, damit für den Durchzugsverkehr gesperrt. Zwischen Kaisergasse und Honauerstraße wurde im ersten Bauabschnitt ein baulich getrennter Zweirichtungsradweg mit mindestens drei Metern Breite errichtet.

Die Planung für einen durchgängigen Radweg in der Industriezeile wurde abgeschlossen und präsentiert.

Nach der Umsetzung wird der Radweg von der Donau bis auf Höhe des Bauhauses durchgängig befahrbar sein. Die Pläne hierzu wurden am 25.11. in der Bürgerinformationsveranstaltung im Neuen Rathaus präsentiert, öffentlich ausgehängt und werden auch online einsehbar sein. Bei diesen Plänen handelt es sich jedoch noch um ein Entwurfsprojekt, welches in den kommenden Monaten noch im Detail finalisiert wird.

Wie geht‘s weiter?

Die im Verkehrskonzept Linz Ost vorgestellten Maßnahmen werden in den kommenden Monaten detailliert geplant und bis zur Umsetzungsreife ausgearbeitet.

Nach Abschluss dieser Detailplanung werden die Bauvorhaben in das Bauprogramm für das Jahr 2026 aufgenommen.

Maßnahmen, die lediglich eine Verordnung erfordern, werden je nach Dringlichkeit parallel zu den entsprechenden Bauprojekten umgesetzt.

Die Verkehrsprojekte des öffentlichen Nahverkehrs werden gemäß dem übergeordneten Zeitplan in den kommenden Jahren realisiert.

Alle Bürgerinnen und Bürger des Stadtteils werden vor der geplanten Grundsatzbeschlussfassung im Februar 2025 nochmals gesondert postalisch über die Ergebnisse informiert und haben die Möglichkeit, Rückmeldungen zu geben.

Interessierte Bürgerinnen und Bürger können ihre Rückmeldungen zudem an die E-Mail-Adresse Mobilitaet@mag.linz.at senden.

Der weitere Zeitplan:

  • Upload der Präsentation auf der Homepage der Stadt Linz
  • Upload der Entwurfspläne der bereits erstellten Planungen

Fazit:

Das Verkehrskonzept für den Linzer Osten ist ein ambitioniertes Projekt, das die Mobilität in diesem Stadtteil grundlegend verändern soll. Ziel ist es, einen lebendigen und attraktiven Stadtteil zu schaffen, in dem sich alle Verkehrsteilnehmer wohlfühlen.

(Informationsunterlage zur Pressekonferenz von Mobilitätsreferent Vizebürgermeister Mag. Martin Hajart zum Thema „Mobilität neu denken - Fortschritte des Verkehrskonzepts für den Linzer Osten“)

Weitere Gesprächspartner:
Roman Minke, Abteilungsleiter Mobilitätsplanung, GB PTU
DI Thomas Kuc, Trafility GmbH

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