Tag zwei des Gestaltungsbeirats: Neue Architektur im Einklang mit Alturfahraner Flair Sechs Projekte begutachtet – Bürgermeister Prammer unterstreicht Forderung zur Stellplatznachsicht für klimafitte Innenstadt
Heute setzte der Gestaltungsbeirat seine Arbeit im Rahmen der 199. Sitzung fort. An Tag zwei wurden insgesamt sechs Projekte vom Expert*innengremium eingehend begutachtet. Besonders hervorzuheben ist ein Projekt in Alturfahr, das in dieser Sitzung grünes Licht für die Umsetzung erhielt.
Das Bauvorhaben der Compact Projektentwicklung in der Ottensheimer Straße 17 und 19 bekam nach erneuter Prüfung heute grünes Licht. Bereits in der letzten Sitzung hatte der Beirat das Engagement der Planer gewürdigt, sich mit ihrem Entwurf harmonisch in das Ortsbild von Alturfahr einzufügen. Das bestehende Gebäude wird abgetragen und durch ein neues mit acht Wohnungen und einer kleinen Gewerbeeinheit ersetzt. Der Entwurf sieht ein dreigeschoßiges „Eckhaus mit Giebel“ sowie ein zurückgesetztes Wohnhaus mit Flachdach vor, das sich am historischen Altbau orientiert. Nach Empfehlungen des Beirats wurden Anpassungen wie verkleinerte Fenster und schlankere Balkone umgesetzt. Die Beiratsmitglieder dankten den Planern für die konstruktive Umsetzung. Abschließend wurden Empfehlungen zur Farbgestaltung und Begrünung der Vorzone gegeben. Bürgermeister Dietmar Prammer betont dabei: „Die Entwicklung in Alturfahr zeigt, wie moderne Architektur in ein historisches Stadtbild integriert werden kann, ohne das gewohnte Flair zu verlieren. Ich freue mich, dass dieses Projekt nun grünes Licht erhalten hat und damit einen weiteren Schritt in der Weiterentwicklung unserer Stadt darstellt.“
Auch das Bauvorhaben in der Schillerstraße 27 der Compact Projektentwicklung, ein Wohnneubau im Neustadtviertel, ging in die nächste Runde. Nach der Wiedervorlage im Dezember 2024 wurden nun die überarbeiteten Pläne präsentiert. Eine wesentliche Änderung betrifft die Stellplatzsituation: Die Projektanten verzichten weiterhin auf eine Tiefgarage und planen stattdessen, Stellplätze auf einem fußläufig erreichbaren Grundstück nachzuweisen. Zudem wird um eine 30-prozentige Nachsicht bei den Stellplätzen gebeten. Bürgermeister Prammer wies auch hier nochmals auf seine Forderung hin, dass die aktuellen landesrechtlichen Regelungen, besonders in den Innenstädten, überarbeitet werden müssen. Diese Vorschriften gefährdeten wertvolle Grünflächen, die für eine klimafreundliche Stadtentwicklung dringend benötigt werden.
Die Gestaltung der Freiräume im Hinterhof des Projekts wurde überarbeitet. Ein Entwurf für eine künstlerische Gestaltung der Brandmauer, wie vom Beirat angeregt, wird weiter geprüft, möglicherweise im Rahmen eines Wettbewerbs. Dabei soll eine verträgliche Lösung für die Nachbarschaft gefunden werden. Der Wunsch nach schmiedeeisernen Geländern wurde thematisiert, jedoch sieht der Beirat sowohl gestalterische als auch technische Probleme bei den aktuellen Vorschlägen. Verbesserungen am Eingangsbereich wurden umgesetzt, dennoch fordert der Beirat weitere Anpassungen. Das Projekt bleibt in Bearbeitung, eine Planungsvisite soll die letzten Details klären.
Ein Wohnbauprojekt im Keferfeld, an der Straße „Zum Sonnenaufgang“, wurde nach den Entwürfen der PB + P Architekten erneut vorgestellt. Geplant sind drei zweigeschoßige Gebäude und einer Tiefgarage, die insgesamt 30 Wohnungen bieten. Nach einer Wiedervorlage wurden die Pläne um wesentliche Anpassungen, insbesondere zur Freiraumgestaltung, erweitert. Ein Landschaftsarchitekturbüro wurde dazu eingebunden. Die Gebäude sind durch eingeschoßige Verbindungsbauten mit transparenten Zugangsbereichen verbunden, die auch Platz für Fahrrad- und Kinderwagenräume sowie Müllräume bieten. Der Gestaltungsbeirat lobte die Verbesserungen, insbesondere bei der Freiraumgestaltung, sieht jedoch noch letzte Details, die im Rahmen einer Planungsvisite geklärt werden sollen.
Zum Ende der Sitzung präsentierte sich das Bauvorhaben in der Goethestraße 55, bei dem ein aufrechter Abbruchbescheid vorliegt, da die Wirtschaftlichkeit eines Erhalts des Bestandsgebäudes nicht gegeben war. Die Behörde hatte dies gemäß den landesrechtlichen Vorgaben bewilligt. Das Projekt wurde heute ein zweites Mal dem Gremium vorgestellt, basierend auf den Entwürfen von Architekt Wagner von DieHausMarke. Für den Neubau mit 20 Wohnungen hatte der Beirat die Vorgabe gemacht, dass dieser sich in den historischen Bestand einfügen müsse.
Die Expert*innen sahen mit dem vorgestellten Entwurf Verbesserungen an der Fassade, wodurch auch eine bessere Beziehung zur Nachbarschaft erreicht wird. Zudem wurden in der Erdgeschoßzone Rundbögen präsentiert, wobei der Beirat eine Reduzierung dieser auf den Eingangsbereich gemäß gründerzeitlicher Bebauung wünscht, sofern der Bauträger einen solchen tatsächlich umsetzt. Eine wichtige Forderung war, die oberste Gaupenreihe auf der Straßenseite in den Plänen zu entfernen. Auf der Hofseite soll es darüber hinaus keine Glasbrüstungen geben. Auch dieses Projekt wird zur finalen Begutachtung in die Planungsvisite geschickt.
Ein weiteres neues Projekt sowie eine Wiedervorlage erhielten heute keine Zustimmung der Expert*innen und müssen in einer künftigen Sitzung erneut präsentiert werden. Abschließend bedankt sich Bürgermeister Prammer bei den Beiratsmitgliedern für ihre wertvollen Beiträge sowie bei den städtischen Mitarbeitenden für die Organisation der Sitzungen.
Fotos
- Druckdatei (JPG | 2,60 MB) 39 x 25 cm mit 300 dpi Foto: Stadt Linz
Wohnbauprojekt "Zum Sonnenaufgang" im Keferfeld
Foto: PB+P Architekten / atelier dede
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