Leistungsbericht 2024 der Linzer Berufsfeuerwehr Mehr Einsätze, höhere Belastungen, starke Zusammenarbeit
- 4.468 Einsätze im Vorjahr; zwölf Einsätze pro Tag
- 778 Menschen gerettet, 32 Millionen Euro Schaden verhindert
Die Berufsfeuerwehr Linz blickt auf ein herausforderndes Jahr 2024 zurück. Geprägt von heftigen Naturereignissen, extremen Wetterlagen und einer deutlichen Einsatzsteigerung im Sommer, stand die Feuerwehr rund um die Uhr für die Sicherheit der Linzer Bevölkerung im Einsatz. Von Juni bis August verzeichnete die Berufsfeuerwehr ein Einsatzplus von 30 Prozent im Vergleich zum Jahresdurchschnitt. Trotz hoher Hitzebelastung bewiesen die Einsatzkräfte beeindruckende Professionalität und Durchhaltevermögen. Besonders hervorzuheben ist die enge Zusammenarbeit mit den Freiwilligen Feuerwehren sowie den Betriebsfeuerwehren, die einen essenziellen Beitrag zur Sicherheit der Stadt leisten. Zusätzlich wurden zentrale Projekte wie die Optimierung des Fuhrparks, neue Sicherheitskonzepte und die Einführung eines modernen Einsatzleitsystems vorangetrieben.
Der Jahresbericht gibt Einblick in das breite Einsatzspektrum und die beeindruckenden Leistungen der Linzer Feuerwehr. Bei insgesamt 4.468 Einsätzen wurden 778 Menschen und 304 Tiere gerettet. Es konnten Schäden in Höhe von knapp 32 Millionen Euro verhindert werden. Den Großteil der Einsätze mit etwa zwei Drittel, machen die Technischen Hilfeleistungen aus, von denen mehr als 2.600 absolviert wurden. Für Brandeinsätze rückte die Berufsfeuerwehr im Jahr 2024 insgesamt 1.845 Mal aus.
„Die Berufsfeuerwehr Linz hat auch 2024 eindrucksvoll bewiesen, dass sie ein verlässlicher Garant für eine funktionierende Lebensgemeinschaft aller Bürgerinnen und Bürger unserer Stadt ist. Die Vielzahl an Einsätzen – insbesondere in den Sommermonaten – hat erneut gezeigt, wie wichtig eine gut aufgestellte und hervorragend organisierte Feuerwehr ist. Ich danke allen Mitgliedern der Feuerwehren für ihren unermüdlichen Einsatz und die professionelle Zusammenarbeit mit den Freiwilligen Feuerwehren sowie den Betriebsfeuerwehren. Gemeinsam sorgen sie dafür, dass Linz bestens auf alle Herausforderungen vorbereitet ist“, spricht Bürgermeister Dietmar Prammer seinen Dank aus.
„Unsere Feuerwehr ist eine unverzichtbare Säule der Sicherheit in Linz. Die Bilanz von 2024 zeigt, mit welch außergewöhnlichem Engagement und hoher Kompetenz die Kameraden der Feuerwehr tagtäglich für den Schutz der Bevölkerung arbeiten. Ob bei Starkregen, Stürmen oder Bränden – sie sind immer zur Stelle, um Schaden abzuwenden. Aber auch bei Gefahr um Leib und Leben oder in der Tierrettung, auf die Feuerwehren ist stets Verlass. Als Sicherheitsreferent werde ich mich weiterhin dafür einsetzen, dass unsere Einsatzkräfte bestmögliche Bedingungen vorfinden, um ihre unverzichtbare Arbeit erfolgreich zu leisten“, betont Sicherheitsstadtrat Dr. Michael Raml.
„Der vergangene Sommer hat uns besonders gefordert: Eine signifikante Zunahme der Einsätze, oft unter extremen Bedingungen, verlangte unserer Mannschaft höchste Belastbarkeit ab. Doch nicht nur die Anzahl der Einsätze war herausfordernd – auch die Vielseitigkeit der Einsätze reichte von Unwetterschäden über Brandeinsätze bis hin zu komplexen technischen Hilfeleistungen. Die Feuerwehr Linz ist breit aufgestellt und beweist immer wieder, dass sie auf jede Lage optimal vorbereitet ist. Mein besonderer Dank gilt allen Feuerwehrkräften für ihren Einsatz und ihre Professionalität“, berichtet Branddirektor DI Stefan Krausbar die Leistungen und Professionalität der Feuerwehrleute hervor.
Einsatzzahlen 2024 im Vergleich zum Vorjahr
Im Jahr 2024 verzeichnete die Berufsfeuerwehr Linz insgesamt 4.468 Einsätze. Davon entfielen 1.845 auf Brandeinsätze – ein Anstieg im Vergleich zu 1.703 Einsätzen im Jahr 2023. Besonders auffällig war die Zunahme an Bränden in der Kategorie Müll (+8 Prozent) sowie eine erhöhte Anzahl an Einsätzen aufgrund von Brandverdacht. Gleichzeitig gab es einen leichten Rückgang bei Gebäudebränden, während Fahrzeugbrände zugenommen haben. Auch die Zahl der technischen Hilfeleistungen blieb mit 2.623 Einsätzen auf hohem Niveau.

Sieben Betriebsfeuerwehren
Der hohe Stellenwert der sieben Betriebsfeuerwehren ist unumstritten. Die gut geschulten Einsatzkräfte mit hervorragenden Ortskenntnissen leisten entscheidende Erstmaßnahmen in ihren Einsatzbereichen und bemühen sich um den vorbeugenden Brandschutz. Linzer Betriebe mit Betriebsfeuerwehr: Voestalpine Standortservice GmbH, Chemiepark Linz, Landestheater Linz MOB, Linz AG, ÖBB Technisches Services Linz, Transformers – Siemens und Schiffswerft AG Linz. Mehr als 5.035 Einsätze meisterten die Betriebsfeuerwehren im Jahr 2024.
Vier Freiwillige Feuerwehren
Die vier Freiwilligen Feuerwehren der Stadt Linz spielen eine wesentliche Rolle im Linzer Stadtgebiet und sind wichtige Unterstützer der Berufsfeuerwehr. Aufgrund der langgezogenen Lage des Linzer Stadtgebietes sind sie rasch am Ort des Geschehens und profitieren von den guten Ortskenntnissen. Im Berichtsjahr 2024 absolvierten die Freiwilligen Feuerwehren 402 Einsätze. Gemeinsame Übungen mit der Berufsfeuerwehr garantieren die gute und effektive Zusammenarbeit.
Herausforderungen im Sommer 2024
Die Sommermonate brachten mit einer Hitzewelle und mehreren Starkregenereignissen eine Vielzahl an Einsätzen mit sich. Die Feuerwehr war besonders gefordert, um sowohl Brände als auch Unwetterschäden schnell zu bewältigen. Durch eine enge Abstimmung zwischen der Linzer Berufsfeuerwehr und den vier Freiwilligen Feuerwehren konnte die Schlagkraft aufrechterhalten und eine schnelle Einsatzabwicklung gewährleistet werden.
Die extremen Temperaturen führten zu einer erhöhten Brandgefahr, insbesondere in trockenen Vegetationsflächen. Die Feuerwehr musste vermehrt Flur- und Waldbrände bekämpfen, wobei die hohen Temperaturen die Löscharbeiten erschwerten.
Neben der Hitze kam es zu mehreren Starkregenereignissen, die zu Überflutungen in verschiedenen Stadtteilen führten. Besonders betroffen waren die Stadtteile Urfahr, Kleinmünchen und Ebelsberg, wo zahlreiche Keller und Tiefgaragen unter Wasser standen. Die Berufsfeuerwehr Linz rückte mit Hochleistungspumpen aus, um das Wasser abzupumpen und weitere Schäden zu verhindern. Auch Verkehrswege waren betroffen, einige Brückenübergänge wurden vorübergehend gesperrt. Straßen in Hanglage waren durch mitgeschwemmte Geröllmassen blockiert, sodass die Feuerwehr mehrere Stunden mit Aufräumarbeiten beschäftigt war. Die enge Zusammenarbeit zwischen der Berufsfeuerwehr und den Freiwilligen Feuerwehren erwies sich in dieser Zeit als besonders wertvoll. Durch koordinierte Einsätze konnten die Kräfte effizient verteilt werden.

Modernisierung der Feuerwehrtechnik
Die Feuerwehrtechnik stand 2024 im Zeichen der Modernisierung. Die Anschaffung neuer Fahrzeuge – darunter ein speziell ausgestattetes Höhenretterfahrzeug – ermöglichte eine schnellere und effizientere Einsatzbewältigung. Das Fuhrparkmanagement wurde weiter optimiert, um Wartungszyklen effizienter zu gestalten und die Einsatzbereitschaft der Flotte zu maximieren. Zudem wurden technische Neuerungen bei der Ausstattung eingeführt, darunter moderne Atemschutzgeräte und erweiterte Kommunikationssysteme für den Einsatzleitwagen.
Ausbau der Ausbildung und Einsatzvorbereitung
Die Ausbildung war ein zentraler Bestandteil der Einsatzvorbereitung. Neben der erfolgreichen Grundausbildung für sechs neue Feuerwehrmänner lag der Fokus auf der Weiterbildung erfahrener Einsatzkräfte. Spezialtrainings für die Höhenrettung, den Tauchdienst und die Tunnelbrandbekämpfung wurden intensiviert. Die Realbrandausbildung wurde um praxisnahe Szenarien erweitert, die den Feuerwehrleuten realistische Einsatzbedingungen bieten. Zudem wurde die enge Zusammenarbeit mit anderen Feuerwehren genutzt, um interdisziplinäre Schulungsmaßnahmen umzusetzen.
Stärkung des vorbeugenden Brandschutzes
Im Bereich des vorbeugenden Brandschutzes wurden etwa 2.000 feuerpolizeiliche Überprüfungen durchgeführt. Diese umfassten sowohl Routinekontrollen als auch sicherheitsrelevante Begutachtungen von Bauprojekten. Besondere Aufmerksamkeit galt Großbauvorhaben wie dem Quadrill-Hochhauskomplex und der Generalsanierung des Ordensklinikums, bei denen komplexe Brandschutzmaßnahmen implementiert wurden. Der vorbeugende Brandschutz wurde weiter mit digitalen Erfassungssystemen modernisiert, um eine effizientere Dokumentation und Analyse zu ermöglichen.
Optimierung der Einsatzplanung und des Katastrophenschutzes
Die Einsatzplanung und der Katastrophenschutz wurden im Jahr 2024 weiter ausgebaut. Die Erfahrungen aus vergangenen Großschadensereignissen führten zu einer Optimierung der Notfallpläne. Besonders im Bereich der Hochwasservorsorge und der Zusammenarbeit mit anderen Einsatzorganisationen wurden neue Konzepte entwickelt. Die Schulung der Führungskräfte im Krisenmanagement wurde intensiviert, um auf zukünftige Großschadenslagen noch besser vorbereitet zu sein.
Verbesserung der Nachrichten- und Einsatzkoordination
Ein besonderer Schwerpunkt lag auf der Verbesserung der Nachrichten- und Einsatzkoordination. So wurden im abgelaufenen Jahr 8.469 Notrufe entgegengenommen, von diesen Notrufen wurden 4.468 Einsätze disponiert und in weiterer Folge alarmiert.
Die Implementierung eines neuen Einsatzleitsystems, das in enger Abstimmung mit dem Oberösterreichischen Feuerwehr-Leitstellenverbund entwickelt wurde, ermöglicht eine präzisere und schnellere Alarmierung. Die Disponenten in der Nachrichtenzentrale wurden umfassend geschult, um das neue System effizient zu nutzen. Die technische Ausstattung der Leitstelle wurde modernisiert, um eine noch bessere Kommunikation zwischen den Einsatzkräften zu gewährleisten.
Maßnahmen zur psychischen Belastung von Einsatzkräften
Auch im Bereich der psychischen Belastung von Einsatzkräften wurden Maßnahmen gesetzt. Das Team für Stressverarbeitung nach belastenden Einsätzen wurde personell verstärkt und die Schulung der Mitglieder weiter professionalisiert. Die Zusammenarbeit mit externen Fachkräften wurde intensiviert, um eine bestmögliche Unterstützung für Feuerwehrleute nach herausfordernden Einsätzen zu gewährleisten.
Informationsunterlage zur Pressekonferenz „Präsentation des Jahresberichtes 2024 der Berufsfeuerwehr“ mit Bürgermeister Dietmar Prammer und Sicherheitsreferent Stadtrat Dr. Michael Raml)
Weiterer Gesprächspartner:
BrOR DI Stefan Krausbar, MEng
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