Medienservice vom: 26.03.2025 |Fotos zur Meldung

Zukunft im Herzen Urfahrs gestalten Städtebauliche Kommission fokussiert künftige Entwicklung des „Areals Wildbergstraße“

Die Stadt Linz setzt mit der Städtebaulichen Kommission auf eine innovative, nachhaltige und lebenswerte Stadtentwicklung. Aktuell steht das “Areal Wildbergstraße” im Linzer Stadtteil Urfahr im Fokus. Denn dieses Gebiet nimmt eine Schlüsselrolle in der künftigen Entwicklung der Stadt ein. Zentrale Lage, gute Erreichbarkeit, bedeutende Projektträger*innen und die geplante Stadtbahnanbindung machen dieses Quartier zu einem zukunftsweisenden Stadtbaustein.

Das Gebiet wird von der Freistädter Straße, Peuerbachstraße, Ferihumerstraße und Hauptstraße umfasst. Es schließt wichtige Entwicklungsflächen, auf denen Projekte der Sparkasse Oberösterreich, der GWG, der Bezirkshauptmannschaft Urfahr sowie des Samariterbunds möglich wären, ein. Im Zentrum steht die Wildbergstraße, die zukünftig als urbane, begrünte Hauptachse mit hoher Aufenthaltsqualität dienen soll.

Ziel ist es, aus Einzelprojekten ein stimmiges Ganzes zu formen – mit hoher Lebensqualität, nachhaltiger Mobilität, durchgrünten öffentlichen Räumen und einem attraktiven Nutzungsmix für Wohnen, Arbeiten, Bildung und Freizeit.

„Im Dialog zwischen Expert*innen und Projektant*innen schaffen wir die Basis für innovative und nachhaltige Projekte, die den Stadtteil Urfahr weiter stärken werden“, betont Bürgermeister Dietmar Prammer. „Die Rahmenbedingungen dafür gibt die Städtebauliche Kommission vor, die als bewährtes Instrument der Linzer Stadtplanung mit fundiertem Expert*innen-Know-how die Zielsetzungen definiert hat. Beabsichtigt ist, das Areal so zu gestalten, dass es langfristig den Ansprüchen von Bewohner*innen, Unternehmen und Institutionen gerecht wird“, bringt Bürgermeister und Planungsreferent Dietmar Prammer die Ziele und Ergebnisse der Städtebaulichen Kommission für das Wildbergstraßenareal auf den Punkt.

„Das Areal Wildbergstraße bietet eine einmalige Chance, die Stadtentwicklung in Urfahr zukunftsweisend zu gestalten. Unser Ziel ist es, hochwertige öffentliche Räume zu schaffen, nachhaltige Mobilität zu fördern und mit einer durchdachten Planung einen urbanen Raum mit hoher Lebensqualität zu formen“, sagt Stadtentwicklungsdirektor Dr. Hans-Martin Neumann.

Die Städtebauliche Kommission

Die Städtebauliche Kommission der Stadt Linz fungiert als unabhängiges Expert*innengremium. Dieses besteht grundsätzlich aus drei externen und drei internen Fachexpert*innen aus Architektur, Stadt-, Raum-, Verkehrs- und Freiraumplanung. Ihre zentrale Aufgabe besteht in der Entwicklung und Dokumentation konkreter städtebaulicher Zielsetzungen, die als fundierte Entscheidungsgrundlage für Planungs- und Entwicklungsprozesse in der Stadt dienen.

Ein besonderer Fokus liegt auf der Begleitung und Bewertung komplexer, großdimensionierter Projekte, deren Auswirkungen über das unmittelbare Projektgebiet hinausreichen und das Stadtbild sowie die Lebensqualität in angrenzenden Bereichen maßgeblich beeinflussen können.

Die Kommission hat bereits Projekte wie die Entwicklung der Post City, der Nestlé-Gründe, der Hafenstraße, des Schillerparks, des Schlachthof-Areals und der Salzburger Straße beraten.

Der Raum: zentral, vielfältig, vernetzt

Das Wildberg-Areal umfasst eine Mischung aus Gründerzeitquartieren, großvolumigen Strukturen, öffentlichen Einrichtungen, Gewerbe und Wohn-bauten. In unmittelbarer Nähe befinden sich das Donauufer, Bildungseinrichtungen, Nahversorgung sowie zentrale Infrastrukturen.

Eine bedeutende städtebauliche Zäsur bildet die Wildbergstraße selbst: Sie soll künftig zur stadtklimatisch aufgewerteten, durchgrünten Verbindungsachse mit hoher Aufenthaltsqualität umgestaltet werden. An dieser “Perlenkette” reihen sich bedeutende Entwicklungsvorhaben.

Kernprojekte - gebündelte Entwicklungspotenziale

Das sogenannte Wildberg-Karree bringt bedeutende Projekte zusammen, die in enger Abstimmung mit den Stakeholdern entwickelt werden können:

  • Sparkasse OÖ – Campus Urfahr:
    Hier kann ein neuer Vorzeige-Campus der Sparkasse OÖ entstehen. Die städtebaulichen Rahmenbedingungen für die Entwicklung eines „Campus Urfahr“ schaffen für die Sparkasse OÖ Richtlinien, in welchen diese eine Projektentwicklung unter Berücksichtigung der städtebaulichen Strategie zur Verdichtung und Entsiegelung umsetzen können. Der Rahmen wurde für einen Neubau mit rd. 16.000 Quadratmeter Bruttogeschäftsfläche am südlichen Baufeld gesteckt, für den Bestand wird eine Umnutzung in alternative Wohnformen empfohlen.

Abbildung der städtebaulichen Rahmenbedingungen für den Sparkassencampus 
Rendering: Architekturbüro Superwien

  • Pfarre Christkönig:
    Südlich der Kirche soll ein Ensemble aus geförderten Wohnungen durch die GWG entstehen. Der bestehende Kindergarten soll erneuert werden. Die weitere Entwicklung sollte unter gestalterischer Rücksicht auf die Pfarrkirche erfolgen. Die Bebauung kann sechs-, bzw. zur Kirche hin dreigeschossig sein. Wichtig sind der Erhalt großer Bäume, die Berücksichtigung von Durchwegungen sowie eine hochwertige Gestaltung der Freiräume. Die Baukörper fügen sich in das neue städtebauliche Umfeld ein und leisten einen Beitrag zur Begrünung und Vernetzung des Quartiers.

 

  • Bezirkshauptmannschaft Urfahr:
    Dieser Standort besitzt hohes Potenzial für die Entwicklung eines zentralen Verwaltungsstützpunktes für das Land Oberösterreich. Hinsichtlich der Gebäudehöhe betrachtet die Städtebauliche Kommission eine Leithöhe bis zu sechs Geschossen, ggf. mit punktuellen Überhöhungen als vorstellbar. Die bestehende Tiefgarage könnte durch eine neue Quartiersgarage ersetzt werden, was Raum für die Entwicklung eines qualitätsvollen Parks schafft.

 

  • Samariterbund – Standort Reindlstraße:
    Südlich der Reindlstraße soll die Einsatzzentrale erweitert werden. Weiter können Erwägungen hinsichtlich Verwertung des Areals durch Wohnnutzung, u.a. für Eigenbedarf (bspw. Pflegewohnungen) gezogen werden. Eine behutsame Nachverdichtung sowie die Abstimmung mit der Stadtbahnführung wären zentrale Planungsaspekte.

 

  • Regionalstadtbahn:
    Die geplante Haltestelle an der Reindlstraße wird zur neuen Mobilitätsdrehscheibe. Der daraus resultierende Impuls soll zur qualitätsvollen Gestaltung des öffentlichen Raums genutzt werden. Eine hochwertige Gestaltung der Haltestelle, neue Plätze wie der „Waldplatz“ und sichere Wegebeziehungen sind integraler Bestandteil der Planung.

 

Die städtebauliche Vision

Zusätzlich zu diesem außergewöhnlichen Entwicklungspool zeichnet sich das Betrachtungsgebiet durch seine zentrale Lage in Linz und sommerabendliche Kaltluftabflüsse aus.

Um dieses einzigartige Entwicklungspotenzial ausloten zu können, ist eine städtebauliche Betrachtungsweise gefragt, welche die Entwicklungspotenziale des gesamten Gebiets mit den Entwicklungsmöglichkeiten und Ambitionen der einzelnen Standorte zusammenführt.

Auf diese Weise entstehen neue Qualitäten, die der Stadtentwicklung und den Stakeholdern gleichermaßen zugutekommen. Denn mit der Entwicklung jedes einzelnen Projekts wird gleichzeitig ein Beitrag zur Verbesserung des Stadtraums geleistet, was sich wiederum positiv auf die Adressbildung der Projekte auswirkt. Vier zentrale Leitlinien prägen diesen Prozess:

1. Öffentliche Räume als Identität

Verkehrsberuhigung, Begrünung, Quartiersgaragen und Oberflächenfreiräume schaffen neue Lebensqualität.

Die drei großen Nord-Süd-Straßenzüge – Hauptstraße, Wildbergstraße und die Peuerbachstraße – werden durch das Zusammenspiel von verkehrlichen Maßnahmen und Freiraumgestaltung zu attraktiven öffentlichen Räumen mit jeweils spezifischem Charakter.

  • Die Hauptstraße soll nach Vorstellung der Städtebaulichen Kommission eine verkehrsberuhigte, klimaangepasste urbane Straße im Zentrum von Urfahr werden.
  • Die Wildbergstraße hingegen soll die grüne, urbane Stadtverbindung, an dem sich Projekte und Freiräume wie eine Perlenkette hochwertiger Stadträume aneinanderreihen, werden.
  • Die Peuerbachstraße könnte zur erholsamen Allee mit hoher Aufenthaltsqualität werden.

Abbildung: die drei prägenden Nord-Süd-Verbindungen
Rendering: Architekturbüro Superwien

2. Ambitionierte Projekte und großzügige Freiräume

Entlang der Wildbergstraße reihen sich, quasi in einem „Zick-Zack“-Muster, ambitionierte Projekte in Kombination mit großzügigen Freiräumen aneinander. Bestehende Grünflächen wie der Wildbergpark oder das Umfeld der Pfarre Christkönig werden zusammengeführt und qualitätsvoll gestaltet – etwa als Dreieckspark oder Sparkassenpark. Ein durchgehendes Freiraumkonzept soll grüne Zonen, Sportflächen und Aufenthaltsräume schaffen.

Abbildung: Zick-Zack am Boulevard – Perlenkette an Hochpunkten, Projekten und Freiräumen am Boulevard
Rendering: Architekturbüro Superwien

Abbildung: Piktogramm wesentlicher städtebaulicher Prinzipien im zentralen Entwicklungsbereich
Rendering: Architekturbüro Superwien

3. Bauliche Entwicklungen als „adressbildende“ Stärkung des Stadtraums

Spezifische Vorgaben hinsichtlich Dichte, Baukörper- und Höhenentwicklung, Orientierung, Nutzung, Freiraum und Mobilität werden für alle Projekte formuliert.  Beispielsweise ist für den Sparkassen-Campus jedenfalls der Erhalt und die Nachnutzung des Bestandshochhauses sowie eine Neuausrichtung des Hauptzugangs über einen neuen Sparkassenplatz gegenüber dem Bruckner Tower anzustreben. Dabei gelten klare Rahmenbedingungen, etwa zur Dichte oder zur Integration von sanfter Mobilität.

4. Prozesse qualitätssicher gestalten

Die Kommission empfiehlt ein übergeordnetes Freiraumkonzept sowie Architekturwettbewerbe als Grundlage für eine koordinierte Umsetzung. Der Fokus liegt auf klimaresilienter Gestaltung, nachhaltigen Mobilitätsangeboten, hochwertiger Architektur und der Förderung nachhaltiger Nutzungen.

Fazit: Ein neuer urbaner Knoten entsteht

Im Areal Wildbergstraße soll ein neues, urbanes Zentrum für Linz-Urfahr entstehen – vielfältig, grün, zukunftsorientiert. Die Verbindung starker Akteur*innen mit einem übergreifenden städtebaulichen Konzept schafft einen Stadtteil mit Identität, Funktionalität und hoher Lebensqualität. Die geplanten Maßnahmen machen das Gebiet zu einem bedeutenden Impulsraum für zukunftsfähige Stadtentwicklung.

 

(Informationsunterlage zur Pressekonferenz von Bürgermeister Dietmar Prammer zum Bericht der städtebaulichen Kommission zum Thema „Areal Wildbergstraße“)

 

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