Zukunft gestalten: Klimagerechte Lehre in Linz Stadt Linz schreibt Lehrstelle für Klimagärtner*in aus, Bewerbungen bis 15. Juli möglich
Der Magistrat der Stadt Linz geht in der Ausbildung einen innovativen Schritt, mit klarem Fokus auf Klimaschutz. Mit der Etablierung der neuen Lehrstelle Klimagärtner*in wird ein zukunftsorientierter Beruf in der Stadtverwaltung verankert. Interessierte Jugendliche können sich noch bis 15. Juli bewerben. Die neue Lehrstelle ist Teil des umfassenden Engagements der Stadt für nachhaltige Stadtentwicklung, Begrünungsoffensiven und klimagerechte Qualifizierung junger Menschen.
Die Aufgaben von den neuen Klimagärtner*innen reichen von Bauwerks- und Dachbegrünung über die Gestaltung urbaner Grünflächen und Wasseranlagen bis hin zu innovativen Bewässerungslösungen. Mit diesem Schwerpunkt trägt der neue Beruf zur klimagerechten Stadtentwicklung bei, die den Herausforderungen von Hitzetagen und Starkregenereignissen aktiv begegnet.
Personalreferentin und Vizebürgermeisterin Tina Blöchl hebt die doppelte Wirkung hervor: „Die Stadt Linz ist einer der größten Lehrlingsausbildner in Oberösterreich. Mit aktuell 151 Lehrlingen leisten wir einen wesentlichen Beitrag dazu, dass am Wirtschaftsstandort top ausgebildete Fachkräfte zur Verfügung stehen. Dadurch ist die Stadt Linz landesweiter Motor zur Förderung der Lehre. Besonders freut es mich, dass wir für den neuen, österreichweiten Beruf des/der Klimagärtner*in im Magistrat Linz zwei Lehrstellen ermöglichen. Um alle Maßnahmen zur Erhaltung der Lebensqualität in den Städten bestens unterstützen zu können, ist es wichtig, dass für spezielle klimagerechte Begrünungsprojekte Fachkräfte mit speziellen Kenntnissen und Fertigkeiten ausgebildet werden. Bis 15. Juli freuen wir uns auf zahlreiche Bewerbungen.“
Die Folgen des Klima-Wandels bzw. der Klima-Erwärmung zeigen sich vor allem in extremen Wetterereignissen wie Starkregen oder langen Hitzeperioden. Eine wirksame Maßnahme gegen die Auswirkungen dieser Ereignisse wie Hochwasser oder große Hitze in den Städten ist die Begrünung von verbauten und versiegelten Flächen (wie Parkplätze, Straßen, "Hitzeinseln") und von Hauswänden und Dächern. Dadurch kann vor allem in Städten die Temperatur im Sommer erheblich gesenkt, die Luft verbessert und der Wasserhaushalt besser reguliert werden. Aus diesem Grund laufen bereits viele Überlegungen zur Begrünung von besonders gefährdeten Gebieten und Stadtvierteln sowie von Gebäuden. Da für derartige Begrünungsprojekte spezielle Kenntnisse und Fertigkeiten erforderlich sind, wurde der neue Lehrberuf "Klimagärtner*in" geschaffen, um den Fachkräftebedarf in diesem neuen gärtnerischen Bereich magistratsintern decken zu können.
Die neue Ausbildung zur Klimagärtner*in vermittelt spezifisches Wissen über Begrünungskonzepte, nachhaltige Pflanzenwahl, Planung und Umsetzung von Vertikalbegrünungen, Bewässerungssystemen und klimafreundlichen Stadtgrün-Projekten. Damit können zukünftige Fachkräfte einen konkreten Beitrag zur Abkühlung urbaner Räume, zur Verbesserung der Luftqualität und zum Erhalt der Biodiversität leisten.
Klimagärtner*innen-Lehrlinge lernen, wie man geeignete Pflanzen für die Bauwerksbegrünung auswählt und welche Materialien sich hinsichtlich ihrer Wärmespeicherung besonders gut für den Einsatz in städtischen Räumen eignen. Dabei berücksichtigen sie auch die Wechselwirkungen mit Gebäuden und dem sogenannten Urban-Heat-Island-Effekt.
Ein weiterer Schwerpunkt liegt auf der Anwendung verschiedener Handwerkzeuge und Maschinen sowie der fachgerechten Einrichtung und Absicherung von Baustellen. Die Lehrlinge führen zudem Messungen mit digitalen und analogen Geräten durch und analysieren die Ergebnisse.
Sie erlernen das Anlegen unterschiedlicher Vegetationstragschichten sowie die Umsetzung von boden-, trog- und wandgebundenen Vertikalbegrünungen. Ebenso werden sie in die Planung und Realisierung extensiver und intensiver Dachbegrünungen sowie von urbanen Grünflächen eingeführt.
Darüber hinaus entwickeln und installieren sie automatische Bewässerungsanlagen. Sie erkennen Stresssymptome, Krankheiten oder Schädlinge bei Pflanzen und Leiten geeignete Pflegemaßnahmen ein. Auch die Wartung von Be- und Entwässerungsanlagen sowie das Beheben von Störungen und Mängeln gehört zu ihrem Aufgabenfeld.
Zusätzlich zur neuen Klimagärtner*innen-Ausbildung sind derzeit weitere Lehrstellen bei der Stadt Linz ausgeschrieben, unter anderem im Bereich Gartenbau und Straßenerhaltung. Mit der gezielten Erweiterung des Ausbildungsangebots setzt Linz weiterhin ein starkes Zeichen für Jugendbeschäftigung, Innovation und Klimaschutz.
Fotos
- Druckdatei (JPG | 3,47 MB) 69 x 46 cm mit 300 dpi Foto: Stadt Linz
Personalreferentin Vizebürgermeisterin Tina Blöchl zu Besuch bei Carmen Habringer, die beim Magistrat der Stadt Linz erfolgreich ihre Lehre in der städtischen Gärtnerei im Geschäftsbereich Stadtgrün und Straßenbetreuung absolviert hat.
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