Linz gewappnet gegen Tigermücke und Tropenkrankheiten Regenfälle und Sommerhitze schaffen Voraussetzung für invasive Stechmückenarten
Die intensiven Regenfälle der vergangenen Wochen haben in Linz ideale Voraussetzungen für Stechmücken geschaffen. Es steigt damit das Risiko einer verstärkten Ausbreitung der Asiatischen Tigermücke in einer folgenden Hochtemperaturphase. Diese invasive Art wurde heuer in Linz zwar erst später als in den Vorjahren nachgewiesen, dennoch bleibt sie im Fokus der Gesundheitsbehörden.
Die Ausbreitung und Entwicklung von Stechmücken hängt stark von der Temperatur ab. Durch das Zusammentreffen verschiedener Einflussfaktoren konnte sich die ursprünglich tropische Stechmücke in immer nördlicheren Regionen Europas etablieren – vor allem in städtischen Gebieten, wo es durchschnittlich wärmer ist als im Umland. Besondere Aufmerksamkeit gilt dabei der asiatischen Tigermücke, weil sie als möglicher Überträger von mehr als 20 verschiedenen Krankheitserregern gilt, darunter das Dengue-, Zika- und Chikungunya-Virus. Auch das West-Nil-Virus, das vor allem durch die heimische Gemeine Stechmücke übertragen wird, könnte auch durch die Tigermücke übertragen werden. Derzeit ist jedoch das Risiko, sich in Österreich mit einer dieser Tropenerkrankungen zu infizieren, sehr gering.
Der städtische Geschäftsbereich Gesundheit und Sport beobachtet die Entwicklung dieser und weiterer tropenmedizinisch relevanter Krankheitserreger kontinuierlich. Gemeinsam mit der Agentur für Gesundheit und Ernährungssicherheit (AGES) wird ein Monitoring mit Fokus auf den Linzer Süden durchgeführt. Ziel ist es, Stechmückenpopulationen und mögliche daraus entstehende Risiken frühzeitig zu erkennen und wirksame Gegenmaßnahmen einzuleiten.
Dazu zählen gezielte Informationskampagnen für die Bevölkerung, um das Bewusstsein für vorbeugende Maßnahmen zu schärfen, die Vermeidung von künstlichen Brutstätten, ebenso wie Impf- und Beratungsmöglichkeiten für Reisende in Länder mit erhöhtem Infektionsrisiko. Mit diesem umfassenden Ansatz ist Linz organisatorisch und fachlich bestens aufgestellt, um der Ausbreitung tropischer Krankheitserreger entgegenzuwirken und die Gesundheit der Bevölkerung zu schützen. Zur weiteren Stärkung dieses Ansatzes wurde auch die reisemedizinische Expertise der Stadt Linz im amts- und impfärztlichen Bereich gezielt ausgebaut.
Tipps zur Prävention
Um ihre Verbreitung bestmöglich einzuschränken und die Infektion mit ansteckenden Krankheiten zu minimieren, können Privatpersonen folgende Maßnahmen ergreifen:
- Entfernen von kleinen Wasserstellen: Regelmäßig alle Wasseransammlungen in und um das Haus überprüfen und entleeren. Dies schließt Blumentöpfe, Gartenzubehör und andere Behälter ein, in denen sich Wasser ansammeln kann.
- Abdecken von Wasserbehältern: Falls das Entfernen von Wasser nicht möglich ist, sollten Behälter wie Regentonnen mit einem engmaschigen Netz oder einer Abdeckung versehen werden, um den Zugang für Stechmücken zu verhindern.
- Verwendung von Mückennetzen und -sprays: Um Mückenstiche zu vermeiden, sollten Mückennetze an Fenstern und Türen angebracht werden. Bei Aufenthalten im Freien können Insektenschutzmittel zum Auftragen auf die Haut verwendet werden.
- Entsprechende Kleidung tragen: Lange Ärmel, lange Hosen und helle Kleidung tragen, um die Exposition gegenüber Mücken zu verringern.
- Biotope, Gartenteiche oder Schwimmteiche sind hingegen kein Problem, da diese (normalerweise) nicht von Tigermücken als Brutgewässer genutzt werden. Allerdings können in diesen Gewässern andere Arten von anderen Stechmücken brüten. Eine naturnahe Gestaltung dieser Gewässer fördert jedoch das Vorhandensein natürlicher Fressfeinde (Fische, Molchlarven, Libellenlarven, …), sodass sich keine größeren Populationen entwickeln.
- Sollten Sie Reisen in Risikogebiete geplant haben, nehmen Sie bitte rechtzeitig das Impfservice und die Fernreiseberatung der Stadt Linz in Anspruch. Termine können online vereinbart werden.