Medienservice vom: 07.10.2025 |Fotos zur Meldung

Bildungs-Expert*innen aus Hamburg zu Gast in Linz Kinderperspektivenansatz: Hamburger „Elbkinder“ können sich in Linz von gelebter, partizipativer Pädagogik überzeugen

Kinder und ihre Stimme ernst nehmen und mit den Jüngsten gemeinsam in den Bildungseinrichtungen gestalten: Dieser Ansatz wird in der Stadt Linz und seinen Kinderbetreuungseinrichtungen täglich gelebt. Deshalb ist auch das Interesse aus dem Ausland an der Linzer Bildungspraxis groß: Von 6. bis 8. Oktober besuchen Fachkräfte der „Elbkinder Vereinigung Hamburger Kitas“ – Kindertagesstätten, also Einrichtungen für frühkindliche Bildung und Betreuung – die Bildungseinrichtungen der Stadt Linz. Diese grenzüberschreitende Bildungs-Reise ist ein besonderes Zeichen der lebendigen und praxisnahen Kooperation auf Augenhöhe. Der Austausch zu Gunsten der Kinder bietet einen wertvollen Beitrag, um voneinander zu lernen, Erfahrungen zu teilen und zu erleben, wie der Kinderperspektivenansatz in der Linzer Praxis sichtbar und wirksam wird. Die Elbkinder sind mit 172 Kitas und täglich 32.000 zu betreuenden Kindern und 7.300 Mitarbeiter*innen einer der größten Kita-Träger der Stadt Hamburg. In enger Zusammenarbeit mit dem Kinder- und Jugend-Service der Stadt Linz (KJS) und deren pädagogischen Einrichtungen - die die Erfahrungen, Perspektiven und Anliegen von Kindern im Rahmen von Qualitätsentwicklungsprozessen immer mehr in den Fokus rücken - steht die Bildungsreise ganz im Zeichen des Kinderperspektivenansatzes (KPA). In 60 städtischen Kindergärten und 15 Krabbelstuben werden 5.846 Kinder betreut. In 34 städtischen Horten sind 4.714 Kinder untergebracht. 

Der Kinderperspektivenansatz (KPA) nach Prof.in Dr.in Iris Nentwig-Gesemann und Bastian Walter rückt eine oft überhörte Stimme in den Mittelpunkt: jene der Kinder selbst. Der Ansatz geht davon aus, dass Kinder Expert*innen ihres Alltags sind – mit eigenen Wahrnehmungen, Ideen, Wünschen und Bedürfnissen. Qualität in Bildung und Betreuung kann daher nur dann nachhaltig gesichert und weiterentwickelt werden, wenn Kinder nicht bloß Objekte pädagogischen Handelns sind, sondern als aktive Mitgestalter*innen einbezogen werden.

„Der Besuch des Teams der Elbkinder in Linz ist ein starkes Zeichen gelebter Zusammenarbeit über Stadt- und sogar Ländergrenzen hinweg. Ich bin beeindruckt, dass die Erfahrungen und Perspektiven aus den Linzer Kinder- und Jugend-Services geteilt werden – und die Linzer Kinder- und Jugendservices sich gleichzeitig auch neue Impulse von den Hamburger Kolleg*innen mitnehmen können. Solche Begegnungen ermöglichen einen offenen, praxisnahen Austausch zwischen Fachkräften, der über theoretische Diskussionen hinausgeht. Kooperation schafft Qualität – und stärkt jene, für die wir tagtäglich arbeiten: unsere Kinder“, betont Sozialreferentin Vizebürgermeisterin Karin Hörzing. 

Der Kinderperspektivenansatz (KPA) stärkt die Beteiligung von Kindern in Bildungseinrichtungen und fördert eine Kultur, in der ihre Stimmen gehört und ernst genommen werden. Kinder und Erwachsene lernen dabei voneinander, entwickeln neue Methoden und schaffen Strukturen, die Kinderrechte und Wohlbefinden sichtbar machen. Im Kinder- und Jugend-Service Linz (KJS) unterstützen Inhouse-Schulungen der KPA-Multiplikatorinnen Bettina Stadler, Christa Heiduck und Nina Hager die Teams auf ihrem Weg zu einer partizipativen Pädagogik. Der Ansatz basiert auf wissenschaftlichen Grundlagen und bietet praxisnahe Methoden wie „Kinder fotografieren ihren Kindergarten“ oder „Sozialraumerkundungen“, um die Sichtweisen und Interessen der Kinder besser zu verstehen. In Oberösterreich wird der KPA seit 2020 durch das Forum KINDERperspekt!ve mit den Gründerinnen Christine Müller-Linninger, Iris Wölflingseder und Sabine Müller verbreitet. Das Forum bietet Fortbildungen, begleitet pädagogische Teams und bildet Fachkräfte und Multiplikator*innen in Österreich und Deutschland aus.

„Diese Bildungsreise steht ganz im Zeichen des Kinderperspektivenansatzes und es freut mich sehr, dass das Interesse am Austausch so groß ist und wir in unseren unterschiedlichen Einrichtungsformen der Kinder- und Jugend-Services Linz unsere Erfahrungen mit den Kindern, deren Perspektiven und Anliegen mit Ihnen teilen können. Eine Reise ist immer ein Blick nach vorne auf einen vielleicht unbekannten Horizont und gibt uns die Möglichkeit zu reflektieren – zurückzusehen, was bereits passiert ist, was wir gut können und wo wir uns weiterentwickeln möchten. Dazu soll der Austausch mit Ihnen dienen: Gemeinsam erleben, wie Kinderperspektiven im Alltag sichtbar und wirksam werden. Nutzen wir gemeinsam diese Reise, um voneinander zu lernen, Erfahrungen zu teilen und die Kinderperspektiven in der Praxis weiter zu stärken“, begrüßt Daniel Hagendorf, Direktor Kinder- und Jugend-Services, das Team der „Elbkinder“. 

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