Stadt Linz startet Bundeskampagne „#sagwas – Mann spricht‘s an“ Gewaltprävention: Männer für Zivilcourage sensibilisieren
- Initiative wird erstmals auf kommunaler Ebene ausgerollt
Jede dritte Frau in Österreich ist im Laufe ihres Lebens von Gewalt betroffen. 90 Prozent der Täter sind Männer. Damit zählt Gewalt gegen Frauen und Mädchen zu den häufigsten Menschenrechtsverletzungen. Sie findet in allen Gesellschaftsschichten, in jedem Lebensalter und in jeder Kultur statt. Männergewalt tritt in ganz unterschiedlichen Formen auf: durch sexistische Postings im Netz, anzügliche Bemerkungen auf der Straße, Belästigungen am Arbeitsplatz, körperliche und sexualisierte Gewalt bis hin zu Femiziden.
Die Kampagne „#sagwas – Mann spricht's an“ des Sozialministeriums macht bereits seit 2021 auf dieses Thema aufmerksam. Sie wurde bereits mehrfach ausgezeichnet. „#sagwas – Mann spricht’s an“ soll vor allem Männer ermutigen einzuschreiten, wenn sie Zeugen von Gewalt gegen Frauen werden. Sie adressiert daher direkt die Verantwortung von Männern – und zwar nicht als Täter, sondern als jene, die einschreiten können, wenn sie Übergriffe mitbekommen.
Die Stadt Linz übernimmt mit der Umsetzung der Kampagne eine Vorreiterrolle unter Österreichs Städten. Sie erweitert ihr Maßnahmenbündel zur Gewaltprävention um eine zentrale Dimension: das aktive Einbinden von Männern als Teil der Lösung. Damit setzt die Stadt Linz die bundesweite Kampagne „Mann spricht's an. #sagwas und verhindere Gewalt“ auf kommunaler Ebene um. Die Stadt Linz präsentiert die Umsetzung der Kampagne damit bereits im Vorfeld der vorgesehenen politischen Beschlussfassung. Die formale Behandlung der Initiative erfolgt im Dezember 2025 im zuständigen Ausschuss und anschließend im Gemeinderat. Damit setzt die Stadt ein bewusstes Zeichen für den politischen Willen, dieses wichtige Thema frühzeitig in die Öffentlichkeit zu bringen.
„Jede Frau hat das Recht auf ein gewaltfreies Leben. In der Realität ist Gewalt von Männern gegen Frauen aber ein Alltagsproblem, sie passiert jeden Tag und überall. Echte Veränderung erreichen wir nur, wenn wir auch überall ansetzen: in Betrieben, in Schulen, im öffentlichen Raum, in der Nachbarschaft und in unserem eigenen sozialen Umfeld. Hier setzt die Kampagne an und stellt dem Täterbild ein positives Männerbild gegenüber – Männer, die nicht wegsehen, sondern im richtigen Moment einschreiten. Die Sujets zeigen Alltagssituationen und geben klare Handlungsalternativen. Oft reicht ein einziger Satz, um Übergriffe zu stoppen oder gar nicht erst entstehen zu lassen – egal ob im Fitnesscenter, auf der Weihnachtsfeier, am Arbeitsplatz oder im Freundeskreis. Natürlich helfen prominente Vorbilder, die Gewalt von Männern ansprechen und sich einsetzen, doch am Ende reicht das nicht. Entscheidend ist, dass wir alle Verantwortung übernehmen. Und vor allem, dass Männer sagen: ,Ich spreche es an!‘ Wenn sie das tun, entsteht der Wandel, den wir so dringend brauchen“, betont Korinna Schumann, Bundesministerin für Arbeit, Soziales, Gesundheit, Pflege und Konsumentenschutz.
„Gewalt gegen Frauen ist ein Angriff auf die Grundwerte unserer Gesellschaft. Es ist unsere gemeinsame Aufgabe, hinzuschauen, zuzuhören und zu handeln. In Linz setzen wir auf eine konsequente Gewaltprävention und investieren gezielt in Bewusstseinsarbeit. Die Kampagne ,Mann spricht’s an‘ ergänzt unsere Maßnahmen um eine wichtige Perspektive: Männer werden darin gestärkt, Verantwortung zu übernehmen und aktiv gegen Gewalt aufzutreten“, erklärt Bürgermeister Dietmar Prammer.
„Die Stadt Linz nimmt das Thema Gewaltprävention ernst und engagiert sich umfassend für eine sichere und gesunde Stadt. Dabei spielt auch Männergesundheit eine entscheidende Rolle – physisch wie psychisch. Mit der Umsetzung dieser Kampagne setzen wir ein starkes Signal für einen respektvollen Umgang und für mehr Zivilcourage im Alltag“, betont Gesundheits- und Sicherheitsstadtrat Dr. Michael Raml.
„Femizide sind die folgenschwerste Eskalation von patriarchalischen Mustern und von männlichem Besitz- und Anspruchsdenken. Wir müssen alles tun, was in unserer Macht steht, um dem zu begegnen. Das Frauenressort der Stadt Linz setzt sich ganzjährig mit zahlreichen Maßnahmen zur Bewusstseinsbildung und Gewaltprävention für den Schutz und die Unterstützung von Frauen und Mädchen ein. Klar ist: Jeder einzelne Vorwurf an Betroffene verkennt die Ursachen von Gewalt und schützt damit indirekt die Täter. Diese Dynamik muss durchbrochen werden. ,Die Scham muss die Seite wechseln‘, wie Gisèle Pelicot sagt. Männer müssen Verantwortung für Männergewalt übernehmen. Genau das adressiert die Kampagne und deshalb ist es wichtig, dass wir sie nun in Linz umsetzen können“, sagt Frauenstadträtin Mag.a Eva Schobesberger.
Crossmediale Kampagne im gesamten Stadtgebiet
Die Umsetzung der Kampagne „Mann spricht’s an. #sagwas und verhindere Gewalt“ in Linz basiert auf einem mehrheitlich beschlossenen Gemeinderatsantrag vom März 2024. Dieser beauftragte den Sicherheitsreferenten unter Einbindung der für Integration und Frauen zuständigen Stadtsenatsmitglieder, ein lokales Sensibilisierungsprogramm nach dem Vorbild der Bundesinitiative zu erarbeiten.
Die Roll-out-Phase der städtischen Kampagne ist – nach einem Beschluss im Linzer Gemeinderat – für den Zeitraum von Dezember 2025 bis Ende Jänner 2026 angesetzt.
Die städtische Bewerbung der Kampagne erfolgt in enger Anlehnung an das visuelle Erscheinungsbild der bundesweiten Initiative des Sozialministeriums. Vorgesehen sind Maßnahmen der Öffentlichkeitsarbeit über klassische und digitale Medienkanäle, darunter die städtische Website, Social Media, Screens in öffentlichen Einrichtungen sowie analoge und digitale Werbeflächen im öffentlichen Verkehr. Ergänzt wird dies durch interne Kommunikation innerhalb des Magistrats.


Kampagne „#sagwas – Mann spricht‘s an“
Gewalt, Demütigung oder Belästigung finden in vielen Fällen als häusliche Gewalt im Verborgenen statt. Außenstehende – Familie, Freund*innen, Nachbar*innen und Arbeitskolleg*innen – können Anzeichen von Gewalt jedoch auch hier wahrnehmen und einschreiten. Je früher das persönliche Umfeld eines Täters reagiert, umso besser lässt sich Gewalt stoppen.
Ein Femizid ist in vielen Fällen der Schlusspunkt einer jahrelangen Entwicklung. Oft reicht ein Wort zur richtigen Zeit, um Gewalt zu verhindern. Männer können durch das Einschreiten im Familien-, Freundes- und Bekanntenkreis viel beitragen. Ganz nach dem Motto: #sagwas und verhindere Gewalt.
(Informationsunterlage zur Pressekonferenz mit Bundesministerin Korinna Schumann, Bürgermeister Dietmar Prammer, Stadtrat Dr. Michael Raml und Stadträtin Mag.a Eva Schobesberger zum Thema „#sagwas – Mann spricht‘s an“)
Fotos
- Druckdatei (JPG | 5,44 MB) 70 x 47 cm mit 300 dpi Foto: Stadt Linz
V.l.: Stadtrat Dr. Michael Raml, Bundesministerin Korinna Schumann, Bürgermeister Dietmar Prammer und Stadträtin Mag.a Eva Schobesberger präsentieren die Kampagne „#sagwas – Mann spricht‘s an“.
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