Vizebürgermeisterin Karin Leitner: „Soziale Sicherheit stärken – Perspektiven schaffen“ Anstieg der Sozialhilfebezieher*innen in Linz im Jahr 2025 spiegelt angespannte Wirtschaftslage wider
Die aktuelle Gesamtzahl der Sozialhilfebezieher*innen in Linz liegt bei 2.312 Personen und ist damit gegenüber dem Vergleichszeitraum des Vorjahres (2.031) angestiegen. Nach mehreren Jahren rückläufiger Zahlen zeigt sich damit eine Trendumkehr – ein klares Signal für die spürbar angespanntere wirtschaftliche Lage.
„Die Entwicklung am Arbeitsmarkt und die Zahl der Sozialhilfebezieher*innen hängen direkt zusammen“, betont Vizebürgermeisterin Karin Leitner. „Der Anstieg der Arbeitslosigkeit in den Jahren 2024 und 2025 schlägt sich auch in den Sozialhilfedaten nieder. Dieser Trend spiegelt unmittelbar die Lebensrealität vieler Linzer*innen in sämtlichen Bevölkerungsgruppen wider.“
Die Vizebürgermeisterin verweist dabei auf die anhaltend hohe Inflation und die schwierige Situation am Arbeitsmarkt, die zunehmend auch erwerbstätige Menschen mit geringem Einkommen unter Druck setzen. Das zeigt, wie wichtig eine starke soziale Infrastruktur und gezielte arbeitsmarktpolitische Maßnahmen sind“, so Leitner weiter. Darüber hinaus steigt die Zahl der Mehrpersonenhaushalte, wenngleich Einpersonenhaushalte nach wie vor die größte Gruppe unter den Leistungsbezieher*innen darstellen.
Fokus auf Perspektiven statt Kontrolle
„Unsere Antwort auf diese Herausforderungen bleibt klar: Wir geben den Menschen Perspektiven“, betont Leitner. „Mit gezielten Maßnahmen wie Aus- und Weiterbildung, Arbeitsmarktintegration – etwa durch Programme wie JobImpuls – und einer verlässlichen sozialen Infrastruktur unterstützen wir die Linzer*innen nachhaltig.“
Ablehnend steht die Vizebürgermeisterin hingegen Vorschlägen gegenüber, zusätzliches Personal für aufwendige Kontrollen von Sozialhilfebezieher*innen in ihren Wohnungen abzustellen. „Es gibt dafür weder eine ausreichende Rechtsgrundlage noch eine Notwendigkeit. Der Vollzug funktioniert über die bestehenden Strukturen des Magistrats bereits sehr gut. Linz verfügt über funktionierende, rechtskonforme und effiziente Abläufe“, so Leitner.
Gleichzeitig regt sie an, die bestehenden Strukturen weiter zu stärken und effizienter zu gestalten: „Begrüßenswert wäre, wenn unsere Behörde – ähnlich wie das Finanzministerium – über den Bund Zugriff auf das Kontoregister erhielte. Das würde die Verwaltungsarbeit erleichtern und Missbrauch effizient verhindern.“
JobImpuls: Erfolgreiche Wiedereingliederung in den Arbeitsmarkt
Statt auf Kontrolle setzt die Stadt Linz auf Kooperation – insbesondere mit dem AMS. Im Rahmen des Programms „JobImpuls“ können aktuell etwa 222 Menschen am Arbeitsmarkt beschäftigt werden.
„Dieses Programm zeigt, dass gezielte Unterstützung wirkt“, so Leitner. „Wir würden es sehr begrüßen, wenn das Land Oberösterreich – wie vom Städtebund und der Stadt Linz mehrfach vorgeschlagen – gemeinsam mit Bund und AMS verstärkt auf die Integration arbeitsfähiger Sozialhilfebezieher*innen in den Arbeitsmarkt setzt und gleichzeitig eine besser abgestimmte Grundversorgung für Asylwerber*innen sicherstellt.“