Medienservice vom: 05.01.2026 |Fotos zur Meldung

ÖKO.L widmet sich in aktueller Ausgabe dem Thema Lichtverschmutzung Umweltstadträtin Eva Schobesberger: „Unsere Devise ist: ‚Weniger, aber dafür besseres Licht‘.“

Die aktuelle Ausgabe des ÖKO.L widmet sich einem einzigen, hochaktuellen Thema: der Lichtverschmutzung. In vier fundierten Beiträgen beleuchtet das Magazin eine Problematik, die bislang noch zu wenig im öffentlichen Bewusstsein verankert ist, obwohl sie Mensch, Natur und Umwelt gleichermaßen betrifft.

„Manchmal braucht es nicht mehr als einen Blick in den Himmel, um zu erkennen, wie sehr wir die Nacht verändert haben. Wo früher Sterne funkelten, dominiert heute der Schein von Werbetafeln und Fassadenbeleuchtungen. Die Nacht ist heller geworden – oft heller, als es der Natur guttut. Lichtverschmutzung betrifft uns alle, denn sie beeinflusst Tierwelt, Pflanzen, Schlafrhythmen und Energieverbrauch“, so Umweltstadträtin Mag.a Eva Schobesberger. 

Den Auftakt der Themenschwerpunktausgabe macht der Astrofotograf, Arzt und Autor Dr. Dietmar Hager mit seinem Beitrag „Wenn der Himmel schweigt – Faszination Sternenhimmel und das stille Sterben der Nacht“. Er beschreibt die kulturelle, spirituelle und wissenschaftliche Bedeutung des Sternenhimmels, der durch zunehmende künstliche Aufhellung vielerorts kaum mehr sichtbar ist. Neben dem Verlust eines wichtigen kulturellen Bezugssystems zeigt Hager die gesundheitlichen Folgen von Lichtverschmutzung auf – von gestörten Biorhythmen bis hin zu erhöhten Krankheitsrisiken. Gleichzeitig verweist er auf wirksame Gegenmaßnahmen wie abgeschirmte Beleuchtung, Bewegungsmelder und Dark-Sky-Initiativen.

DI Dr. Josef Springer widmet sich dem Thema in zwei Beiträgen. In „Lichtverschmutzung – wenn die Nacht zum Tag wird“ beschreibt er die dramatische Zunahme künstlicher Beleuchtung: Der Nachthimmel wird in Europa jährlich um etwa 6,5 Prozent heller, in Nordamerika sogar um mehr als 10 Prozent. Diese Entwicklung stört natürliche Tag-Nacht-Zyklen sowie Orientierung und Fortpflanzung zahlreicher Tier- und Pflanzenarten.

In seinem zweiten Artikel „Eine nächtliche Reise durch Linz – Auf den Spuren des Lichtes“ nimmt Springer die Situation in Linz unter die Lupe. Die Landeshauptstadt trägt aufgrund ihrer ausgeprägten Lichtglocke eine besondere Verantwortung. Beispiele aus dem Stadtgebiet – von Kirchen, Brücken und Museen über Sportstätten bis hin zu Werbung und Industrie – zeigen, wo unnötige oder ineffiziente Beleuchtung Umwelt und Anrainer belastet. Problematisch sind vor allem fehlgeleitete Effektbeleuchtungen, hohe Farbtemperaturen und lange nächtliche Betriebszeiten.

Die Stadt Linz setzt bereits konkrete Schritte dagegen: etwa Kampagnen zum früheren Abschalten von Werbeanlagen, begleitet vom Maskottchen „Lina – die Linzer Nachtschützerin“. Zusätzlich soll eine aktuell laufende umfassende Lichtstudie Einspar- und Optimierungspotenziale aufzeigen. Ziel ist es, die nächtliche Aufhellung zu reduzieren und langfristig wieder natur- und menschenfreundlichere Nächte zu ermöglichen.
Den Abschluss der Ausgabe bildet der Beitrag „Die dunkle Seite des Lichtes – Lichtverschmutzung und ihre Auswirkung auf die Natur“ von Mag.a Gudrun Fuß. Sie zeigt eindrücklich, wie stark künstliches Licht nachtaktive Tiere beeinflusst: Fledermäuse, Vögel, Insekten, Amphibien und Fische verändern ihr Verhalten, verlieren Lebensräume oder sterben durch Desorientierung. Auch Pflanzen reagieren sensibel auf nächtliches Licht, etwa durch verzögerten Laubfall oder geringere Bestäubung durch nachtaktive Insekten. Naturschutzfreundliche Beleuchtung bedeutet daher vor allem: weniger Licht, gezielte Ausrichtung und warme Farbtemperaturen.

Mit dieser Schwerpunkt-Ausgabe möchte das ÖKO.L Bewusstsein schaffen und zur Diskussion anregen – für einen verantwortungsvolleren Umgang mit Licht und für die Rückkehr dunkler, lebenswerter Nächte. 

Alle Informationen zur Zeitschrift für Ökologie, Natur- und Umweltschutz ÖKO.L:
ÖKO.L - Zeitschrift | Botanischer Garten Linz 

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