Neujahrsempfang 2026 Bürgermeister Dietmar Prammer präsentiert Schwerpunkte für Linz
Beim Neujahrsempfang 2026 gibt Bürgermeister Dietmar Prammer bei seinem ersten Empfang als Bürgermeister den Gästen aus Politik, Wirtschaft, Wissenschaft, Kultur und Zivilgesellschaft einen Ausblick auf zentrale Vorhaben und Zukunftsthemen. Bürgermeister Dietmar Prammer stellt drei Leitlinien als zentrale Vorhaben und Entwicklungen im Jahr 2026 in den Mittelpunkt: Fortschritt, Stadtleben und Zusammenhalt. Es sollen Räume entstehen, in denen gearbeitet, geforscht und gelebt wird. „Linz bleibt nicht stehen, Linz geht voraus“, so Bürgermeister Dietmar Prammer.
Fortschritt: Wachstum, Innovation und KI
Fortschritt wird in Linz als konkrete Entwicklung verstanden, die das Stadtbild sichtbar verändert. Große Projekte schaffen neue Arbeits- und Lebensräume, im Zentrum ebenso wie im Norden und Süden, und stärken Linz als dynamische Stadt der Zukunft. „Transformation passiert nicht zufällig. Sie ist strategisch geplant und muss gleichzeitig flexibel genug sein, um auf neue Herausforderungen zu reagieren“, betont Bürgermeister Prammer.
Ein zentraler nächster Schritt ist der Start des Örtlichen Entwicklungskonzepts (ÖEK) als Kompass für die Stadtentwicklung der kommenden Jahre. Grundlage dafür ist eine breite Bürger*innenbefragung, verbunden mit der Leitfrage: Wie soll Linz morgen aussehen?
Als Innovationsstandort verbindet Linz Industrie, Technologie und Forschung. Das neue Wirtschaftsprogramm wird den Innovationssektor stärken und schafft ein Ökosystem, in dem Start-ups und etablierte Unternehmen gemeinsam wachsen und voneinander profitieren können. „Der ‘Linzer Spirit’ ist eine Kultur des Anpackens und des Umsetzens, immer auf den gemeinsamen Erfolg ausgerichtet“, so Prammer.
Künstliche Intelligenz wird als strategische Chance gesehen. KI kommt auch in der Stadtverwaltung dort zum Einsatz, wo sie Abläufe verbessert. „Wir setzen KI nicht ein, weil es modern klingt, sondern weil es Verfahren beschleunigt und den Service verbessert.“ Konkret zeigt sich das in der vollständigen Digitalisierung der Bauverfahren. Für den Standort Linz bildet KI ein Zukunftsthema mit starken Voraussetzungen: internationale Spitzenforschung, über 2.000 Studierende aus aller Welt und eine ausgeprägte industrielle Stärke in Produktion und Wertschöpfung. „Was wir nicht haben, ist unbegrenzt Zeit. Was wir nicht brauchen, ist Kirchturmdenken. Was wir brauchen, ist: den KI-Turbo zünden – und über alle Sektoren hinweg gemeinsam handeln.“
Stadtleben: Kultur, Sport und Lebensräume
Was das Leben in Linz ausmacht, zeigt sich in kultureller Vielfalt, sportlichem Engagement und dem alltäglichen Miteinander. Das Linzer Lebensgefühl stiftet Identität und wird zum entscheidenden „weichen“ Standortfaktor, um Fachkräfte nach Linz zu holen und langfristig zu halten. Linz präsentiert sich als Kulturstadt mit eigener Identität, getragen vom Zusammenspiel großer Institutionen und einer freien Szene. Das kulturelle Flaggschiff LIVA mit Brucknerhaus, Posthof und Kinderkulturzentrum ist wieder auf Kurs. Internationale Sichtbarkeit bringt zudem beispielsweise das Ars Electronica Center.
Kultur braucht aber auch Räume zum Ausprobieren und Experimentieren: Im ehemaligen Jugendklub im Franckviertel wird ein neuer, unkonventioneller Ort für lokale Bands und Nachwuchskünstler*innen entstehen, unterstützt vom Posthof.
Sport bringt Menschen in Vereinen, bei Veranstaltungen und Wettkämpfen zusammen und macht Talente sichtbar. Das Rückgrat dafür bilden mehr als 350 anerkannte Linzer Sportvereine sowie eine breite Infrastruktur mit über 100 Sportplätzen und rund 450 städtischen und privaten Sportstätten.
Zusammenhalt: Sozialnetz und Nachhaltigkeit
Zusammenhalt bildet die Grundlage für das Funktionieren einer Stadt mit über 215.000 Einwohner*innen. Die Stärke von Linz liegt in sozialer Sicherheit, nachhaltiger Entwicklung und einem guten Zusammenleben. Linz ist eine Stadt der Vielfalt: Rund 150 Nationen und etwa 100 Sprachen prägen das Zusammenleben. Die neue Integrationsstrategie wird einen klaren Rahmen für Teilhabe schaffen, verbunden mit Erwartungen an ein respektvolles Miteinander. „Wir wollen Perspektiven eröffnen, aber es braucht auch klare Regeln: Was erwarten wir, und was kann man von uns erwarten?“
Das soziale Netz begleitet Menschen in allen Lebensphasen: von Vollversorgung in der Kinderbetreuung bis zu Beratung und Unterstützung in schwierigen Lebenssituationen. In Betreuung und Pflege älterer Linzer*innen setzt die Stadt auch auf Digitalisierung, etwa mit Telemedizin und Sturz-Sensorik, um Senior*innen und Pflegekräfte zu entlasten.
Nachhaltigkeit ist Verantwortung gegenüber den heutigen Bewohner*innen und künftigen Generationen. Klimaschutz wird als Thema von Lebensqualität, Versorgungssicherheit und Wohlstand verstanden. Gemeinsam mit Partnern wie der Linz AG wird der Ausbau von Fernwärme und Fernkälte, PV-Anlagen, E-Mobilität, neue Buslinien und weiteren Projekten im öffentlichen Verkehr vorangetrieben. Auch mehr Bäume, Schatten und Verweilmöglichkeiten im öffentlichen Raum stehen im Fokus – beispielsweise am Martin-Luther-Platz, am Hauptplatz, an der Urfahraner Donaulände oder im Innenhof der Tabakfabrik.
Als neues Ziel setzt Bürgermeister Prammer, Linz als österreichisches Zentrum für Carbon Management zu positionieren, gemeinsam mit Unternehmen sowie Wissenschaft und Forschung am Standort.
Zukunft: Zuversicht und Hands-on-Mentalität
Zum Abschluss richtet der Linzer Bürgermeister den Blick auf die weltweiten Umbrüche und die Unsicherheiten, die damit verbunden sind. So fundamental, wie sich die Welt derzeit verändert, kann niemand seriös vorhersagen, wie sie in zehn oder 15 Jahren aussieht. Für Linz gebe es daher keinen „fertigen Weg“, bei dem heute schon klar ist, dass er zum Erfolg führt, und auch 2026 sei davon nicht ausgenommen.
Entscheidend ist daher die Haltung, mit der Linz dieser Zukunft begegnet. „Zittern vor Angst und Resignation passt nicht zu uns, und es passt nicht zu Linz“, so Prammer. „Die Stadt setzt stattdessen auf Selbstvertrauen, Zuversicht und Entschlossenheit – Schritt für Schritt, auch in einem herausfordernden Umfeld.“ Als Stärke nennt Prammer den Tatendrang vieler Institutionen und Unternehmen: „Wenn man sich in Linz umsieht, dann sieht man Unternehmergeist und eine Hands-on-Mentalität, die über Oberösterreich hinaus bekannt ist.“