Alle Kindergartenstandorte im Sommer 2026 in Betrieb Mehr Planungssicherheit für berufstätige Familien
Seit 2024 wurde in den Sommermonaten für einzelne Wochen ein angepasstes Modell mit zusammengelegten Standorten erprobt. Die Analysen zeigten im Ergebnis zwar punktuell höhere Auslastungen einzelner Einrichtungen, insgesamt ging die Nutzung jedoch zurück. Denn vor allem berufstätige Familien und Haushalte mit mehreren betreuten Kindern sowie Kinder mit besonderen pädagogischen Bedürfnissen empfanden das Wechseln von Standorten in dieser Zeit als Belastung und nahmen sie darum in geringerem Maße wahr.
„Ab dem Sommer 2026 bleiben alle städtischen Kindergärten in Linz während der Sommermonate durchgehend geöffnet”, erklärt daher Sozialreferentin Vizebürgermeisterin Karin Leitner. Die Entscheidung folgt auf eine umfassende Auswertung der bisherigen Sommerorganisation sowie auf Rückmeldungen aus der Praxis. Damit setzt die Stadt Linz ein klares Zeichen für Familienfreundlichkeit, Verlässlichkeit und moderne Sozialpolitik. „Ziel ist es, Familien auch in der Ferienzeit ein gut planbares und wohnortnahes Betreuungsangebot zu bieten. Familien profitieren von kurzen Wegen, stabilen Strukturen und Kontinuität in der gewohnten Einrichtung. Kinder bleiben in ihrem vertrauten Umfeld, pädagogische Konzepte können auch im Sommer durchgehend umgesetzt werden.”
Die Maßnahme knüpft an ein Qualitätsverständnis an, für das die Linzer Kinderbetreuung seit Jahren steht und das sich in der Bestnote im Kinderbetreuungsatlas der Arbeiterkammer sowie in der hohen Zufriedenheit der Linzer Eltern widerspiegelt. „Aus diesem Anspruch heraus wurden die bisherigen Sommerregelungen laufend überprüft und bereits 2025 angepasst. Kinderbetreuung ist für uns kein Randthema, sondern ein zentrales Element moderner Stadtpolitik. Gerade in herausfordernden Zeiten ist es wichtig, Entscheidungen an den tatsächlichen Bedürfnissen der Familien auszurichten und Verlässlichkeit zu garantieren“, betont Vizebürgermeisterin Karin Leitner.
„Für uns ist entscheidend, die Erfahrungen aus dem laufenden Betrieb ernst zu nehmen und daraus praktikable Lösungen abzuleiten. So stellen wir sicher, dass die Betreuung auch im Sommer gut organisiert ist und die gewohnte Qualität erhalten bleibt“, untermauert Daniel Hagendorf, Direktor der Kinder- und Jugend-Services der Stadt Linz. Gleichzeitig bleibe der Betrieb effizient: „Personalaufwand, Gruppenzahlen und genutzte Räumlichkeiten bleiben unverändert und werden künftig auch in den Sommerwochen wieder auf alle Standorte verteilt.”
Vorbildhafte Qualität und klares Bekenntnis zur Kinderbetreuung
Die städtischen Kinderbildungs- und Betreuungseinrichtungen sind ein unerlässlicher und verlässlicher Partner für Linzer Familien. Die Stadt setzt seit Jahrzehnten konsequent auf die hohe Qualität der Kinderbetreuung und nimmt damit eine Vorreiterrolle ein. Das Linzer Modell einer ganzjährigen Öffnung – einschließlich täglicher Randzeiten – ist in dieser Form österreichweit einzigartig und gilt als Vorbild für andere Städte und Gemeinden.
Das breite Angebot unterstreicht diese Rolle: In Linz werden aktuell in 57 Krabbelstuben, 100 Kindergärten und 42 Horten insgesamt rund 12.600 Kinder und Jugendliche betreut. Damit verfügt die Stadt über eines der umfassendsten kommunalen Betreuungsangebote in Österreich. Dieses klare Bekenntnis spiegelt sich auch im Budget wider: Für die Kinderbildung und -betreuung sind im Budget 2026 insgesamt erneut rund 120,9 Millionen Euro vorgesehen. Damit unterstreicht die Stadt Linz ihren Anspruch, Familien auch künftig ein dauerhaft verlässliches Betreuungsangebot zu bieten.
Zuletzt standen in Linz insgesamt 6.928 bewilligte Kindergartenplätze zur Verfügung. Davon entfallen 5.005 Plätze auf städtische und 1.923 auf nicht-städtische Einrichtungen. Für Kinder im Alter von drei bis fünf Jahren stehen 59 städtische und 17 private Kindergärten, 23 Kindergärten der Caritas sowie ein Übungskindergarten des Bundes zur Verfügung. Im laufenden Betreuungsjahr 2025/26 werden aktuell rund 6.100 Kindergartenkinder in Linz betreut, davon etwa 4.500 in städtischen Kindergärten. Der Bedarf kann damit gedeckt werden.
Entwicklung der Zahl Linzer Kindergartenkinder über das letzte Jahrzehnt, Grafik: Stadtforschung Stadt Linz.
Die hohe Qualität der Linzer Kinderbildungs- und Betreuungseinrichtungen wird auch regelmäßig extern bestätigt. Zuletzt erhielten sie erneut die Bestnote 1A+ im Kinderbetreuungsatlas der Arbeiterkammer Oberösterreich. In die Bewertung fließen dabei unter anderem die täglichen Öffnungszeiten, das Angebot eines Mittagessens, die Betreuung während der Sommermonate sowie die Anzahl der Schließtage im Jahresverlauf ein.
Auch aus Sicht der Eltern wird die Qualität des Angebots klar bestätigt. In der städtischen Elternbefragung 2023/24 gaben 90 Prozent der Eltern an, mit der Betreuung in den städtischen Kindergärten sehr zufrieden oder zufrieden zu sein. Bei den Krabbelstuben liegt dieser Wert sogar bei über 96 Prozent. Besonders positiv hervorgehoben wurden dabei die engagierte pädagogische Arbeit, die gute Kommunikation mit den Familien sowie die Verlässlichkeit des Betreuungsangebots.
Angepasste Sommerstandorte seit 2024
Ein Blick zurück zeigt, dass seit dem Jahr 2024 im Linzer Kindergartenbereich für die Sommermonate eine angepasste Organisationsform galt. Diese basierte auf einer mehrjährigen Beobachtung der tatsächlichen Nutzung während der Sommerferien.
Eine Analyse der Anwesenheitszahlen in den Kalenderwochen 31 bis 33 ließ in diesem Zeitraum einen geringeren Bedarf an Betreuungsplätzen erkennen. Diese Auswertung bezog sich auf die Jahre 2021 bis 2023 und zeigte, dass die Besuchszahlen in diesen Wochen regelmäßig deutlich zurückgingen. In manchen Einrichtungen lagen die Auslastungen in diesem Zeitraum zeitweise nur bei rund zehn bis zwanzig Prozent, in einzelnen Fällen sogar noch darunter.
Auf Basis dieser Daten wurde ein Sommerbetrieb mit zeitweiligen Zusammenlegungen einzelner Standorte in Linz entwickelt und eingeführt. Diese Zusammenlegungen betrafen gezielt die Kalenderwochen 31 bis 33. Die Kindergärten blieben dabei grundsätzlich durchgehend geöffnet, die Betreuung wurde jedoch für diesen Zeitraum auf ausgewählte, gut erreichbare Standorte konzentriert. Die Öffnungszeiten an diesen Standorten blieben unverändert; Krabbelstuben und Horte waren von dieser Regelung nicht betroffen.
Die Zielsetzungen dieses Modells waren klar definiert: Der Betrieb sollte während der Sommermonate ressourcenschonend organisiert und die Arbeitsbedingungen der Mitarbeiter*innen – insbesondere im Hinblick auf Urlaubs- und Personalplanung – verbessert sowie in den geöffneten Einrichtungen eine erhöhte Personaldichte ermöglicht werden. Dabei war sicherzustellen, dass allen Familien weiterhin ein gesichertes Betreuungsangebot in erreichbarer Nähe zur Verfügung steht. Gleichzeitig ging man davon aus, dass sich dieses Modell organisatorisch umsetzen ließe, ohne die Betreuungsqualität zu beeinträchtigen.

Auslastung anhand der Zahlen fortlaufend geprüft
Von Anfang an war klar, dass dieses Modell nicht unverändert beibehalten wird. Vielmehr sollte anhand der Erfahrungen aus der Praxis regelmäßig geprüft werden, um bei Bedarf nachzuschärfen.
Die aktuell vorliegenden Zahlen liefern dafür eine belastbare Grundlage. Sie zeigen, dass an einzelnen geöffneten Einrichtungen grundsätzlich eine höhere Auslastung erreicht werden konnte. Insgesamt ergibt sich aber ein gemischtes Bild: In der Kalenderwoche 31 blieb der Betreuungsbedarf mit rund 1.700 Kindern weitgehend konstant. In den darauffolgenden Wochen 32 und 33 ging die Nutzung allerdings insgesamt deutlich zurück. Vergleicht man die Jahre 2023 und 2025, zeigt sich bei den städtischen Kindergärten ein Rückgang der betreuten Kinder um bis zu 22 Prozent in diesen beiden Wochen.
Diese Entwicklung legt nahe, dass die reduzierten Öffnungszeiten und die Zusammenlegung von Standorten in diesem Zeitraum für einige Linzer Familien weniger attraktiv wirken. Stattdessen greifen Eltern häufiger auf andere Betreuungsmöglichkeiten zurück oder verzichteten in diesen Wochen ganz auf das städtische Angebot.
Einfließen von Rückmeldungen aus der Praxis
Parallel zur quantitativen Auswertung wurden auch ergänzende Rückmeldungen von Eltern sowie Mitarbeiter*innen der Kindergärten berücksichtigt.
Dabei zeigte sich, dass das Modell insbesondere für berufstätige Familien mit mehreren gleichzeitig betreuten Kindern (z. B. Kindergarten und Hort) als schwerer planbar empfunden wurde. Für Kinder bedeutete der zeitweise Wechsel in eine andere Einrichtung als die ihrer Geschwister eine zusätzliche organisatorische und pädagogische Herausforderung.
Auch die erwarteten Effekte im Bereich der Urlaubsplanung für Mitarbeiter*innen konnten nicht im erhofften Ausmaß realisiert werden. Der Wechsel von Einsatzorten führte nicht zu einer nachhaltig verbesserten Urlaubskonsumation und erhöhte den Koordinationsaufwand für die verbliebenen Kräfte im laufenden Betrieb.
Aus fachlicher Sicht wurde zudem deutlich, dass insbesondere für Kinder mit Integrationsbedarf ein temporärer Wechsel in eine andere Einrichtung nicht förderlich ist.
Als erste Konsequenz daraus wurden bereits im Sommer 2025 in Abstimmung mit der zuständigen Direktion der Kinder- und Jugend-Services zusätzliche Standorte geöffnet.
Ab 2026: Durchgehende Sommeröffnungen, um Linzer Familien zu entlasten
Vor dem Hintergrund der aktuellen Auswertungen hat die zuständige Vizebürgermeisterin der Stadt Linz, Karin Leitner, nun beschlossen ab dem Sommer 2026 alle städtischen Kindergärten während der Sommermonate durchgehend geöffnet zu halten. Vorrangiges Ziel soll es sein, Linzer Familien zu entlasten und ein unkompliziertes Betreuungsangebot sicherzustellen.
Diese Entscheidung erfolgt nach gründlicher Abstimmung mit den Kinder- und Jugend-Services und ist nicht mit höheren Kosten verbunden. „Der Personalaufwand bleibt bei uns insgesamt gleich, ebenso die Anzahl der Gruppen und genutzten Räumlichkeiten. Die Betreuung wird künftig nur wieder auf alle Standorte verteilt, anstatt auf wenige konzentriert”, erklärt Direktor Daniel Hagendorf.
Vizebürgermeisterin Karin Leitner betont: „Ein durchgehender Betrieb erhöht die Verlässlichkeit für die Linzer Familien und stärkt aus pädagogischer Sicht kontinuierliche Beziehungen zwischen Kindern und Fachkräften. Gleichzeitig ermöglicht er eine ganzjährige Umsetzung aller pädagogischen Standards und Konzepte.”
Starke Kinderbetreuung stärkt Wirtschaft und sozialen Zusammenhalt
Die verlässliche und ganztägige Kinderbetreuung ist ein zentraler Faktor für den allgemeinen Wohlstand sowie den sozialen Zusammenhalt einer Stadt. In Oberösterreich zählt Linz hier zu den wenigen Positivbeispielen. Während das Land Oberösterreich regelmäßig auf den Ausbau von Kinderbetreuungsplätzen verweist, handelt es sich dabei vielfach um Angebote, die eine Vollzeitberufstätigkeit beider Elternteile nicht ermöglichen.
Linz hat bereits seit den 1990er-Jahren konsequent in den Ausbau seiner Kinderbildungs- und Betreuungseinrichtungen investiert. Dieser langfristige Kurs zeigt klare Wirkung: Im Vergleich zum Jahr 1985 konnte die Anzahl der weiblichen Arbeitsplätze in Linz um knapp 45 Prozent gesteigert werden. Laut Erhebungen der Linzer Stadtforschung stehen den rund 107.000 männlichen Arbeitsplätzen nahezu gleich viele weibliche Arbeitsplätze gegenüber – nämlich rund 102.000. Dies wirkt sich auch positiv auf die Einkommenssituation aus. Der Einkommensunterschied zwischen Frauen und Männern ist in Linz mit 15,1 Prozent deutlich geringer ausgeprägt als der oberösterreichische Durchschnitt von 20,2 Prozent.
Neben den Öffnungszeiten spielt zudem das sozial gestaffelte Linzer Tarifmodell eine wesentliche Rolle bei der Entlastung der Familien. Für Familien mit niedrigem Einkommen bedeutet dieses Modell eine vollständige Befreiung von der Besuchsgebühr. Auch Eltern mit mittleren und höheren Einkommen zahlen deutlich weniger als vom Land Oberösterreich vorgesehen.
Von dieser finanziellen Entlastung profitieren nicht nur die Familien selbst, sondern auch der Wirtschaftsstandort Linz insgesamt. Trotz der herausfordernden Rahmenbedingungen für die städtischen Finanzen hat sich die Stadt bewusst dafür entschieden, das Budget weiterhin auf Stabilität und Sicherheit für die Linzer Bevölkerung auszurichten und nicht bei den Familien zu sparen. Aus diesem Grund bleibt das Linzer Tarifmodell unverändert bestehen.
(Informationsunterlage zur Pressekonferenz mit Sozialreferentin Vizebürgermeisterin Karin Leitner und Daniel Hagendorf, Direktor der Kinder- und Jugend-Services, anlässlich der Pressekonferenz „Attraktive Sommerbetreuung in Linzer Kindergärten: Aktuelle Entwicklungen“)
Fotos
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„Ab dem Sommer 2026 bleiben alle städtischen Kindergärten in Linz während der Sommermonate durchgehend geöffnet“, kündigt Sozialreferentin Vizebürgermeisterin Karin Leitner an.
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Entwicklung der Zahl der Linzer Kindergartenkinder über das letzte Jahrzehnt
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Vizebürgermeisterin Karin Leitner und Daniel Hagendorf, Direktor der Kinder- und Jugend-Services der Stadt Linz
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