Film und Diskussion „STOFF – Ein Spitzengeschäft“ Vier Frauen. Ein Film. Ein Ziel
Der Dokumentarfilm „STOFF – Ein Spitzengeschäft“ folgt den globalen Verflechtungen des Textilhandels zwischen Nigeria und Österreich und erzählt diese Geschichte konsequent aus weiblichen Perspektiven. Zu sehen am 4. Februar um 20 Uhr im Moviemento Linz. „Ich danke allen Mitwirkenden für diesen Dokumentarfilm und vor allem das Hinterfragen von historischen Machtverhältnissen, die bis in unsere Gegenwart wirken“, so Frauenstadträtin Mag.a Eva Schobesberger.
Der im Kollektiv aus österreichischen und nigerianischen Regisseurinnen realisierte Film spannt einen Bogen von den Stoffmärkten der Millionenstadt Lagos über die Stickereifabriken in Vorarlberg bis zu den historischen Grundlagen des europäischen Reichtums – und offenbart mitunter brisante ökonomische Verstrickungen, wie die Filmemacherinnen erklären: Joana Adesuwa Reiterer betont, dass es diese Industrie ohne Afrika nicht gäbe. Österreich produzierte Spitze, Nigeria verlieh ihr Bedeutung. Chioma Onyenwe beschreibt, dass es dabei nicht nur um Stoff geht, sondern auch um Macht, Schweigen und darum, wer Geschichte erzählen darf. Anette Baldauf erklärt, wie sie über Kolonialismus immer als etwas Fremdes gelesen hatte, nie als Teil der eigenen Kultur. Und Katharina Weingartner erinnert daran, dass der vermeintliche Wohlstand aus Fleiß erst verstanden werden kann, wenn man den Faden zurück nach Westafrika verfolgt.
Film und Diskussion im Anschluss mit Katharina Weingartner (Regisseurin), Sandra Krampelhuber (Filmemacherin & Leiterin Filmfestival Cinéma Africain) und Abena Carty-Pinner (Frauenbeauftragte der Stadt Linz).
Diese Kooperationsveranstaltung vom Frauenbüro der Stadt Linz und dem Stadtkino Filmverleih ermöglicht einen vielschichtigen Blick auf Ressourcen und globale Ungleichheiten, die bis in die Gegenwart fortwirken. Im Zentrum stehen Frauen, deren Wissen, Arbeit und Beziehungen sichtbar machen, wie eng koloniale Ausbeutung, wirtschaftliche Macht und alltägliche Lebensrealitäten miteinander verwoben sind.