Leistungsbericht 2025 der Linzer Berufsfeuerwehr Konstantes Einsatzaufkommen, technische Weiterentwicklungen und ein Brückeneinsturz
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3.763 Einsätze im Vorjahr; zehn Einsätze pro Tag
Die Berufsfeuerwehr Linz war im Jahr 2025 erneut umfassend gefordert. Trotz insgesamt stabilerer Wetterlagen und dem Ausbleiben extremer Spitzenlasten blieb das Einsatzgeschehen konstant hoch. Unwettereinsätze waren zwar seltener, dennoch verlangten zahlreiche technische Hilfeleistungen, Brände und sicherheitsrelevante Zwischenfälle vollen Einsatz. Gleichzeitig konnte die Organisation wichtige strukturelle und technische Fortschritte verzeichnen: Zwei neue Drehleitern sowie ein modernes Großtanklöschfahrzeug wurden in Dienst gestellt. Auch die Aus- und Weiterbildung lief auf Hochtouren – von der Grundausbildung über die Chargenschule bis hin zu laufenden Weiterbildungen. In der vorbeugenden Gefahrenabwehr standen 2025 besonders die Umsetzung des neuen oberösterreichischen Feuer- und Gefahrenpolizeigesetzes sowie zahlreiche Bauprojekte im Fokus. Damit setzt die Berufsfeuerwehr Linz auch abseits des unmittelbaren Einsatzgeschehens wichtige Impulse für die Sicherheit in der Stadt.
Der Jahresbericht gibt Einblick in das breite Einsatzspektrum und die beeindruckenden Leistungen der Linzer Feuerwehr. Bei insgesamt 3.763 Einsätzen wurden 714 Menschen und 387 Tiere gerettet. Es konnten Schäden in Höhe von knapp 27,8 Millionen Euro verhindert werden. Den Großteil der Einsätze mit etwa zwei Drittel, machen die Technischen Hilfeleistungen aus, von denen 2.189 absolviert wurden. Für Brandeinsätze rückte die Berufsfeuerwehr im Jahr 2025 insgesamt 1.574 Mal aus.
„Linz steht für Verlässlichkeit – gerade wenn es darauf ankommt. Die eindrucksvolle Bilanz der Berufsfeuerwehr zeigt, wie professionell und effizient in unserer Stadt Hilfe organisiert ist. Jeder Einsatz, jede Übung und jede Investition in Technik oder Ausbildung steht für den Anspruch, Sicherheit auf höchstem Niveau zu gewährleisten. Mein besonderer Dank gilt jenen, die tagtäglich dafür sorgen, dass unsere Einsatzorganisationen optimal vorbereitet sind“, sagt Bürgermeister Dietmar Prammer.
„Unsere Feuerwehren sind eine unverzichtbare Säule der Sicherheit in Linz. Die Bilanz des Jahres 2025 zeigt eindrucksvoll, mit welchem Engagement und welcher Professionalität die Kameradinnen und Kameraden täglich im Einsatz stehen – sei es bei Bränden, Unwettern oder technischen Rettungen. Besonders hervorzuheben ist dabei die hervorragende Zusammenarbeit zwischen der Berufsfeuerwehr, den Freiwilligen Feuerwehren und den Betriebsfeuerwehren. Gemeinsam sorgen sie dafür, dass Linz auf verschiedenste Herausforderungen bestmöglich vorbereitet ist“, betont Sicherheitsstadtrat Dr. Michael Raml.
„Das Jahr 2025 hat erneut gezeigt, wie vielfältig und anspruchsvoll das Einsatzspektrum der Berufsfeuerwehr Linz ist. Besonders in Erinnerung bleibt ein technisch äußerst herausfordernder Einsatz, bei dem eine Fußgängerbrücke auf ein Fahrzeug stürzte und die beiden Insassen unter hohem Aufwand befreit werden mussten. Die erfolgreiche Rettung war nur durch das perfekte Zusammenspiel aller Beteiligten möglich – von unserer Mannschaft über die Freiwilligen Feuerwehren bis hin zu anderen Einsatzorganisationen“, berichtet Branddirektor Stefan Krausbar.
Einsatzzahlen 2025 im Vergleich zum Vorjahr
Im Jahr 2025 verzeichnete die Berufsfeuerwehr Linz insgesamt 3.763 Einsätze. Davon entfielen 1.574 auf Brandeinsätze – das sind 271 Einsätze weniger als im Jahr 2024. Gleichzeitig gab es einen leichten Anstieg bei Gebäudebränden, während es zu weniger Fahrzeug- und Müllbränden gekommen ist. Auch die Zahl der technischen Hilfeleistungen blieb mit 2.189 Einsätzen auf hohem Niveau.


Sieben Betriebsfeuerwehren
Der hohe Stellenwert der sieben Betriebsfeuerwehren ist unumstritten. Die gut geschulten Einsatzkräfte mit hervorragenden Ortskenntnissen leisten entscheidende Erstmaß-nahmen in ihren Einsatzbereichen und bemühen sich um den vorbeugenden Brandschutz. Linzer Betriebe mit Betriebsfeuerwehr: Voestalpine Standortservice GmbH, Chemiepark Linz, Landestheater Linz MOB, Linz AG, ÖBB Technisches Services Linz, Transformers – Siemens und Schiffswerft AG Linz. Mehr als 5.224 Einsätze meisterten die Betriebsfeuerwehren im Jahr 2025.
Vier Freiwillige Feuerwehren
Die vier Freiwilligen Feuerwehren der Stadt Linz spielen eine wesentliche Rolle im Linzer Stadtgebiet und sind wichtige Unterstützer der Berufsfeuerwehr. Aufgrund der langgezogenen Lage des Linzer Stadtgebietes sind sie rasch am Ort des Geschehens und profitieren von den guten Ortskenntnissen. Im Berichtsjahr 2025 absolvierten die Freiwilligen Feuerwehren 379 Einsätze. Gemeinsame Übungen mit der Berufsfeuerwehr garantieren die gute und effektive Zusammenarbeit.
Höhepunkte 2025
Ein besonders herausfordernder Einsatz ereignete sich im Stadtteil Auwiesen, wo ein LKW aus bislang ungeklärter Ursache gegen eine Fußgängerbrücke prallte. Die Brücke stürzte ein und kam direkt auf dem Fahrerhaus des Fahrzeugs zu liegen. Beide Insassen wurden schwer eingeklemmt. Die Berufsfeuerwehr Linz rückte gemeinsam mit der Freiwilligen Feuerwehr Ebelsberg und weiteren Einsatzkräften aus. Mittels hydraulischer Rettungsgeräte, Säbelsägen und speziellem Unterbaumaterial sowie unter Einsatz von Feuerwehr- und Schwerlastkränen gelang unter schwierigsten Bedingungen die Rettung der beiden Personen. Insgesamt standen rund 50 Einsatzkräfte mit 17 Fahrzeugen sowie das Rote Kreuz, mehrere Ärzteteams, die Polizei, weitere Freiwillige Feuerwehren und ein Kranunternehmen im Einsatz. Die reibungslose Zusammenarbeit aller Beteiligten und die hohe Professionalität der eingesetzten Kräfte machten diesen technisch äußerst komplexen Einsatz zu einem Paradebeispiel für effektive Einsatzkoordination. Die Bedeutung dieses Einsatzes wurde auch medial aufgegriffen: Der Vorfall wurde in der ORF-Sendung „Lebensretter“ dokumentiert, die den Einsatz als Beispiel für höchste Einsatzbereitschaft und Teamarbeit unter Extrembedingungen präsentierte.
Auch Taucheinsätze, Höhenrettungen und Arbeiten mit schwerem Gerät zählten 2025 erneut zum breit gefächerten Einsatzspektrum.
Parallel zum fordernden Einsatzgeschehen wurden zentrale Entwicklungsschritte im Bereich Ausbildung und Personal gesetzt. Die Grundausbildung für neue Feuerwehrmitglieder wurde ebenso fortgeführt wie der rund 1,5-jährige Chargenlehrgang, der der Qualifikation angehender Führungskräfte dient. Mehrere Neuaufnahmen konnten erfolgreich integriert werden.
Ein besonderer Schwerpunkt des Jahres war zudem die Erweiterung des Fuhrparks: Mit der Indienststellung zweier neuer Drehleitern und eines Großtanklöschfahrzeugs wurden gezielte Investitionen in die Zukunftssicherheit der Berufsfeuerwehr Linz getätigt. Die Fahrzeuge verfügen über moderne Technologien wie ein CAFS-System oder Gelenkarme, die auch bei beengten Einsätzen volle Funktionalität gewährleisten.
Auch im Bereich der Übungen setzte die Feuerwehr neue Akzente. Die BFL-Einsatzkräfte nahmen an einer groß angelegten Höhenrettungsübung in Wien teil, bei der alle Berufsfeuerwehren Österreichs gemeinsam trainierten. Solche Sonderausbildungen dienen der Standardisierung auf hohem Niveau und fördern die standortübergreifende Zusammenarbeit. Die Höhenrettungsausbildung wird zudem laufend auch innerhalb der Linzer Mannschaft intensiviert und gemeinsam durchgeführt.
„Mit der Grundausbildung und mit dem Start der Chargenschule im Herbst investieren wir weiter in die Qualifikation unseres Personals. Mein Dank gilt allen Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter, die mit ihrer täglichen Arbeit die Einsatzfähigkeit der Berufsfeuerwehr im Hintergrund sichert. Gemeinsam blicken wir mit Stolz auf ein intensives Jahr zurück – und mit vollem Einsatz in die Zukunft“, führt Branddirektor Stefan Krausbar aus.
„Was die Berufsfeuerwehr Linz im vergangenen Jahr geleistet hat, verdient größten Respekt. Ob technische Rettung, Katastrophenschutz oder Prävention – die Feuerwehr war in jeder Lage professionell zur Stelle. Gemeinsam mit den Freiwilligen Feuerwehren und den Betriebsfeuerwehren bildet sie das Rückgrat unserer Sicherheitsstruktur. Mein Dank gilt allen, die dafür sorgen, dass sich die Menschen in Linz rund um die Uhr auf funktionierende Hilfe verlassen können“, so Sicherheitsstadtrat Raml abschließend.
(Informationsunterlage zur Pressekonferenz mit Sicherheits- und Feuerwehrreferent Stadtrat Dr. Michael Raml und BrOR DI Stefan Krausbar)
Fotos
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Sicherheitsstadtrat Dr. Michael Raml und Branddirektor DI Stefan Krausbar präsentieren den Jahresbericht der Feuerwehren.
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