Medienservice vom: 25.02.2026 |Fotos zur Meldung

„School Health Nurses“ bieten Gesundheitsbegleitung und Prävention an zwei Linzer Schulstandorten Gesundheitliche Chancengerechtigkeit für Linzer Schülerinnen und Schüler

  • 326 „Einsätze“, 49 Beratungsgespräche und 213 Assistenzeinsätze seit Oktober 2025: Unterstützung für Schülerinnen und Schüler und Entlastung für Eltern und Lehrkräfte

Im Oktober 2025 trat die erste „School Health Nurse“ an der Dr.-Karl-Renner-Schule als medizinische Vollzeit-Fachkraft ihren Einsatz an. Mit Februar 2026 wurden zwei weitere Teilzeit-School-Health-Nurses eingesetzt. Abwechselnd decken die neuen Gesundheits-Fachkräfte alle fünf Wochentage neben der Dr.-Karl-Renner-Schule auch an den Spallerhof-Schulen ab. Eine erste Bilanz zeigt deutlich, wie hoch der Bedarf an niederschwelliger Gesundheitsbegleitung im Schulalltag ist und wie wichtig eine kontinuierliche medizinische Fachkraft-Betreuung vor Ort ist: Denn 326 „Einsätze“, 49 Beratungsgespräche und 213 Assistenzeinsätze bei den schulischen Reihenuntersuchungen ergeben insgesamt 588 durchführte Tätigkeiten seit Oktober 2025 - das sind eine Summe von mehr als 9 Gesundheitsbegleitungen pro Tag.

Das Pilotprojekt „School Health Nurses“ der Stadt Linz wurde als gesundheitsfördernde und präventive Maßnahme im schulischen Setting initiiert. 1.670 Schülerinnen und Schüler können bei Beschwerden, Fragen und gesundheitlichen Begleitungswünschen Kontakt zu den „School Health Nurses“ suchen. Ausgangspunkt für das Pilotprojekt ist ein Beschluss des Linzer Gemeinderates mit dem Ziel, die gesundheitliche Versorgung, Prävention und niederschwellige Unterstützung von Kindern und Jugendlichen im Pflichtschulbereich nachhaltig zu stärken. Das Projekt wird im Geschäftsbereich Gesundheit und Sport, durch die Abteilung Jugendgesundheit, umgesetzt. „School Health Nurses“ tragen zur Reduktion gesundheitlicher Ungleichheiten bei, stärken die Präventionsarbeit im Lebensraum Schule und verbessern die gesundheitliche Chancengerechtigkeit.

Der zunehmende Bedarf an professioneller Unterstützung im Umgang mit gesundheitlichen, psychosozialen sowie präventiven Fragestellungen im Schulalltag bildet die zentrale Begründung für die Implementierung dieses neuen Berufsbildes. Lehrkräfte und Schulleitungen sind zunehmend mit gesundheitlichen Themen konfrontiert, die über ihren originären Bildungsauftrag hinausgehen; hier setzt die School Health Nurse als spezialisierte Gesundheitsfachkraft an. Als Projektende ist der 12. Februar 2027 angesetzt, also das Ende des ersten Semesters im Schuljahr 2026/27. Die Zielperspektive ist jedenfalls die Prüfung einer dauerhaften Implementierung im Linzer Pflichtschulsystem.

Vizebürgermeisterin Karin Leitner betont: „Mit den School Health Nurses schaffen wir eine niederschwellige Anlaufstelle direkt in den Linzer Schulkomplexen mit dem Ziel die Gesundheitskompetenz der Schülerinnen und Schüler dauerhaft zu stärken. Kinder und Jugendliche erhalten von Fachpersonal rasch Unterstützung, Lehrkräfte erfahren Entlastung und Eltern werden aktiv eingebunden. Das ist gelebte Prävention und Gesundheitsfürsorge im Alltag und ein wichtiger Schritt für mehr gesundheitliche Chancengerechtigkeit für Kinder und Jugendliche.“

Gesundheitsstadtrat Dr. Michael Raml ergänzt: „Gesunde Lebensjahre beginnen bereits im Kindesalter. Prävention wirkt am besten im unmittelbaren Umfeld der Kinder und Jugendlichen. Mit dem Pilotprojekt investieren wir gezielt in Gesundheitsprävention im Pflichtschulbereich: Bei Fragestellungen rund um Vorsorge, chronische Erkrankungen oder psychische Belastungen kann Hilfe in Anspruch genommen werden. Ziel ist es, Gesundheitsförderung nicht punktuell, sondern dauerhaft im schulischen Umfeld zu etablieren.“

Sonja Ablinger, Direktorin der Mittelschule 17 ist überzeugt, dass mit dem Projekt School Health Nurses ein wichtiger Baustein für eine gesunde Schule gesetzt wird: „Mit der School Health Nurse kommt Gesundheitskompetenz direkt in unseren Schulalltag. Eine School Health Nurse ist für uns deshalb so wichtig, weil sie genau in den Momenten da ist, in denen ein Kind sie braucht. Die School Health Nurse hört zu, berät, nimmt Kontakt mit dem Klassenvorstand ein, beide binden die Eltern ein und arbeiten bei Bedarf mit der Schulsozialarbeit zusammen. Diese Mischung aus fachlicher Kompetenz, Ruhe und Einfühlungsvermögen macht den Unterschied. Sie entlastet Lehrkräfte, gibt Eltern Sicherheit und vor allem unseren Schülerinnen und Schülern das Gefühl: Hier ist jemand, der sich kümmert. Das ist weit mehr als Erste Hilfe – das ist gelebte Gesundheitsförderung im Schulalltag. Für uns ist klar: Die School Health Nurse macht Schule nicht nur gesünder, sondern auch sicherer und menschlicher. Eine School Health Nurse sollte es an allen Schulen geben.”

Das Pilotprojekt der „School Health Nurses“ verfolgt bewusst den Ansatz Fachpersonal in Schulkomplexen einzusetzen, um Synergien zu nutzen und möglichst viele Schülerinnen und Schüler, Lehrkräfte sowie Eltern zu erreichen. Das Pilotprojekt wird vom Fonds Gesundes Österreich gefördert, wodurch die gesundheitsfördernde und präventive Bedeutung auf nationaler Ebene unterstrichen wird. Der Einsatz ist derzeit an zwei Linzer Pflichtschul-Standorten, für die die Stadt Linz zuständig ist, das sind zurzeit: 

Dr.-Karl-Renner-Schulen

  • Mittelschule 18
  • Mittelschule 17
  • Volksschule 28
  • Allgemeine Sonderschule 6
    • rund 1.000 Schülerinnen und Schüler

Spallerhof-Schulen

  • Mittelschule 14
  • Volksschule 21
  • Polytechnische Schule Spallerhof
    • rund 670 Schülerinnen und Schüler

Aufgaben der School Health Nurse im Überblick

  • Erstbetreuung bei akuten gesundheitlichen Vorfällen
  • Ansprechperson für Schüler*innen, Lehrkräfte und Eltern
  • Informations- und Präventionsarbeit zu Gesundheitsthemen
  • Unterstützung bei der Betreuung chronisch kranker Kinder
  • Assistenz bei schulärztlichen Untersuchungen

Gesundheit als Grundlage für Bildungserfolg und soziale Entwicklung

Mit dem Modell der „School Health Nurse“ setzt die Stadt Linz einen strukturierten und nachhaltigen Schritt, um Gesundheitskompetenz direkt im Schulalltag zu verankern. Die neuen Fachkräfte ergänzen das bestehende Angebot der Schulärztinnen und Schulärzte und stehen Schülerinnen und Schülern, Lehrkräften sowie Eltern als kontinuierliche Ansprechperson zur Verfügung. Die „School Health Nurse“ ist an fünf Tagen pro Woche direkt an den Dr.-Karl-Renner-Schulen und den Spallerhof-Schulen präsent. Dadurch entsteht eine niederschwellige, rasch erreichbare Unterstützung bei akuten gesundheitlichen Beschwerden ebenso wie bei langfristigen Fragestellungen rund um Prävention, chronische Erkrankungen oder psychische Belastungen. Ziel ist es, Gesundheitsförderung nicht punktuell, sondern dauerhaft im schulischen Umfeld zu etablieren.

Das Projekt verfolgt sowohl konkrete gesundheitsbezogene Ziele als auch strukturelle Verbesserungen im Zusammenspiel zwischen Bildungssystem und Gesundheitsversorgung. Neben der Stärkung der individuellen Gesundheitskompetenz soll insbesondere die frühzeitige Erkennung von Belastungen verbessert und eine rasche Weitervermittlung an geeignete Unterstützungsangebote sichergestellt werden.

Rolle und Aufgabenprofil der School Health Nurse

Die School Health Nurse agiert als ergänzende Fachkraft zur zuständigen Schulärztin oder zum zuständigen Schularzt. Sie erweitert das schulische Gesundheitsangebot um eine kontinuierlich verfügbare Expertise vor Ort. Zu den zentralen Aufgaben zählen die Erstbetreuung bei akuten gesundheitlichen Vorfällen sowie die niederschwellige Beratung von Schülerinnen und Schülern, Lehrkräften und Eltern. Darüber hinaus führt sie Informations- und Präventionsangebote zu Themen wie Ernährung, Bewegung, mentaler Gesundheit, Suchtprävention oder Hygiene durch. Ein weiterer Schwerpunkt liegt in der Unterstützung von Kindern und Jugendlichen mit chronischen Erkrankungen. Die School Health Nurse begleitet diese im Schulalltag, stimmt sich mit schulärztlichen Strukturen ab und wirkt bei Untersuchungen mit. Durch die kontinuierliche Präsenz kann sie gesundheitliche Belastungen früh erkennen und an geeignete Unterstützungsstellen weitervermitteln.

Die School Health Nurse arbeitet eng mit schulischen und außerschulischen Partnerinnen und Partnern zusammen. Dazu zählen Schulärztinnen und Schulärzte, Schulsozialarbeit, Schulpsychologie, Lehrkräfte und Schulleitungen sowie Eltern und Erziehungsberechtigte. Auch externe Gesundheits- und Sozialeinrichtungen werden in die Zusammenarbeit eingebunden. Diese multiprofessionelle Kooperation ermöglicht eine ganzheitliche Betreuung von Kindern und Jugendlichen. Sie verbessert die Abstimmung zwischen den beteiligten Stellen und stärkt die Qualität der Versorgung. 

Projektziele und erwartete Wirkungen

Das Pilot-Projekt verfolgt die Stärkung der Gesundheitskompetenz von Schülerinnen und Schülern. Prävention und frühe Intervention stehen im Mittelpunkt. Der strukturierte Umgang mit chronischen Erkrankungen im Schulalltag soll verbessert und vermeidbare gesundheitliche Zwischenfälle reduziert werden.

Auf systemischer Ebene trägt das Modell zur Entlastung von Lehrkräften und Schulleitungen bei. Gleichzeitig verbessert es die Schnittstellen zwischen Bildung und Gesundheitsversorgung und schafft einen niederschwelligen Zugang zu Gesundheitsinformationen. Ein gesundheitsförderliches Schulklima wird gezielt unterstützt. Langfristig bildet das Projekt eine evidenzbasierte Grundlage für eine mögliche Ausweitung und Verstetigung des Modells in Linz. Ziel ist es, aus den gewonnenen Erfahrungen strukturelle Schlüsse zu ziehen und nachhaltige Lösungen für die schulische Gesundheitsversorgung zu entwickeln.

Konkrete Erfahrungen aus dem laufenden Semester

Im vergangenen Semester war die School Health Nurse an den Karl-Renner-Schulen an rund 65 Einsatztagen vor Ort. In diesem Zeitraum dokumentierte sie 326 direkte Einsätze bei Schülerinnen und Schülern. Das entspricht durchschnittlich mehr als fünf Einsätzen pro Tag. Rund 70 Prozent dieser Einsätze betrafen akute gesundheitliche Probleme wie Kopf- oder Bauchschmerzen sowie Verletzungen. In über 90 Prozent der Fälle konnte eine unmittelbare Verbesserung des Zustands erreicht werden, etwa durch pflegerische Maßnahmen, Beratung oder beruhigende Gespräche. In nahezu allen Fällen informierte die School Health Nurse die Eltern und band sie in die weiteren Schritte ein. In acht Fällen initiierte sie einen Rettungseinsatz. Wie viele Einsätze ohne ihre fachliche Einschätzung erforderlich gewesen wären, lässt sich nicht exakt beziffern. Es ist jedoch davon auszugehen, dass durch die professionelle Erstabklärung zusätzliche Alarmierungen vermieden werden konnten.

Neben den 326 dokumentierten Einsätzen führte die School Health Nurse 49 strukturierte Beratungsgespräche mit Eltern sowie Lehrerinnen und Lehrern oder Direktorinnen und Direktoren. Bei 213 schulärztlichen Reihenuntersuchungen unterstützte sie organisatorisch und fachlich. In 15 Fällen arbeitete sie eng mit der Schulsozialarbeit zusammen, um im Sinne des betroffenen Kindes abgestimmte Maßnahmen zu setzen. Zusätzlich fanden zahlreiche kurze Informations- und Beratungsgespräche im Schulalltag statt. Insgesamt ergeben sich aus den dokumentierten Einsätzen, Beratungsgesprächen und Unterstützungsleistungen bei Untersuchungen 588 durchgeführte Tätigkeiten im Semester. Das entspricht mehr als neun gesundheitsbezogenen Interventionen pro Einsatztag.

Vizebürgermeisterin Karin Leitner unterstreicht: „326 ‚Einsätze‘, 49 Beratungsgespräche und die 213 assistierten Einsätze der Schulärztinnen und Schulärzte bei den Reihenuntersuchungen ergeben insgesamt 588 durchführte Tätigkeiten, das sind eine Summe von mehr als 9 wertvollen gesundheitsbezogenen Aktivitäten pro Tag: Diese Zahlen zeigen eindeutig, wie hoch der Bedarf an niederschwelliger Gesundheitsbegleitung im Schulalltag ist und wie wichtig der kontinuierliche Einsatz einer medizinischen Fachkraft vor Ort ist. Wir investieren hier in frühe Hilfe statt in spätere Krisenbewältigung.“

Stadtrat Dr. Michael Raml ergänzt: „Über 1.670 Schülerinnen und Schüler können sich bei den School Health Nurses Hilfe und Unterstützung bei Gesundheitsfragen holen. Gleichzeitig zeigt die enge Einbindung der Eltern und die Zusammenarbeit mit der Schulsozialarbeit, dass hier Synergien vernetzt und verantwortungsvoll gehandelt und entlastet wird.“

Direktorin Sonja Ablinger ergänzt: „Wenn zum Beispiel ein Mädchen mit starken Bauchschmerzen und blassem Gesicht zur Klassenlehrerin kommt, muss nicht sofort der Unterricht abgebrochen werden. Unsere School Health Nurse nimmt sich Zeit, klärt ruhig ab, ob es etwas Akutes ist, beruhigt, versorgt – und merkt vielleicht im Gespräch, dass hinter den Schmerzen Prüfungsangst steckt oder eine Grippe im Anmarsch ist. Ich denke auch an einen Buben, der im Sportunterricht gestürzt ist. Das Knie blutet, er weint, er hat Angst, vielleicht ist etwas gebrochen – und gleichzeitig schämt er sich vor seinen Freunden. Unsere School Health Nurse versorgt nicht nur professionell die Wunde, sondern nimmt ihm auch die Angst, erklärt ruhig jeden Schritt und gibt ihm Sicherheit.  Ich denke an eine Schülerin, die in letzter Zeit immer häufiger mit Kopfschmerzen in die Schule kommt. Im geschützten Rahmen stellt sich heraus, dass sie sich durch familiäre Sorgen stark belastet fühlt. Die School Health Nurse hört zu, berät, nimmt Kontakt mit dem Klassenvorstand ein, beide binden die Eltern ein und arbeiten bei Bedarf mit der Schulsozialarbeit zusammen.“ 

Evaluation und wissenschaftliche Begleitung

Das Projekt wird extern durch die Kirchmair Innovations GmbH wissenschaftlich begleitet. Die Evaluation analysiert die Akzeptanz und Nutzung im Schulalltag, erhebt wahrgenommene Entlastungseffekte und bewertet die gesundheitsförderlichen Wirkungen. Darüber hinaus identifiziert die Begleitung Erfolgsfaktoren und Optimierungspotenziale. Auf Basis der Ergebnisse werden Empfehlungen für eine dauerhafte Implementierung des Modells abgeleitet. Damit schafft die Stadt Linz eine fundierte Entscheidungsgrundlage für die weitere Entwicklung des Projekts.

(Informationsunterlage zur Pressekonferenz mit Sozialreferentin Vizebürgermeisterin Karin Leitner und Gesundheitsstadtrat Dr. Michael Raml)

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