Medienservice vom: 03.03.2026 |Fotos zur Meldung

Linz blüht auf – ganz ohne gießen Schwedische Pflanzmethode soll für kräftige Pflanzen sorgen und Ressourcen schonen

Hitze und Trockenphasen werden häufiger - besonders in dicht bebauten Stadtteilen. Die Pflanzen brauchen immer mehr Wasser. Gleichzeitig interessieren sich die Menschen zunehmend für eine naturnahe, ökologische Gestaltung der Städte. Blühende Flächen mit Stauden, die widerstandsfähig gegen die Trockenheit sind, können die Lösung sein. Sie bringen ein wiederkehrendes, dauerhaftes Grün. Werden diese Pflanzen mit nackten Wurzeln in die Erde gepflanzt, brauchen sie weniger Wasser – und die Pflanzen werden widerstandsfähiger gegen Hitze und Trockenheit. Diese Grünflächen leisten einen wichtigen Beitrag für das Stadtklima. 

„Klimagerechte, ressourcenschonende Begrünung ist ein zentraler Baustein für eine zukunftsfähige Stadtentwicklung – gerade in Zeiten zunehmender Trockenheit. Im Rahmen des Projekts wird mit Beteilung der Linzer*innen die Pflanzmethode auf einer Modellfläche in Urfahr nun praktisch umgesetzt. Dies bietet allen Interessierten die Möglichkeit, Erfahrungen für die zukünftige Anwendung zu sammeln“, lädt Umweltstadträtin Mag.a Eva Schobesberger zum Mitmachen ein. 

Projektleiterin DIin Dr.in Michaela Köpl ergänzt: „Ich wünsche mir, dass viele Menschen, die Freude an ihren Gärten haben, und auch Planungsbüros auf diese Methode aufmerksam werden. Dieses Wissen kann im eigenen Garten, bei Friedhofsgräbern, bei Wohnanlagen und öffentlichen Projekten helfen. Wenn wir die natürliche Intelligenz der Wurzeln viel mehr als bisher nutzen, können wir langfristig viel Zeit, Wasser und Geld sparen und auf teure und ressourcenintensive Bewässerungen verzichten.“

Die innovative Methode: Die nackten Wurzeln pflanzen

Das Projekt „Linz blüht auf – ganz ohne Gießen“ nutzt eine besonders wirksame, aber bisher wenig bekannte Methode: die Verwendung wurzelnackter Pflanzen – also Pflanzen ohne Erde an den Wurzen. Daher der Begriff „wurzelnackt“.

Diese Pflanzen wurzeln schneller und tiefer dorthin, wo die Bodenfeuchtigkeit am höchsten ist. Dadurch sind sie deutlich robuster gegenüber Hitzestress als herkömmlich gesetzte Pflanzen. 
Ein weiterer zentraler Vorteil:

Wer die nackte Wurzel pflanzt, fördert die Symbiose mit Mykorrhiza-Pilzen. Diese Pilze können Wasser aus feinsten Bodenporen aufnehmen, die für Pflanzenwurzeln allein nicht zugänglich sind. Sie leiten es gezielt an die Wurzeln weiter und helfen so, Trockenstress zu vermeiden. Zusätzlich schützt eine Mulchschicht die Bodenoberfläche vor Verdunstung und Austrocknung. 

Erst die Kombination aus:

  • geeigneten Arten,
  • dem Pflanzen der Wurzel ohne Erde
  • einer Mulchschicht als Schutz vor Verdunstung

schafft wirklich klimaresiliente Blühflächen.

Mitmach-Workshops in Linz-Urfahr

In kostenlosen Mitmach-Workshops wird praxisnah gezeigt, wie handelsübliche Topfpflanzen mit wenigen gezielten Handgriffen so vorbereitet werden, dass sie mit Wurzeln ohne Erde ausgepflanzt werden können. Vor der Friedenskirche und gegenüber auf dem Sparkassenplatz werden bestehende Beete in artenreiche, mehrjährige Staudenflächen umgewandelt – insgesamt zirka 120 Quadratmeter.

Hier herrschen unterschiedliche Bedingungen: Vor der Friedenskirche haben die Pflanzen den ganzen Tag volle Sonne – hier wird in eine Schicht aus Sandmulch gepflanzt. Auf dem Sparkassenplatz ist bis Mittag volle Sonne, anschließend lichter Schatten. Hier wird die Pflanzmethode in Erde angewandt und anschließend gemulcht. Es werden drei unterschiedliche Pflanzenkombinationen eingesetzt. 

Termine:

  • Samstag, 28. März 2026, 13 – 17 Uhr
  • Freitag, 10. April 2026, 13 – 17 Uhr
  • Samstag, 11. April 2026, 13 – 17 Uhr

So können Besucher*innen unterschiedliche Varianten unter verschiedenen Standortbedingungen vergleichen. Die detaillierten Artenlisten pro Pflanzpaket sind auf der Projekt-Landingpage zu finden: https://www.linz-blueht-auf.at   

Im Sommer und Herbst 2026 werden Führungen angeboten; die Termine werden voraussichtlich im Juni bekanntgegeben.

Verwendete Pflanzen

Verschiedene Nelken, Ziersalbei, Färberkamille, Kuhschelle, Storchschnabel, Astern, Sonnenhut, Ehrenpreis, Herbstanemonen, Kräuter wie Ysop, Lavendel und Thymian.

Die Arten sind mehrjährig und ökologisch wertvoll – insbesondere für Bestäuber und andere Nützlinge.

Von der Modellfläche zur breiten Anwendung

Ziel ist es, dass die Methode aus Schweden langfristig in Linz angewendet wird. Angesprochen sind:

  • engagierte Bürger*innen
  • Planungsbüros
  • Garten- und Grünraumgestaltung

Die Modellflächen an der Wildbergstraße dienen als lebendige Lernorte. Sie können laufend beobachtet werden, das schafft Vertrauen, motiviert zur Nachahmung und fördert die langfristige Verbreitung der Methode.

Einordnung in die Klimakonzepte der Stadt Linz

  • Ökosysteme: Die robusten, ressourcenschonenden Blühflächen fördern die Biodiversität.
  • Energie & Defossilisierung: Das Ziel ist nicht eine effizientere Bewässerung, sondern dass wir weitgehend ohne Bewässerung auskommen. Die Kombination aus dem Pflanzen nackter Wurzeln, tiefem Einwurzeln, Mykorrhiza-Symbiose und Mulch spart Wasser, Energie, Dünger und Arbeitsaufwand – ganz ohne zusätzliche Technik.
  • Mobilität: wenn es entlang von Geh- und Radwegen blüht, halten sich die Menschen gern und länger dort auf
  • Governance & Bürger*innenbeteiligung: Das Projekt aktiviert lokale Akteur*innen und vermittelt konkrete Handlungskompetenz.  

Durch Modellflächen, Workshops, Social Media und Führungen wird klimaresiliente Stadtgestaltung praktisch erlebbar und Menschen werden ermutigt, selbst aktiv zu werden.

Bildungsauftrag und Zielsetzung

In Linz werden erstmals Mitmach-Workshops für interessierte Laien, Planungsbüros und Garten- und Grünraumgestaltung angeboten und gemeinsam Stauden mit nackten Wurzeln gepflanzt.  

Die Workshops machen diese Pflanzmethode für alle verständlich und laden die Linzer Bevölkerung ein, Klimaanpassung aktiv mitzugestalten.

(Informationsunterlage zur Pressekonferenz mit Umweltstadträtin Mag.a Eva Schobesberger zum Projekt „Linz blüht auf – ganz ohne gießen“)

Weitere Gesprächspartnerinnen:
DIin Dr.in Michaela Köpl, Projektleiterin
MMag.a Maria Gottenhuber, Kommunikation & Social Media

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