Papamonat und Väterkarenz im Magistrat Linz Mehr Mitarbeiter übernehmen aktiv Familienverantwortung
- Klare Strukturen fördern Gleichstellung im Berufsalltag
Die Stadt fördert, dass städtische Mitarbeiter als Väter Verantwortung für ihre Familien übernehmen und Sorgearbeit partnerschaftlich gestalten. Die Zahlen zeigen einen deutlichen Aufwärtstrend: In den Jahren 2024 und 2025 wurden Papamonat, Familienzeitbonus und Väterkarenz insgesamt 90-mal in Anspruch genommen.
Zum Vergleich: In den Jahren 2022 und 2023 lag die Gesamtzahl der Inanspruchnahmen noch bei 65. Das entspricht einer deutlichen Steigerung und bestätigt, dass die gesetzten Maßnahmen greifen. Im Vergleich zu den weiblichen Beschäftigten bleibt ihr Anteil jedoch auch weiterhin vergleichsweise gering. Um eine tatsächliche Gleichstellung im Berufsleben zu erreichen, gilt es daher, die Anstrengungen weiter zu verstärken und bestehende Maßnahmen konsequent weiterzuentwickeln.
„Wir schaffen klare und verlässliche Rahmenbedingungen, damit Väter mehr Verantwortung übernehmen können. Die steigende Inanspruchnahme zeigt, dass dieser Weg wirkt. Gleichzeitig entwickeln wir unsere Maßnahmen konsequent weiter, bis Gleichstellung im Berufsalltag selbstverständlich ist“, betont Personalreferentin und Vizebürgermeisterin Merima Zukan die Ziele der Stadt Linz als Arbeitgeberin.
Frauenstadträtin Mag.a Eva Schobesberger unterstreicht die gleichstellungspolitische Bedeutung: „Wenn wir eine gerechtere Gesellschaft wollen, müssen Männer Verantwortung für (unbezahlte) Sorgearbeit übernehmen. Die Stadt Linz geht als Dienstgeberin mit gutem Beispiel voran und schafft gezielt Rahmenbedingungen, damit Väter mehr Verantwortung übernehmen können. Wir investieren in Information, Beratung und klare Strukturen. Trotzdem lässt sich der gesamtgesellschaftliche Trend auch bei den städtischen Mitarbeiter*innen ablesen: Noch immer gehen deutlich weniger Männer in Karenz als Frauen. Die überwiegende Verantwortung für Kinderbetreuung liegt weiterhin bei den Frauen. Genau das wollen wir Schritt für Schritt ändern.“
Personaldirektorin Mag.a Brigitta Schmidsberger ergänzt: „Der Dienstgeber Magistrat schafft aktiv eine Unternehmenskultur, in der die Gleichstellung von Frauen und Männern selbstverständlich ist. Wichtig dafür sind Rahmenbedingungen, die die Verteilung von Verantwortung für die Familienarbeit ermöglichen und deshalb Auszeiten für Väter ebenso selbstverständlich sind wie jene für Mütter. Wir setzen daher stark auf interne Sensibilisierung, Information und Beratung zu Papamonat, Väterkarenz, Familienzeitbonus und Elternteilzeit und schaffen bestmögliche Lösungen für Vertretungssituationen und Wiedereinstieg.“
90 Entscheidungen für gelebte Partnerschaft
In den Jahren 2024 und 2025 wurden die drei Modelle Familienzeitbonus, Papamonat und Väterkarenz von städtischen Mitarbeitern insgesamt 90-mal in Anspruch genommen:
- 57-mal wurde der Papamonat in Anspruch genommen,
- 19 Mitarbeiter gingen in Väterkarenz und
- 14 Mitarbeiter nutzten den Familienzeitbonus.
Besonders häufig griffen Mitarbeiter der Feuerwehr mit 26 Inanspruchnahmen diese Möglichkeiten auf, gefolgt vom Geschäftsbereich Kinder- und Jugend-Service mit 15 und dem Geschäftsbereich Stadtgrün und Straßenbetreuung (SGS) mit 14. Die durchschnittliche Karenzdauer lag bei zwei Monaten und 19 Tagen.
Vergleich zu den Vorjahren
In den Jahren 2022 und 2023 wurden die bestehenden Modelle im Vergleich dazu insgesamt 65-mal in Anspruch genommen:
- 48-mal wurde der Papamonat genutzt und
- 17 Mitarbeiter gingen in Väterkarenz.
Somit stieg die aktive Beteiligung der Väter an der frühen Kinderbetreuung von insgesamt 34 im Jahr 2022 auf 53 Väter im Jahr 2025, ein Plus von 56 Prozent.
Besonders häufig griffen auch hier Mitarbeiter der Feuerwehr mit 24 Inanspruchnahmen die Möglichkeiten auf, gefolgt vom Geschäftsbereich Kinder- und Jugend-Service (KJS) mit 14 und dem Geschäftsbereich Stadtgrün und Straßenbetreuung (SGS) sowie dem Geschäftsbereich Planung, Technik und Umwelt (PTU) mit jeweils sechs. Die durchschnittliche Karenzdauer lag bei drei Monaten und sieben Tagen. Der Familienzeitbonus wurde in diesem Zeitraum von keinem Mitarbeiter genutzt.
Steigende Nutzung von Papamonat und Väterkarenz im Magistrat Linz.
Geschlechterspezifische Unterschiede weiterhin erkennbar
Die Daten des Magistrats zeigen deutlich, dass Frauen ihre Erwerbstätigkeit wesentlich häufiger und über längere Zeiträume unterbrechen als Männer, um Care-Arbeit zu leisten. Positiv hervorzuheben ist hingegen die zunehmende Inanspruchnahme des Papamonats.
Jedoch wird deutlich, dass die Auszeiten der Mitarbeiterinnen im Vergleich zu den männlichen Kollegen wesentlich länger dauern und damit ihre Karrierewege deutlich länger unterbrochen werden. Im Zeitraum 2022/2023 lag die durchschnittliche Karenzdauer bei 14 Monaten und 22 Tagen, im Zeitraum 2024/2025 bei 12 Monaten und acht Tagen.
Männer nutzen überwiegend den Papamonat und das mit einer Dauer von einem Monat. Alternativ wählen sie häufig eine Elternkarenzvariante, bei der Frauen den Großteil der möglichen Gesamtdauer übernehmen, während Männer lediglich die Mindestdauer von zwei Monaten in Anspruch nehmen. Entsprechend sind die Karriereunterbrechungen von Männern deutlich kürzer.
Die Stadt Linz sensibilisiert ihre Mitarbeiter*innen laufend zu diesem wichtigen Thema der Gleichstellung von Frauen und Männer. Von Jahr zu Jahr greifen die Angebote spürbarer: Neben finanzieller Unterstützung und klaren dienstrechtlichen Rahmenbedingungen setzt die Stadt auf umfassende Beratung, transparente Information sowie strukturierte Lösungen für den beruflichen Wiedereinstieg und eine nachhaltige soziale Absicherung. Damit wird bereits heute viel erreicht – zugleich bleibt es ein zentrales Anliegen, diese Maßnahmen weiter auszubauen und ihre Wirksamkeit kontinuierlich zu steigern.
Papamonat als Linzer Modell mit klarer Unterstützung
Mit dem Papamonat setzt die Stadt Linz seit 2011 ein klares Zeichen für zeitgemäße und partnerschaftliche Familienmodelle – ein Angebot, das laufend weiterentwickelt wurde und selbstverständlich auch für gleichgeschlechtliche Paare gilt. Seit 2023 umfasst er insgesamt vier Wochen. Zwei Wochen gewährt die Stadt Linz als Sonderurlaub mit Bezügen. Für die restliche Zeit können Mitarbeiter zwischen Sonderurlaub ohne Bezüge oder Gebührenurlaub wählen. Der Papamonat kann ab Geburt bis längstens zum Ende des Beschäftigungsverbotes der Mutter beansprucht werden. Damit übernimmt die Stadt Linz einen Teil der finanziellen Absicherung und setzt ein deutliches Signal für partnerschaftliche Kinderbetreuung.
Familienzeitbonus stärkt die erste gemeinsame Zeit
Mit dem Familienzeitbonus erhalten Väter die Möglichkeit für einen Zeitraum von 28 bis 31 Tagen Familienzeit in Anspruch zu nehmen – beginnend ab der Geburt des Kindes bis längstens zum Ende des Beschäftigungsverbotes der Mutter. Für diese Zeit zahlt die Österreichische Gesundheitskasse (ÖGK) derzeit einen täglichen Betrag von 54,87 Euro, der im Nachhinein ausbezahlt wird.
Dieses Modell ermöglicht Vätern eine durchgehende Präsenz in den ersten, besonders prägenden Lebenswochen ihres Kindes. Es stärkt den frühen Aufbau einer stabilen Vater-Kind-Beziehung, unterstützt die Mutter in der sensiblen Phase nach der Geburt und fördert von Beginn an eine partnerschaftliche Aufteilung der Familienarbeit.
Väterkarenz als wichtiges Instrument
Seit mehr als 35 Jahren ist die Väterkarenz ein weiteres zentrales Instrument zur Förderung partnerschaftlicher Familienarbeit. Sie besteht seit 1989, dauert mindestens zwei Monate und kann bis zum vollendeten 22. Lebensmonat des Kindes – unter bestimmten Voraussetzungen sogar bis zum vollendeten 24. Lebensmonat – in Anspruch genommen werden. Das Kinderbetreuungsgeld zahlt die Österreichische Gesundheitskasse aus.
Gleichstellung im Magistrat strukturell verankert
Die Stadt Linz verankert Gleichstellung klar in ihren strategischen Zielsetzungen und setzt unterschiedlichste Gleichbehandlungsmaßnahmen konsequent um. Väter sollen ihre gesetzlichen, dienstrechtlichen und betrieblichen Möglichkeiten verstärkt nutzen. Dadurch werden einseitige Karriereunterbrechungen von Frauen reduziert und Vätern mehr Zeit mit ihren Kindern ermöglicht. Der Dienstgeber Magistrat berät proaktiv zu Papamonat, Väterkarenz und Pensionssplitting. Neue Mitarbeitende erhalten umfassende Informationsunterlagen. Regelmäßige Befragungen nach der Geburt eines Kindes liefern Rückmeldungen zur Weiterentwicklung der Maßnahmen.
Wiedereinstieg mit Planungssicherheit
Der Magistrat Linz unterstützt den Wiedereinstieg nach der Karenz durch transparente Vereinbarungen zu Stundenausmaß und Einsatzort. Auch während der Karenz bleibt die Teilnahme an Weiterbildungsmaßnahmen weiterhin möglich. Mitarbeitende in Elternteilzeit oder Elternkarenz erhalten außerdem zu besetzende Stellen bereits vor einer Ausschreibung angeboten. Darüber hinaus werden flexible Arbeitsmodelle wie Homeoffice oder Jobsharing ermöglicht. Bei Führungsfunktionen ist je nach Arbeitsfeld auch ein Wiedereinstieg in Teilzeit mit sukzessivem Anstieg der Wochenarbeitszeit eine Option.
Unterstützung bei Betreuung und Pflege
Regelmäßige Bedarfserhebungen bilden die Grundlage für neue Angebote. Der Linzer Magistrat entwickelt beispielsweise arbeitsplatznahe Kinderbetreuungslösungen, flexible Arbeitszeitmodelle und ein Pilotprojekt zur raschen Rückkehr in eine vollzeitnahe Beschäftigung. Mitarbeitende, die innerhalb von 14 Monaten nach der Geburt vollzeitnah zurückkehren, erhalten außerdem gezielte Unterstützung, etwa durch moderate Zuschüsse zu Betreuungskosten oder zusätzliche Sonderurlaubsstunden.
Auch die Pflege naher Angehöriger wird berücksichtigt. Informationen zu Pflegefreistellung, Pflegekarenz und Pflegeteilzeit stehen übersichtlich zur Verfügung. Persönliche Beratung ergänzt das Angebot.
Mit all diesen Maßnahmen bekennt sich die Stadt Linz klar zur Gleichberechtigung von Frauen und Männern. Die aktive Beteiligung von Männern an Familienarbeit wird nicht nur ermöglicht, sondern gezielt gefördert.
(Informationsunterlage zur Pressekonferenz mit Personalreferentin Vizebürgermeisterin Merima Zukan und Frauenstadträtin Mag.a Eva Schobesberger zum Thema „Magistrat stärkt partnerschaftliche Elternschaft“)
Weitere Gesprächspartnerin:
Mag.a Brigitta Schmidsberger, Personaldirektorin der Stadt Linz
Fotos
- Druckdatei (JPG | 1,63 MB) 26 x 34 cm mit 300 dpi Foto: privat
Von links: Frauenstadträtin Mag.a Eva Schobesberger, Personaldirektorin Mag.a Brigitta Schmidsberger und Personalreferentin Vizebürgermeisterin Merima Zukan.
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