Medienservice vom: 09.03.2026

Aktivpass bleibt soziale Konstante in Linz 2025 wurden 24.963 Aktivpässe ausgestellt – Frauen und junge Erwachsene profitieren besonders

  • Angebot entlastet Haushalte mit niedrigem Einkommen und baut soziale Barrieren im Alltag ab

Mit dem Aktivpass entlastet die Stadt Linz seit 1989 Menschen mit geringem Einkommen – und auch 2025 bleibt die freiwillige soziale Leistung ein wichtiger Anker sozialer Teilhabe. Insgesamt 24.963 Linzer*innen nutzten den Pass zum Jahresende 2025 – mit klarem Fokus auf Frauen und junge Menschen. Die Stadt Linz zeigt damit erneut, dass freiwillige Sozialleistungen wie der Aktivpass ein unverzichtbarer Beitrag für mehr Chancengleichheit im täglichen Miteinander sind.

„Der Aktivpass ist ein bewährtes und wirksames Instrument zur finanziellen Entlastung von Linzerinnen und Linzern mit geringem Einkommen. Er sorgt dafür, dass wichtige Angebote in unserer Stadt für alle leistbar bleiben. Gerade in wirtschaftlich herausfordernden Zeiten zeigt sich, wie wertvoll dieser Pass für viele Menschen ist. Deshalb setzen wir uns weiterhin für den Erhalt und die Weiterführung dieses erfolgreichen sozialen Angebots ein“, betont Sozialreferentin Vizebürgermeisterin Karin Leitner.

Stabile Nachfrage nach Corona-Pandemie

Nach einem starken pandemiebedingten Rückgang im Jahr 2020 hat sich die Zahl der Aktivpass-Inhaber*innen nun auf einem deutlich niedrigeren Niveau eingependelt. 2025 wurden 24.963 gültige Aktivpässe gezählt. Das bedeutet einen leichten Rückgang gegenüber dem Vorjahr (25.982).

Der Aktivpass gibt einen wichtigen Einblick in die soziale Lage in der Stadt. Er zeigt, wie viele Menschen mit geringem Einkommen auf Entlastung angewiesen sind und wie wichtig niederschwellige kommunale Unterstützungsangebote sind.

Ein positives Signal dass eine leichte Entspannung und ein positiven Trend erkennen lässt, der über die erwartbare Schwankungsbreite hinausgeht. Gleichzeitig wissen wir, dass viele Menschen weiterhin unter steigenden Lebenshaltungskosten leiden – deshalb bleibt der Aktivpass ein wichtiges Instrument der sozialen Unterstützung.

Hoher Frauenanteil und Fokus auf Erwerbstätige

Der Aktivpass wird zu 73,2 Prozent von Frauen genutzt – ein Spiegel der Realität vieler Teilzeitbeschäftigter mit geringem Einkommen. In der Gruppe der erwerbstätigen Nutzer*innen liegt der Frauenanteil sogar bei 85,9 Prozent.

Die größte Nutzer*innengruppe stellen mit 6.084 Personen unselbständig Erwerbstätige dar. Dahinter folgen Pensionistinnen (5.045) sowie Arbeitslose und Notstandshilfeempfänger*innen (4.265). Die Zahl jener Personen ohne jegliches Einkommen liegt bei über 3.000.

 

Größte Nutzer*innengruppen des Aktivpasses

  • Unselbständig Erwerbstätige: 6.084 Personen (24,4 Prozent)
  • Pensionist*innen: 5.045 Personen (20,2 Prozent)
  • Arbeitslose & Notstandshilfeempfänger*innen: 4.265 Personen (17,1 Prozent)
  • Personen ohne Einkommen: 3.021 Personen (12,1 Prozent)

 

Junge Menschen nutzen Aktivpass besonders intensiv

Vor allem junge Erwachsene profitieren vom Aktivpass: 18,2 Prozent der Inhaber*innen sind zwischen 18 und 29 Jahre alt, weitere 18,5 Prozent zwischen 30 und 39. Diese Altersgruppen nutzen gezielt die Angebote in den Bereichen Mobilität, Freizeit und Bildung.

Vielfältige Herkunft, gleiche Bedürfnisse

Mehr als die Hälfte (50,3 Prozent) der Aktivpass-Inhaber*innen besitzen die österreichische Staatsbürgerschaft. Rund 12 Prozent sind EU-Bürger*innen, 37,6 Prozent kommen aus anderen Staaten – beispielsweise aus der Türkei, Afghanistan, Bosnien und Syrien.

So wird deutlich: Der Aktivpass ist eine städtische Leistung, die unabhängig von Herkunft oder Staatsbürgerschaft wirkt – entscheidend ist das geringe Einkommen und der Lebensmittelpunkt in Linz.

Langjähriger Wohnsitz stärkt Nutzung

Je länger jemand in Linz lebt, desto wahrscheinlicher ist die Nutzung des Aktivpasses. 38 Prozent der Nutzer*innen haben seit über 20 Jahren ihren Hauptwohnsitz in Linz. Weitere 18 Prozent leben seit 10 bis 20 Jahren in der Stadt. Der Aktivpass ist damit besonders für langjährige Stadtbewohner*innen ein wichtiger Bestandteil sozialer Infrastruktur.

Regionale Verteilung

Spitzenreiter unter den Stadtteilen ist erneut Kleinmünchen-Auwiesen mit 3.534 Aktivpass-Inhaber*innen. Es folgen Urfahr mit 2.911 und die Innere Stadt mit 2.787. Hoch ist der Anteil auch im Statischen Bezirk Ebelsberg, wo 1.176 Personen einen Aktivpass besitzen.

Erleichterung in vielen Lebensbereichen

Der Aktivpass bringt konkrete finanzielle Entlastung in unterschiedlichen Lebensbereichen:

  • Mobilität: Monatskarte für Linz Linien um 16,70 Euro
  • Freizeit & Kultur: Ermäßigter Eintritt in zahlreiche Kultureinrichtungen z. B. ins Ars Electronica Center, Lentos oder Posthof
  • Sport: 50 Prozent Ermäßigung in Hallenbad, Eishalle, Freibad
  • Bildung: 50 Prozent Ermäßigung bei Kursen der VHS und für Printmedienkarten und Kombikarten in Stadtbibliotheken 

Diese Vergünstigungen ermöglichen Menschen mit geringem Einkommen ein aktives Leben in ihrer Stadt – mit Teilhabe an Bildung, Bewegung und Kultur.

Ein modernes Instrument mit Geschichte

Seit mittlerweile 37 Jahren besteht der Aktivpass, eingeführt wurde das Angebot 1989. Seine Weiterentwicklung zeigt, wie flexibel kommunale Sozialpolitik auf gesellschaftliche Veränderungen reagieren kann. Die Umstellung auf persönliches Nettoeinkommen im Jahr 2007, die laufende Anpassung des Einkommensrichtsatzes (aktuell: 1.630 Euro/Monat) und die laufende Anpassung des Angebots machen den Pass zu einem zeitgemäßen und wirksamen Mittel der Unterstützung.

Voraussetzungen für die Ausstellung des Aktivpasses:

Der Aktivpass kann unter Vorlage der erforderlichen Unterlagen in den Bürger*innen-Servicestellen im Neuen Rathaus, im Wissensturm und in den Stadtbibliotheken beantragt werden.

  • vollendetes 18. Lebensjahr 
  • Hauptwohnsitz Linz 
  • monatliches Netto-Einkommen
    Richtsatz 2026 bis zu 1.630 Euro (Richtsatz 2025 bis zu 1.601 Euro)

Erforderliche Unterlagen:

  • aktuelle Nachweise über das gesamte Einkommen
  • Studierende ohne Einkommen: aktueller Studentenausweis oder Inskriptionsbestätigung
  • Asylwerber*innen: Nachweis über Aufenthaltsberechtigung und Grundversorgung
  • Personen ohne eigenes Einkommen: aktuelle Bestätigung über eine Mitversicherung oder einen Versicherungsdatenauszug der Sozialversicherung (z.B. ÖGK) vom letzten Monat

(Informationsunterlage zur Pressekonferenz mit Sozialreferentin Vizebürgermeisterin Karin Leitner)

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