Menschenrechte im digitalen Diskurs stärken Expert*innen diskutieren Strategien gegen Desinformation und Polarisierung
Die digitale Medienwelt verändert die öffentliche Debatte grundlegend. Soziale Netzwerke und große Plattformen prägen politische Meinungsbildung in einem Ausmaß, das vor wenigen Jahren noch unvorstellbar war. Gleichzeitig verbreiten sich Desinformation, Fake News und Deep Fakes rasant. Algorithmen verstärken extreme Positionen und treiben die gesellschaftliche Polarisierung voran. Vor diesem Hintergrund lädt die Volkshochschule Linz gemeinsam mit DORFTV und mehr demokratie! am Freitag, 20. März 2024, von 14 bis 19 Uhr zur Veranstaltung „Menschenrechte in der öffentlichen Debatte“ in den Wissensturm ein. Ziel ist es, Menschenrechte als nicht verhandelbare Grundlage der Demokratie in einem zeitgemäßen Rahmen zu diskutieren und konkrete Strategien zur Stärkung von Meinungsfreiheit und demokratischer Kultur zu entwickeln.
„Diskriminierung ist kein Randthema, sondern eine Realität, die viele Menschen täglich erleben. Wenn sich Hass und Desinformation im digitalen Raum ungebremst verbreiten, geraten demokratische Grundwerte unter Druck. Wir müssen alles tun, um unsere Stadt und unsere Gesellschaft auf vielen Ebenen demokratiepolitisch zukunftsfähig zu gestalten. Menschenrechte sind dabei die Grundlage unseres Zusammenlebens und nicht verhandelbar. Mit dieser Veranstaltung schaffen wir Raum für Information, Austausch und konkrete Handlungsperspektiven“, betont Bildungsstadträtin Mag.a Eva Schobesberger.
Im Mittelpunkt stehen Vorträge und Workshops, die sich mit der Macht globaler Plattformen, der Rolle der Politik sowie mit Handlungsoptionen für Medien und Zivilgesellschaft befassen. Juristin und Politikerin Stephanie Krisper beleuchtet die Frage, welche Verantwortung politische Entscheidungsträger*innen in einer zunehmend toxischen Infosphäre tragen. Der Wissenschaftler Ladislaus Ludescher zeigt anhand einer Langzeituntersuchung, wie stark der Globale Süden in Leitmedien unterrepräsentiert ist. Politikwissenschafterin und Journalistin Corinna Milborn analysiert die Funktionsweise sozialer Medien und beschreibt, wie Algorithmen Radikalisierung und demokratiefeindliche Inhalte begünstigen. Jurist und Medienethiker Luis Paulitsch widmet sich digitalen Kampagnen gegen Menschenrechte und möglichen Gegenstrategien.
In vertiefenden Workshops diskutieren die Expert*innen praxisnahe Ansätze, etwa Hyperlokalität als Gegenmodell zu algorithmischer Polarisierung oder konkrete Schritte zur Verteidigung von Menschenrechten im digitalen Raum.
Die Teilnahme ist kostenlos. Eine Anmeldung ist unter www.vhs.linz.at oder per E-Mail an claudia.palaoro@mag.linz.at erbeten. Veranstaltungsort ist der Wissensturm, 15. Stock.