Stadtgrün und Straßenbetreuung stellt sich neu auf Mehr Effizienz und Spezialisierung für Grünpflege und Reinigung im gesamten Stadtgebiet
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Ziel: Servicequalität sichern und Ressourcen gezielt einsetzen
Die Anforderungen an den Geschäftsbereich Stadtgrün und Straßenbetreuung steigen seit Jahren. Klimaveränderungen verlängern die Vegetationsperiode, trockene Sommer erhöhen den Pflegebedarf, mehr Einwohner*innen und mehr Nächtigungen verstärken den Reinigungsaufwand. Gleichzeitig bleibt der Winterdienst arbeitsintensiv, weil häufiger die Gefahr von Glatteis besteht und Radwege heute intensiver betreut werden als früher. Diesen Entwicklungen gilt es, gerade in Zeiten knapperer Budgets, verantwortungsvoll und effektiv zu begegnen.
Die Stadt Linz reagiert darauf mit einer Neustrukturierung des Geschäftsbereichs „Stadtgrün und Straßenbetreuung“. Aus bisher insgesamt drei regional gegliederten Abteilungen entstehen zwei Fachabteilungen für Stadtgrün und Stadtreinigung mit klaren Zuständigkeiten, eigener fachlicher Führung und stärkerer Spezialisierung. Deklariertes Ziel ist hierbei eine verbesserte Effizienz: Indem Leistungen besser gesteuert und einheitliche Standards gesetzt werden, wird die Servicequalität für Bürger*innen langfristig abgesichert.
Künftig schafft die neue Struktur bessere Voraussetzungen für die dauerhafte Pflege und Instandhaltung von Begrünungsmaßnahmen, Entsiegelungen und Baumpflanzungen. Damit stärkt die Stadt Linz die Umsetzung ihres geltenden Klimawandelanpassungskonzepts und erhöht zugleich die Widerstandskraft des Geschäftsbereichs bei Belastungsspitzen, Ausfällen und wachsenden Aufgaben. Ab Dezember 2025 wurden erste Maßnahmen gesetzt. Mit April 2026 erfolgte nun der größte und letzte Schritt: Die Bildung der beiden neuen Abteilungen und die Formierung der neuen Teams.
„Unser Team SGS hält die Stadt am Laufen und die Arbeit unserer Mitarbeiter*innen von der Reinigung, dem Winterdienst bis zur Grünpflege ist entscheidend für die Lebensqualität der Linzer*innen. Die Anforderungen sind dabei in den letzten Jahren noch gestiegen: Der Klimawandel stellt die Grünpflege vor neue Aufgaben und auch die Nutzung des öffentlichen Raums verändert sich. Deshalb schaffen wir nun eine neue Struktur, die Fachwissen stärkt und Leistungen gezielter organisiert. So schaffen wir die Grundlage, um öffentliche Begrünung weiter auszubauen, Aufenthaltsqualität zu sichern und den öffentlichen Raum attraktiv zu gestalten. Mein Dank gilt allen Beteiligten, die diesen Prozess mit viel Fachkenntnis und großem Einsatz mitgetragen haben“, betont die für Stadtgrün und Stadtreinigung zuständige Stadträtin Mag.a Eva Schobesberger.
„Im Mittelpunkt stehen die Effizienz der Verwaltung, ein gutes Service für Bürger*innen und tragfähige Bedingungen für die Mitarbeiter*innen. Die Neustrukturierung ist kein kurzfristiger Eingriff, sondern ein langfristig angelegter und professionell begleiteter Prozess. Wir ordnen Zuständigkeiten, stärken Führung und schaffen damit eine Grundlage, auf der die Verwaltung auch bei steigenden Anforderungen verlässlich arbeiten kann“, erklärt Magistratsdirektorin Mag.a Ulrike Huemer.
„Die bisherige Organisation stößt bei steigender Komplexität, wachsendem Arbeitsvolumen und neuen fachlichen Anforderungen an Grenzen. Die Spezialisierung auf zwei eigenständige Bereiche ist notwendig, damit Reinigung und Grünpflege ihre jeweiligen Aufgaben mit klaren Zuständigkeiten, fachlicher Steuerung und passenden Abläufen erfüllen können“, führt DIin Eva Blees, Direktorin des Geschäftsbereichs Stadtgrün und Straßenbetreuung, aus.
Wetter, Glatteis, Klimawandel: Neue Herausforderungen – neue Strukturen
Der Geschäftsbereich Stadtgrün und Straßenbetreuung bewältigt heute deutlich mehr Aufgaben als noch vor 20 Jahren: Längere Vegetationsperioden und längere und häufigere Trockenperioden erhöhen den Bedarf an Grünpflege. Parallel dazu leben in Linz um zehn Prozent mehr Menschen, die Zahl der Nächtigungen stieg gleichzeitig um 40 Prozent. In Kombination mit der steigenden Durchschnittstemperatur halten sich daher mehr Menschen länger im Freien auf. Damit wächst der Nutzungsdruck auf Parks, Plätze, Wege und Grünräume sowie der Bedarf an Reinigung im öffentlichen Raum.
Auch der Winterdienst bleibt ein arbeitsintensiver Bereich. Zwar fällt heute weniger klassische Schneeräumung an, gleichzeitig steigt der Aufwand für die Vorbeugung gegen Glatteis. Ausschlaggebend sind häufigere Wetterlagen an der Schwelle zwischen Tauen und Gefrieren. Zusätzlich betreut die Stadt Radwege im Winter heute deutlich intensiver als noch vor 20 Jahren. Gleichzeitig bewältigt der Geschäftsbereich dieses gestiegene Arbeitsvolumen mit heute knapp zehn Prozent weniger Personal als vor 20 Jahren zur Verfügung stand.
Hinzu kommt die strategische Ausrichtung der Stadt Linz. Das Klimawandelanpassungskonzept sieht vor, die öffentliche Begrünung weiter auszubauen und die Aufenthaltsqualität im öffentlichen Raum zu erhöhen: Mehr Bäume, mehr Entsiegelung und mehr Begrünung auf innerstädtischen Plätzen erhöhen aber nicht nur den Investitionsbedarf, sondern gleichzeitig den Bedarf an dauerhafter Pflege, Kontrolle und Instandhaltung. Die Neustrukturierung des Geschäftsbereiches Stadtgrün und Straßenbetreuung schafft dafür die organisatorischen Voraussetzungen.
Ansatzpunkte: Fachliche Kriterien, Personal- und Fahrzeugeinsatz
Deklariertes Ziel des Umstrukturierungsprozesses ist es, Themen und Herausforderungen anhand fachlicher Kriterien einheitlich und auf konstantem Kompetenzniveau abzuarbeiten. Das bisherige Modell, das Stadtgrün und Straßenbetreuung in gemischten, regional geclusterten Teams vorsah, hatte laut Analyseprozess seine Schwächen in der strategischen Ausrichtung sowie der mitunter unklaren Zuständigkeit für Fachthemen. Dies erschwerte klare Priorisierungen, einheitliche Qualitätsstandards und gesamtstädtische Steuerung.
Ein weiterer Optimierungs-Ansatzpunkt ist der Einsatz von Personal, Fahrzeugen und Maschinen. Jedes Team musste bislang Fahrzeuge, Maschinen und qualifiziertes Personal für viele unterschiedliche Tätigkeiten vorhalten. Durch spezialisierte Einheiten soll nun unter anderem der Nutzungsgrad von Spezialfahrzeugen und -maschinen deutlich erhöht werden. Einheitlichere Tätigkeitsprofile der Mitarbeiter*innen erleichtern zudem die Vertretungs- und Nachfolgeplanung und erhöhen so die Einsatzfähigkeit.
Aus drei Abteilungen werden zwei
Künftig ordnet die Stadt Linz den Geschäftsbereich fachlich statt regional (siehe Organigramm). Aus den bisherigen regionalen Abteilungen Nord, Mitte und Süd entstehen zwei Fachabteilungen, nämlich Stadtgrün und Stadtreinigung. Innerhalb der Abteilung Stadtgrün werden laut Organigramm die Bereiche Grünpflege Nord, Grünpflege Süd, Baummanagement sowie Gärtnerei und Baumschule gebildet. In der Abteilung Stadtreinigung entsteht der Bereich Reinigung. Zusätzlich bleibt eine Projektebene direkt an die Direktion angebunden. Die bestehenden Bereiche Logistik und Technik, Botanischer Garten und Naturkundliche Station sowie Personal, Organisation und Finanzen bleiben erhalten. Das Organigramm zeigt diese Neuaufstellung im direkten Vergleich zwischen bisheriger und künftiger Organisation.
Die Neuorganisation geht mit der Bildung von Bereichsleitungen, die den Abteilungen zugeordnet sind, einher. Diese zusätzliche Führungsebene soll die fachliche Betreuung der Teams sichern und Leistung sowie Qualität gewährleisten und gleichermaßen für schnelle Entscheidungswege sorgen.
Für die praktische Arbeit bedeutet das mehr Spezialisierung. Im Bereich Grünpflege sind acht Teams vorgesehen, bei der Abteilung Stadtreinigung vier Teams. Zusätzlich entsteht ein gesamtstädtisches Team für Transporte und Sonderreinigung.

Die Zielvorgabe des Strukturprozesses liegt darin, durch Effizienz- und Effektivitätssteigerungen das gestiegene Arbeitsvolumen auch künftig bestmöglich und auf optimalem Serviceniveau zu erbringen.
Langfristiger Prozess mit breiter Beteiligung
Die Stadt hat die Neustrukturierung nicht kurzfristig beschlossen, sondern in mehreren Schritten vorbereitet. Die Entscheidung zur Umstrukturierung erfolgte im Jahr 2024, der Projektbeginn Ende 2024, worauf eine Konzeptionsphase im Jahr 2025 sowie eine Vorbereitungsphase bis ins Frühjahr 2026 folgte.
In einer Konzeptionierungsphase wurde die neue Organisationstruktur erarbeitet. Dabei lag der Fokus auf der Schaffung klarer Zuständigkeiten und Kommunikationswege, sowie der Ermöglichung von effizienten Prozessen. Anschließend folgte eine ausführliche Planungsphase zur Vorbereitung der Umstellung, vor allem der Neuzuteilung von Personal, Maschinen und Geräten, sowie Anpassungen in der Finanz- und Personalverwaltung. Bereits während der Planungsphase wurden ab Dezember 2025 erste vorbereitende Maßnahmen umgesetzt – neue Bereiche gebildet und einzelne Abteilungen aufgelöst – um den Übergang zu erleichtern. Mit April 2026 erfolgte nun der größte und letzte Schritt: Die Bildung der beiden neuen Abteilungen und die Formierung der neuen Teams. Es folgt eine Evaluierungsphase zur Beobachtung und Umsetzung von organisatorischen Anpassungen nach Bedarf.
„Diese zeitliche Staffelung unterstreicht den Anspruch, die Neuorganisation professionell zu begleiten und laufend zu überprüfen. Die Stadt setzt damit auf einen geordneten Übergang statt auf einen abrupten Umbau. Genau das entspricht auch dem Ziel, gute Rahmenbedingungen für Mitarbeiter*innen zu schaffen und gleichzeitig das Service für Bürgerinnen stabil zu halten“, erklärt Magistratsdirektorin Mag.a Ulrike Huemer.
Umweltstadträtin Mag.a Eva Schobesberger resümiert: „Die neue Struktur soll das Stadtgrünressort dabei unterstützen, die Herausforderungen der Zeit nicht nur effizient, sondern vor allem auch möglichst effektiv anzugehen: für ein noch grüneres, lebens- und liebeswertes Linz.“
(Unterlage zur Pressekonferenz von Stadträtin Mag.a Eva Schobesberger und Magistratsdirektorin Mag.a Ulrike Huemer.)
Fotos
- Druckdatei (JPEG | 1,92 MB) 34 x 26 cm mit 300 dpi Foto: Stadt Linz
Magistratsdirektorin Mag.a Ulrike Huemer, Stadträtin Mag.a Eva Schobesberger und DIin Eva Blees, Direktorin Stadtgrün und Straßenbetreuung, präsentierten die neue Struktur des Geschäftsbereiches
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