Linzer Unternehmensbefragung: Hohe Zufriedenheit und klare Handlungsaufträge für die Zukunft Bürgermeister Prammer: „Die hohe Zufriedenheit belegt: Linz ist ein attraktiver Ort für Unternehmen“
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Stadtrat Gegenhuber: „Die Ergebnisse der Befragung liefern eine wichtige Grundlage für das neue Wirtschaftsprogramm“
Im Zuge der Erstellung des neuen Wirtschaftsprogramms lud Stadtrat für Wirtschaft, Innovation und Finanzen, Thomas Gegenhuber, im Oktober 2025 kommunalsteuerpflichtige, kleinere und mittlere Unternehmen in Linz ein, an einer Online-Umfrage teilzunehmen. Neben Fragen zum Standort Linz beinhaltete die Umfrage auch Fragen zur wirtschaftlichen Entwicklung sowie den zukünftigen Herausforderungen. Aus den Ergebnissen der Befragung, an der knapp 1.000 Linzer Unternehmen teilgenommen haben, geht hervor: Rund 72 Prozent sind mit dem Standort Linz (sehr) zufrieden. „Die hohe Zufriedenheit zeigt deutlich: Linz ist ein attraktiver Wirtschaftsstandort. Gleichzeitig sehen wir in den Ergebnissen auch die Auswirkungen der wirtschaftlich herausfordernden Jahre. Das bestärkt uns darin, weiterhin gemeinsam mit den Unternehmen an den besten Rahmenbedingungen zu arbeiten", betont Bürgermeister Dietmar Prammer. Stadtrat Gegenhuber hält fest: „Die Ergebnisse dieser umfassenden Befragung liefern uns wertvolle Erkenntnisse und bilden eine wichtige Grundlage für weitere Ableitungen. Mein herzlicher Dank gilt allen Unternehmen, die sich die Zeit genommen haben, an dieser Erhebung teilzunehmen."

Linz: Starker Industriestandort mit guten Rahmenbedingungen in zentraler Lage
Aus der Unternehmensumfrage geht hervor, dass Betriebe mit mindestens 100 Mitarbeiter*innen den höchsten Anteil an Zufriedenheit aufweisen. Jene Branche, die am zufriedensten ist, ist die der sonstigen wirtschaftlichen Dienstleister (u.a. Vermietung und Leasing (von Kraftwagen, Geräten, etc.), Vermittlung von Arbeitskräften, Reisebüros, Wach- und Sicherheitsdienste, usw.), gefolgt von der IT- und Telekommunikationsbranche und den sonstigen Dienstleistern wie beispielsweise Interessensvertretungen (Wirtschafts- und Arbeitgeberverbände), Reparatur und Instandhaltung von Datenverarbeitungsgeräten und Gebrauchsgütern, Persönliche Dienstleistungen (Wäscherei, Frisör- und Kosmetiksalons, etc.). Am wenigsten zufrieden mit dem Unternehmensstandort Linz ist der Handel, wobei selbst hier knapp zwei Drittel der befragten Unternehmen zufrieden sind, gefolgt vom Bau und der Herstellung von Waren (siehe S. 16).
Als besondere Stärken und Alleinstellungsmerkmal des Standort Linz gegenüber anderen Städten geben Linzer Unternehmer*innen vor allem den „Industriestandort und Standortentwicklung“ und die „zentrale Lage, Verkehrsanbindung“ an. Mit großem Abstand folgen „Kultur, Natur, Vielfalt“ sowie „Infrastruktur und Lebensqualität“ (siehe S. 23).
Hinsichtlich der Zufriedenheit mit den Faktoren für Unternehmensansiedlungen liegen die Top 6 Kategorien „Nähe zu Kund*innen“, „Nähe zu Hochschul- und Forschungseinrichtungen“, „Nähe zu Lieferant*innen“, „technische Infrastruktur (Energie, Internet, etc.) und „Lebensqualität für Mitarbeiter*innen” bei mindestens 68 bis 80 Prozent Zufriedenheit. Weniger zufrieden sind die Unternehmen mit den Faktoren “Effiziente Verwaltung”, “Preisniveau der Gewerbeflächen” oder den “Förderprogrammen und wirtschaftlichen Anreizen”. „Diese Kritik nehmen wir natürlich ernst und es bestärkt uns in unserem Ziel, unsere Services stets zu verbessern,“ fasst Bürgermeister Dietmar Prammer die Ergebnisse zusammen.
Bei der Frage zur Entwicklung des Standorts machen sich die wirtschaftlichen Herausforderungen der vergangenen Jahre bemerkbar. So ist knapp jedes zweite Unternehmen mit der Entwicklung in den letzten fünf Jahren zufrieden oder sehr zufrieden. Verhaltener sind die Einschätzungen in Hinblick auf die Entwicklung in den kommenden fünf Jahren: Etwa ein Drittel der befragten Unternehmen ist der Ansicht, dass sich Linz positiv oder eher positiv entwickeln wird, ein weiteres Drittel geht davon aus, dass die Entwicklung gleichbleibend sein wird. 21,9 Prozent bzw. 5,1 Prozent sind der Ansicht, dass sich Linz eher negativ bzw. negativ entwickeln wird (siehe S. 17).
Ein Drittel der größeren Unternehmen plant eine Expansion am Standort Linz
Unternehmen, mit mehr als 100 Beschäftigten, wurden zusätzlich gefragt, ob in den kommenden fünf Jahren Veränderungen im Flächenbedarf geplant sind: Trotz der getrübten Aussichten plant
ein Drittel der größeren Unternehmen eine Expansion am Standort Linz. Mit 62 teilnehmenden Unternehmen gab ein knappes Drittel an, dass sie eine Expansion planen. Der häufigste Grund (80 Prozent) dafür ist, dass künftig mehr Personal benötigt wird. Weiters plant fast jedes zweite Unternehmen, das mit einer Expansion rechnet, eine Modernisierung, wodurch die Veränderung im Flächenbedarf begründet wird (siehe Kapitel 3.4 Flächenbedarf, S. 24). „Dass die Unternehmen trotz schwieriger wirtschaftlicher Rahmenbedingungen in den Standort investieren wollen, ist ein starkes Signal. Diese Investitionen sind die Basis für Arbeitsplätze und Wohlstand in unserer Region", zeigt sich Bürgermeister Prammer erfreut.
Digitalisierungsoffensive wird positiv bewertet – weitere Projekte sind geplant
Am zufriedensten mit der Linzer Stadtverwaltung sind die Unternehmen mit der Möglichkeit der digitalen Abwicklung, gefolgt von der Dauer der Bearbeitung. Bei beiden Punkten gaben jeweils rund 45 Prozent der befragten Unternehmen an, eher oder sehr zufrieden damit zu sein. „Die vollständige Digitalisierung der Bauverfahren bringt Verbesserungen genau dort, wo sie am dringendsten gebraucht werden: Sie verkürzt lange Wartezeiten, vereinfacht komplexe Abläufe und macht das Verfahren sowohl für unsere Kund*innen als auch intern deutlich effizienter", erklärt Stadtrat Gegenhuber. Durch organisatorische Maßnahmen konnte die Verfahrensdauer bei den Bauverfahren um fünf Wochen reduziert werden.
Auch die Verständlichkeit von Formularen, die Klarheit der Zuständigkeit und die zeitgerechte Rückmeldung wurden ebenfalls von mehr als 40 Prozent überwiegend positiv bewertet. Bürgermeister Prammer betont, dass die begonnene Digitalisierungsoffensive auch im Jahr 2026 konsequent fortgesetzt und das digitale Angebot für Bürger*innen und Unternehmen Schritt für Schritt erweitert wird: „Unsere Digitalisierungsoffensive trägt bereits Früchte und bringt konkrete Verbesserungen für Bürger*innen und Unternehmen. Der nächste Schritt ist die digitale Abwicklung von Genehmigungen für den öffentlichen Raum – von Veranstaltungen über Schanigärten bis zu Werbemaßnahmen. Ein neuer Flächenkalender macht transparent, welche Bereiche wann verfügbar sind, was besonders der Gastronomie und Eventplanung zugutekommt. Die Verfahrensdauer bei Betriebsanlagen haben wir bereits um zehn Wochen reduziert, deren vollständige Digitalisierung folgt im vierten Quartal 2026."
Stadtrat Gegenhuber kritisiert jedoch, dass das Land Initiativen setzt, die der Deregulierung und Entbürokratisierung im Weg stehen. „Auch die Bundes- und Landesgesetzgeber sind gefordert, sich proaktiv einzubringen und zentrale Rechtsgrundlagen zu vereinfachen, damit Verfahren rascher abgewickelt werden können.“
Jedes zweite Unternehmen sieht die Gewinnung von Fachkräften als Herausforderung
Die Entwicklung der Arbeitskosten sowie die Gewinnung von Fachkräften gelten unter den teilnehmenden Unternehmen als die größten Herausforderungen in den kommenden fünf Jahren: Jeweils 55,3 bzw. 55,2 Prozent der befragten Unternehmen nannten einen dieser beiden Punkte (siehe Kapitel 3.7 Entwicklung & Maßnahmen, S. 45). „Jedes zweite Unternehmen sieht die Gewinnung von Fachkräften als zentrale Herausforderung an. Diese Rückmeldung aus der Wirtschaft ist für mich ein klarer Handlungsauftrag, bestehende Angebote zu intensivieren und neue Maßnahmen zu setzen. Es gilt einerseits bereits bestehende Fachkräfte durch eine lebenswerte Stadt zu behalten, andererseits gilt es neue Fachkräfte auszubilden, zu fördern und zu gewinnen", betont Bürgermeister Prammer.
Leistbarer Wohnraum und Unterstützungsangebote für internationale Fachkräfte als wichtige Voraussetzungen für die Gewinnung von Fachkräften
Etwa zwei Drittel der befragten Unternehmen gab an, dass die Schaffung von Wohnraum durch gemeinnützige Wohnbauträger sehr (24,2 Prozent) oder eher (40,3 Prozent) wichtig für die Gewinnung von Fachkräften ist (siehe S. 46). Auch Unterstützungsangebote für Fachkräfte aus dem Ausland sind für jedes zweite Unternehmen von Bedeutung. „Die GWG, die im Eigentum der Stadt Linz ist, trägt wesentlich dazu bei, dass Wohnraum in Linz leistbar ist,“ hält Bürgermeister Prammer fest. „Weiters findet zweimal jährlich das Expats Café der Stadt Linz statt. Mit dieser Veranstaltung sprechen wir gezielt internationale Fachkräfte an und bieten Raum für Austausch, Vernetzung, aber auch um sich über unterschiedliche Anliegen zu informieren. Das Business Immigration Office Linz unterstützt bei bürokratischen Hürden, bspw. betreffend die Rot-Weiß-Rot Card”, fasst Stadtrat Gegenhuber die Angebote der Stadt Linz zusammen.
Netzwerke und Cluster: Bekanntheit ausbaufähig, Interesse laut Unternehmensbefragung vorhanden
Rund 40 Prozent der teilnehmenden Unternehmen kennen Netzwerke und Cluster. Allerdings schwankt dieser Wert stark von Branche zu Branche, am höchsten ist die Bekanntheit von Netzwerken und Clustern mit 61,6 Prozent in der IT & Telekommunikation (siehe Kapitel Kooperationen, S. 33). „Der Austausch unter Unternehmen ermöglicht gegenseitiges Lernen und verhindert, dass Fehler wiederholt gemacht werden. Weiters stärkt der Zusammenschluss in Cluster die internationale Sichtbarkeit im globalen Wettbewerb. Das stärkt die Innovationskraft im Ökosystem”, ist Stadtrat Gegenhuber überzeugt. „Doch Vernetzung und Cluster sind kein Selbstweg, weshalb die Stadt Linz mit der Tabakfabrik Linz bewusst ein Ökosystem geschaffen hat, in dem die Jobs der Zukunft entstehen, sich talentierte Fachkräfte austauschen können und so an unserer Zukunft gearbeitet werden kann. Mein Dank gilt an dieser Stelle auch dem Land Oberösterreich, das mit den Services der Business Upper Austria ein wichtiges Vernetzungs-Angebot bietet”, bedankt sich Stadtrat Thomas Gegenhuber.
Mit 120 Nennungen sind die Services der Business Upper Austria am bekanntesten, gefolgt von der Tabakfabrik Linz mit 68 Nennungen und der Wirtschaftskammer mit 40 Nennungen. „Das Potenzial für Vernetzung ist da und mit der Tabakfabrik Linz hat die Stadt bereits wichtige Impulse gesetzt, um Unternehmen zusammen zu bringen und Innovation zu fördern”, so Stadtrat Thomas Gegenhuber (siehe S. 36).
Ziel von Stadtrat Gegenhuber ist es, die Bekanntheit bestehender Netzwerke und Angebote noch weiter auszubauen und zu stärken: „Es gilt weiterhin die richtigen Angebote zu schaffen und die Bekanntheit bestehender Angebote zu steigern, um den Wirtschaftsstandort Linz durch starke Kooperationen und lebendigen Austausch zukunftsfit zu machen. Besonders erfreulich ist, dass gerade in zukunftsträchtigen Branchen wie IT und Telekommunikation bereits ein hohes Bewusstsein für die Bedeutung von Vernetzung besteht," hält Stadtrat Gegenhuber fest.
Erstellung des neuen Wirtschaftsprogramms: Dialog auf Augenhöhe
Die Befragung fand in Form einer Online-Befragung statt und wurde im Oktober 2025 an rund 6.900 kommunalsteuerpflichtige Unternehmen in Linz gesendet. 969 Unternehmen nahmen an der Befragung teil, das entspricht einer Beteiligung von rund 14 Prozent.
Die gesamte Unternehmensbefragung 2025 finden Sie unter: