Linz im Zeichen der Sicherheit Pressestatements zum Sicherheitsgipfel im Alten Rathaus
Der Linzer Sicherheitsgipfel tagte heute, 11. Mai 2026, im Alten Rathaus der Stadt Linz. Dabei wurde bei einem gemeinsamen Austausch mit Vertreter*innen der Polizei sowie Expert*innen aus Prävention, Sozialbereich und Gesundheit über die aktuelle Sicherheitslage beraten.
Bürgermeister Dietmar Prammer:
„Die jüngsten Gewaltereignisse in Linz haben viele Menschen erschüttert und verunsichert. Ein Mord in der Innenstadt, eine Messerattacke auf offener Straße, ein Axtangriff auf einem belebten Markt und zuletzt eine Bluttat innerhalb einer Familie mit zwei weiblichen Todesopfern machen betroffen und lösen verständlicherweise Sorgen aus. Gleichzeitig ist eine sachliche Einordnung wichtig: Im selben Zeitraum fanden in Linz zahlreiche Großveranstaltungen mit tausenden Besucherinnen und Besuchern statt – darunter ein Sportevent, ein Musikfestival, politische Kundgebungen und der größte Jahrmarkt des Landes. Diese Veranstaltungen verliefen ohne nennenswerte Zwischenfälle oder gewalttätige Ausschreitungen. Das zeigt: Linz ist eine sichere Stadt.
Dennoch nehme ich die Sorgen der Linzer*innen sehr ernst. Deshalb haben wir Expertinnen und Experten aus Exekutive und zuständigen Organisationen zu einem Sicherheitsgipfel eingeladen. Die Analyse zeigt: Die Vorfälle hatten unterschiedliche, überwiegend persönliche Ursachen. Die allgemeine Sicherheitslage in Linz ist weiterhin stabil.
Bei der Sicherheit der Linzerinnen und Linzer mache ich keine Kompromisse. Dafür braucht es Zusammenarbeit statt parteipolitischer Debatten. Es ist nun an uns, im Nachgang des heutigen Sicherheitsgipfels, einen Prozess zu erarbeiten und gemeinsam mit Exekutive und den Expertinnen und Experten die richtigen Schritte zu setzen. Mein Dank gilt allen Teilnehmerinnen und Teilnehmern am heutigen Gipfel und auch für die Bereitschaft, ihr umfassendes Wissen bei den nächsten Schritten in Arbeitsgruppen zur Verfügung zu stellen.“
Sicherheitsstadtrat Dr. Michael Raml:
„Eine stabile Sicherheitslage und ein hohes subjektives Sicherheitsgefühl sind ein Grundrecht der Bürgerinnen und Bürger. Leider hat dieses Sicherheitsgefühl in den vergangenen Wochen angesichts der Häufung an Gewalttaten auf offener Straße gelitten. Wer sich im öffentlichen Raum nicht mehr sicher fühlt, verliert auch ein Stück Freiheit und Lebensqualität.
Ich bedanke mich bei allen Organisationen für ihre Teilnahme und die hervorragende und professionelle Arbeit. Ziel dieses Sicherheitsgipfels war, ein erweitertes Lagebild zusätzlich zu den objektiven Zahlen der Polizei zu erhalten. Nun gilt es, gemeinsam die richtigen Schritte zu setzen und die Erfahrungen des Stadtpolizeikommandos, von Sozialorganisationen, aus dem medizinischen bzw. psychosozialen Bereich aber auch aus Verwaltung und Infrastruktur-Anbietern einfließen zu lassen.
Der heutige Sicherheitsgipfel hat erneut gezeigt, dass es nicht das eine Rezept zur Lösung der Problematik gibt, sondern dass es gilt, an verschiedensten Maßnahmenbünden weiterzuarbeiten. Die Sicherheit in Linz soll sowohl durch sicherheitspolizeiliche und ordnungspolitische Maßnahmen als auch durch stärkere Prävention erhöht werden. Konkret möchte ich möglichst schnell den Ausbau der Videoüberwachung und Beleuchtung an neuralgischen Plätzen vorantreiben.“
Vizebürgermeister Mag. Martin Hajart:
„Ich beurteile den heutigen Austausch als sehr positiv, vor allem deshalb, weil dieser äußerst breit aufgestellt war und neben einer Vielzahl an Expertinnen und Experten auch alle ressortverantwortlichen Mitglieder des Stadtsenates eingeladen waren. Ich bin der Ansicht, dass nur breit aufgestellte Gremien auch nachhaltige und treffsichere Lösungen erarbeiten können.
Wichtig ist nun, dass weitere konkrete Handlungsschritte folgen. Ich plädiere stark dafür, dort einzuschreiten, wo wir als Stadt Linz Maßnahmen setzen können. Hier sehe ich ein umfassendes Drogenmonitoring aus den Abwässern der Stadt als einen wichtigen Ansatzpunkt. Auch trete ich dafür ein, ein Alkoholverbot für den Bahnhofsvorplatz zu verordnen sowie die Beleuchtung im Linzer Volksgarten auszubauen. Da auch das subjektive Sicherheitsgefühl von enormer Wichtigkeit ist, stehe ich einer Videoüberwachung in Wartebereichen öffentlicher Verkehrsmittel positiv gegenüber. Mein Dank gilt der Exekutive, allen Expertinnen und Experten verschiedenster Organisationen sowie auch den engagierten Ersthelferinnen und Ersthelfern bei den schockierenden Bluttaten der vergangenen Wochen.“
Frauenstadträtin Mag.a Eva Schobesberger:
„Der heutige Sicherheitsgipfel hat ein umfassendes Bild der aktuellen Lage gezeichnet und zugleich gezeigt, dass neben der hervorragenden Arbeit, die auf vielen Ebenen geleistet wird, die Thematik struktureller Männergewalt weiterhin aktiv und konsequent angegangen werden muss. Auffällig ist, dass die jüngsten Gewaltverbrechen in Linz von Männern begangen wurden. Auch das von den Expert*innen gezeichnete Gesamtbild zeigt das auf. Das verweist auf ein gesellschaftliches Problem, dem wir uns klarstellen müssen: Gewalt gegen Frauen durch Männer ist kein Einzelfallphänomen, sondern hat strukturelle Ursachen. In Österreich ist jede dritte Frau von körperlicher und/oder sexuelle Gewalt durch einen Mann betroffen. Insgesamt betrauern wir in diesem Jahr bereits elf von Männern aus ihrem engsten Umfeld getötete Frauen. Der heutige Gipfel war ein wichtiger erster Schritt, dieses ernste Thema mit der Expertise unterschiedlicher Fachbereiche zu bearbeiten. Daran müssen wir gemeinsam, konsequent und mit aller Kraft weiterarbeiten.“
Stadtpolizeikommandant Brigadier Klaus Hübner:
„Ich hatte heute im Rahmen des Sicherheitsgipfels die Möglichkeit, seitens des Stadtpolizeikommandos Linz einen Überblick über die aktuelle Sicherheitslage und die polizeilichen Maßnahmen der vergangenen Wochen zu geben. Ein wesentliches Merkmal der unterschiedlichen Vorfälle in den vergangenen Wochen waren die jeweils sehr kurzen Interventionszeiten. Das zeigt die hohe Dichte an Polizeikräften in Linz sowie die professionelle Koordination im Einsatzfall.
Besonders hervorzuheben ist das gute Zusammenspiel des Stadtpolizeikommandos mit allen polizeilichen Einheiten – der Kriminalpolizei, der Cobra, den schnellen Interventionskräften und weiteren Sondereinheiten. Laufende Ausbildung, regelmäßige Trainings und die Modernisierung der polizeilichen Strukturen – insbesondere die neue Landesleitzentrale – ermöglichen eine effiziente Koordination auch bei komplexen Einsatzlagen. Trotz der tragischen und öffentlich stark wahrgenommenen Gewaltfälle der vergangenen Wochen ist nach aktueller Anzeigenstatistik kein signifikanter Anstieg der Kriminalität in Linz festzustellen; die Fallzahlen stagnieren insgesamt. Ich bedanke mich bei allen Mitwirkenden, insbesondere bei den beteiligten Blaulichtorganisationen sowie für die gute Vernetzung und für das ausgesprochene Lob an die Exekutive.“
Fotos
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Bürgermeister Dietmar Prammer (r.) und Sicherheitsstadtrat Dr. Michael Raml luden zum Sicherheitsgipfel.
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Von links: Sicherheitsstadtrat Dr. Michael Raml, Vizebürgermeister Mag. Martin Hajart, Bürgermeister Dietmar Prammer, Frauenstadträtin Mag.a Eva Schobesberger und Stadtpolizeikommandant Brigardier Klaus Hübner bei der Pressekonferenz zum Linzer Sicherheitsgipfel am 11. Mai 2026.
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