Stadt Linz stellt 20 Standorte für Sommerschule bereit Vizebürgermeisterin Zukan warnt vor Fehlinterpretationen bei Veröffentlichung standortbezogener Schuldaten ab Herbst
Die Sommerschule bietet auch heuer in Linz Unterstützung für Schüler*innen in den letzten beiden Ferienwochen. Als Förderprogramm verbindet sie die Wiederholung von Lerninhalten mit einer Vorbereitung auf das kommende Schuljahr. Die Stadt Linz stellt als gesetzliche Schulerhalterin die notwendige Infrastruktur bereit und schafft damit die Rahmenbedingungen für den Unterricht. Im Vergleich zum Vorjahr wird das Angebot deutlich ausgeweitet: Während 2025 acht Standorte in Volks- und Mittelschulen zur Verfügung standen, sind es 2026 insgesamt 20 Standorte. Grund dafür ist eine bundesgesetzliche Änderung, durch die die Teilnahme für bestimmte Schüler*innen erstmals verpflichtend wird.
Die Organisation der Inhalte sowie die Zuteilung der Schüler*innen erfolgen durch die Bildungsdirektion Oberösterreich. Die Sommerschule richtet sich an Kinder und Jugendliche mit unterschiedlichem Förderbedarf, insbesondere im Bereich der Sprachentwicklung. Im Schuljahr 2025/26 waren an den Linzer Pflichtschulen insgesamt 2.179 Schüler*innen als außerordentliche Schüler*innen geführt. Vor diesem Hintergrund ist davon auszugehen, dass heuer im Sommer eine steigende Zahl an Schüler*innen zusätzliche Unterstützung benötigen wird. Dabei ist es der Stadt Linz ein Anliegen, das Angebot ohne stigmatisierende Zuschreibungen zu betrachten, da aus der Teilnahme an der Sommerschule keine Rückschlüsse auf soziale oder wirtschaftliche Hintergründe von Familien gezogen werden können.
„Die Sommerschule ist ein wichtiges Angebot, das dort unterstützt, wo Schüler*innen zusätzliche Förderung brauchen. Gerade im Bereich der Sprachentwicklung schafft sie eine wichtige Grundlage für weitere Bildungswege und Chancengleichheit“, erklärt Schulreferentin Vizebürgermeisterin Merima Zukan. Gleichzeitig verweist Zukan auf die Bedeutung einer klaren Aufgabenverteilung und eines funktionierenden Austauschs zwischen den beteiligten Institutionen: Die Stadt Linz stellt als Schulerhalterin gerne die dafür notwendige Infrastruktur bereit. Für eine vorausschauende Planung ist es wichtig, dass Informationen frühzeitig und umfassend zur Verfügung stehen. Der bestehende Austausch mit der Bildungsdirektion OÖ ist eine gute Basis, die weiter gestärkt werden soll“, so Zukan.
Kritisch sieht Vizebürgermeisterin Merima Zukan hingegen die von Bildungsminister Wiederkehr angekündigte Veröffentlichung standortbezogener Schuldaten ab Herbst. Eine fundierte Datengrundlage sei zwar entscheidend, um Bildungsangebote weiterzuentwickeln, evidenzbasierte Entscheidungen zu treffen und Ressourcen bedarfsorientiert einzusetzen. Die öffentliche Darstellung einzelner Schuldaten greife jedoch zu kurz, wenn sie nicht ausreichend eingeordnet und mit konkreten Unterstützungsmaßnahmen verbunden werde.
Reine Angaben zu Klassengrößen, Leistungsdaten oder Förderbedarf sagen wenig darüber aus, unter welchen sozialen, sprachlichen oder strukturellen Rahmenbedingungen eine Schule arbeitet. Ohne ausreichenden Kontext drohen Fehlinterpretationen, Verunsicherung bei Eltern und die Stigmatisierung einzelner Schulstandorte.
„Daten dürfen nicht zu einem Schulranking durch die Hintertür werden, sondern müssen Grundlage für gezielte Unterstützung und eine bedarfsorientierte Ressourcenverteilung sein. Schulen mit größeren Herausforderungen brauchen mehr Unterstützung – nicht bloß öffentliche Vergleiche“, betont Schulreferentin Merima Zukan.
Die Sommerschule findet heuer in den Kalenderwochen 36 und 37 statt. Neben verpflichtenden Teilnahmen für bestimmte Schüler*innen mit besonderem Förderbedarf besteht weiterhin die Möglichkeit einer freiwilligen Anmeldung. Die Teilnahme ist kostenlos.