Medienservice vom: 28.05.2026

Schulausbauprogramm der Stadt Linz geht in die nächste Umsetzungsphase Konkreter Zeitplan für zentrale Schulbauprojekte bis 2030

Ausbau von Löwenfeldschule, Siemensschule und Spallerhofschule schafft zusätzliche Klassen, Fachräume und Betreuungsflächen

Ehemalige Mengerschule wird ab 2026/2027 als Übergangsstandort für sonderpädagogische Förderung genutzt

Die Stadt Linz treibt den Ausbau ihrer Bildungsinfrastruktur weiter voran. Aufbauend auf die im Herbst präsentierte Schulbedarfsprognose und die darauffolgende Schulausbauoffensive werden nun die nächsten Umsetzungsschritte konkretisiert. Im Mittelpunkt stehen der aktuelle Planungsstand, die vorgesehenen Bauzeiten sowie die Maßnahmen, mit denen die Stadt auf steigende Schüler*innenzahlen und neue Anforderungen im Schulwesen reagiert.

Bereits im Herbst wurde deutlich, dass Linz in den kommenden Jahren zusätzliche Schulplätze benötigt, insbesondere im Bereich der Mittelschulen und der sonderpädagogischen Förderung. Auf dieser Grundlage wurde ein umfassendes Ausbauprogramm für Linzer Schulen erarbeitet, das der Gemeinderat im Dezember 2025 beschlossen hat. Nun geht es um die Umsetzung der zentralen Projekte.

Im Fokus stehen mehrere konkrete Bauprojekte in unterschiedlichen Stadtteilen. Dazu zählen die Erweiterung der Volksschule Siemensstraße, die Aufstockung der Mittelschule Löwenfeld sowie ein Neubau an der Mittelschule Spallerhof. Parallel dazu schafft die Stadt Linz mit der temporären Nutzung der ehemaligen Mengerschule als Übergangseinrichtung zusätzliche Plätze im Bereich der sonderpädagogischen Förderung. Ergänzend dazu laufen bereits Planungen für ein neues inklusives Schulzentrum im Linzer Süden.

Aktuell besuchen im Schuljahr 2025/26 rund 14.800 Kinder und Jugendliche eine Volks-, Mittel-, Sonder- oder Polytechnische Schule in Linz, knapp 12.800 davon an einem städtischen Schulstandort. Um dieser Entwicklung vorausschauend zu begegnen, investiert die Stadt Linz bis 2030 rund 36 Millionen Euro in den Ausbau und die Weiterentwicklung ihrer Schulstandorte. Bereits 2026 sind erste Mittel für Planungsvorbereitungen vorgesehen.

„Die Analysen der Stadt zeigen klar, dass der Bedarf an Schulplätzen weiter steigt. Mit dem Ausbauprogramm setzen wir gezielt Maßnahmen, um rechtzeitig zu reagieren und allen Kindern in Linz moderne Lernbedingungen zu bieten. Bildung ist das Fundament für die Entwicklung von Linz“, betont Bürgermeister Dietmar Prammer.

Liegenschaftsreferentin Vizebürgermeisterin Merima Zukan unterstreicht die Bedeutung der Investitionen: „Was im Herbst als Ausbauoffensive auf den Weg gebracht wurde, geht nun Schritt für Schritt in die konkrete Umsetzung. Jede Investition in unsere Schulen ist eine Investition in die Zukunft unserer Stadt. Wir schaffen mehr Raum für Lernen, Bewegung und individuelle Förderung, und damit bessere Voraussetzungen für Kinder und Jugendliche in allen Stadtteilen.“

Vom prognostizierten Bedarf zur konkreten Umsetzung

Die Schulbedarfsprognose bis 2035 zeigt, dass Linz vor allem im Bereich der Mittelschulen und der sonderpädagogischen Förderung zusätzliche Kapazitäten benötigt. Im Schuljahr 2024/25 besuchten rund 14.500 Schüler*innen eine Volks-, Mittel-, Sonder- oder Polytechnische Schule in Linz. Der Großteil davon wurde an städtischen Schulstandorten unterrichtet.

Im Schuljahr 2024/25 besuchten 3.811 Kinder eine städtische Mittelschule – um 384 Kinder beziehungsweise gut elf Prozent mehr als noch im Schuljahr 2021/22. Bis 2035 ist bei den städtischen Mittelschulen weiterhin ein ansteigender Schulplatzbedarf prognostiziert.

Auch im Bereich der Sonderschulen zeigt die Prognose einen klaren Mehrbedarf. Insgesamt wird bis 2035 mit rund 150 zusätzlichen Plätzen für Kinder und Jugendliche mit sonderpädagogischem Förderbedarf gerechnet. Bei den Volksschulen ist die Entwicklung differenzierter: Kurzfristig wird ein leichter Anstieg erwartet, mittelfristig zeigt die Prognose einen Rückgang, bevor die Zahlen gegen Ende des Prognosezeitraums wieder leicht steigen.

Um auf diese Entwicklungen rechtzeitig reagieren zu können, umfasst das Schulausbauprogramm der Stadt Linz fünf zentrale Projekte. Dazu zählen die Löwenfeldschule, die Siemensschule, die Spallerhofschule, ein neues inklusives Schulzentrum im Linzer Süden sowie die Erweiterung der MS 23 Ebelsberg. Die Umsetzung erfolgt schrittweise und orientiert sich an den tatsächlichen Bedarfen.

Ein besonderer Schwerpunkt liegt aktuell auf jenen Projekten, die bereits konkret in Planung sind und in den kommenden Jahren baulich umgesetzt werden sollen. Im Jahr 2026 fließen erste Mittel aus dem Schulausbaupaket in die Planungsvorbereitungen: rund 900.000 Euro für den Zubau der MS 14 Spallerhofschule sowie jeweils rund 400.000 Euro für die Aufstockung der MS 10 Löwenfeldschule und die Erweiterung der VS 35 Siemensschule.

Vier zusätzliche Klassen und neue Fachräume für die Löwenfeldschule

Am Standort der Löwenfeldschule, an dem die Volksschule 17, der Hort Löwenfeld, die Mittelschule 10 sowie die Nachmittagsbetreuung untergebracht sind, wird die bestehende Infrastruktur erweitert. Ziel ist es, die derzeit verschränkte Nutzung am Standort neu zu ordnen und eine bessere räumliche Trennung zwischen Volksschule und Mittelschule zu schaffen. Zusätzlich sollen mit der Erweiterung zusätzliche Flächen für Unterricht, Fachbereiche und ganztägige Betreuungsangebote geschaffen werden. Besonderes Augenmerk liegt auch auf Aufenthalts- und Ausweichflächen für Schüler*innen.

Im Zuge der Maßnahmen entstehen im Bestandsgebäude vier zusätzliche Klassenräume. Durch die Aufstockung werden neue Fachräume für die Mittelschule geschaffen und bestehende Fachräume adaptiert. Vorgesehen sind diese für Kunst und Gestaltung, Musik, Technik und Design sowie als EDV-Raum, Bibliothek sowie Lehrküche mit Essbereich.

Der Standort wird dadurch besser strukturiert, der steigende Bedarf abgedeckt und die räumlichen Voraussetzungen für einen modernen Schulbetrieb nachhaltig verbessert. Bei der Aufstockung wird die bestehende Holzbauweise des Gebäudes aufgegriffen und fortgeführt. Damit setzt die Stadt auch bei der Erweiterung auf eine ressourcenschonende und zeitgemäße Bauweise. Das Projekt umfasst ein Volumen von rund 4 Millionen Euro. Geplant wird es vom Linzer Büro Bogenfeld Architektur, das aus einem Wettbewerb als Sieger hervorging. Der Baustart ist für Frühjahr 2027 vorgesehen, die Fertigstellung für September 2028 geplant.

Erweiterung der Siemensschule schafft zusätzliche Kapazitäten

Auch die Volksschule 35 Siemensschule wird ausgebaut. Die bisher zwölfklassige Volksschule soll durch eine Aufstockung und einen Zubau zu einer 18-klassigen Schule erweitert werden. Damit schafft die Stadt zusätzliche Kapazitäten für Unterricht, Betreuung und Bewegung.

Neben sechs zusätzlichen Klassenräumen entstehen Mehrzweckflächen, Bewegungsräume, flexible Lern- und Multifunktionsbereiche sowie Räume für Werken und eine Bibliothek. Bestehende Flächen werden baulich angepasst und künftig besser für Schule und Hort nutzbar gemacht. Zusätzlich ist eine Zentralgarderobe vorgesehen, die auch organisatorische Abläufe im Schulalltag verbessern soll. Auch ein Kunst-am-Bau-Projekt wird an diesem Standort umgesetzt.

Die Immobilien Linz GmbH erarbeitet dafür eine Eigenplanung. Die Einreichung ist für Juli 2026 vorgesehen. Der Ausbau erfolgt im laufenden Betrieb, ein Ausweichquartier ist nicht erforderlich. Der Baubeginn ist für Frühjahr 2027 geplant, die Fertigstellung für September 2028. Das Projektvolumen beträgt rund 5,3 Millionen Euro.


Siemensschule. Visualisierung: Immobilien Linz GmbH (ILG)

Erweiterungsbau stärkt Bildungsstandort am Spallerhof

An der Mittelschule 14 Spallerhof wird der Schulstandort ebenfalls weiterentwickelt. Ziel ist es, zusätzliche Kapazitäten für die kommenden Jahre zu schaffen und die räumliche Situation von Volksschule, Mittelschule und Polytechnischer Schule am Standort zu verbessern und neu zu ordnen.

Im Rahmen des Projekts ist ein Erweiterungsbau mit sieben zusätzlichen Klassenräumen für die MS Spallerhof vorgesehen. Ergänzend werden bestehende Flächen adaptiert und Fachunterrichtsräume neugestaltet. Die Nachmittagsbetreuung soll künftig im Zubau untergebracht werden. Auch die Garderobensituation wird im Zuge der Erweiterung neu organisiert.

Im Bereich der Polytechnischen Schule ist der Umbau des bestehenden Dachraums vorgesehen. Dabei sollen zusätzliche Werk- und Unterrichtsräume geschaffen werden. Auch die Bewegungsflächen und Außenbereiche am Schulstandort werden im Rahmen des Bauvorhabens berücksichtigt. Außerdem wird der Turnsaal erweitert, um auch im Bewegungsbereich bessere räumliche Voraussetzungen zu schaffen.

Das Projekt befindet sich aktuell in der Vorbereitungsphase, ebenso ein Wettbewerb für den Zubau. Der Baubeginn ist für Frühjahr 2028 geplant, die Fertigstellung für September 2029 vorgesehen. Das Investitionsvolumen beträgt 10,6 Millionen Euro. Mit der Umsetzung erhält die Einrichtung zusätzliche Kapazitäten und mehr Raum für eine zeitgemäße schulische Entwicklung.

Neues inklusives Schulzentrum im Linzer Süden in Planung

Neben dem Ausbau bestehender Schulstandorte rückt auch die Weiterentwicklung inklusiver Bildungsangebote verstärkt in den Fokus. Parallel zur Übergangslösung in der Mengerschule laufen die Planungen für ein neues inklusives Schulzentrum im Linzer Süden. Vorgesehen sind rund 150 Plätze für Kinder mit sonderpädagogischem Förderbedarf sowie reguläre Klassen. Aktuell wird ein geeigneter Standort geprüft.

Da die Zahl der Kinder mit sonderpädagogischem Förderbedarf deutlich von der bisherigen Schulbedarfsprognose abweicht, wird die ehemalige Mengerschule in Linz-Dornach mit Beginn des Schuljahres 2026/27 als zusätzlicher Übergangsstandort mit einer Erweiterung wieder in Betrieb genommen. Bis 2030 wird ein zweiter Standort der Allgemeinen Sonderschule 4 (ASO 4) entstehen, um den gestiegenen Anforderungen im Bereich der sonderpädagogischen Förderung abzudecken. Die notwendigen baulichen Maßnahmen dafür werden bereits im Sommer 2026 umgesetzt. Damit reagiert die Stadt Linz auf den steigenden Bedarf an sonderpädagogischer Förderung und schafft kurzfristig zusätzliche schulische Kapazitäten.

Die aktuelle Entwicklung zeigt aber auch strukturelle Herausforderungen. Der bestehende Finanzierungsschlüssel für Kinder mit sonderpädagogischem Förderbedarf orientiert sich weiterhin an einem Richtwert von 2,7 Prozent. Dieser festgelegte Prozentsatz bedeutet, dass der Bund seit über 30 Jahren pauschal davon ausgeht, dass nur 2,7 Prozent aller Pflichtschüler*innen einen sonderpädagogischen Förderbedarf haben – und stellt auch nur für diesen Anteil Ressourcen bereit. Aus Sicht der Stadt Linz bildet dieser Wert die tatsächliche Entwicklung längst nicht mehr ausreichend ab.

„Der Bedarf an sonderpädagogischer Förderung steigt, aber die Finanzierung orientiert sich noch immer an einem überholten Richtwert. Damit wir als Schulerhalterin verlässlich planen können, braucht es einen Schlüssel, der die Realität abbildet. Aus unserer Sicht muss dieser Wert auf mindestens fünf Prozent angehoben werden. Gleichzeitig braucht es klare Zuständigkeiten und mehr Planungssicherheit für Städte, die als Schulerhalterinnen die Infrastruktur bereitstellen“, fordert Schulreferentin Vizebürgermeisterin Merima Zukan.

Weitere Projektentwicklung: MS 23 Ebelsberg

Teil des beschlossenen Ausbauprogramms ist auch die Erweiterung der Mittelschule 23 Ebelsberg. Mit diesem Projekt sollen künftig andere Mittelschulstandorte entlastet und zusätzliche Kapazitäten für das Wachstum im Linzer Süden geschaffen werden. Für den bestehenden Schulstandort werden mehrere Ausbauvarianten geprüft. Die Umsetzung ist im Rahmen des Ausbauprogramms für die spätere Bauphase bis 2030 vorgesehen.

Photovoltaik-Offensive auf Linzer Schulen

Im Zuge des Schulausbauprogramms setzt die Stadt Linz auch auf nachhaltige Energieversorgung. Alle geeigneten Einrichtungen werden im Rahmen der laufenden Photovoltaik-Offensive mit PV-Anlagen ausgestattet. Damit werden vorhandene Dachflächen gezielt für die Erzeugung von Sonnenstrom genutzt und die Eigenversorgung der städtischen Infrastruktur gestärkt.

Darüber hinaus werden bei den Projekten Maßnahmen zur Verbesserung der Lüftung und zur Reduktion sommerlicher Überhitzung mitgedacht. Dabei wird geprüft, wie natürliche Nachkühlung, etwa über den sogenannten Kamineffekt, sinnvoll eingesetzt werden kann. Damit werden die Schulstandorte nicht nur räumlich erweitert, sondern auch langfristig klimafitter und zukunftsfähiger gemacht.

Bildung als Schlüssel für die Zukunft der Stadt

Mit dem Schulausbauprogramm wird die Bildungsinfrastruktur gezielt gestärkt. Laufende Bauprojekte, ergänzende Übergangslösungen und eine langfristige Planung schaffen zusätzliche Kapazitäten und verbessern die Rahmenbedingungen in allen Stadtteilen. Ein besonderes Augenmerk liegt darauf, die Planungen eng mit den tatsächlichen Gegebenheiten vor Ort abzustimmen. Die Stadt Linz steht dabei im Austausch mit den Direktor*innen der jeweiligen Schulstandorte sowie mit der Bildungsdirektion Oberösterreich, um die baulichen Maßnahmen bestmöglich an den schulischen Alltag und die pädagogischen Anforderungen anzupassen.

„Wir investieren in unsere Schulstandorte, weil gute Bildung die Basis für die Entwicklung unserer Stadt ist. Mit dem Ausbauprogramm schaffen wir die Voraussetzungen, damit alle Kinder in Linz gleiche Chancen vorfinden und sich bestmöglich entfalten können“, betont Bürgermeister Dietmar Prammer.

(Pressekonferenz mit Bürgermeister Dietmar Prammer und Liegenschaftsreferentin Vizebürgermeisterin Merima Zukan)

Chatbot ELLI

ELLI, der Chatbot der Stadt!

ELLI ist digital, hilfsbereit und immer zur Stelle, wenn Antworten auf Fragen benötigt werden.

Mehr Infos