Erstmals in der Linzer Messgeschichte über 40 Grad am Wochenende möglich Aktuelle Auswertungen zu Wüsten-/Hitzetagen und Tropennächte der laufenden Hitzewelle. Mehrsprachiges Info-Angebot zum Hitzeschutz
Während der Sommer meteorologisch erst Anfang Juni beginnt, erreichte bereits Ende Mai eine vier Tage umfassende Hitzewelle das Linzer Stadtgebiet. Seit 1930 gab es dies erst einmal, und zwar die letzten vier Maitage im Jahr 2005. Seit 18. Juni befinden wir uns bereits mitten in der nächsten Hitzewelle, diese ist in Intensität und Dauer für diese Jahreszeit außergewöhnlich.
Aktuelle Prognosen deuten darauf hin, dass der bisher in Linz durch die GeoSphere Austria gemessen Höchstwert von 37,6 °C am Samstag und Sonntag noch übertroffen werden könnte. Aus jetziger Sicht ist von einem Anhalten der Hitzewelle noch bis jedenfalls inklusive Dienstag den 30. Juni auszugehen, erst danach stellen sich voraussichtlich wieder Höchsttemperaturen von unter 30 °C ein. Dies ergäbe eine Hitzewelle mit einer Dauer von 13 Tagen.
„Für das Wochenende sind nochmal Temperaturextreme vorhergesagt. Die aktuellen Hitzetage führen uns deutlich vor Augen, dass die Klimakrise uns alle betrifft und unsere Lebensqualität in der Stadt – gerade für besonders vulnerable Gruppen – massiv beeinträchtigt. Ich bitte alle Linzer*innen, in den kommenden Tagen besonders aufeinander zu achten und Menschen, die unter der Hitze stärker leiden, besonders zu unterstützen. Nutzen Sie gezielt kühle Plätze, die mehr als 90 Trinkwasserbrunnen und informieren Sie sich auf der städtischen Website über praktische Hitzetipps!“, macht Umweltstadträtin Mag.a Eva Schobesberger erneut auf die städtischen Angebote aufmerksam.
Am Linzer Stadtgebiet zeigt das durch die Stadt Linz betriebene Messnetz für den Sommer 2026 bislang klar die unterschiedliche thermische Belastung während der aktuellen Hitzewelle. Stadtteile mit hohem Durchgrünungsgrad, viel Baumbestand und im Einfluss von Windsystemen (z.B. Haselgrabenwind oder Auhofwind) kühlen selbst jetzt nachts noch aus während dicht versiegelte Bereiche unter Tropennächten leiden. Darüber hinaus wurden an einigen Messstellen auch bereits sogenannte Wüstentage gemessen – dies sind Tage an jenen die Höchsttemperaturen 35 °C und darüber erreichen.
- Bis zu 2 Wüstentage: Diese Schwelle von Tagesmaxima gleich oder über 35 °C wurden bereits an zwei Tagen an der Messtelle Schachermayerstraße erreicht, aber auch beispielsweise im innerstädtischen Bereich an einem Tag am Domplatz, Hauptbahnhof, der Promenade, am Südbahnhofmarkt, der Garnisonsstraße oder an der Otto-Glöckel-Schule.
- Die Hitze ist tagsüber aber nicht auf die Kernstadt beschränkt, auch in weniger dicht verbauten Stadtteilen kann es durch intensive solare Einstrahlung und lokal stärker versiegelte Bereiche zu hohen Lufttemperaturen kommen, so wurde ein Wüstentag auch bei jeweils einer Messstelle in Dornach, der Dimmelstraße und Ebelsberg festgestellt.
- Die Hitze ist tagsüber aber nicht auf die Kernstadt beschränkt, auch in weniger dicht verbauten Stadtteilen kann es durch intensive solare Einstrahlung und lokal stärker versiegelte Bereiche zu hohen Lufttemperaturen kommen, so wurde ein Wüstentag auch bei jeweils einer Messstelle in Dornach, der Dimmelstraße und Ebelsberg festgestellt.
- Höchsttemperatur 35,6 °C: Die am Stadtgebiet gemessene Höchsttemperatur im Messnetz betrug ca. 35,6 °C und trat am 19. Juni am Hauptbahnhof auf.
- Mitternächtliche Hitze mit 28 °C: Um Mitternacht wurden am 20. Juni noch Höchstwerte von 27 °C bis 28 °C festgestellt, am stärksten betroffen waren dabei die Messstelle in der Schachermayerstraße sowie der Stahlstraße. Darauf folgten Hauptbahnhof, Franckstraße, Turmstraße sowie Otto-Glöckel-Schule und Martin-Luther-Platz. Auch an Volksgartenstraße und Domplatz lagen die Temperaturen aufgrund des städtischen Hitzeinseleffektes konstant hoch. Der Höchstwert wurde jedoch am 19. Juni an der Stahlstraße gemessen, hier betrug die Temperatur um Mitternacht immer noch 28 °C.
- Warme Nächte: Die fünf Messstellen mit den höchsten nächtlichen Temperaturen (20 Uhr bis 8 Uhr) waren am 21. Juni mit etwas über 22 °C Martin-Luther-Platz, Garnisonsstraße, Liebigstraße, Hauptbahnhof und Otto-Glöckel-Schule.
- Kühle Nächte: Besonders Messstellen im Einflussbereich von Kaltluftabflüssen, Luftleitbahnen oder mit allgemein besserer Exposition gegenüber großräumigeren Luftströmungen, bzw. in Bereichen mit hohen Durchgrünungsgrad wiesen vergleichsweise niedrige nächtliche Mindesttemperaturen auf, diese lagen zumeist noch im Bereich 14 °C bis 18 °C. An diesen Messstellen wird daher tendenziell auch eine geringe Zahl an Tropennächten festgestellt. Dies betraf beispielsweise die Standorte:
- Wambach (Kaltluftabfluss, Westwind, hoher Durchgrünungsgrad)
- Bachlbergweg und Diesenleitengraben (Kaltluftabfluss Diesenleitengraben)
- Wasserwald (Westwind, hoher Durchgrünungsgrad)
- kleiner Weikerlsee, Probstaustraße (Westwind, hoher Durchgrünungsgrad, Übergang zum Umland)
- Donaulände (hoher Durchgrünungsgrad), Nibelungenbrücke (beide Luftleitbahn Donau)
- Haselgraben, freiwillige FW St. Magdalena, Stockholmweg (Haselgrabenwind, teils hohe Durchgrünung)
- Dornach und Volkshaus Dornach (Auhofwind)
Unter www.linz.at/hitzetipps bietet die Stadt Linz in komprimierter Form alles Wissenswerte über den Umgang mit Hitze in der Stadt. Das Angebot umfasst auch Informationsmaterial in mehreren Sprachen sowie Downloads wie Poster zum Ausdrucken.
Darüber hinaus findet sich auf www.cooleslinz.at auch eine umfangreiche Übersicht über Orte, an denen man sich abkühlen kann und die zu einem Besuch einladen, unter anderem Badeplätze, Wasserplätze, Trinkwasserspender, Grünräume, kühle Orte indoor und Kinderangebote.
Auch heuer unterstützen wieder viele Kooperationspartner*innen die Hitzeschutzaktivitäten der Stadt Linz und richten „Coole Orte“ ein. Die ersten wie im Lentos und im Stadtteilzentrum in Auwiesen stehen bereits offen, ebenso stehen das Alte Rathaus und das Volkshaus Keferfeld, schon bereit. In den nächsten Tagen kommen noch weitere hinzu und ab 1. Juli stehen etwa 30 „Coole Orte“ zum Ausrasten zur Verfügung.
Konkrete Tipps der Stadt Linz, um sich gegen Hitze zu schützen:
Den Wohnraum kühl halten
- Richtiges Lüften und Verdunkeln: Die Fenster tagsüber schließen. Warme Luft von außen erwärmt die Wohnung. Raffstores, Jalousien und Vorhänge tagsüber schließen. Wenn keine Beschattung vorhanden ist, die Fenster mit z.B. Decken oder Tüchern verdunkeln. Sonnenlicht erhitzt Oberflächen und erhöht die Luft-Temperatur in der Wohnung. In der Nacht und in den kühlen Morgenstunden lüften. Ein Ventilator kann helfen, kühlere Außenluft in den Raum zu transportieren. Den Ventilator nach innen gerichtet am Fenster aufstellen.
- Raum kühlen: Feuchte Handtücher im Raum können in Kombination mit einem Ventilator zur Kühlung beitragen. Achtung: Das Aufhängen erhöht die Luftfeuchtigkeit. Nach längerer Zeit kann das zu einem unangenehmen Raumklima führen. Handtücher aus hygienischen Gründen regelmäßig wechseln. Nach dem Kochen oder Duschen kurz lüften, um erhöhte Luftfeuchtigkeit zu reduzieren. Ein Ventilator hilft beim Luftaustausch.
- Nicht benötigte Elektrogeräte ausschalten: Glühlampen und nicht gebrauchte Elektrogeräte abschalten. Wo möglich Steckerleisten verwenden. Diese lassen sich ausschalten. Den Backofen wenig nutzen, um Wärme-Eintrag in der Wohnung zu reduzieren.
Aufenthalt und Arbeit in der Hitze vermeiden
- Nicht zur heißesten Tageszeit nach draußen gehen. Die heißeste Zeit in Linz ist von 15 bis 18 Uhr zu erwarten.
- Im Schatten aufhalten, direkte Sonneneinstrahlung vermeiden.
- In kühler oder klimatisierter Umgebung aufhalten. Ist das Zuhause nicht kühl, zwei bis drei Stunden am Tag an einem kühlen Ort verbringen (z.B. ein klimareguliertes öffentliches Gebäude). In der Nähe von Gewässern ist die Temperatur kühler.
- Körperlich anstrengende Tätigkeiten so weit als möglich vermeiden oder zur kühlsten Tageszeit durchführen.
- Aktivitäten im Freien weitgehend einschränken. Bei Arbeiten im Freien regelmäßig Pausen machen. Sport zu kühleren Tageszeiten betreiben.
- Niemals Menschen (insbesondere Säuglinge und Kleinkinder) oder Tiere, nicht einmal kurz, in einem geparkten verschlossenen Fahrzeug zurücklassen.
Den Körper kühlen, auf richtige Ernährung achten
- Kühl, aber nicht kalt duschen oder baden. Alternativen sind z.B. Kühlpolster (Cold Packs), feuchte Handtücher, Schwämme oder Fußbäder.
- Leichte und dünne Bettwäsche und Leintücher verwenden.
- Lockere, leichte und helle Kleidung im Freien tragen. Kopfbedeckung wie z.B. Sonnenhut und Sonnenbrille mit UV-Schutz verwenden. Sonnencreme mit ausreichendem Lichtschutzfaktor als Hautschutz auftragen.
- Ausreichend Wasser trinken. Trinken noch bevor man sich durstig fühlt. Mindestens 1,5 bis 3 Liter täglich trinken. Bei anstrengenden Tätigkeiten kann mehr Wasser notwendig sein. Menschen, die aus medizinischen Gründen nur bestimmte Mengen zu sich nehmen dürfen, wird empfohlen, unbedingt das medizinische Fachpersonal im Hinblick auf die geeignete Flüssigkeitsmenge zu konsultieren.
- Alkohol, Koffein und Zucker meiden.
- Mehrere kleine Portionen über den Tag verteilt essen. Nahrung mit hohem Proteingehalt meiden. Früchte sowie Gemüse, beispielsweise in Form von Salaten und nicht zu heißen Suppen essen. Leicht verdauliche und fettarme Nahrungsmittel mit hohem Wassergehalt sind empfehlenswert
Anderen helfen
- Nach dem Wohlbefinden von Familienangehörigen, Bekannten, Nachbar*innen und im speziellen älteren oder Risikogruppen angehörenden Menschen erkundigen. Sicherstellen, dass diese genug Wasser zu sich nehmen.
- Das Gespräch mit Familienangehörigen über Hitzewellen suchen. Gemeinsam Lösungen finden.
- Kontakt halten: aktiv auf Verwandte und Bekannte zugehen, die in eine hitzegefährdete Gruppe fallen. Den Menschen dieser Gruppen mit Rat und Tat zur Seite stehen. Ältere oder kranke Menschen täglich besuchen oder kontaktieren.
- Die Auswirkung auf die Thermoregulation des Körpers und dessen Wasserhaushalt von Medikamenten medizinisch abklären.
- Einen Erste-Hilfe-Kurs besuchen. Der Umgang mit Hitze-Notfällen wird dort erlernt.
- Risiken durch Hitze kennenlernen und Symptome von hitzebedingter körperlicher Belastung erkennen können: Erschöpfung, Flüssigkeitsmangel, Sonnenstich, Schwindel, Kreislaufkollaps oder Hitzeschlag.
- Auf Tiere und insbesondere auf Haustiere achten.
Zusätzliche Vorsorge bei bestehenden gesundheitlichen Problemen
- Während einer Hitzeperiode kann es erforderlich sein, häufigere medizinische Kontrollen durchzuführen.
- Bei chronischen Leiden oder der Einnahme von Medikamenten vom medizinischen Fachpersonal beraten lassen.
- Medikamente entsprechend der Packungsbeilage lagern. Die Packungsbeilage gibt Aufschluss über die zulässigen Temperaturen.
- Bestimmte Medikamente beeinflussen die Wärmeregulation des Körpers. Zu diesen Medikamenten zählen Diuretika (Entwässerungsmittel), Benzodiazepine (Schlaf verursachende und stark betäubende Mittel), Sedativa (Beruhigungsmittel), Betarezeptorenblocker (oft als Kombinationspräparat mit Diuretika oder anderen blutdrucksenkenden Substanzen).
- Bestimmte Medikamente zeigen Wechselwirkung mit der Sonne. Sie bewirken Lichtempfindlichkeit der Haut. Zu ihnen zählen gewisse Antibiotika, Antirheumatika, harntreibende Medikamente, Herzmedikamente aber auch natürliche Präparate wie das Johanniskraut. Auch bei diesen Medikamenten die Packungsbeilage beachten.
Zusätzlich stehen zwei telefonische Anlaufstellen für Informationen und bei Beschwerden zur Verfügung:
- Hitzetelefon: Tel. 0800 880 800 – österreichweit kostenlos, mit Beratung rund um gesundheitlichen Hitzeschutz. Mehr Infos: Sozialministerium – Hitzetelefon
- Gesundheitshotline: Tel. 1450 – für medizinische Fragen und Ersteinschätzungen bei Beschwerden. Mehr Infos: www.1450.at
Fotos
- Druckdatei (JPG | 4,63 MB) 47 x 31 cm mit 300 dpi Foto: Stadt Linz
Kühler Ort Lentos Kunstmuseum: Umweltstadträtin Mag.a Eva Schobesberger (mitte) mit Hemma Schmutz (Künstlerische Direktorin) (rechts) und Gernot Barounig (Kaufmännischer Direktor) (links)
- Druckdatei (PNG | 229 KB) 47 x 31 cm mit 300 dpi Foto: Stadt Linz
Messdaten Linz Hitzewellenteppich und mittlere Maximaltemperaturen
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