ILG setzt Rechnungshof-Empfehlungen konsequent um Neue Standards für Reporting, Projektsteuerung und Dokumentation werden ausgearbeitet
Nach der Veröffentlichung des Rechnungshofberichts zum Donauparkstadion hat die Immobilien Linz GmbH die Empfehlungen umfassend aufgearbeitet und konkrete Maßnahmen für die ILG sowie für künftige Großprojekte abgeleitet. Im Mittelpunkt stehen gestärkte Governance-Strukturen, mehr Transparenz sowie eine verbesserte Prüf- und Dokumentationssicherheit.
Die Empfehlungen des Rechnungshofs wurden von der ILG zügig aufgearbeitet. Daraus entstand ein Maßnahmenpaket, das nicht nur für die Weiterentwicklung der Immobilien Linz GmbH, sondern auch für kommende Projekte von Bedeutung ist. Ziel ist es, Governance-Strukturen weiter zu stärken und Transparenz auf allen Ebenen auszubauen – gegenüber Aufsichtsrat und Eigentümervertretung ebenso wie gegenüber Gemeinderat.
„Wir haben die Empfehlungen des Rechnungshofs ernst genommen und konsequent daran gearbeitet, daraus konkrete Verbesserungen abzuleiten. Unser Ziel ist klar: mehr Transparenz, klare Entscheidungsgrundlagen und eine bessere Nachvollziehbarkeit bei großen Projekten. Das betrifft nicht nur Aufsichtsrat und Eigentümervertretung, sondern ausdrücklich auch die Information gegenüber dem Gemeinderat“, betont Liegenschaftsreferentin Vizebürgermeisterin Merima Zukan und Aufsichtsratsvorsitzende der ILG.
Ein zentrales Ergebnis ist die Zusammenstellung eines umfassenden Organisations- und Projekthandbuchs aus bestehenden und neuen Elementen, das derzeit in Bearbeitung ist und im Herbst finalisiert werden soll. Darin werden Abläufe, Zuständigkeiten, Entscheidungswege, Kontrollmechanismen und Projektphasen klar geregelt. Projekte sollen damit noch strukturierter gesteuert, Entscheidungen besser dokumentiert und Qualitätsstandards in der Abwicklung weiter erhöht werden.
Besonderes Augenmerk liegt auf einer neuen Reporting-Struktur. Künftig sollen Aufsichtsrat, Eigentümervertretung und Gemeinderat nachvollziehbarer und übersichtlicher über Projektstände informiert werden. Geplant ist unter anderem ein Portfolio-Dashboard, das alle wesentlichen Projekte zusammenfasst und zentrale Informationen darstellt. Dazu zählen Detailbudgets, Indexentwicklungen, Termine, Risiken und Projektfortschritte.
Zusätzlich wird ein Phasenmodell mit sogenannten Stage-Gates eingeführt. Damit werden Projekte künftig in klar definierte Abschnitte gegliedert. Vor jedem Übergang in die nächste Phase werden zentrale Fragen zu Kosten, Finanzierung, Zeitplan, Risiken, Qualität und Entscheidungsgrundlagen geprüft und dokumentiert. So soll jederzeit nachvollziehbar sein, in welchem Stadium sich ein Projekt befindet, welche Entscheidungen getroffen wurden und welche Voraussetzungen für den nächsten Schritt erfüllt sein müssen.
Auch das interne Kontrollsystem und das Prozessmanagement der ILG werden weiter nachgeschärft. Prüfpfade, Dokumentationsstandards und Eskalationsregeln sollen künftig klarer ausgestaltet werden. Damit werden die aus dem Rechnungshofbericht gezogenen Lehren verbindlich in die laufende Organisationsentwicklung der ILG integriert.
Die gewonnenen Erfahrungen fließen auch in kommende ILG-Großprojekte ein. Damit stellt die ILG sicher, dass aus dem Rechnungshofbericht zum Donauparkstadion konkrete Konsequenzen gezogen und langfristig wirksame Verbesserungen umgesetzt werden.
Auch die Frage möglicher Rückforderungen an den Totalunternehmer des Donauparkstadions hat die ILG vertieft geprüft und mit einem erfahrenen Vertragsanwalt genau analysiert. Der Geschäftsführer der ILG GmbH Markus Eidenberger sagt dazu: „Der Rechnungshof hat im Gesamt-Vertragswerk Ansätze gesehen, das Entgelt des Totalunternehmers nachträglich zu kürzen. Unsere Anwälte sehen dafür aber nur geringe Chancen, demgegenüber aber ein erhebliches Risiko, dass bereits abgehakte Nachtragsforderungen des Totalunternehmers wieder aufleben. Diese haben ein deutlich höheres Ausmaß als die vom Rechnungshof genannten Beträge.“ Der Aufsichtsrat wurde darüber bereits detailliert informiert, am Montag folgt der Kontrollausschuss.
Dem für die kommende Gemeinderatssitzung angekündigten Antrag zur Prüfung der ILG GmbH durch das Kontrollamt steht Vizebürgermeisterin Zukan offen gegenüber.
„Offenheit und Nachvollziehbarkeit sind wichtige Grundlagen für gute Entscheidungen. Eine Prüfung durch das Kontrollamt kann zusätzliche Hinweise liefern, wo Abläufe weiter optimiert und Strukturen noch klarer ausgestaltet werden können. Unser Anspruch ist, aus Empfehlungen konkrete Verbesserungen abzuleiten und die ILG laufend weiterzuentwickeln“, so Vizebürgermeisterin Zukan.