JKU ist Teil des MUSICA-Supercomputer-Netzwerks In Österreich spielt die Musik: Der Supercomputer MUSICA (Multi-Site-Computer-Austria) ist nun offiziell in Betrieb.
An den Standorten Wien, Innsbruck und der Johannes Kepler Universität Linz können Forscher*innen damit zum Beispiel die KI-Entwicklung vorantreiben – mit rund 45 Billiarden Rechenoperationen pro Sekunde.
Es sind gewaltige Dimensionen: Österreichs schnellster Computer führt Berechnungen mit 45 PFLOP/s durch, also 45 Billiarden Gleitkommaoperationen pro Sekunde. Würde jeder Mensch auf der Erde ohne jede Pause pro Sekunde eine Rechenaufgabe im Kopf lösen, wäre die gesamte Menschheit 60 Tage damit beschäftigt, was MUSICA in einer Sekunde schafft. Die Supercomputer der österreichischen Universitäten versorgen zahlreiche Fachgebiete, von Physik über Mathematik bis zu Wirtschafts- und Rechtswissenschaften, mit der für Wissenschaft und Lehre benötigten Rechenleistung.
„Selbstverständlich handelt es sich nicht um einen einzelnen Computer“, erklärt Univ.-Prof. Dr. Tobias Kramer vom Institut für Theoretische Physik, der als Vorstandsmitglied des Vereins High Performance Computing Austria die wissenschaftliche Nutzung des Supercomputers der JKU koordiniert. MUSICA ist ein Netzwerk aus 440 Computer Nodes, also quasi einzelner Computer, die jeweils eigene Prozessoren und Grafikkarten besitzen, die aber parallel an großen Aufgaben arbeiten. Für Kramer und seine physikalischen Simulationen ein großer Gewinn: „Ohne die schnellen GPUs im MUSICA System ist die Ausbreitung von elektromagnetischen Wellen über große Strecken und durch komplexe Medien nicht berechenbar. Das leistungsstarke MUSICA System ermöglicht dank seiner Redundanz und schnellen Anbindung zwischen den Standorten eine präzise und schnelle Auswertung großer Datensätze – eine absolute Voraussetzung, um in der Spitzenforschung am Ball zu bleiben."
„Gerade im Bereich KI findet derzeit weltweit ein echtes Wettrennen statt“, betont JKU Rektor Univ.-Prof. Dr. Stefan Koch. „MUSICA ist ein wunderbares Beispiel, wie vernetzt Österreichs Universitäten an solchen Themen arbeiten und Infrastruktur teilen. International konkurrenzfähige Forschungs-Infrastruktur zu bieten, ist eine Überlebensfrage für unseren Standort. Hier wird es auch weitere Investitionen benötigen – sonst nimmt sich Österreich selbst aus dem Rennen um die Gestaltung unserer Zukunft.“
Global konkurrenzfähig
An der JKU befinden sich, wie auch in Innsbruck, 128 Rechenknoten, in Wien 184. Insgesamt stehen 84.480 CPU-Kerne zur Verfügung, in der Liste der Supercomputer weltweit ist MUSICA unter den Top 100 (im Jahr 2025 auf Rang 60). „Wir sind sehr stolz, unseren Wissenschaftler*innen hier eine Forschungsinfrastruktur bieten zu können, die ihre Arbeit auf höchstem Niveau ermöglicht. Es ist eine Partnerschaft, von der alle profitieren – die Forscher*innen, die Universitäten, die Wirtschaft und das ganze Land“, so der JKU Vizerektor für Campusentwicklung, Digitalisierung und Nachhaltigkeit Mag. Alexander Freischlager.
Auch Landeshauptmann Mag. Thomas Stelzer betont: „Mit MUSICA bekommt Oberösterreich die Rechenleistung für die Technologien von morgen. Wer bei Künstlicher Intelligenz, Quantenforschung und digitalen Innovationen vorne mitspielen will, braucht Spitzenforschung – und Spitzeninfrastruktur. Der neue Supercomputer stärkt die JKU, unseren Forschungsstandort und die Wettbewerbsfähigkeit unseres Landes gleichermaßen.“
„Mit MUSICA entsteht eine Forschungsinfrastruktur, die den Standort Linz und die Johannes Kepler Universität Linz nachhaltig stärkt. Hochleistungsrechnen ist eine zentrale Grundlage für Innovation – gerade in Bereichen wie Künstliche Intelligenz, Industrie und Wissenschaft. Dass die JKU Teil dieses österreichweiten Netzwerks ist, zeigt die hohe Kompetenz vor Ort und die enge Zusammenarbeit zwischen den Universitäten. Es ist für Linz ein klarer Impuls für Innovation, wirtschaftliche Entwicklung und die Positionierung als moderner Wissensstandort im internationalen Wettbewerb“, unterstreicht Stadtrat Thomas Gegenhuber
Interesse bei allen Fachbereichen
MUSICA ist bereits in Betrieb, rund ein Dutzend JKU Projekte laufen bereits auf Österreichs schnellstem Supercomputer. Sie decken die Bereiche Machine Learning, Organische Chemie, Theoretische Physik, Technische Mechanik und Volkswirtschaftslehre (VWL) ab, medizinische Projekte sind in Vorbereitung. Die Resonanz ist bislang hervorragend: „Ein wichtiger Teil unserer Forschung stützt sich in hohem Maß auf
umfangreiche administrative Register- und Firmendaten, deren Verarbeitung und Analyse ohne Zugang zu einer High-Performance-Computing-Infrastruktur nicht machbar wäre", sieht etwa ao. Univ.-Prof. Dr. Franz Hackl (VWL) eine neue Zeitrechnung für High-End-Forschung an der JKU angebrochen.
(Presseaussendung der JKU Linz zum MUSICA-Supercomputer)