Das Projekt „Kistengärten“ geht in die finale Phase Über 250 Kinder entdeckten Gemüseanbau und Natur in ihren individuellen Kistengärten mit allen Sinnen
Mit einer gemeinsamen Exkursion in die Klimaoase Linz fand im Bildungsprojekt „Kistengärten“ vom Klimabündnis OÖ ein jährliches Highlight statt. Gemeinsam mit Stadträtin Eva Schobesberger und Landesrat Stefan Kaineder erkundeten Kinder aus den teilnehmenden Bildungseinrichtungen den vielfältigen Garten im Linzer Hafenviertel. Bei einer interaktiven Führung konnten sie reife Beeren und regionale Pflanzen entdecken, Insekten beobachten und saisonale Früchte direkt von den Bäumen verkosten.
„Mit den Kistengärten bringen wir Natur direkt in den Alltag der Kinder. Sie erleben, wie Gemüse wächst, übernehmen Verantwortung und entwickeln ein Bewusstsein für regionale und saisonale Lebensmittel. Das Projekt vermittelt wichtiges Wissen zu den Themen Gemüseanbau, Boden- und Klimaschutz und nachhaltige Ernährung und hilft mit, Kinder zu Klimabotschafter*innen auszubilden“, sagt Umweltstadträtin Mag.a Eva Schobesberger.
„Kinder, die selbst säen, pflanzen und ernten, entwickeln einen ganz anderen Bezug zu Natur, Lebensmitteln und Biodiversität. Das Projekt ‚Gärten der Vielfalt‘ hat dafür eine wichtige Grundlage geschaffen. Es freut mich sehr zu sehen, wie erfolgreich dieser Gedanke mit den Kistengärten weiterentwickelt wurde“, so Stefan Kaineder, Landesrat für Klima- und Umweltschutz.
„Die Begeisterung der Kinder war während der gesamten Projektlaufzeit spürbar. Vom Bau der Kistengärten über die Pflege bis hin zur Ernte konnten sie unmittelbar erleben, wie Lebensmittel entstehen. Solche Erfahrungen fördern nicht nur Wissen über Klima und Ernährung, sondern stärken auch Eigenverantwortung und Naturverbundenheit – Werte, die weit über das Projekt hinauswirken. Obendrein sind die Kisten richtig cool: Aus hochwertigem Lärchenholz hergestellt, regional mit sozialem Mehrwert gefertigt, bis auf die Schrauben biologisch abbaubar und durch ihre Vielfältigkeit richtig schön anzuschauen“, sagt Norbert Rainer, Geschäftsführer Klimabündnis Oberösterreich.
Die Exkursion war der Höhepunkt eines zweijährigen vom Klimafonds der Stadt Linz unterstützten Projekts, an dem 2025 und 2026 insgesamt zehn Kindergärten und Volksschulen aus Linz teilnahmen. Jedes Jahr stellte dieser gemeinsame Ausflug ein besonderes Zusatzangebot und zugleich ein Highlight für die Kinder dar. Neben den Workshops rund um ihre eigenen Kistengärten erhielten sie hier Einblicke in weitere Möglichkeiten des naturnahen Gärtnerns mitten in der Stadt und konnten erleben, wie vielfältig urbane Grünräume sein können.
Das Projekt „Kistengärten“ entstand aus der mittlerweile langjährigen Initiative „Gärten der Vielfalt“, die vom Land Oberösterreich unterstützt wird. Der Ursprung des Projekts geht zurück auf die Idee des Verbands für Obst- und Gartenkultur Vorarlberg und wurde über die Jahre besonders für städtische Bildungseinrichtungen weiterentwickelt. Ziel der „Kistengärten“ ist es, Kindern einen einfachen und niederschwelligen Zugang zum Gemüseanbau sowie zu den Themen Boden, Regionalität, Saisonalität und gesunde Ernährung zu ermöglichen. Mehr Informationen und Angebote findet man hier: https://www.bodenfreundlich.at/angebote/mein-kistengarten-kleiner-garten-ganz-gross/
Während der Projektlaufzeit wurden rund 250 Kistengärten gemeinsam mit den Kindern gebaut, individuell gestaltet und sorgsam gepflegt. Die Bausätze dafür sind von der Lebenshilfe OÖ aus Lärchenholz gefertigt, mit regionaler Komposterde befüllt und biologischen Samen und Jungpflanzen bepflanzt worden. In jeweils zwei Workshops pro Jahr setzten die Kinder mit Expertise des Klimabündnis OÖ in ihre Lärchenholz-Kisten im Frühjahr Sommergemüse und im Herbst erneut winterharte Gemüsearten.
Neben gärtnerischem Wissen standen vor allem das eigene Erleben und Ausprobieren im Mittelpunkt. Die Kinder übernahmen Verantwortung für ihre Pflanzen, beobachteten deren Wachstum, pflegten sie regelmäßig und konnten schließlich ihre selbst angebauten Salate, Erdbeeren, Tomaten und Kräuter ernten und verkosten. Dadurch wurden wichtige Kompetenzen im Bereich nachhaltiger Ernährung sowie ein bewusster Umgang mit Lebensmitteln gestärkt. Außerdem wurde die Aufenthaltsqualität und die Biodiversität in den Gärten der Bildungseinrichtungen erhöht.
Das Projekt knüpft an die Erfahrungen und ersten Prototypen des Projekts „Gärten der Vielfalt“ an und wurde speziell für innerstädtische Bildungseinrichtungen weiterentwickelt, um Naturverbindung dort zu ermöglichen, wo die Kinder oft weder zu Hause noch in der Bildungseinrichtung ausreichend Garten- bzw. Grünräume zum Gestalten vorfinden.
Für das Klimabündnis Oberösterreich zeigt das Projekt, wie wirksam praxisorientierte Umweltbildung bereits im frühen Kindesalter sein kann.
Mit der Exkursion in die Klimaoase Linz geht das Projekt in die Sommerpause. Die interaktive Gartenführung, das Beobachten von Insekten sowie das gemeinsame Verkosten saisonaler Früchte zeigten den Kindern eindrucksvoll, welche Vielfalt naturnahe Gärten bieten und wie wichtig sie für Mensch, Klima und Artenvielfalt sind. Im Herbst werden die Kisten noch ein letztes Mal – vom Klimabündnis OÖ unterstützt – bepflanzt und bleiben dann in den Bildungseinrichtungen für viele Kinder kleine Biodiversitätsoasen und wertvolle Lernorte.

Fotos
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V.l.: Umweltstadträtin Mag.a Eva Schobesberger, Umweltlandesrat Stefan Kaineder, Projektleiter Max Reisinger vom Klimabündnis OÖ und Christoph Wiesmayr von der Klimaoase und die teilnehmenden Kinder bei der Exkursion im Linzer Hafenviertel.
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