Außerordentliche Einnahmen

Außerordentliche Einnahmen sind insbesondere Einnahmen aus Darlehensaufnahmen, Einnahmen aus der Veräußerung von Vermögen und Rücklagenentnahmen für außerordentliche Zwecke.

Außerordentlicher Haushalt (ao.H.)

Außerordentliche Ausgaben sind solche, die ihrer Art nach im Haushalt lediglich vereinzelt vorkommen oder der Höhe nach den normalen Rahmen erheblich überschreiten (z.B. große einmalige Projekte wie die Umfahrung Ebelsberg, der Hochwasserschutzdamm, etc). Die Darstellung als außerordentliche Ausgaben ist jedoch nur insoweit zulässig, als sie ganz oder teilweise durch außerordentliche (zweckgebundene) Einnahmen bedeckt werden können (Einzeldeckungsprinzip).

B

Bruttoinlandsprodukt (BIP)

Das Bruttoinlandsprodukt (BIP) gibt den Gesamtwert aller Güter (Waren und Dienstleistungen) an, die innerhalb eines Jahres innerhalb der Landesgrenzen einer Volkswirtschaft hergestellt wurden und dem Endverbrauch dienen

D

Defizitquote

Verhältnis von staatlichem Defizit (d.h. aller öffentlichen Haushalte) zum Bruttoinlandsprodukt (BIP). Für EU-Mitglieder sieht der EG-Vertrag vor, dass die Defizitquote die 3 Prozentgrenze nicht überschreitet und mittelfristig auf Null zurückgeführt wird.

E

Ergebnisrechnung

Die Ergebnisrechnung umfasst die periodengerecht abgegrenzten Aufwendungen und Erträge. Sie besteht aus den Erträgen aus der operativen Gebarung, Erträgen aus Transfers und Finanzerträge, sowie dem Personalaufwand, Sachaufwand, Transferaufwand und Finanzaufwand. Im Gegensatz zur Finanzierungsrechnung sind auch nicht finanzierungswirksame Aufwendungen, wie Dotierung von Rückstellungen und Abschreibungen, und Erträge, wie Auflösungen von Rückstellungen, Wertaufholungen und Investzuschüsse, erfasst. Das Nettoergebnis aus der Ergebnisrechnung fließt in die Vermögensrechnung ein.

Ertragsanteile

Die Ertragsanteile der Gemeinden an den gemeinschaftlichen Bundesabgaben werden durch das jeweilige Finanzausgleichsgesetz geregelt.

F

Finanzausgleich

Der Finanzausgleich in Österreich regelt die Aufteilung der Finanzmittel des Staates (insbesondere aus Steuern und Abgaben) auf die einzelnen Gebietskörperschaften (Bund, Länder, Gemeinden).

Finanzierungssaldo

Der Finanzierungssaldo des Staates errechnet sich aus den Einnahmen abzüglich den Ausgaben des Staates (Bund, Länder, Gemeinden, Sozialversicherungen). Sind die Ausgaben in einer Periode (Rechnungsjahr) höher als die Einnahmen, so ist der Finanzierungssaldo negativ (Defizit). Bei einem positiven Finanzierungssaldo spricht man dagegen von einem Überschuss.

G

Gesamthaushalt

Der Gesamthaushalt setzt sich jeweils aus den Einnahmen und Ausgaben des ordentlichen Haushaltes bzw. des außerordentlichen Haushaltes zusammen.

Geschlossene Sozialhilfe

Betreuungsleistungen für die BewohnerInnen der städtischen Linzer- und privaten SeniorInnenzentren.

H

Haushaltsvolumen

Als Haushaltsvolumen bezeichnet man den Gesamtbetrag der im Finanzhaushalt veranschlagten bzw. verrechneten Einnahmen bzw. Ausgaben für das jeweilige Haushaltsjahr.

K

Kernhaushalt

Als Kernhaushalt bezeichnet man die Kernverwaltung einer öffentlichen Gebietskörperschaft ohne ausgegliederte Einheiten.

L

Landestransfers

Zahlungen an das Land Oberösterreich, unter anderem für den Gesundheits-, Sozial-, Kultur- und Finanzbereich. Dazu zählen unter anderem der Krankenanstalten-Sprengelbeitrag, die Sozialtransfers, der Beitrag zum Linzer Landestheater und die Landesumlage.

Laufende Gebarung

Die laufende Gebarung setzt sich aus den Einnahmen und den Ausgaben aus dem operativen Geschäft während eines Jahres zusammen.

M

Mittelverwendungs- und Mittelaufbringungsgruppen

Mit der Implementierung des neuen Rechnungswesens werden Mittelverwendungs- und Mittelaufbringungsgruppen (MVAG) eingeführt, welche die korrekte Zuordnung der Geschäftsfälle zu den jeweiligen Rechnungen (Finanzierungs-, Ergebnis-, und Vermögensrechnung) gewährleisten soll. Der Begriff „Mittelverwendungen“ wird in der VRV 2015 für Aufwendungen bzw. Auszahlungen gebraucht, Erträge und Einzahlungen werden als „Mittelaufbringungen“ bezeichnet. Ein Konto wird zumindest einem MVAG-Code zugeordnet, um darüber zu entscheiden, in welchem Haushalt der gebuchte Betrag aufscheint.

O

Operative Gebarung

Die operative Gebarung des Finanzierungshaushalts setzt sich aus den Einzahlungen aus der operativen Verwaltungstätigkeit, Einzahlungen aus Transfers und Einzahlungen aus Finanzerträgen, sowie Auszahlungen aus Personalaufwand, aus Sachaufwand, aus Transfers und aus Finanzaufwand zusammen.

Ordentliche Ausgaben

Ordentliche Ausgaben sind die durch ordentliche Einnahmen gedeckte und daher im ordentlichen Haushalt veranschlagte bzw. verrechnete Ausgaben. Zu diesen gehören insbesondere Ausgaben für Personal, die Verwaltungs- und Betriebsausgaben sowie die Ausgaben für Zinsen und Tilgungen aus Fremdmittelaufnahmen.

Ordentliche Einnahmen

Als ordentliche Einnahmen sind jene regelmäßigen Einnahmen zu verstehen, die sich aus der Tätigkeit der einzelnen Verwaltungszweige ergeben und nicht zu den außerordentlichen Einnahmen zählen. Es handelt sich in der Regel um Steuereinnahmen, Gebühren, Einnahmen aus Transfers sowie um Leistungseinnahmen der Verwaltung.

Ordentlicher Haushalt (o.H.)

Dem ordentlichen Teil des Voranschlages sind jene Einnahmen und Ausgaben zuzuordnen, die sich aus der regelmäßigen Wirtschaftsführung ergeben. Somit sind prinzipiell alle jährlich wiederkehrenden Einnahmen und Ausgaben, die nicht außerordentlichen Charakter aufweisen, darzustellen.

S

Sozialhilfe in Alten- und Pflegeeinrichtungen

Betreuungsleistungen für die BewohnerInnen der städtischen und privaten SeniorInnenzentren in Linz.

Stabilitätspakt

Der Stabilitätspakt regelt die innerstaatliche Haushaltskoordinierung, die mittelfristige Orientierung der Haushalte und die Aufteilung von Defizitquoten und Sanktionslasten.

T

Transferzahlungen

Transfers dienen in erster Linie der Einkommens- und Vermögensumverteilung und sind Leistungen, denen keine unmittelbare Gegenleistung gegenübersteht, wie Finanzzuweisungen, Zuschüsse, Subventionen und sonstige Zuwendungen. Gegenstand von Transfers können nur Geldleistungen sein.

V

Vermögensrechnung

Die Vermögensrechnung umfasst das langfristige und kurzfristige Vermögen auf der Aktivseite und das Nettovermögen und Fremdmittel auf der Passivseite. Der Saldo aus der Finanzierungsrechnung und das Nettoergebnis aus der Ergebnisrechnung fließen jeweils in die Vermögensrechnung mit ein.

VRV 2015

Die Voranschlags- und Rechnungsabschlussverordnung 2015 (VRV 2015) ist die rechtliche Grundlage für die Form und Gliederung des Voranschlags und tritt mit 1.1.2020 in Kraft. Kernstück der VRV 2015 ist die Einführung eines integrierten Ergebnis-, Finanzierungs- und Vermögenshaushalts. Dieser Paradigmenwechsel, von der bisherigen üblichen Praxis der Kameralistik zu einer doppelten Buchhaltung, erfordert die Erstellung der Rechenwerke nach den Prinzipien der neuen VRV und führt neben inhaltlichen Anpassungen auch zu formellen Änderungen von Struktur und Gliederung. Ziel dieser neuen Verordnung ist es, eine getreue, vollständige und einheitliche Darstellung der Finanz-, Ergebnis- und Vermögenslage öffentlicher Gebietskörperschaften zu erhalten. Die Grundsätze der Transparenz, Effizienz und Vergleichbarkeit sollen damit gewährleistet werden.

VRV-Querschnitt

Dem Rechnungsabschluss ist bei Gemeinden ein Voranschlags- und Rechnungsquerschnitt (VRV-Querschnitt) mit einer Gliederung in die laufende Gebarung, die Vermögensgebarung ohne Finanztransaktionen, die Finanztransaktionen und die Abwicklung von Überschüssen beziehungsweise Abgängen aus Vorjahren voranzustellen.

Frag ELLI!
Frag ELLI! – Chatbot der Stadt Linz

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