Beschäftigungsprogramm Jobimpuls bringt 200 Linzer*innen in Arbeit Stadt Linz baut erfolgreiche Initiative weiter aus – Gemeinderat beschließt Ausbau sozialer Jobchancen
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Vizebürgermeisterin Hörzing: „Jobimpuls stärkt gezielt Frauen, Langzeitarbeitslose und Menschen mit gesundheitlichen Einschränkungen.“
Seit den 1980er Jahren bietet das städtische Beschäftigungsprogramm Jobimpuls eine wichtige Brücke in den Arbeitsmarkt für Menschen, die ohne gezielte Unterstützung kaum Chancen auf eine reguläre Beschäftigung haben. Auch im Jahr 2024 bestätigt sich die nachhaltige Wirkung: Insgesamt 224 Linzer*innen – darunter 140 Frauen – wurden im Rahmen von Jobimpuls beschäftigt. Besonders profitiert haben Sozialhilfe-Bezieher*innen, Klient*innen aus der Kinder- und Jugendhilfe sowie Menschen mit Beeinträchtigung. Jobimpuls bietet Arbeitsintegration, begleitende Sozialbetreuung sowie Aus- und Weiterbildungsmaßnahmen.
„Wer in einer schwierigen Lebenslage steckt, braucht mehr als nur eine Arbeitsstelle – er oder sie braucht eine Perspektive. Genau hier setzt das Beschäftigungsprogramm Jobimpuls an: Es bietet Menschen, die aus sozialen, psychischen oder gesundheitlichen Gründen keinen Zugang zum regulären Arbeitsmarkt haben, individuell abgestimmte Beschäftigungsmöglichkeiten und gezielte Unterstützung beim Wiedereinstieg ins Berufsleben. Rund 4.000 Linzer*innen haben seit Beginn des Programms davon profitiert. Im vergangenen Jahr konnten 27 Prozent der Teilnehmenden erfolgreich in den ersten Arbeitsmarkt vermittelt werden. Für 60 Prozent bedeutet Jobimpuls das Ende ihrer Sozialhilfeabhängigkeit. Damit ist die städtische Beschäftigungsinitiative ein wertvolles Programm, das Menschen auf ihrem Weg zur beruflichen Integration unterstützt und begleitet“, informiert Vizebürgermeisterin Karin Hörzing.
Mit dem Beschluss des Linzer Gemeinderates zur Aktualisierung und Erweiterung der rechtlichen Grundlagen wird der Zugang zu Jobimpuls nochmals deutlich verbessert. Neben den bisherigen Zielgruppen – insbesondere Menschen mit Sozialhilfeanspruch, Beeinträchtigung oder Betreuung im Rahmen der Kinder- und Jugendhilfe – können künftig auch junge Erwachsene und subsidiär schutzberechtigte, unbegleitete Minderjährige (UMF) ins Programm aufgenommen werden.
Erfolgreiche Jahresbilanz 2024: Soziale Wirkung klar messbar
Die Jahresbilanz 2024 bestätigt erneut die hohe Wirksamkeit des Beschäftigungsprogramms Jobimpuls. Insgesamt 224 Linzer*innen waren im vergangenen Jahr im Rahmen des Programms tätig: 59 davon mit Anspruch auf Sozialhilfe, 80 Personen mit Beeinträchtigung auf Basis des Oö. Chancengleichheitsgesetzes sowie 85 Klient*innen nach dem Kinder- und Jugendhilfegesetz. Viele dieser Menschen hätten ohne Jobimpuls keine realistische Chance auf eine geregelte Beschäftigung und würden langfristig in der Sozialhilfe verbleiben.
Hauptzielgruppen des Beschäftigungsprogramms Jobimpuls sind Personen mit Sozialhilfeanspruch sowie Menschen mit Beeinträchtigung. Auch sozial auffällige junge Erwachsene erhalten durch Jobimpuls eine zweite Chance zur Wiedereingliederung in den Arbeitsmarkt. Ohne entsprechende Unterstützung wäre vielen von ihnen ein geregelter Arbeitsalltag aus sozialen, psychischen oder physischen Gründen nicht möglich.
Die Stadt Linz investierte rund 3,3 Millionen Euro in individuell angepasste Arbeitsplätze, umfassende sozialpädagogische Betreuung sowie ein vielfältiges Aus- und Weiterbildungsangebot. Die Mitarbeiter*innen sind befristet im Rahmen eines regulären Dienstverhältnisses mit bis zu 25 Wochenstunden angestellt. Ihre Arbeitsplätze befinden sich in verschiedensten Bereichen des Magistrats, den städtischen Seniorenzentren, Kindergärten und Horten sowie bei engagierten Sozialvereinen wie Volkshilfe, she:works oder der ARGE für Obdachlose. Mit Stichtag 31. Dezember 2024 waren 116 Personen im Kernmagistrat, 37 in städtischen Unternehmen und 71 bei externen sozialen Trägern beschäftigt.
Besonders erfreulich ist der nachhaltige Integrationserfolg: 60 Jobimpuls-Mitarbeiter*innen mit Sozialhilfehintergrund haben 2024 das Programm abgeschlossen. Bei 27 Prozent gelang die Vermittlung in den ersten Arbeitsmarkt. Weitere 60 Prozent benötigen danach keine Sozialhilfe mehr, bei 12 Prozent reduzierte sich der Anspruch. Lediglich 1 Prozent verbleibt vollständig in der Sozialhilfe. Zusätzlich konnten viele Teilnehmende durch ihre Tätigkeit Versicherungszeiten beim AMS erwerben und werden dort weiter betreut. Insgesamt beendeten im letzten Jahr 98 Personen ihre Beschäftigung bei Jobimpuls – davon 60 nach dem Oö. Sozialhilfegesetz, 36 nach dem Kinder- und Jugendhilfegesetz und 2 nach dem Chancengleichheitsgesetz.

Erweiterung der Zielgruppen und rechtlichen Grundlagen von Jobimpuls
Im Zuge der Gemeinderatssitzung im Februar 2025 wurde eine bedeutende Aktualisierung und Erweiterung der Beschäftigungsgrundlagen für das städtische Beschäftigungsprogramm Jobimpuls beschlossen. Diese Anpassung reflektiert die dynamischen gesellschaftlichen Entwicklungen und zielt darauf ab, noch mehr Menschen den Zugang zu diesem erfolgreichen Integrationsangebot zu ermöglichen.
Mit dem aktuellen Beschluss wird der Personenkreis erweitert: Künftig können auch junge Erwachsene, die im Betreuungskontext der Sozialberatungsstellen Kompass, der Schul- und Kindergartensozialarbeit oder der Kinder- und Jugendhilfe stehen, von Jobimpuls profitieren. Besonders hervorzuheben ist die Einbeziehung von subsidiär schutzberechtigten unbegleiteten minderjährigen Flüchtlingen (UMF) und jungen Erwachsenen, die innerhalb der Kinder- und Jugendhilfe betreut werden. Diese Erweiterung ermöglicht, durch gezielte Beschäftigungsangebote, eine stabile Basis für ihre berufliche und soziale Integration zu bieten.
Die Entscheidung über die Aufnahme dieser Personen in das Programm obliegt den zuständigen Sozialarbeiter*innen. Sie beurteilen im Einzelfall, ob eine Beschäftigung im Rahmen von Jobimpuls aufgrund der individuellen Qualifikationen und des bestehenden Bedarfs sinnvoll erscheint. Dabei stehen die zu erwartende Stabilisierung sowie die positive persönliche Weiterentwicklung der Betroffenen im Vordergrund. Es ist wichtig zu betonen, dass diese erweiterte Beschäftigungsgrundlage subsidiär angewendet wird, was bedeutet, dass sie nur bei freien Betreuungsplätzen und nicht zulasten der bisherigen Zielgruppen zum Tragen kommt. Somit entstehen durch diese Erweiterung keine zusätzlichen finanziellen Belastungen für die Stadt Linz.
„Mit dieser Maßnahme unterstreicht die Stadt Linz ihr kontinuierliches Engagement für soziale Gerechtigkeit und Chancengleichheit. Die Anpassung der Beschäftigungsgrundlagen von Jobimpuls stellt sicher, dass das Programm flexibel auf gesellschaftliche Veränderungen reagieren und noch mehr Menschen auf ihrem Weg in ein selbstbestimmtes Berufsleben unterstützen kann“, ergänzt Vizebürgermeisterin Karin Hörzing.
Individuelle Förderung und langfristige Perspektiven: Jobimpuls als sozialer Hebel
Ein zentrales Element von Jobimpuls ist die passgenaue Auswahl des Arbeitsplatzes. Die Mitarbeiter*innen werden je nach ihren Fähigkeiten, Interessen und bisherigen Qualifikationen in verschiedensten Bereichen eingesetzt – von Gartenpflege, Reinigung, Küche oder Verkauf bis hin zu Tätigkeiten in Seniorenzentren oder Kinderbetreuungseinrichtungen. Diese individuelle Platzierung schafft realistische berufliche Perspektiven und stärkt nachhaltig die Teilhabe am Arbeitsleben.
Begleitend zur Arbeit erhalten viele Teilnehmer*innen die Chance auf berufsbegleitende Aus- oder Weiterbildungen. Das Angebot reicht von Sprach- und Grundbildungskursen über Ausbildungen als Heimhelfer*in oder pädagogischen Assistenzkraft bis hin zur außerordentlichen Lehre. Unterstützt durch Jobcoaching und Sozialbetreuung gelingt es vielen, einen positiven Schul- oder Berufsabschluss zu erreichen – ein bedeutender Schritt auf dem Weg in eine eigenständige berufliche Zukunft.
Jobimpuls zeigt Wirkung: Das Selbstbewusstsein und die Eigenverantwortung der Teilnehmer*innen werden gestärkt, der Alltag strukturiert, das familiäre Umfeld stabilisiert. Darüber hinaus leistet das Programm einen spürbaren Beitrag zur Reduktion von Arbeitslosigkeit und den Sozialhilfeausgaben in Linz und verbessert gleichzeitig die Chancen von Menschen mit Beeinträchtigungen auf eine dauerhafte Integration. Menschen mit Beeinträchtigung, die keine Chance am ersten Arbeitsmarkt hätten, können dauerhaft beschäftigt werden – ein klares Bekenntnis der Stadt Linz zu Inklusion und sozialer Gerechtigkeit.
(Informationsunterlage zur Pressekonferenz von Sozialreferentin Vizebürgermeisterin Karin Hörzing)