Gemeinsam die Ausbreitung von invasiven Pflanzen eindämmen Für mehr Biodiversität in Linz: Gebietsfremde Pflanzen erkennen und richtig handeln.
Pflanzen sind schon immer „gewandert“ oder vom Menschen verbreitet worden. Durch den globalen Gütertransport und die erhöhte menschliche Mobilität hat sich die Geschwindigkeit und das Ausmaß der Verbreitung in den vergangenen Jahrzehnten jedoch deutlich erhöht. Manche Pflanzenarten bereiten dabei Probleme – sei es als übermächtige Konkurrenz zu heimischen Pflanzen, als Bedrohung ganzer Ökosysteme oder als wirtschaftliches beziehungsweise gesundheitliches Risiko für uns Menschen. Die Bekämpfung invasiver Neophyten ist sehr aufwändig und nicht überall möglich, doch können alle im eigenen Umfeld zu ihrer Eindämmung beitragen.
„Wer im eigenen Garten bewusst auf heimische Pflanzenarten setzt, leistet einen wichtigen Beitrag zum Erhalt der Biodiversität. Heimische Arten bieten Nahrung für viele Tierarten und sind ökologisch besonders wertvoll. Bei eingewanderten Arten im Garten ist ein verantwortungsvoller Umgang gefragt, um ein ‚Entkommen‘ in die Natur zu verhindern“, betont Klimastadträtin Mag.a Eva Schobesberger. „Schneiden Sie die Blütenstände ab, sobald sie verblüht sind, um die Samenbildung zu vermeiden. Entsorgen Sie Pflanzenteile auf keinen Fall in der freien Natur. So können wir gemeinsam die Ausbreitung gebietsfremder Problempflanzen reduzieren“, führt Klimastadträtin Schobesberger weiter aus.
Die illegale Entsorgung von Grünschnitt in der freien Natur stellt eine große Herausforderung dar: Samen oder Wurzelausläufer können dadurch unkontrolliert austreiben. „In den trockeneren Aubereichen fühlt sich zum Beispiel der Sommerflieder sehr wohl und breitet sich dort großflächig aus. Problematisch ist zudem im Wald entsorgter Bambus, da dieser über Wurzelausläufer austreibt und nur schwer wieder zum Verschwinden gebracht werden kann“, erklärt Mag.a Gudrun Fuß, Naturschutzbeauftragte der Stadt Linz.
Als Neophyten bezeichnet man Pflanzen, die nach 1492 in andere Regionen gelangt sind. Nur wenige dieser Arten können sich in neuen Gebieten dauerhaft etablieren. Manche jedoch verdrängen durch ihre starke Konkurrenzkraft heimische Arten und gefährden so die biologische Vielfalt. Beispiele sind Sommerflieder, Lorbeerkirsche, Bambus, Japanischer Staudenknöterich, Blauglockenbaum, Robinie oder Essigbaum – viele davon beliebte Gartenpflanzen, die auch in der freien Natur Fuß fassen und dort für Probleme sorgen.
Das Stadtgrünressort setzt im eigenen Wirkungsbereich verschiedene Maßnahmen, die in die Arbeitsabläufe des Geschäftsbereichs Stadtgrün und Straßenbetreuung und der Abteilung Wasserbau integriert sind. Die Teamleiter*innen im SGS sind beispielsweise sehr gut geschult und ausgebildet. Durch regelmäßige Kontrollgänge der Teamleiter*innen, die die zu betreuenden Flächen in ihrem zugeordneten Gebiet sehr gut kennen, ist beispielsweise ein frühzeitiges Setzen von Gegenmaßnahmen möglich, um die Ausbreitung der Neophyten zu minimieren. Treten Neophyten kleinräumig auf, erfolgt eine händische Bekämpfung durch Entfernen des Pflanzenmaterials. Sollte sich die Pflanze bereits auf den Pflegeflächen ausgebreitet haben, erfolgt eine frühzeitige Mahd, um die Verbreitung der Neophyten durch ausgereifte Samen zu verhindern.
Im Bereich des Segelflugplatzes, eines der letzten Auwaldrelikte in der Stadt, setzt die Naturkundliche Station schon seit mehreren Jahren biodiversitätsfördernde Maßnahmen, darunter punktuelles Entfernen des Staudenknöterichs – mittels hohem Mähintervall.
Private Initiativen wie Beaverlab oder das Wiesennetzwerk Univiertel, die Maßnahmen gegen Neophyten setzen, werden vom Stadtgrünressort der Stadt Linz unterstützt.
Wie das Stadtgrünressort im Detail im eigenen Zuständigkeitsbereich mit der Entwicklung umgeht und welche Vorkehrungen getroffen werden, ist in der beiliegenden Anfragebeantwortung dargestellt.
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