Linz wird zur begehbaren Zeitmaschine Am Smartphone vergessene Pionierinnen aus Linz treffen, mitten in der Stadt und zu jeder Uhrzeit
Mitten am Linzer Hauptplatz beginnt eine virtuelle Zeitreise, es spricht Sie Marie Beutlmayr an, die erste Linzer Gemeinderätin. Sie benötigt dringend Hilfe: Wichtige Unterlagen sind verschwunden. Wie können Sie helfen? Ab 7. Oktober 2025 wird dieses Szenario Realität. Über das Smartphone begegnen wir Frauen aus unterschiedlichen Epochen genau dort, wo sie einst gewirkt haben.
Wie funktioniert das? Mit der so genannten „Augmented Reality“ (AR) werden die Pionierinnen durch computergenerierte Bilder auf dem Bildschirm wieder in die Stadt geholt. Die „Augmented Reality“ wird zum „Augmented Resistance Walk“, zum widerständigen Spaziergang auf den Spuren der kämpferischen Frauen von Linz.
„Es ist von großer Bedeutung, die Leistungen von Frauen in Linz sichtbar zu machen und ihnen die Präsenz zu geben, die sie verdienen. Der Augmented-Resistance-Walk ist ein Schritt in Richtung einer gerechteren Geschichtsschreibung, die Frauen vor den Vorhang holt und ihre Beiträge würdigt. Ich möchte mich daher herzlich bei FIFTITU% und ganz besonders bei Geschäftsführerin Oona Valarie Serbest für dieses feministische Projekt bedanken, das erlebbar macht, wie Frauen seit jeher unsere Stadt prägen und für eine geschlechtergerechte Gesellschaft gekämpft haben“ so Frauenstadträtin Mag.a Eva Schobesberger
„Dieses Projekt ist nicht nur eine kulturelle Bereicherung, sondern gleichzeitig auch ein wichtiges Statement. Es zeigt, dass die Stadt Linz bereit ist, die Geschichten von Frauen zu erzählen, die unsere Gesellschaft geprägt haben, und das sehr einfach ohne Zugangsbarrieren oder Gebühren“ so Kulturstadträtin Doris Lang-Mayerhofer.
Frauen in der Stadtgeschichte sichtbar machen
Am 12. Oktober 1915 mobilisierte Marie Beutlmayr rund 1.000 Frauen zu einer Demonstration am Franz-Joseph-Platz, dem heutigen Linzer Hauptplatz - drei Jahre vor Inkrafttreten des Frauenwahlrechts und löste damit eine kleine politische Revolution aus. Das wussten Sie gar nicht? FIFTITU% will Wissenslücken wie diese in der Linzer Stadtgeschichte schließen.
Maria Lüftenegger (1784-1850) war die erste Linzer Schiffsmeisterin, erfolgreiche Unternehmerin, bahnbrechende Visionärin. Nach ihr ist die Linzer Lüfteneggerstraße benannt, in die Geschichte allerdings ging sie als „Mutter der Armen“ ein. Dabei war Maria Lüftenegger viel mehr als eine wohltätige Witwe. Genau diese historischen Uneindeutigkeiten macht der AR-Walk zum Thema.
Die Stadt als Bühne
Den ersten weltweiten Boom erlebte Augmented Reality mit Pokémon GO: Plötzlich standen Menschenmassen mit dem Smartphone in der Hand im öffentlichen Raum und interagierten mit für andere unsichtbaren digitalen Figuren. Heute braucht es dafür keine eigene App. Einfach im Internet-Browser die Webseite https://ar-walk.at aufrufen und los geht's!
„WebAR, Three.js, Babylon und aktuelle KI-Entwicklungen haben dazu beigetragen, dass die Vision zu diesem Spiel 2025 endlich realisiert werden konnte", erklären Oona Valarie und Ufuk Serbest, die das Spiel für FIFTITU% - Vernetzungsstelle Frauen* in Kunst und Kultur entwickelt haben. Es geht um weit mehr als reine Sichtbarmachung: Die Spielerinnen und Spieler teilen auch die Erfahrungen und Lebenswelten der dargestellten Frauen, folgen Hinweisen und müssen Probleme lösen. Die Stadt selbst wird dabei zum Museum, das 24 Stunden am Tag geöffnet hat. Ein Besuch ist immer und für alle möglich – und das kostenlos.
Dieses innovative Projekt, das vom Frauenbüro der Stadt Linz, der Linz Kultur, dem BMWKMS sowie der Kulturabteilung des Landes OÖ unterstützt wird, lädt also dazu ein, die Stadt als Bühne zu erleben und selbst zur Hauptfigur zu werden.
Launch am 7. Oktober 2025
Am 7. Oktober startet der AR-Walk mit den ersten beiden Episoden: Marie Beutlmayr am Linzer Hauptplatz und Maria Lüftenegger beim Lentos Kunstmuseum. Weitere widerständige Frauenbiografien sind bereits in Planung – etwa die Geschichte der deutschen Schriftstellerin und Revolutionärin Louise Aston sowie die der Arbeiterinnen-Chronistin Käthe Diernesberger.
Sie sind herzlich eingeladen den AR-Walk am 7. Oktober vor dem Alten Rathaus auszuprobieren - mit dem eigenen Smartphone oder einem der bereitgestellten Tablets vor Ort:
- Wann: 07. Oktober 2025, 15:00 Uhr
- Wo: Hauptplatz 1, vor dem Alten Rathaus (Hinweis: bei schlechtem Wetter im Foyer des Alten Rathauses)
- Mit: Frauenstadträtin Mag.a Eva Schobesberger, Kulturstadträtin Doris Lang-Mayerhofer und Mag.a Oona Valarie Serbest
So funktioniert's:
- Startpunkt aufsuchen: Stellen Sie sich auf den Linzer Hauptplatz (Marie Beutlmayr) oder vor das Lentos Kunstmuseum (Maria Lüftenegger)
- Website aufrufen: Öffnen Sie mit Ihrem Smartphone https://ar-walk.at
- Zugriff erlauben: Um das Spiel spielen zu können, erlauben Sie bitte Kamera- und Standortzugriff
- Level starten: Platzieren Sie die AR-Szene an einem sicheren Ort mit einer Fläche von circa 10 x 10 Metern. Bitte unbedingt Abstand zur Fahrbahn halten und auf den Verkehr achten. Kinder deshalb begleiten. Richten Sie die AR-Elemente, die Sie am Smartphone sehen, horizontal passend am Boden aus. Sie sollen nicht oberhalb in der Luft schweben.
- Interagieren: Versuchen Sie mit den Spielfiguren in Kontakt zu treten und hören Sie ihnen zu, um Hinweise im Spiel zu finden.
Dauer: Ca. 10-15 Minuten pro Station
Verfügbarkeit: Rund um die Uhr
Startpunkte: Hauptplatz Linz (Marie Beutlmayr), Lentos Kunstmuseum (Maria Lüftenegger)
Webseite: https://ar-walk.at
Über FIFTITU%
FIFTITU% - Vernetzungsstelle für Frauen in Kunst und Kultur in Oberösterreich ist tatsächlich die österreichweit einzige professionelle Anlauf-, Beratungs- und Vernetzungsstelle für Frauen und nicht-binäre Personen in Kunst und Kultur. Mit einem spartenübergreifenden Ansatz werden nahezu alle Bereiche kultureller und künstlerischer Produktion abgedeckt: Wir erarbeiten u.a. Festivals, Ausstellungen, Workshops bis hin zur Fördermitteldatenbank newsbase.at und bieten nun auch den ersten Augmented Resistance Walk an.
Fotos
- Druckdatei (JPG | 709 KB) 22 x 16 cm mit 300 dpi Foto: Rebekka Hochreiter
Mit der so genannten „Augmented Reality“ (AR) werden die Pionierinnen durch computergenerierte Bilder auf dem Bildschirm wieder in die Stadt geholt.
Foto: Rebekka Hochreiter
- Druckdatei (JPG | 550 KB) 22 x 16 cm mit 300 dpi Foto: Rebekka Hochreiter
Mit der so genannten „Augmented Reality“ (AR) werden die Pionierinnen durch computergenerierte Bilder auf dem Bildschirm wieder in die Stadt geholt.
Foto: Rebekka Hochreiter
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