Durchgehend im Einsatz für sichere Straßen und Wege Linzer Winterdienst startet gerüstet in die Saison 2025/26
Mit Beginn des Novembers ist das Linzer Winterdienst-Team wieder in voller Einsatzbereitschaft, um Straßen, Rad- und Gehwege zuverlässig von Eis und Schnee zu befreien. Nach einem arbeitsintensiven Winter 2024/25 mit zirka 12.000 geleisteten Personalstunden steht auch in dieser Saison die Verkehrssicherheit in Linz im Mittelpunkt.
„In den vergangenen Tagen ist der erste Schnee im Linzer Stadtgebiet gefallen. Unser Winterdienst-Team ist bestens vorbereitet“, betont Umweltstadträtin Mag.a Eva Schobesberger. „Die Winterdienstzentrale an der Johann-Metz-Straße ist während der gesamten Saison, auch an Wochenenden und Feiertagen, rund um die Uhr besetzt. Pro Räumdurchgang legen die Einsatzkräfte etwa 1.300 Kilometer Fahrstreifen zurück, um die Mobilität und Sicherheit in Linz bestmöglich zu gewährleisten. Erstmals starten wir heuer auch ein Pilotprojekt in der Innenstadt, um den Salzverbrauch zu senken und damit die Umwelt zu schonen.“
Für die kommende Saison stehen 1.000 Tonnen Streumaterial, davon 900 Tonnen Salz, bereit. 150 Mitarbeiter*innen sowie 56 städtische Fahrzeuge sind rund um die Uhr einsatzbereit. Um bei extremen Wetterlagen flexibel reagieren zu können, hat die Stadt Linz zusätzlich fünf Fahrzeuge mit Personal angemietet und drei Räumrouten an externe Dienstleister vergeben.
„Ich appelliere an alle Verkehrsteilnehmer*innen, bei stark winterlichen Bedingungen – wenn möglich – auf öffentliche Verkehrsmittel umzusteigen. Das schont nicht nur die Umwelt, sondern erhöht auch die Sicherheit aller“, so Umweltstadträtin Schobesberger.
Sicher unterwegs auf dem Winterbasisradwegenetz
Immer mehr Linzer*innen nutzen auch im Winter das Fahrrad. Deshalb räumt der Winterdienst bevorzugt die Hauptrouten im Radwegenetz. Das auf Anregung der Radlobby Linz entstandene „Winterbasisradwegenetz“ wurde in den vergangenen Jahren stetig erweitert und optimiert.
Nach der Räumung der Hauptstrecken folgen die übrigen Radwege. Sowohl auf der Website der Stadt Linz als auch bei der Radlobby Linz ist das geräumte Wegenetz als Google-Maps-Karte abrufbar.
„Radfahren ist auch im Winter gut für die körperliche und mentale Gesundheit und schützt die Umwelt. Durch das Winterbasisradwegenetz ist es möglich, auch bei winterlichem Wetter sicher mit dem Fahrrad von A nach B zu gelangen. Denn nur durch ein gut ausgebautes und ganzjährig befahrbares Radwegenetz kann Radfahren zu einer echten Mobilitätsoption werden! Dies ist auch eine Einladung zum Umstieg aufs Fahrrad an die vielen staugeplagten Autofahrer*innen“, so Thomas Hofer von der Radlobby Linz.
Aktuelle Wetterdaten und Glatteis-Frühwarnsystem
Die Einsatzleitung der Winterdienstzentrale koordiniert sämtliche Räum- und Streumaßnahmen auf Basis aktueller Wetterprognosen. Zudem verfügt Linz über ein modernes Glatteis-Frühwarnsystem mit vier Messpunkten im Stadtgebiet. Diese liefern laufend Daten zu Fahrbahn- und Lufttemperatur, Windgeschwindigkeit sowie Fahrbahnbeschaffenheit.
So kann die Einsatzleitung schnell und gezielt auf veränderte Bedingungen reagieren. Das gesamte Straßennetz ist in vier Prioritätskategorien eingeteilt – von Hauptfahrbahnen bis zu Geh- und Radwegen sowie Stiegenanlagen.
Fuhrpark und Einsatzzeiten
Für die unterschiedlichen Verkehrsflächen kommen verschiedene Fahrzeuge zum Einsatz:
- LKW auf Hauptstraßen
- Unimogs auf Nebenstraßen
- Schmalspurfahrzeuge auf Geh- und Radwegen
- Leicht-LKW für händische Einsätze
Das Hauptstraßennetz wird rund um die Uhr betreut. Nebenstraßen, Geh- und Radwege sowie Stiegenanlagen werden täglich von 4 bis 22 Uhr, an Wochenenden und Feiertagen von 5 bis 22 Uhr geräumt.
Mittlerweile sind mehrere städtische Fahrzeuge mit dem alternativen Kraftstoff HVO100 unterwegs - auch zum Winterdiensteinsatz. HVO 100 steht für Hydrotreated Vegetable Oils, also hydrierte Pflanzenöle, die durch ein spezielles Verfahren hergestellt werden. Der Kraftstoff ist eine emissionsärmere Alternative zu fossilem Diesel und wird in Dieselmotoren ohne technische Anpassungen verwendet.
Je nach Verfügbarkeit und Zertifizierung der Rohstoffe können die CO2-Emissionen um bis zu 90 Prozent reduziert werden. Zudem verbrennt HVO100 geruchsärmer, der Ausstoß von Feinstaub, Partikeln und Stickoxid ist geringer. Der vom städtischen Geschäftsbereich Stadtgrün und Straßenbetreuung (SGS) bezogene Treibstoff wird überwiegend aus Altfetten und Reststoffen hergestellt.
Winterdienst auf 600 Kilometern Straßen und 250 Kilometern Rad- und Gehwegen
Das Einsatzgebiet umfasst etwa 600 Kilometer Straßen, 250 Kilometer kombinierte Geh- und Radwege sowie 134 Stiegenanlagen.
Die Stadt Linz betreut damit das öffentliche Gut intensiver, als es die Richtlinien und Vorschriften für das Straßenwesen (RVS) vorsehen.
Im Durchschnitt werden pro Winter zirka 1.820 Tonnen Salz verbraucht – abhängig vom Wetter.
Feuchtsalzstreuung – umweltfreundlich und effizient
Im Sinne von Verkehrssicherheit, Umweltschutz und Wirtschaftlichkeit setzt Linz verstärkt auf Feuchtsalz, ein Gemisch aus Sole und Trockensalz. Es wirkt schneller, reduziert die Feinstaubbelastung durch Splitt und lässt sich präziser dosieren.
Insgesamt stehen 16 Streumittelsilos an 13 Standorten zur Verfügung, mit einer Gesamtkapazität von 1.095 Tonnen Salz und 250 Tonnen Splitt.
Der Verbrauch der vergangenen Jahre zeigt, wie stark das Wetter den Einsatz bestimmt:
| Jahr | Salz in Tonnen | Splitt in Tonnen |
| 2024/2025 | 1.508 | 168 |
| 2023/2024 | 1.974 | 116 |
| 2022/2023 | 1.406 | 93 |
| 2021/2022 | 1.782 | 296 |
| 2020/2021 | 2.534 | 495 |
| 2019/2020 | 733 | 96 |
| 2018/2019 | 2.258 | 163 |
| 2017/2018 | 2.327 | 213 |
| 2016/2017 | 2.295 | 264 |
| 2015/2016 | 1.370 | 159 |
Der Streumittel-Verbrauch in der Wintersaison 2023/2024 war geringfügig niedriger als der Zehn-Jahres-Mittelwert. Im vergangenen Winter wurden 1.508 Tonnen Salz und 168 Tonnen Splitt verbraucht.
Pilotprojekt: Salzreduktion in der Innenstadt
Im Bereich zwischen Blumauerstraße – Westumfahrung – Donaulände – Gruberstraße soll in den 30-km/h-Zonen die Streumenge auf maximal 5 g/m² begrenzt werden (Ausnahme: Steigungen oder Extremwetter wie Blitzeis).
Ziel ist es, Salzverbrauch und Umweltbelastung zu reduzieren sowie Ressourcen zu sparen.
Rechtliche Grundlagen und Anrainer*innenpflicht
Die Winterdienstverordnung der Stadt Linz (beschlossen am 20. Oktober 2005) regelt den umweltschonenden Einsatz von Streumitteln.
Salz darf nur auf Hauptverkehrsadern, Buslinien, Brücken, Haltestellen, Rampen für Behindertenfahrzeuge und auf stark geneigten Gehsteigen verwendet werden.
Auf zirka 10 bis 15 Prozent der Verkehrsflächen ist Salzstreuung nicht erlaubt – dort wird Splitt eingesetzt.
Die Betreuung der Gehsteige entlang von Liegenschaften bleibt laut § 93 StVO weiterhin Pflicht der Anrainer*innen – täglich zwischen 6 und 22 Uhr.
Appell an alle Verkehrsteilnehmer*innen
Winterliche Straßenverhältnisse erfordern erhöhte Vorsicht. Schnee und Eis verlängern den Bremsweg erheblich. „Bitte passen Sie Ihre Fahrweise den Bedingungen an. Bei Eis und Schnee gilt: lieber langsamer fahren und – wenn möglich – auf öffentliche Verkehrsmittel umsteigen. So tragen wir alle gemeinsam zu mehr Sicherheit bei,“ so Stadträtin Schobesberger abschließend.
(Informationsunterlage zur Pressekonferenz mit Umweltstadträtin Mag.a Eva Schobesberger zum Städtischen Winterdienst)
Fotos
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Umweltstadträtin Mag.a Eva Schobesberger (2.v.r.) mit Petra Schütz, Pejic Radislav (links) und Dietmar Böhm (rechts) vom Winterdienstteam des Geschäftsbereiches Stadtgrün und Straßenbetreuung vor dem Neuen Rathaus.
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