Medienservice vom: 25.11.2025

Stadt Linz plant Ausbauprogramm für Schulen bis 2035 Neubauten und Erweiterungen sichern Bildungsplätze für die Zukunft

  • Gemeinderat entscheidet im Dezember über Grundsatzbeschluss.
  • Vizebürgermeisterin Merima Zukan fordert zugleich Reform der Bildungszuständigkeiten und eine moderne Kompetenzverteilung. 

Linz wächst, und mit der Stadt wächst auch der Bedarf an Schulplätzen. Damit alle Kinder in Zukunft die besten Lernbedingungen vorfinden, hat die Stadt Linz gemeinsam mit der Bildungsdirektion Oberösterreich ein umfassendes Ausbauprogramm für Linzer Schulen bis 2035 erarbeitet. 

Der Plan, der im Dezember-Gemeinderat beschlossen werden soll, sieht gezielte Erweiterungen und Neubauten an mehreren Schulstandorten vor. Ziel ist es, rechtzeitig auf die steigende Schüler*innenzahlen zu reagieren und moderne Lernräume zu schaffen, die Bildung, Inklusion und Lebensqualität verbinden. 

Vizebürgermeisterin und Schulreferentin Merima Zukan betont: „Bildung ist die stärkste Investition, die eine Stadt tätigen kann. Mit jedem Neubau und jeder Erweiterung schaffen wir bessere Chancen für unsere Kinder.“ 

Kompetenz-Dschungel erschwert Planung – Vizebürgermeisterin Zukan fordert Reformen 

Der Blick auf das Ausbauprogramm zeigt aber auch ein strukturelles Problem, das in Österreich seit Jahren ungelöst ist: Der Kompetenzdschungel zwischen Bund, Land und Städten macht vorausschauende Bildungsplanung immer schwieriger – besonders bei der Sonderpädagogik. 
„Die Zahl der Kinder mit sonderpädagogischem Förderbedarf steigt, und wir als Stadt müssen darauf reagieren. Aber gleichzeitig sind uns die Hände gebunden, hier innovative Lösungen zu setzen, weil die Zuständigkeiten, und die Finanzierung zersplittert sind“, so Zukan und kritisiert den überholten SPF-Quotenschlüssel von 2,7 Prozent. Österreich bemisst die Ressourcen für Kinder mit sonderpädagogischem Förderbedarf nicht nach den tatsächlichen Zahlen, sondern nach einem gesetzlich festgelegten Richtwert. Dieser liegt seit mehr als 30 Jahren unverändert bei 2,7 Prozent. Das bedeutet: Der Bund geht pauschal davon aus, dass 2,7 Prozent aller Pflichtschüler*innen einen SPF haben – und stellt den Bundesländern genau für diesen Anteil zusätzliche Lehrkräfte zur Verfügung, auch wenn der reale Bedarf deutlich höher liegt.  „Mit einem veralteten Finanzierungsschlüssel kann niemand ein modernes, inklusives Schulsystem aufbauen. Der Schlüssel müsste, entsprechend der realen Entwicklung, auf mindestens 5 Prozent angehoben werden“, fordert Schulreferentin Zukan. 

Ein Inklusives Schulzentrum für Linzer Süden 

Trotz der strukturellen Bremsklötze setzt die Stadt Linz konkrete Schritte und baut im Süden der Stadt ein neues Inklusives Schulzentrum. Ein Ort, an dem Kinder mit und ohne SPF gemeinsam lernen sollen. 

„Wir bauen bewusst kein klassisches Sonderschulmodell, sondern ein modernes Inklusives Schulzentrum nach dem Prinzip der Linzer ASO 4, einer ‚Schule für Alle‘. Das ist nicht nur pädagogisch zeitgemäß, es ist angesichts der Zuständigkeitslage auch die einzig tragfähige Lösung, um Wahlfreiheit, Förderung und Inklusion sicherzustellen“, erklärt Zukan. 

Zeit für Reformen – Schulreferentin Zukan fordert klare Zuständigkeiten 

Der steigende Bedarf in der Sonderpädagogik zeigt für die Stadt Linz deutlich: Ohne strukturelle Änderungen im Kompetenz- und Finanzierungssystem werden Städte auch weiterhin zwischen Bund und Land zerrieben. Während der Bund die pädagogischen Vorgaben festlegt und das Land die Personalzuteilung steuert, tragen die Städte als Schulerhalterinnen die volle Verantwortung für Gebäude, Infrastruktur und Umsetzung, jedoch ohne die notwendigen Ressourcen oder Entscheidungsspielräume. 

Damit dieser Kraftakt nicht dauerhaft zu Lasten der Städte geht, braucht es strukturelle Reformen auf Bundes- und Landesebene. Die Linzer Vizebürgermeisterin Zukan fordert eine neue Kompetenzverteilung bei der Bildung: „Jetzt ist die Zeit für Reformen. Das Land darf nicht länger bloße Briefträgerin zwischen Bund und Städten sein. Wer Aufgaben weitergibt, muss auch Verantwortung und Finanzierung übernehmen. Der Bund muss die gesamte Kompetenz übernehmen – und die Städte müssen als Schulerhalterinnen und Standortentwicklerinnen endlich jene Rolle bekommen, die sie in der Realität längst haben.“ 

Das Ausbauprogramm im Überblick 

Die Schulbedarfsprognose bis 2035 zeigt klar, wo zusätzlicher Raum notwendig wird. Neben temporären Containerschulen bis 2029 setzt Linz auf fünf zentrale Projekte: 

  • Löwenfeldschule (MS 10): Aufstockung des Nebengebäudes mit vier Klassenräumen und einem neuen Fachraum für Kunst und Gestaltung. 
  • Spallerhofschule (MS 14): Neubau von acht Klassenräumen, Physiksaal und erweitertem Turnsaal zur Abdeckung des steigenden Bedarfs in den Gebieten B und C. 
  • Siemensschule (VS 35): Aufstockung um vier Klassen und Erweiterung des Turnsaals. Entlastung durch Wegfall der Doppelnutzung mit dem Hort. 
  • Neues Inklusives Schulzentrum im Linzer Süden: Rund 150 Plätze für Kinder mit sonderpädagogischem Förderbedarf sowie reguläre Klassen. Standortprüfung läuft. 
  • Ebelsberg (MS 23): Erweiterung um vier Klassen zur Entlastung anderer Schulen und Vorbereitung auf das Wachstum in Ebelsberg/Sommergründe.   

Übergangslösungen bis zur Umsetzung 

Bis die neuen Gebäude fertig sind, sorgen Containerklassen und Übergangsräume für ausreichend Kapazitäten – insbesondere in Keferfeld, Löwenfeld und Pichling. Das gesamte Ausbauprogramm umfasst Investitionen von rund 36 Millionen Euro und soll in drei Bauetappen zwischen 2027 und 2030 umgesetzt werden. 

Chatbot ELLI

ELLI, der Chatbot der Stadt!

ELLI ist digital, hilfsbereit und immer zur Stelle, wenn Antworten auf Fragen benötigt werden.

Mehr Infos