EIGENTOR: Strukturelle Gewalt im Frauensport Hochkarätiges Podiumsgespräch zum Machtmissbrauch im Frauensport
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Fokus auf systematische seelische und körperliche Gewalt
Gewalt im Frauensport findet im Verborgenen statt und zeigt sich in vielfältigen Formen. Egal ob im Turnen, Fußball, Skifahren oder Tennis: in allen Sportarten sind Mädchen und Frauen Opfer von sexualisierter Gewalt und Missbrauch, psychischer Gewalt und körperlicher Gewalt.
„Gewalt – in welcher Form sie auch angewendet wird – muss aufgedeckt und bekämpft werden. Im Sportkontext ist zudem besonders perfide, dass Gewalt oftmals mit der Aussicht auf Erfolg in Zusammenhang gestellt wird und die Opfer damit zum Schweigen gebracht werden sollen. Deshalb wollen wir mit dieser hochkarätigen Podiumsdiskussion dieses Thema aus dem Abseits holen. Ich möchte mich bei allen Aktivist*innen bedanken, die sich seit vielen Jahren für eine diverse und gleichberechtigte Sportkultur und auch -förderung einsetzen“ betont Frauenstadträtin Mag.a Eva Schobesberger.
Im Fokus des Frauenressorts: Sämtliche Formen von Gewalt, die im Frauensport stattfinden
Das Frauenressort setzt sich aktiv auf vielen Ebenen gegen Gewalt gegen Frauen ein. Gewalt im Frauensport zu bekämpfen ist daher ein wichtiges Anliegen. Alisha Jahn betont: „Allianzen bilden ist ein wichtiges Thema, wenn es um ein Ende der Gewalt gegen Frauen und queere Menschen im Sport geht. Wir brauchen Mut zur Veränderung im Sport – Empowerment, faire Arbeitsbedingungen und sichere Trainingsumfelder sind entscheidend, um eine Kultur des Respekts und der Gleichberechtigung zu schaffen.“
Es gibt nur begrenzte spezifische Statistiken zu Gewalt gegen Frauen im Sport in Österreich. Eine Onlinebefragung der SPORTUNION Österreich aus dem Jahr 2017 ergab, dass etwa ein Drittel der Kadersportlerinnen schon einmal sexualisierte Gewalt im Sport erlebt hat. Eine von neun Personen gab schwere und/oder länger andauernde sexualisierte Gewalt an. Andere Erhebungen zu Gewalt gegen Frauen im Sport existieren in Österreich derzeit nicht. Bei einer Studie aus 2017 der Deutschen Sporthochschule Köln mit rund 1.800 Kaderathlet*innen, gaben etwa ein Drittel der Teilnehmenden an, bereits einmal sexualisierte Gewalt erfahren zu haben. Dass es wenig und lediglich veraltete Daten zu diesem Thema gibt, zeigt bereits, wie tabuisiert Gewalt im Sportbereich ist. Im Breitensport fehlen Daten gänzlich, was zeigt, wie gering das Bewusstsein für diese Problematik ist. All das unterstreicht die Dringlichkeit einer umfassenden Datenerhebung, Aufklärung und Prävention umso mehr.
Hochkarätige Podiumsdiskussion im Wissensturm
Von Misogynie zu echter Gleichstellung. Hass-Nachrichten, Beleidigungen, die Anstellung verurteilter Gewalttäter im eigenen Verein, aber auch die Häufung von Kreuzbandrissen, geringe Bezahlung und sexistische Kleidervorschriften. Gewalt entsteht in verschiedenen Formen, in einer Umgebung, die Gewalt begünstigt und toleriert.
Konzepte wie „Diversität, Gleichstellung und Inklusion“ bieten wertvolle Ansätze, betroffene Personen zu vernetzen, Weiterbildung und Strukturveränderung in die Systeme zu bringen. Bei einer Podiumsdiskussion diskutieren Expert*innen, wie der Weg zu einem Kulturwandel im Sport aussehen kann. Schließlich soll Sport wirklich für alle Menschen offenstehen.
PROBLEM SPÜRBAR MACHEN: Wie sieht strukturelle Gewalt in der Praxis aus? Wir werfen einen Blick auf die alltäglichen Herausforderungen und machen die Probleme sichtbar, die oft übersehen oder ignoriert werden.
RISIKEN KONKRET BENENNEN: Was kann passieren, wenn strukturelle Gewalt gegen Frauen im Sport weiterhin besteht? Wir analysieren die Risiken und die möglichen Folgen für betroffene Personen im gesamten Sportbereich.
LÖSUNGEN GREIFBAR MACHEN: Wer kann was konkret tun? Wir erarbeiten gemeinsam mit Expert*innen aus dem Feld praktische Maßnahmen, die sofort umgesetzt werden können, um eine gerechtere und sicherere Sportwelt zu schaffen.
Dem Frauenressort ist es gelungen, zu diesem Thema hochkarätige Gäste für einer Podiumsdiskussion zu gewinnen:
- Nicola Werdenigg, ehem. Skirennläuferin
- Viola Kleiser, Olympiateilnehmerin und Fachbereichsleiterin von SAFE SPORT bei 100% Sport
- Alisha Jahn, Aktivistin und Fußballerin
- Mag.a Eva Schobesberger, Frauenstadträtin
- Moderation: Clar Gallistl, selbständige Fachberatung zu Fairness & Community Building
Clar Gallistl sagt sehr klar: „Strukturelle Gewalt entsteht in einer Kultur, die Gewalt begünstigt. Daher braucht es dringend einen deutlichen Kulturwandel, um Machtmissbrauch zu verringern. Der Community Aspekt ist mir aus der Praxis sehr wichtig. Wir brauchen geschützte Orte, an denen wir offen und sicher miteinander reden können. Diesen Raum hoffen wir herstellen zu können.“
Mit dieser Podiumsdiskussion positioniert sich das Frauenressort der Stadt Linz klar: Es braucht Aufklärung, strukturelle Verantwortung und eine Haltung, die Betroffene stärkt. Das Frauenressort setzt damit ein starkes Zeichen für eine solidarische Stadtgesellschaft – frei von Schuldzuweisungen, wachsam gegenüber Gewalt und klar in der Haltung gegenüber strukturellem Machtmissbrauch.
| Termin: | Donnerstag, 4. Dezember 2025, 18 Uhr |
| Ort: | Wissensturm, Veranstaltungssaal E09 Kärntnerstraße 26, 4020 Linz |
| Moderation: | Clar Gallistl |
| Kosten: | Keine |
| Anmeldung: | Um Anmeldung wird gebeten: per Online-Formular, telefonisch unter +43 732 7070 1191 oder per E-Mail an frauenbuero@mag.linz.at |
Diese Veranstaltung ist eine Kooperation des Frauenbüros der Stadt Linz, der Volkshochschule Linz und DORF TV.
(Informationsunterlage zur Pressekonferenz von Frauenstadträtin Mag.a Eva Schobesberger)
Fotos
- Druckdatei (JPG | 3,24 MB) 51 x 34 cm mit 300 dpi Foto: Stadt Linz
Frauenstadträtin Mag.a Eva Schobesberger (Mitte) mit Frauenbeauftragter Mag.a Abena Carty-Pinner, Anne Brack, Dipl. Soz.-Päd. (FH) vom Frauenbüro Linz, Clar Gallistl (Fachberatung zu Fairness & Community Building) und Alisha Jahn (Aktivistin und Fußballerin) – (v.links)
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