Kultur in allen Stadtteilen Stärkung lokaler Initiativen und lebendiger Stadtteilkultur als zentrale Themen des dritten Linzer Kulturentwicklungsplans
Stadtteilkulturarbeit ist seit Jahrzehnten ein zentrales Merkmal der Linzer Kulturpolitik. Neben den etablierten Förderstrukturen für Stadtteilkultur, die lokale Initiativen unterstützen, wird auch im derzeit in Arbeit befindlichen dritten Kulturentwicklungsplan der Stadt Linz (KEP3) ein Fokus auf das Thema gelegt.
„Die starke Bürger*innenbeteiligung bei den Partizipationsformaten im Rahmen des KEP3-Prozesses im vergangenen Jahr hat deutlich gezeigt: Die Linzer*innen wünschen sich mehr kulturelle Angebote in ihren Stadtteilen. Das bestätigt zum einen die Relevanz unserer bestehenden Förderprogramme, erfordert aber auch neue Maßnahmen. Die Stadtteilkultur wird deshalb eines der zentralen Themen des KEP3 sein“, betont Kulturstadträtin Doris Lang-Mayerhofer.
Im Rahmen der Partizipationsphase des dritten Kulturentwicklungsplans wurden voriges Jahr zahlreiche Beteiligungsformate wie Flash-Interviews bei Großveranstaltungen, ein World Café, ein Online-Diskussionsforum und 13 Fokusgruppen durchgeführt. Auf der Basis der Erkenntnisse aus diesen Formaten wird aktuell an einem Entwurf für den KEP3 gearbeitet. Eine stärkere Präsenz kultureller Angebote in den Stadtteilen, insbesondere im Linzer Süden, sowie auch die Unterstützung von Eigeninitiativen und Bottom-up-Strukturen werden als zentrale Aspekte im Entwurf berücksichtigt. Die darin vorgeschlagenen Maßnahmen und Ziele werden ab Ende März auch im Stadtkulturbeirat und im Kulturausschuss des Linzer Gemeinderates diskutiert, bevor die finale Strategie dem Gemeinderat vorgelegt wird. Die Beschlussfassung des KEP3 im Gemeinderat ist für den 2.Juli geplant.
Förderung von Initiativen in den Linzer Stadtteilen
Bereits jetzt unterstützt die Stadt Linz kulturelle Initiativen in den Stadtvierteln gezielt: Das Sonderförderprogramm LinzKultur/4 fördert jährlich innovative Projekte und regt die kulturelle Belebung in den Grätzeln an. Damit werden Kulturschaffende und -vereine unterstützt, die sich in ihrer Arbeit mit Lebensrealitäten in Linzer Stadtteilen, kultureller Teilhabe und dem öffentlichen Raum auseinandersetzen.
Auch über das Förderprogramm LINZimPULS, bei dem Initiativen der freien Kunst- und Kulturszene einreichen können, werden immer wieder Projekte in Stadtteilen gefördert, so zum Beispiel das Theaterprojekt „Impro im Grätzl“ von David Wagner & Co, das u.a. in Auwiesen, Neue Heimat, Ebelsberg und Pichling Station machte und dort auf großen Publikumszuspruch stieß.
Kulturelle Nahversorgung in den Stadtteilen und damit auch im Linzer Süden passiert vor allem durch ansässige Vereine, Initiativen und Akteur*innen, die mittels Kulturförderung von Seiten der Linz Kultur unterstützt werden. In diesem Zusammenhang sind die Vereine NH10 in der Neuen Heimat, die Galerie Hoffelner im Südpark, der Kulturverein Auwiesen mit den sommerlichen Open-Air-Konzerten „Rock-Turbine“ und Initiativen wie die MUTS-Kids zu nennen, die im Linzer Süden aktiv sind.
Ebenso organisiert der von Linz Kultur geförderte Blasmusikverband Bezirk Linz-Stadt mit seinen Mitgliedsvereinen alljährlich zahlreiche Veranstaltungen im ganzen Stadtgebiet, u.a. im Volkshaus Neue Heimat, im Pfarrsaal Pichling, im Schloss Ebelsberg, in den Seniorenzentren Kleinmünchen und Spallerhof, in der Kirche St. Michael am Bindermichl sowie in der solarCity.
Für eine lebendige Stadtteilkultur braucht es aber auch Initiativen, die sich in den Stadtteilen räumlich auf Dauer verorten, wie z.B. den Kulturverein Schlot, der seit 2014 Konzerte, Lesungen, Ausstellungen und mehr an einem ehemaligen Fabrikstandort im Franckviertel anbietet. Auch der Kulturverein Sirup, der seit 2023 das ehemalige Tanzcafé Grand Filou in der Blütenstraße in Urfahr mit Ausstellungen, Medienkunst und Clubmusik bespielt, wird von der Stadt Linz unterstützt. Zu weiteren Fördernehmer*innen zählen die Compagnie SILK Fluegge, die mit dem KLISCOPE einen Ort für Performance, Tanz und neuen Zirkus, für digitale und interdisziplinäre Kunst in der Glimpfingerstraße betreibt, wie auch der Kulturverein Schießhalle, der im ehemaligen gleichnamigen Wirtshaus in Untergaumberg Ateliers, Gemeinschaftsflächen, einen Veranstaltungsraum und Werkstätten eingerichtet hat.
Investition in lokale Infrastruktur und Bildung
Zusätzlich zur Förderung von Kulturinitiativen und -vereinen setzt die Stadt Linz auch mit der Bereitstellung von Infrastruktur und Bildungsangeboten wichtige Maßnahmen für eine lebendige Stadtteilkultur. So wurde etwa die Stadtbibliothek Auwiesen bereits 2017 zu einem Bibliothekszentrum mit eigener Kinderbibliothek ausgebaut. Die Musikschule Linz bietet mit dem „Südwind“-Instrumentalunterricht Musikförderung für Volksschulkinder an diversen Standorten, insbesondere im Linzer Süden an. Mit dieser Initiative soll ein niederschwelliger und unkomplizierter Zugang zur Singschule oder einem Instrument ermöglicht werden.
- Informationen zum dritten Kulturentwicklungsplan der Stadt Linz:
- Informationen zur Kunst- und Kulturförderung der Stadt Linz
Fotos
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Kulturelle Nahversorgung in den Stadtteilen und die Unterstützung von lokalen Initiativen und Akteur*innen ist Kulturstadträtin Doris Lang-Mayerhofer ein wichtiges Anliegen.
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