Medienservice vom: 21.05.2026 |Fotos zur Meldung

Strom statt Gas: Stadt Linz und LINZ AG fördern Umstieg von Gas- auf Elektroherde Neue Förderung als weiterer Baustein des Linzer Klimaneutralitätskonzepts

Das Umweltressort der Stadt Linz startet gemeinsam mit der LINZ AG eine neue Förderung für die Umstellung von Gas auf Elektroherde im Stadtgebiet. Die Maßnahme richtet sich an Haushalte, die den letzten gasbasierten Kochanschluss in ihrer Wohnung oder in ihrem Haus ersetzen und damit vollständig gasfrei werden. Ziel ist es, den Ausstieg aus fossilem Gas im Alltag zu beschleunigen und die Stilllegung jener Gasinfrastruktur zu erleichtern, die wegen des laufenden Fernwärmeausbaus von immer weniger Nutzer*innen gebraucht wird. 

Mit der Förderung setzt die Stadt Linz einen konkreten Schritt aus dem Klimaneutralitätskonzept um. Im Fokus steht die Defossilisierung des Energiesystems. Parallel dazu sinken durch die Auflassung doppelter Netze langfristig Infrastrukturkosten. Auch die Versorgungssicherheit steigt, weil erneuerbare und leitungsgebundene Alternativen gestärkt werden. Als weitere Co-Benefits bringt die Maßnahme geringere Energie- und Infrastrukturkosten, mehr Versorgungssicherheit und eine bessere Luftqualität.

Genau hier setzt die neue Förderung an. Sie unterstützt Haushalte, die einen praktischen und finanziell abgefederten Umstieg von einem gasbetriebenen Herd auf einen Elektroherd vornehmen wollen. Damit wird ein Bereich erreicht, der im Alltag unmittelbar wirksam ist und zugleich für die energiepolitische Entwick-lung der Stadt Bedeutung hat.

Im Fernwärmeversorgungsgebiet der LINZ AG gibt es derzeit noch 2.786 Gasherde bzw. -kocher und -grillstellen, 1.728 Geräte zur Warmwassererzeugung und 10.074 Gasthermen, -kessel oder Brennwertgeräte.

„Raus aus den fossilen und rein in die erneuerbaren Energien. Das schützt nicht nur das Klima. Das bedeutet auch: mehr Freiheit und mehr Versorgungssicherheit. Daher möchten wir gemeinsam die Linzer*innen beim Ausstieg aus Gas unterstützen. Der laufende Ausbau der Fernwärme verändert das Energiesystem in Linz grundlegend. Je mehr Haushalte auf fossile Anwendungen verzichten, desto gezielter können bestehende Doppelstrukturen abgebaut werden“, betont Umweltstadträtin Mag.a Eva Schobesberger.

„Der Ausstieg aus Gas in Haushalten bringt drei Vorteile: Er schützt das Klima, macht uns unabhängiger von Energieimporten und steigert die Versorgungssicherheit. Durch diese Förderung helfen wir Linzer Haushalten, auf Strom umzusteigen. So wird unser Energiesystem moderner, effizienter und zuverlässiger“, sagt LINZ AG-Vorstandsdirektor Mag. DI Josef Siligan. 

Förderungen des Linzer Umweltressorts und der LINZ AG 

Die Förderung der Stadt Linz ist als nicht rückzahlbarer Zuschuss gestaltet. Für die Umstellung von einem Gasherd auf einen Elektroherd fördert die Stadt Linz 30 Prozent der Gesamtinvestitionskosten. Die maximale Höhe der Förderung beträgt 1.000 Euro. Diese Obergrenze gilt unabhängig davon, welche Einzelkosten im Zuge der Umstellung anfallen.
Zu den anrechenbaren Investitionskosten zählen Elektroinstallationen, Kosten für die Stilllegung der Gasleitung, Demontage und Entsorgung des Altgeräts sowie der Kauf eines neuen Elektroherds. Die einzige Fördervoraussetzung besteht darin, dass die Wohnung oder das Haus nach der Umstellung vollständig gasfrei ist.

Zusätzlich unterstützt die LINZ AG die Umstellung mit einem weiteren Zuschuss von bis zu 500 Euro. Dafür ist kein eigenes Ansuchen notwendig. Beide Förderungen können in einem gemeinsamen Ablauf abgewickelt werden, wenn im Online-Förderformular die Zustimmung zur Übermittlung der förderrelevanten Daten erteilt wird. 

Fernwärmekund*innen mit Direktabrechnung über die LINZ AG erhalten darüber hinaus ein Jahr kostenloses Heizen.

Die maximale Förderhöhe aus allen in Anspruch genommenen Förderungen ist nur durch die tatsächlichen Investitionskosten beschränkt. Damit erhalten Haushalte die Möglichkeit, Stadtförderung und Unterstützung der LINZ AG kombiniert zu nutzen und den Umstieg in einem Schritt abzuwickeln.

Fördervoraussetzung und Ablauf

Die einzige Fördervoraussetzung lautet, dass die Wohnung oder das Haus im Linzer Stadtgebiet nach der Umstellung komplett gasfrei ist. Gefördert wird also nicht nur der Austausch des Herdes, sondern der vollständige Abschied von Gas in der jeweiligen Nutzungseinheit.

Für die Antragstellung sind drei Schritte notwendig. Zuerst setzen Antragsteller*innen die Maßnahme um. Danach füllen sie den Förderantrag online aus. Im Anschluss laden sie die erforderlichen Unterlagen hoch.

Erforderlich sind:

  • Bestätigung über die Stilllegung der Gaszuleitung in der Wohnung oder im Haus 
  • Rechnungen, die nicht älter als ein Jahr sind 
  • Zahlungsnachweise 

Infoseite zur Förderung – Umstellung von Gas auf E-Herde 

Beitrag zur Stilllegung fossiler Infrastruktur

Die neue Förderung ist Teil eines größeren Umbaus des Linzer Energiesystems. Im Stadtgebiet wird der Fernwärmeausbau laufend vorangetrieben. Dadurch sinkt die Zahl jener Haushalte, die Gasinfrastruktur nutzen. Wo weniger Nutzer*innen an das Gasnetz angeschlossen sind, steigen die Kosten einer parallelen Infrastruktur. Die schrittweise Auflassung des Gasnetzes dort, wo diese technisch und regulatorisch möglich ist, schafft daher einen doppelten Nutzen. Er senkt Infrastrukturkosten und unterstützt die Umstellung auf erneuerbare und nicht fossile Versorgungslösungen.

Im Klimaneutralitätskonzept ist dieser Weg als Maßnahme im Handlungsfeld Energie verankert. Dort ist festgehalten, dass durch den Ausbau der Fernwärme die Gasinfrastruktur gemäß den regulatorischen Rahmenbedingungen rückgebaut werden soll. Das Konzept nennt zudem ausdrücklich den Ausstieg aus fossilen Energien als zentrale Aufgabe der kommenden Jahre.
Die Förderung unterstützt zudem die Ziele des Pionierstadtprojekts „Linz mit Ambitio3xn“ im Rahmen der Mission „Klimaneutrale Stadt“, in welchem unter anderem auch die Dekarbonisierung der Gasinfrastruktur vorangetrieben werden soll.

Klimaneutralitätskonzept als strategischer Rahmen

Die Stadt Linz setzt sich das Ziel, bis 2040 klimaneutral zu sein. Dafür soll der gesamtstädtische Treibhausgasausstoß bis 2040 um mindestens 90 Prozent gegenüber dem Basisjahr 2019 sinken. Maximal zehn Prozent der unvermeidbaren Restemissionen können durch natürliche Kohlenstoffsenken und technische Lösungen ausgeglichen werden. Das gesamtstädtische Klimaneutralitätskonzept umfasst einen umfassenden Maßnahmenkatalog für sieben Handlungsfelder. 

Zu den direkten und erweiterten Wirkungsbereichen der Stadt zählen die Handlungsfelder Governance, Energie, Gebäude sowie Verkehr und Mobilität. Im Handlungsfeld Energie sieht das Konzept vor, den Anteil erneuerbarer Energie in der Fernwärmeerzeugung bis 2030 auf 60 Prozent und bis 2035 auf 80 Prozent zu erhöhen. Bis 2040 strebt Linz eine vollständige Defossilisierung der Fernwärmeerzeugung an. 

Das Klimaneutralitätskonzept wurde in einem abteilungs- und geschäftsbereichsübergreifenden sowie wissenschaftlich begleiteten Prozess erarbeitet. Eingebunden waren Magistratsabteilungen, die Unternehmensgruppe Linz, der städtische Klimabeirat, der Stadtsenat sowie Linzer Bürger*innen. Wissenschaftlich begleitet wurde der Prozess unter anderem durch das Wegener Center der Universität Graz und die alpS GmbH. 

Das Konzept versteht sich als lebendes Dokument. Es soll kontinuierlich überprüft, regelmäßig in seiner Umsetzung kontrolliert und an neue Rahmenbedingungen angepasst werden. Damit bildet es den strategischen Rahmen für konkrete Maßnahmen wie die nun vorgestellte Förderung für den Umstieg von Gas auf Elektroherde.

(Pressekonferenz mit Umweltstadträtin Mag.a Eva Schobesberger und Mag. DI Josef Siligan, Vorstandsdirektor LINZ AG, zum Thema „Stadt Linz und LINZ AG fördern Umstieg von Gas- auf Elektroherde“)

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