Gleichstellung in der Unternehmensgruppe Linz zeigt Fortschritte und bleibt zentrale Aufgabe Evaluierungsbericht bestätigt Wirkung konkreter Maßnahmen und zeigt weiteren Handlungsbedarf
Der aktuelle Evaluierungsbericht zum Frauenförder- und Gleichstellungsprogramm 2020–2025 zeigt Fortschritte in zentralen Bereichen der Stadt Linz und ihrer Unternehmen. Zudem verdeutlicht der Bericht, dass strukturelle Herausforderungen und Handlungsbedarf weiterhin bestehen.
„Der Evaluierungsbericht zeigt klar, dass konkrete Maßnahmen wirken. Gleichzeitig ist Gleichstellung kein Ziel, dass einfach abgeschlossen ist. Es braucht weiterhin klare Rahmenbedingungen und konsequente Umsetzung“, betonen Personalreferentin Vizebürgermeisterin Merima Zukan und Frauenstadträtin Mag.a Eva Schobesberger.
Positive Entwicklungen gibt es insbesondere bei der Besetzung von Führungspositionen im Magistrat und einzelnen städtischen Unternehmen. Bei Ausschreibungen von Führungspositionen wird konkret geprüft, ob diese auch auf Teilzeitmöglichkeit und flexible Arbeitszeiten ausgeübt werden können. Damit sollen Führungsaufgaben besser mit unterschiedlichen Lebenssituationen vereinbar werden.
Ein weiterer Schwerpunkt liegt auf der unternehmensinternen und unternehmensübergreifenden Vernetzung und Förderung von Frauen in Form von Koordinierungsveranstaltungen . Über den gesamten Zeitraum wurden Beschäftigungsdaten, Maßnahmen und Entwicklungen systematisch erhoben und ausgewertet. Das etablierte Ampelsystem ermöglicht eine transparente Darstellung der Fortschritte und macht Entwicklungen über die beiden Dreijahresperioden hinweg vergleichbar. Die enge Zusammenarbeit der Gleichbehandlungsbeauftragten mit Führungskräften sowie gemeinsame Initiativen haben zu einer stärkeren Sensibilisierung für Gleichstellung, Vielfalt und Diversität geführt. Ein verpflichtendes Angebot an Schulungsmöglichkeiten ist hier ein zentraler Bestandteil.
Zahlreiche Maßnahmen wurden erfolgreich umgesetzt. Dazu zählen auch Programme zur Nachwuchsförderung von Frauen, die Erweiterung von Informationsangeboten, wie einem Leitfaden zur Nutzung geschlechtergerechter Sprache, neue Standards bei Stellenausschreibungen sowie gezielte Initiativen zur Vereinbarkeit von Beruf und Familie. Auch die Integration von Themen wie Schutz vor Belästigung und Gleichbehandlung in Ausbildung und Weiterbildung wurde konsequent verankert. Die regelmäßige Information der Mitarbeiter*innen über Angebote für Betroffene, sowie eine klare Positionierung der Führungskräfte, spielen hier eine wesentliche Rolle.
Trotz der positiven Entwicklung besteht weiterhin Handlungsbedarf. Frauen sind in technischen Bereichen und auf obersten Führungsebenen nach wie vor unterrepräsentiert, wobei sie knapp 60 Prozent der Beschäftigten ausmachen. Zudem wirken sich strukturelle Faktoren wie Teilzeitarbeit und Betreuungspflichten weiterhin auf Karriereverläufe aus. Von den insgesamt 1.750 weiblichen Beschäftigen, arbeiten 903 in Teilzeit. Bei den Männern sind es lediglich 120.
„Unser Ziel bleibt eine Arbeitswelt, in der Frauen und Männer die gleichen Chancen vorfinden. Dafür müssen wir nicht nur einzelne Maßnahmen setzen, sondern auch Strukturen verändern. Die Ergebnisse des Berichts sind daher Bestätigung und Auftrag zugleich“, unterstreichen Vizebürgermeisterin Merima Zukan und Stadträtin Mag.a Eva Schobesberger abschließend.